Es war 3:14 Uhr morgens, die absolut schlimmste Zeit der Nacht, und das einzige Licht in meinem Wohnzimmer hier in Texas war das sanfte, blaue Leuchten meines Fernsehers. Mein ältester Sohn – den ich über alles liebe, der aber das ultimative Paradebeispiel für alles ist, was ich als frischgebackene Mama falsch gemacht habe – schlief endlich drüben im Kinderzimmer. Aber das neue Baby? Das neue Baby klebte in der Trage an meiner Brust und weigerte sich strikt, die Augen zuzumachen, es sei denn, ich stand auf und schwankte wie eine Palme im Hurrikan. Ich schwitzte, ich weinte und mein Gehirn fühlte sich an wie aus feuchter Watte. Ich brauchte irgendetwas, das mich wachhielt, damit ich mein Kind nicht auf den Parkettboden fallen ließ.
In diesem Moment griff ich zum Controller. Leute, ich war mal Lehrerin. Ich war genau die Person, die andere Eltern dafür verurteilt hat, dass sie überall Bildschirme im Haus haben. Meine Oma hat mir immer gesagt, dass sinnlose Berieselung das Gehirn aufweicht, und ich habe ihr das geglaubt – bis zu dem Punkt, als ich 48 Stunden am Stück nicht geschlafen hatte. Ich bin jetzt einfach mal ganz ehrlich zu euch: Mutterschaft ist ein Überlebenskampf, und manchmal sieht Überleben eben so aus, dass man eine digitale Farm aufbaut, während einem ein sechs Wochen altes Baby aufs Schlüsselbein sabbert.
Der absolute Tiefpunkt um drei Uhr nachts
Mein Mann brachte die Konsole eine Woche nach der Geburt unseres Zweiten mit nach Hause. Ich habe buchstäblich mit den Augen gerollt. Wir hatten ein knappes Budget – ein Etsy-Shop aus dem Gästezimmer macht einen nicht gerade zur Millionärin – und ich hielt es für reine Geldverschwendung. Aber er drückte sie mir eines Nachts in die Hand, als ich eine ausgewachsene postpartale Panikattacke hatte und mir Sorgen machte, ob das Baby richtig atmet. Er sagte mir, ich solle einfach auf den Bildschirm schauen und ein paar virtuelle Pastinaken ernten.
Ich kenne die genaue Gehirnchemie dahinter nicht und bin mir sicher, dass irgendein Forscher irgendwo erklären könnte, wie Pixel den Cortisolspiegel beeinflussen, aber irgendetwas an dieser sich wiederholenden, völlig harmlosen Aufgabe hat meine Angst einfach kurzgeschlossen. Sie war tragbar. Ich konnte sie in der einen Hand halten, während ich mit der anderen das Köpfchen des Babys stützte. Wenn das Baby anfing zu quengeln, drückte ich einfach den Standby-Knopf und warf sie aufs Sofakissen.
Natürlich gab es dabei auch weniger glamouröse Momente. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich mitten in einem riesigen Angel-Minispiel steckte, als mein süßer Engel eine Windel-Explosion epischen Ausmaßes produzierte. Es ging ihm bis hoch zum Nacken. Gott sei Dank trug er einen dieser Bio-Baumwoll-Babybodys, von denen wir uns einen Vorrat angelegt hatten. Ich weiß, sie kosten etwas mehr als die steifen, kratzigen Mehrfachpacks aus dem Discounter, aber lasst euch sagen: Dieser clevere Schlupfausschnitt an den Schultern war der einzige Grund, warum ich meinem weinenden Baby kein kackabeschmiertes Shirt über den Kopf ziehen musste. Ich zog es einfach an den Armen nach unten ab, warf es in die Wäsche und wandte mich wieder meinem Spiel zu. Die Bio-Baumwolle hat mein aggressives Schrubben tatsächlich überlebt, was ich von meinem Verstand in jener Nacht nicht behaupten kann.
Multiplayer-Spiele sind eine riesige Falle
Lasst mich euch gleich hier etwas Kummer ersparen, falls ihr darüber nachdenkt, zum Controller zu greifen, um die Neugeborenen-Zeit zu überstehen: Ihr könnt unter keinen Umständen Live-Spiele mit anderen Leuten spielen. Versucht es gar nicht erst.

Es gibt keine Pause-Taste in einem Live-Spiel. Das musste ich auf die harte Tour lernen, als ich versuchte, ein Rennspiel online zu spielen. Ich lag auf dem ersten Platz und fühlte mich zum ersten Mal seit Wochen wie eine Siegerin, als sich das Baby plötzlich an seiner Spucke verschluckte. Ich ließ den Controller fallen, um den Nasensauger zu schnappen, und als ich wieder hinsah, war ich auf dem letzten Platz und irgendein zwölfjähriger Junge aus dem Internet schickte mir eine Nachricht und nannte mich "Müll". Ich saß buchstäblich auf meinem Teppich und weinte bittere Tränen wegen eines Cartoon-Gokarts.
Haltet euch an Spiele, bei denen die Welt komplett stillsteht, wenn ihr nur einen einzigen Knopf drückt. Babys scheren sich nämlich nicht um euren Highscore und verlangen garantiert genau dann ein Fläschchen, wenn ihr den Endboss erreicht habt. Vergesst einfach diesen ganzen Live-Multiplayer-Unsinn und bleibt bei gemütlichen Spielen, die man pausieren kann, wenn das Baby unweigerlich ausrastet.
Und spielt mitten in der Nacht auch keine dieser düsteren, brutalen Zombie-Survival-Spiele – es sei denn, ihr wollt, dass eure Angstgefühle so in die Höhe schnellen, dass die Milchproduktion komplett zum Erliegen kommt.
Was Dr. Miller zum Thema Bildschirme sagte
Irgendwann schlich sich dann das Mama-Gewissen ein. Mein Baby starrte auf die bunten Lichtblitze an der Decke und ich geriet in Panik, dass ich seinen Sehnerv ruinieren könnte. Bei der U4-Untersuchung gestand ich unserer Kinderärztin, Dr. Miller, meine nächtliche Angewohnheit.
Sie fing an, mir etwas über blaues Licht zu erklären und darüber, wie die Netzhaut von Säuglingen künstliches Dopamin verarbeitet. Aber ich bin ehrlich: Ich funktionierte mit zwei Stunden Schlaf und nickte hauptsächlich, während ich auf einen Spuckfleck auf ihrem Bürostuhl starrte. Soweit ich es verstanden habe, lautet die offizielle Haltung der Kinderärzte-Verbände: Null Bildschirmzeit für Kinder unter zwei Jahren. Punkt. Da sind sie super streng.
Aber dann erwähnte sie das eine Schlupfloch: interaktive Videochats. Die Ärzte sind sich offenbar einig, dass das Sprechen mit einem echten Menschen auf einem Bildschirm das Gehirn eines Babys nicht so weichkocht wie passive Zeichentrickfilme. Das löste bei uns zu Hause eine urkomische Situation aus. Meine Mama – Gott hab sie selig – wohnt drei Stunden entfernt und möchte die Kinder jeden einzelnen Tag sehen. Sie kaufte einen Kameraaufsatz für unseren Fernseher und bestand darauf, dass wir eine komplette Nintendo-Baby-Video-Chat-Station im Wohnzimmer einrichten. Sie hat es buchstäblich so genannt: "Mach das Nintendo-Baby-Video an, Jess, ich will sehen, wie er sich dreht!" Ich musste ihr erklären, dass die Konsole zum Spielen da ist, aber schließlich haben wir einen Weg gefunden, unsere Handy-Videoanrufe auf den großen Bildschirm zu übertragen, damit sie ihm beim Spielen auf dem Boden zuschauen konnte, während ich daneben saß.
Wenn euch also jemand eine App verkaufen will, die angeblich eurem sechs Monate alten Baby über einen iPad-Bildschirm das Lesen beibringt: Diese Leute lügen euch schlichtweg an und wollen nur eure Kreditkartennummer.
Ausstattung, die mir wirklich Zeit verschafft
Als die Babys älter wurden und sich in echte, sich bewegende kleine Menschen verwandelten, änderte sich die Herausforderung. Ich konnte sie mir nicht mehr einfach vor die Brust schnallen. Ich musste sie ablegen, wenn ich mal fünf Minuten brauchte, um Etsy-Nachrichten zu beantworten oder ein Spiel zu spielen.

Als mein drittes Baby anfing zu zahnen, mutierte er zu einem absoluten Gremlin. Er krabbelte rüber und versuchte, das Gummi von den Analog-Sticks meines Controllers zu kauen. Es war eklig. Ich bestellte schließlich den Panda-Beißring, nur um ihm etwas Angemessenes zum Kauen zu geben. Ich bin ganz ehrlich zu euch: Es ist ein Stück Silikon, keine Zauberei. Aber es funktioniert. Er ist günstig, er ist süß, und das Wichtigste: Ich kann ihn direkt in den oberen Korb der Spülmaschine werfen, wenn er mal wieder voller Hundehaare ist. Ich habe jetzt immer einen in der Tasche. Das beschäftigt seine Hände und seinen Mund, sodass ich tatsächlich mal ein Level beenden kann.
Ich habe auch in den Regenbogen-Spielbogen investiert. Hier muss ich jetzt völlig ehrlich sein. Ich habe den nur gekauft, weil ich etwas wollte, das in meinem Haus hübsch aussieht. Das Naturholz und die dezenten Farben passen einfach perfekt zu meinem Stil. Aber Kinder sind seltsam, Leute. An manchen Tagen liegt er unter diesem wunderschönen Holzelefanten und patscht fröhlich volle zwanzig Minuten lang danach, während ich auf dem Sofa sitze, meinen heißen Kaffee trinke und spiele. An anderen Tagen? Da ignoriert er dieses schöne, nachhaltige Spielzeug komplett und schreit, bis ich ihm einen billigen Plastik-Pfannenwender aus der Küchenschublade in die Hand drücke. Es ist ein reines Glücksspiel. Aber wenn es funktioniert, ist es jeden einzelnen Cent wert – allein schon für ein bisschen Ruhe und Frieden.
Die Kleinkind-Jahre und Kindersicherungen
Ehe man sich versieht, ist das Baby, das beim Zocken auf deiner Brust geschlafen hat, plötzlich ein chaotischer Dreijähriger, der weiß, wie er den Fernseher ganz allein anmacht. Mein Ältester ist der lebende Beweis dafür. Er ist an einem Samstag vor uns aufgewacht und hat es irgendwie geschafft, eine digitale Erweiterung für vierzig Dollar zu kaufen, weil ich meine Kreditkarte auf der Konsole gespeichert hatte.
Lernt aus meinen Fehlern und sperrt alles, noch bevor sie laufen können. Ladet euch die Kindersicherungs-App aufs Handy. Setzt einen PIN-Code für den Store. Schränkt die Kommunikationsfunktionen ein, damit euer kostbares, leicht zu beeinflussendes Kleinkind nicht aus Versehen ein Mikrofon einschaltet und mit Fremden im Internet quatscht.
Ihr müsst Technologie im Haus wie ein Elektrowerkzeug behandeln. Sie ist unglaublich nützlich und kann euch das Leben retten, wenn ihr im Chaos der Neugeborenen-Zeit versinkt, aber ihr könnt sie nicht einfach eingesteckt und unbeaufsichtigt auf dem Boden liegen lassen. Nutzt sie, um euren Verstand zu bewahren. Lasst Oma den Bildschirm nutzen, um aus drei Stunden Entfernung mit dem Baby zu gurren. Aber hütet die Passwörter wie euren Augapfel.
Häufig gestellte Fragen direkt von der Front
Kann mein Neugeborenes den Fernseher wirklich sehen, wenn ich im Dunkeln spiele?
Laut meiner Ärztin ist ihre Sicht anfangs noch ziemlich verschwommen, aber sie können definitiv die Lichtwechsel und die Bewegungen wahrnehmen. Wenn ich bemerkt habe, dass mein Baby auf die Blitze starrt, habe ich mir einfach ein leichtes Mulltuch über die Schulter geworfen, um ihm die Sicht zu versperren. Man möchte schließlich, dass sie einem ins Gesicht schauen, nicht auf einen digitalen Pilz.
Ist es schlecht, Videospiele zu nutzen, um mit postpartalen Ängsten umzugehen?
Ich bin keine Therapeutin, aber ich kann euch sagen, dass mich ein ruhiges, stressfreies Spiel davor bewahrt hat, um 4 Uhr morgens in eine Negativspirale abzustürzen. Meine Mutter meinte, ich sollte stattdessen lieber Erziehungsratgeber lesen, aber ganz ehrlich: Über alles zu lesen, was schiefgehen könnte, hat meine Ängste nur noch schlimmer gemacht. Wenn das Pflanzen virtueller Tomaten euch hilft, freier zu atmen – macht es.
Wie halte ich mein Kleinkind davon ab, meine teure Konsole kaputt zu machen?
Bewahrt sie außer Reichweite auf. Im Ernst, lasst sie nicht auf dem Couchtisch liegen. Ich musste die strenge Regel einführen, dass die Controller ab sofort auf dem obersten Regalbrett neben dem hässlichen Bowling-Pokal meines Mannes wohnen. Wenn die Kleinen etwas in der Hand halten wollen, gebt ihnen ein Beißspielzeug oder eine alte Tastatur ohne Kabel. Den Unterschied merken sie eh noch nicht.
Was sagt der Arzt zu Videoanrufen mit der Familie?
Dr. Miller hat uns erklärt, dass interaktives Videochatten die einzige Ausnahme von der „Keine Bildschirme“-Regel ist. Wenn ihr also eine Kamera für die Großeltern einrichtet, müsst ihr kein schlechtes Gewissen haben. Achtet nur darauf, dass ihr zusammen mit dem Baby dasitzt, auf den Bildschirm zeigt und gemeinsam mit Oma sprecht, damit es ein soziales Erlebnis bleibt und kein Babysitter-Ersatz wird.
Wie lange dauern diese Zahnungsphasen wirklich?
Ewig. Nur ein Spaß, aber es fühlt sich definitiv so an. Es kommt in Wellen. Gerade wenn man denkt, man hätte die unteren Zähne überstanden, brechen die oberen durch. Bewahrt die Silikon-Beißringe im Kühlschrank auf, kauft gute Bodys für die unvermeidlichen Sabber-Ausschläge und schraubt eure Erwartungen in Sachen Schlaf für ein paar Wochen einfach komplett runter.





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