Es ist 3:14 Uhr morgens im November 2017. Maya ist genau drei Wochen alt. Ich trage einen milchfleckigen Still-BH und nur noch eine einzige dicke Kuschelsocke, weil ich die andere irgendwo im Flur verloren habe, während ich eine Tasse Kaffee in der Hand halte, der schon vor gut sechs Stunden kalt geworden ist. Ich starre wie gelähmt auf meine Tochter in ihrem Stubenwagen. Eine senfgelbe Explosion hat irgendwie den Weg aus der Windel gefunden, sich ihren kompletten Rücken hinaufgearbeitet und bedroht nun ihren Nacken. Oh mein Gott.
Das ist die berüchtigte Windel-Explosion. Dieser mythische, furchteinflößende Meilenstein, den wir Eltern alle durchmachen.
Bevor ich Kinder hatte, verbrachten mein Mann Mark und ich mal einen ganzen Sonntag im frisch gestrichenen Kinderzimmer. Wir tranken Latte Macchiato, hörten Indie-Folk und ich faltete liebevoll winzige, makellose Pastellkleidchen in Schubladen-Trenner. Ich glaubte allen Ernstes, ein Baby anzuziehen sei eine ästhetische Kunstform. Ich dachte, bei der Garderobe von Neugeborenen ginge es um Stil. Ich war ja so naiv. Mit Kindern wird einem sehr schnell klar: Bei Babykleidung geht es streng genommen nur um die taktische Eindämmung von Flüssigkeiten.
Wenn du gerade schwanger bist, vor einem Berg von Babykleidung stehst und dich fragst, was du wirklich brauchst, bin ich hier, um dich vor meinen damaligen Illusionen zu bewahren.
Wie viele von diesen Dingern brauchst du wirklich, bevor du den Verstand verlierst?
Wenn du das googelst, wird dir irgendein unglaublich optimistischer Eltern-Blog erzählen, das „goldene Maß“ liege bei 7 bis 14 Bodys pro Größe. Ich weiß ja nicht, wer sich diese Zahl ausgedacht hat, aber ich vermute, es war jemand, der noch nie in seinem Leben eine Waschmaschine bedient hat.
Hier ist die Realität: Neugeborene spucken. Sie sabbern. Sie produzieren Windel-Explosionen, die allen Gesetzen der Physik trotzen. An einem guten Tag brauchte Leo zwei neue Outfits. An einem schlechten Tag – wie damals, als er eine Mittelohrentzündung hatte und das Antibiotikum seinen kleinen Magen ruinierte – verschliss er vier Outfits, noch bevor meine Schwiegermutter überhaupt zum Mittagessen vorbeikam. Wenn du nur sieben Bodys hast, bist du quasi an deine Waschmaschine gekettet.
Aber das bedeutet auch nicht, dass du fünfzig Stück brauchst. Als ich mit Leo schwanger war, erlag ich der Versuchung, Neugeborenen-Bodys in rauen Mengen bei einer dieser riesigen Fast-Fashion-Ketten zu kaufen. Ich kaufte so einen in Plastik eingeschweißten Riesen-Achterpack, weil er nur um die zehn Euro kostete. Ich hielt mich für ein absolutes Finanzgenie.
Glaub mir, super billige Baby-Bodys zu kaufen, ist eine Falle. Ich habe diese Fast-Fashion-Dinger genau ein einziges Mal gewaschen, und sie schrumpften auf eine Größe zusammen, die einer Barbie-Puppe bequem gepasst hätte. Der Stoff fühlte sich an wie echtes Sandpapier, und die Beinausschnitte waren so eng, dass sie wütende, rote Ringe an Leos kleinen, speckigen Oberschenkeln hinterließen. Worauf ich hinauswill: Du brauchst keine Unmengen an Wegwerf-Kleidung. Du brauchst nur eine solide Grundausstattung von vielleicht 10 bis 12 hochwertigen Teilen, die auch mal eine heiße Wäsche überleben.
Der nächtliche Druckknopf-Albtraum
Ich muss mal kurz über Druckknöpfe im Schritt reden, denn da hat sich bei mir einiges an Restwut angestaut.

Wer hat das designt? Wer dachte, es sei eine gute Idee, winzige, mikroskopisch kleine Metalldruckknöpfe an der Unterseite eines Kleidungsstücks anzubringen, das für ein strampelndes, schreiendes Wesen um drei Uhr nachts gedacht ist? Wenn du unter Schlafmangel leidest und nur noch auf Reserve läufst, ist der Versuch, drei Metalldruckknöpfe im Dunkeln aneinanderzureihen, als müsstest du eine Bombe entschärfen. Du verfehlst einen. Du kommst am Ende an und merkst, dass da ein Stück Stoff übersteht. Du musst alles wieder aufmachen und von vorne anfangen, während dein Baby so laut schreit, dass die Nachbarn wach werden.
Deshalb sind Reißverschlüsse und Wickel-Designs das Einzige, was mich in den ersten zwei Monaten bei Verstand gehalten hat. Wickelbodys im Kimono-Stil sind fantastisch, weil du den Kleinen nichts über ihr zerbrechliches, wackeliges Köpfchen ziehen musst. Und sie reiben nicht an diesem komischen, krustigen Nabelstumpf, vor dessen Berührung man anfangs ständig Angst hat.
Aber das wahre Geheimnis? Der Schlupfkragen. Kennst du diese seltsamen, übereinandergelegten Stofffalten an den Schultern von Baby-Bodys? Ich dachte immer, das wäre nur so eine Design-Sache. Bis zu dem großen Maya-Windel-Vorfall um 3 Uhr nachts wusste ich nicht, dass diese Schulterklappen extra dafür gemacht sind, dass man das gesamte Kleidungsstück am Körper des Babys NACH UNTEN ziehen kann. Man streift es einfach über die Schultern und Beine ab, anstatt einen mit Kacka beschmierten Kragen über Gesicht und Haare zu ziehen.
Ich habe ernsthaft geweint, als Mark mir ein YouTube-Video zeigte, in dem das erklärt wurde. Es hat mein Leben verändert.
Ich habe auch aufgehört, diese winzigen separaten Fäustlinge zu kaufen, die sowieso nach drei Sekunden abfallen. Stattdessen habe ich nur noch Sachen mit integrierten Umschlagbündchen an den Ärmeln besorgt.
Wenn du kurz vor dem Geburtstermin gerade Panikkäufe machst, kannst du hier in Kianaos Kollektion aus Bio-Babykleidung stöbern und dir den stressigen Trip ins Einkaufszentrum sparen.
Die große Bio-Baumwoll-Debatte und mein wackeliges Verständnis davon
Bevor ich Kinder hatte, dachte ich, „Bio“-Babykleidung sei nur eine Marketingmasche, um ängstlichen Millennials das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dann bekam Leo Ekzeme.
Es fing an, als er etwa zwei Monate alt war. Er hatte diese schrecklichen, trockenen, roten, schuppigen Stellen auf der ganzen Brust und im Nacken. Ich hatte ihm immer diese dicken Polyester-Fleece-Sachen angezogen, weil es Januar war und ich furchtbare Angst hatte, er könnte erfrieren. Ich brachte ihn zu unserer Kinderärztin, Dr. Miller, und war fest davon überzeugt, er hätte irgendeine seltene Allergie.
Dr. Miller warf nur einen Blick auf ihn und seufzte. Sie erklärte mir – und mein Verständnis davon ist medizinisch gesehen wahrscheinlich etwas laienhaft, also habt Nachsicht mit mir –, dass Babyhaut quasi hauchdünn ist und alles aufnimmt. Sie sagte auch, dass ihre Schweißdrüsen noch nicht richtig funktionieren. Wenn ich ihn also in synthetische Materialien wie Polyester steckte, war das so, als würde ich ihn in eine Plastiktüte wickeln. Es staute seine ganze Körperwärme, er konnte seine Temperatur nicht regulieren, und die chemischen Farbstoffe im billigen Stoff lösten eine massive Hautirritation aus.
Sie riet mir, das Synthetik-Zeug wegzuwerfen und auf Bio-Baumwolle oder Bambus umzusteigen. Ich war so wütend, dass ich Geld für das billige Zeug verschwendet hatte, aber dann bestellte ich den ärmellosen Baby-Body aus Bio-Baumwolle von Kianao und der Unterschied war wie Tag und Nacht.
Das ist ehrlich gesagt mein absolutes Lieblings-Basic, das ich je hatte. Erstens hat es flache Nähte und null kratzige Etiketten, was für Babys mit sensibler Haut ein riesiger Pluspunkt ist. Er ist unglaublich dehnbar, sodass er wirklich kampflos über das Köpfchen gleitet. Wir haben diese ärmellosen Bodys ständig benutzt – nachts unterm Schlafanzug, tagsüber unter Pullovern oder einfach pur, wenn es im Haus warm war. Sie haben so viele heiße Waschgänge nach Windel-Explosionen überstanden und nie ihre Form verloren.
Eiskaltes Wetter und Panik-Schichtenlook
Da meine beiden Kinder in der kalten Jahreszeit geboren wurden, war es für mich eine riesige Stressquelle herauszufinden, wie man Neugeborenen-Bodys im Winter am besten im Zwiebellook anzieht.

Früher habe ich Maya immer wie ein kleines Marshmallow eingepackt. Ich zog ihr einen Body an, dann einen Pullover, dann einen Schlafsack und wickelte noch eine Decke um sie. Sie wachte dann weinend und schwitzend auf. Wie sich herausstellte, überhitzen Babys wirklich sehr schnell. Das ist ziemlich beängstigend, weil man ständig gesagt bekommt: Babys, denen kalt ist, schreien, und Babys, denen zu heiß ist... na ja, du weißt schon.
Der Trick sind atmungsaktive Schichten. Du ziehst ihnen einen guten Body aus Bio-Baumwolle an, einen Schlafanzug mit Füßchen und, wenn es zieht, vielleicht ein Pucktuch oder eine Decke.
Für Maya haben wir sehr oft die Babydecke aus Bio-Baumwolle mit Eichhörnchen-Print benutzt. Okay, ganz ehrlich: Ich bin kein großer Fan von dem Eichhörnchen-Muster. Ich bin ein langweiliger Beige-Millennial, der unifarbene Dinge mag, und diese tanzenden Waldtiere sind für meinen persönlichen Geschmack ein bisschen zu viel. Mark hingegen ist regelrecht besessen davon und findet sie urkomisch. Aber ästhetische Meinungsverschiedenheiten beiseite: Die Decke selbst ist unglaublich. Sie besteht aus doppellagiger Bio-Baumwolle und ist deshalb schwer genug, um warmzuhalten, wenn man vom kalten Auto ins geheizte Haus geht, aber sie ist gleichzeitig atmungsaktiv, sodass das Baby nicht schwitzt.
Die absolute Falle der geschlechtsspezifischen Babykleidung
Können wir mal kurz über das Größen- und Geschlechter-Chaos sprechen?
Als ich mit Leo schwanger war, kaufte ich eine ganze Schublade voll mit Kleidung in der Größe „Neugeboren“. Leo wog bei seiner Geburt stolze 4140 Gramm. Er sah schon bei der Geburt aus wie ein Kleinkind. Wir bekamen die Neugeborenen-Kleidung nicht mal über seine Windel zu. Mark musste an unserem zweiten Tag zu Hause buchstäblich in den Laden rennen, um Sachen für 0-3 Monate zu kaufen, während ich auf der Couch saß und Rotz und Wasser in meine Suppe heulte. Die meisten Babys wachsen sowieso nach etwa drei Wochen aus der Neugeborenen-Größe heraus.
Und dann noch diese Geschlechter-Sache. Als wir herausfanden, dass Maya ein Mädchen wird, drehte meine Verwandtschaft völlig durch bei dem Versuch, einen Neugeborenen-Body für Mädchen zu finden. Das bedeutet offenbar, dass er neopink und mit Glitzer übersät sein muss und am Po ein kratziges Tüll-Tutu angenäht haben sollte.
Warum macht man Kleidung mit Knubbeln und Tutus auf dem Rücken für einen Menschen, der 18 Stunden am Tag flach auf genau diesem Rücken liegt? Das ist völlig absurd. Sie brauchen kein Gala-Kleid. Sie brauchen weiche, neutrale Basics, die man gnadenlos bleichen kann, wenn sie unweigerlich vollgekackt werden.
Wenn du es endlich geschafft hast, sie ohne Tränen in etwas Weiches und Neutrales zu hüllen, kannst du sie endlich ablegen. Ich habe Maya im Wohnzimmer einfach immer unter ihr Panda-Spielbogen-Set geschoben, damit ich mal zehn Minuten auf dem Teppich sitzen und so tun konnte, als hätte ich mein Leben im Griff.
Wenn du es schaffst, diese Riesen-Packs an Fast-Fashion-Kleidung mit Sandpapier-Textur im Laden liegen zu lassen und vielleicht sogar ohne YouTube-Tutorial herausfindest, wie die Schulterklappen an den Bodys funktionieren, machst du deine Sache ehrlich gesagt schon verdammt gut.
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Fragen, die ich nachts um 2 Uhr verzweifelt gegoogelt habe
Wie viele Bodys muss ich wirklich kaufen?
Wenn du eine Waschmaschine im Haus hast und es dir nichts ausmacht, alle zwei Tage zu waschen, kommst du mit 8 bis 10 guten Bodys hin. Wenn du in den Waschsalon musst oder Wäschewaschen einfach hasst, solltest du eher 15 anpeilen. Kauf bloß nicht 30 Stück in der Neugeborenen-Größe, denn dein Kind könnte wie meins die Statur eines kleinen Schwergewichts haben und sie nie tragen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Body und einem Onesie?
Ganz ehrlich? Keiner. „Onesie“ ist technisch gesehen ein geschützter Markenname von Gerber, was ich bei einer nächtlichen Internet-Recherche während des Abpumpens herausgefunden habe. Aber alle benutzen das Wort einfach für diese kleinen Hemdchen, die man im Schritt zuknöpft. Body ist einfach der nicht markenrechtlich geschützte Name. Es ist haargenau dasselbe.
Ist Bio-Babykleidung ihr Geld wirklich wert?
Aus meiner absolut chaotischen, persönlichen Erfahrung: Ja. Ich hielt es für prätentiösen Unsinn, bis sich die Haut meines Sohnes wegen billiger Polyester-Mischungen zu pellen begann. Wenn dein Kind eine absolut unempfindliche Haut hat, ist es dir vielleicht egal, aber Bio-Baumwolle ist einfach so viel weicher. Sie staut die Körperwärme nicht und sorgt nicht dafür, dass die Kleinen verschwitzt und quengelig werden.
Wie bekomme ich Kacka-Flecken aus den Sachen raus?
Okay, das Geheimnis lautet kaltes Wasser und Sonnenschein. Wenn du die Überreste einer Windel-Explosion heiß wäschst, kochst du den Stuhl buchstäblich für immer in den Stoff ein. Spül das Teil sofort im Waschbecken mit eiskaltem Wasser aus, schrubb es mit etwas Spülmittel oder Fleckenentferner, wasch es kalt in der Maschine und lass es dann draußen in der direkten Sonne trocknen. Die Sonne bleicht die Flecken aus. Das ist wie Magie.
Wann hören sie auf, Bodys zu tragen?
Normalerweise etwa dann, wenn du mit dem Töpfchentraining anfängst, also ungefähr mit zwei Jahren. Das Aufknöpfen im Schritt, während man gleichzeitig versucht, ein strampelndes Kleinkind auf eine winzige Plastiktoilette zu verfrachten, ist eine ganz besondere Form der Hölle. Wenn diese Phase beginnt, wirst du ganz automatisch auf normale T-Shirts umsteigen.





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