Mein ältester Sohn, Jackson, ist das beste Beispiel dafür, warum man einen Fünfjährigen niemals unbeaufsichtigt in der Nähe eines Holzstapels spielen lassen sollte. Gestern marschierte er durch die Hintertür und hielt etwas Graues, Haarloses und Zappelndes in den Händen, als wäre es ein preisgekrönter Chicken-Nugget. Mein Kleinkind fing sofort an, vor Freude zu quietschen, und versuchte, dem Ding ihren halb aufgegessenen Butterkeks in den Mund zu schieben, während Jackson selbstbewusst verkündete, er habe ein Waisenkind gefunden und brauche auf der Stelle ein Babyfläschchen. Sie schnappte sich einen Filzstift und versuchte, „Baby Po“ auf die Seite eines Schuhkartons zu schreiben, aber ihr ging der Platz aus, also nannte sie es kurzerhand „Baby P“. Das habe ich allerdings sofort unterbunden – Wildtieren süße Spitznamen zu geben, ist in unserem Haus nämlich der erste Schritt zu einer echten Geiselnahme.

Wenn ihr auf dem Land lebt oder auch nur einen anständig großen Garten habt, werden eure Kinder wahrscheinlich irgendwann mal irgendein Wildtier in die Küche schleppen. Und bei einem Opossum-Baby ist der allererste Instinkt jeder Mutter, es füttern zu wollen. Aber ich bin mal ganz ehrlich zu euch: Das ist ein riesiger Fehler.

Instagram lässt uns gerne glauben, dass jedes kleine Waldtierchen in ein beigefarbenes Musselintuch gewickelt und von einer Mutter mit warmer Milch aus dem Fläschchen gefüttert werden möchte, die an einem Dienstag um 14 Uhr irgendwie perfekte Beach-Waves trägt. Ich bin hier, um euch zu sagen: Social Media lügt. Wenn man in seiner eigenen Küche Wildtierpfleger spielt, ist das der sicherste Weg, das Leben eines kleinen Tieres versehentlich zu beenden.

Die große Milch-Lüge

Meine Oma, Gott hab sie selig, ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und schwor darauf, dass ein Schälchen warme Kuhmilch oder ein bisschen Säuglingsnahrung das absolute Heilmittel für jedes verlassene Tierbaby ist. Ich muss mich jetzt wirklich mal drei Absätze lang darüber auslassen, wie unglaublich gefährlich dieses Ammenmärchen ist. Wenn ihr nur eine Sache aus diesem Text mitnehmt, dann bitte diese: Beuteltiere sind im Grunde die laktoseintolerantesten Lebewesen auf diesem Planeten. Wenn ihr ihnen normale Milch oder irgendein Milchpulver gebt, das ihr noch in der Speisekammer habt, ruiniert das ihr Verdauungssystem komplett. Sie bekommen schweren, tödlichen Durchfall, bevor ihr überhaupt merkt, was schiefgelaufen ist.

Es kommt noch schlimmer: Opossum-Babys haben nicht einmal einen normalen Saugreflex wie menschliche Babys oder kleine Kätzchen. Wenn man versucht, ihnen einen normalen Gummisauger oder ein Tierfläschchen in den Mund zu stecken, können sie gar nicht richtig schlucken, sodass die Flüssigkeit direkt in ihre winzigen Lungen fließt. Die Wildtierpflegerin, die ich letztendlich angerufen habe, erzählte mir, dass Aspirationspneumonie (eine Lungenentzündung durch Einatmen von Flüssigkeit) – verursacht durch wohlmeinende Menschen mit Babyfläschchen – die Todesursache Nummer eins bei diesen kleinen Kerlen ist.

Und fangen wir gar nicht erst von den Leuten an, die versuchen, sie mit Katzenfutter oder Küchenabfällen zu füttern. Soweit ich das bei meinen nächtlichen, panischen Recherchen in Wildtier-Foren verstanden habe, brauchen Opossums absurd große Mengen an Kalzium für ihren Knochenbau. Wenn das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor auch nur ein winziges bisschen abweicht, entwickeln sie eine furchtbare Stoffwechselerkrankung, bei der ihre Knochen buchstäblich brüchig werden und sich verformen. Eure guten Absichten und eine Dose Katzenfutter sorgen also im Grunde nur für ein Leben voller qualvoller Schmerzen.

Wenn sie erst einmal ausgewachsen sind, streifen sie umher und fressen Zecken, Kakerlaken, Nacktschnecken und wortwörtlich Müll – was sie ehrlich gesagt zur besten kostenlosen Schädlingsbekämpfung macht, die man sich für einen ländlichen Garten in Texas wünschen kann. Aber als Babys ist ihre Ernährung unglaublich empfindlich.

Was im Beutel passiert

Scheinbar sind diese kleinen Kerle die einzigen Beuteltiere, die wir in Nordamerika haben. Und soweit ich das richtig verstanden habe, haben sie nicht einmal eine normale Plazenta. Wegen dieser biologischen Verrücktheit sind sie bei der Geburt gerade mal so groß wie eine Honigbiene – das muss man sich mal vorstellen! Ihre ersten Lebensmonate verbringen sie ausschließlich im Beutel ihrer Mutter, festgesaugt an einer Zitze.

What goes on inside the pouch — Finding a Backyard Rescue: What Do Baby Possums Eat?

Die Pflegerin hat mir erklärt, dass die Zitze der Mutter im Mund des Babys regelrecht anschwillt, um es an Ort und Stelle zu "verriegeln". Das bedeutet, sie saugen nicht aktiv an einer Flasche, so wie wir uns das vorstellen. Sie absorbieren einfach diese spezielle Beuteltiermilch, während sie im Dunkeln abhängen. Zertifizierte Fachleute müssen superspezifische, teure Milchersatzprodukte oder ein stark verdünntes Ziegenmilch-Gemisch verwenden. Gefüttert wird mit winzigen kleinen Spritzen, denn alles andere kommt einem Todesurteil gleich.

Ein sicheres Wartezimmer einrichten

Anstatt Wald-Krankenschwester zu spielen und euer altes Abpump-Zubehör herauszukramen, müsst ihr das Tier eigentlich nur mit etwas Warmem in einen dunklen Karton setzen und sofort den örtlichen Tierschutz oder eine Wildtierstation anrufen. Das System eines ausgekühlten Opossum-Babys fährt komplett herunter. Wenn ihr also versucht, es zu füttern, während seine Körpertemperatur zu niedrig ist, löst ihr einen tödlichen Schock aus.

Ich schnappte mir also einen alten Versandkarton und stellte schnell fest, dass ich nicht unsere normalen Handtücher verwenden konnte, da sich ihre winzigen, spitzen Krallen in den Frotteeschlaufen verfangen könnten. Letztendlich habe ich unsere Bambus-Babydecke im Design „Bunte Blätter“ geopfert, um den Boden der Box auszulegen. Schaut, ich liebe diese Decke für meine tatsächlichen, menschlichen Kinder wirklich abgöttisch. Der Mix aus 70 % Bio-Bambus ist unglaublich weich, extrem atmungsaktiv – perfekt für die Hitze im Süden – und sie kostet viel weniger als bei diesen angesagten Boutique-Marken. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen angesäuert, mein Lieblings-Babyprodukt in eine Opossum-Rettungsbox zu legen. Aber sie war glatt genug, um seine Krallen zu schützen, und warm genug, um ihn am Leben zu halten, bis die Profis eintrafen.

Während wir warteten, versuchte Jackson immer wieder, das arme Ding zu trösten, indem er ihm den Eichhörnchen-Beißring aus Silikon seiner kleinen Schwester anbot. Es ist ein wunderbarer Beißring – er ist mintgrün, besteht aus lebensmittelechtem Silikon und bringt mein sechs Monate altes Baby gelegentlich für exakt acht Minuten am Stück zum Schweigen. Er ist süß und das kleine Eichel-Detail eignet sich prima für sensorisches Spielen, aber ganz ehrlich Leute, am Ende ist es nur ein Stück Silikon. Ich musste meinem Sohn erklären, dass Wildtiere nicht unbedingt auf ästhetischem Kinderzimmer-Zubehör herumkauen möchten.

Wenn ihr nach den Dingen sucht, die ich *wirklich* für meine Kinder nutze – sofern sie nicht gerade versuchen, Wildtiere zu adoptieren –, könnt ihr hier durch Kianaos Kollektion aus Bio-Babykleidung stöbern.

Warum die Panik vor Krankheiten meist übertrieben ist

In der Sekunde, in der mir klar wurde, dass Jackson dieses Wildtier wie einen Football herumgeschleppt hatte, dachte ich sofort an Tollwut. Ich glaube, jede Mama hat sofort diese schrecklichen Worst-Case-Szenarien vor Augen, wenn ihr Kind etwas aus dem Wald anfasst.

Why the disease panic is mostly overblown — Finding a Backyard Rescue: What Do Baby Possums Eat?

Ich verfiel in völlige Panik und rief unsere Kinderärztin an, die wahrscheinlich die Augen rollte, mir aber tatsächlich sehr beruhigende Nachrichten überbrachte. Sie meinte, dass Opossums eine bizarr niedrige Körpertemperatur haben – irgendwo bei 34 Grad Celsius – was es dem Tollwutvirus fast unmöglich macht, in ihrem Körper zu überleben. Laut ihrer Aussage ist es daher extrem selten, dass sie Überträger sind.

Allerdings sind sie absolute Magneten für Flöhe, Milben und seltsame Darmparasiten. Ihr müsst also nicht gleich in die Notaufnahme stürmen, um eine Tollwut-Impfung zu holen, aber ihr solltet unbedingt dafür sorgen, dass eure Kinder und Hunde ausreichend Abstand halten. Wer auch immer das Baby in die Box setzt, sollte dicke Gartenhandschuhe tragen.

Wann man sie besser einfach in Ruhe lässt

Noch bevor die Dame von der Wildtierhilfe bei uns ankam, bat sie mich, die Größe des Opossums grob mit einem Lineal abzuschätzen. Die magische Grenze scheint wohl bei etwa 18 Zentimetern zu liegen. Wenn der Körper (ohne Schwanz) länger als 18 Zentimeter ist, sind es im Grunde genommen launische Teenager, die bestens allein zurechtkommen. In diesem Fall solltet ihr sie einfach im Gebüsch sitzen lassen.

Als wir unseren kleinen geretteten Freund übergaben, war Jacksons Baby-Body aus Bio-Baumwolle über und über mit Gartendreck bedeckt – und mit etwas, von dem ich inständig hoffe, dass es nur Matsch war. Ich kaufe diese speziellen Bodys einzig und allein, weil sie budgetfreundlich sind, sich dank des Schlupfkragens super schnell von einem verdreckten Kind abziehen lassen und weil sich die Bio-Baumwolle leicht waschen lässt, ohne komische Gerüche zurückzubehalten. Das ist buchstäblich das Einzige, was mich interessiert, wenn meine Kinder den Garten wie einen verrückt gewordenen Streichelzoo behandeln.

Wenn ihr seht, wie ein Opossum umfällt, die Zähne fletscht und dabei riecht wie der leibhaftige Tod, bedeutet das nicht, dass es krank ist. Sich "totzustellen" ist lediglich eine unwillkürliche Stressreaktion auf Raubtiere, und sie können stundenlang in diesem katatonischen Zustand verharren. Geht einfach weg und lasst es von ganz allein wieder aufwachen.

Bevor ihr eure Kinder nach ihrem nächsten Abenteuer im Garten mit Industrieseife abschrubbt, schnappt euch lieber ein paar unserer sanften, chemiefreien Must-haves, um ihre Haut zu schonen.

Ehrliche Fragen, die Mamas dazu stellen

Was soll ich einem Opossum-Baby füttern, das ich im Garten gefunden habe?
Buchstäblich gar nichts. Stellt die Milch weg, legt das Katzenfutter aus der Hand und versucht bloß nicht, ihm Wasser mit einer Spritze einzuflößen. Setzt es einfach in einen dunklen, warmen Karton und ruft sofort eine Wildtierhilfe an, bevor ihr es versehentlich ertränkt oder seinen Verdauungstrakt zerstört.

Mache ich mich strafbar, wenn ich ein Opossum als Haustier behalte?
Ja, in fast jedem US-Bundesstaat ist es hochgradig illegal, einheimische Wildtiere ohne eine spezielle Pflegelizenz zu halten. Außerdem brauchen sie eine extrem komplexe Ernährung aus ganzen Beutetieren und speziellen Kalzium-Mischverhältnissen. Sofern ihr also keine Mäuse und Insekten in eurem Küchenmixer pürieren wollt, überlasst es lieber den Profis.

Wie halte ich das Baby in der Box warm?
Ihr könnt ein Heizkissen auf die niedrigste Stufe stellen und es unter nur *eine* Hälfte des Kartons legen. So hat das Tier den Platz, auf die kühlere Seite zu krabbeln, falls es ihm zu heiß wird. Legt einfach eine glatte Decke darüber – bitte keine Frotteehandtücher mit Schlaufen, an denen sie sich die kleinen Krallen ausreißen könnten.

Kommt eine Opossum-Mutter zurück, um ihre Babys zu holen?
Nach dem, was die Experten mir erklärt haben, sind Opossum-Mütter ständig in Bewegung und zählen ihre Kinder schlichtweg nicht durch. Fällt eines von ihrem Rücken ins Gras, läuft sie in der Regel einfach weiter und kehrt nicht zurück, um danach zu suchen. Das ist deprimierend, erklärt aber, warum wir so viele Waisen finden.

Muss ich mir Sorgen wegen Tollwut machen, wenn mein Kind es angefasst hat?
Meine Kinderärztin hat mir versichert, dass ihre Körpertemperatur in fast allen Fällen zu niedrig ist, um das Tollwutvirus zu inkubieren. Ihr müsst die Hände eurer Kinder wegen möglicher Flöhe und Parasiten trotzdem extrem gründlich mit Wasser und Seife schrubben, aber die Panikattacke wegen Tollwut könnt ihr wahrscheinlich wieder absagen.