Lasst mich euch kurz die Situation schildern. Es ist Sonntagmorgen, etwa 10:15 Uhr. Ich sitze in der zweiten Reihe, schwitze meine schöne Seidenbluse komplett durch, während mein ältester Sohn – der eigentlich wie ein buchstäblicher Engel aus dem Himmel aussehen sollte – aggressiv versucht, ein zusammengeknülltes Kirchenheft zu essen. Die größte Lüge, die euch das Internet über diese kirchlichen Zeremonien erzählt, ist, dass sie wie eine königliche Taufe aussehen sollen – komplett mit einem vollkommen stillen Säugling, eingehüllt in kratzige Vintage-Spitze im Wert von hundert Dollar, der den Pastor einfach nur friedlich anlächelt.

Ich bin ganz ehrlich zu euch: Das ist absoluter Quatsch. Die Realität sind zehn Minuten pure Panik und die Hoffnung, dass dein Kind nicht auf den Altar spuckt, viel gezwungenes Lächeln für die Gemeinde und das Gebet, dass das Mikrofon das Knurren deines Magens nicht einfängt.

Als wir uns auf diesen Meilenstein bei meinem Großen vorbereiteten, durchforstete ich Pinterest nach Rat und fand absolut nichts außer stark gefilterten Fotos von Menschen, die anscheinend niemals schwitzen. Niemand erzählt einem, wie das Ganze wirklich abläuft, also mache ich das jetzt. Schnappt euch euren Kaffee, ignoriert kurz den Wäscheberg und lasst uns darüber sprechen, was wirklich passiert.

Das große Missverständnis mit dem Wasser

Meine Oma – Gott hab sie selig – hätte fast einen Schlaganfall bekommen, als ich ihr erzählte, dass wir eine Kindersegnung anstelle einer traditionellen Taufe machen. In ihrer Vorstellung ist ein Kind dazu verdammt, ewig in der spirituellen Wildnis umherzuirren, wenn kein Priester Weihwasser auf die Stirn spritzt. Ich habe drei Wochen lang versucht, ihr die Theologie am Telefon zu erklären, während ich gleichzeitig ein Kleinkind davon abhalten musste, meine Autoschlüssel in der Toilette runterzuspülen.

Die Wahrheit ist, dass der Unterschied eigentlich ziemlich simpel ist, sobald man den ganzen schweren Kirchenjargon weglässt. Eine Taufe wird meist als Sakrament angesehen, das Wasser beinhaltet, und je nach Konfession glaubt man, dass dabei genau in diesem Moment eine Art rettende Gnade vermittelt wird. Sie ist stark auf das Baby fokussiert und schließt oft offizielle Paten ein, die sich verpflichten, Verantwortung zu übernehmen.

Was wir in unserer texanischen Landkirche machen, ist etwas völlig anderes. Es gibt kein Wasser. Es gibt keinen magischen Moment der Erlösung für ein sechs Monate altes Baby, das noch nicht mal seinen eigenen Kopf halten kann. Es geht ehrlich gesagt gar nicht wirklich um das Baby – es ist ein öffentliches Versprechen der Eltern. Im Grunde steht man vor all den Leuten, die einen an Sonntagmorgen meistens wie einen Zombie aussehen sehen, und verspricht, dieses Kind nach biblischen Prinzipien zu erziehen. Meistens wird dabei auf Sprüche 22,6 verwiesen, wo es darum geht, ein Kind auf den richtigen Weg zu bringen. Es ist eine Verpflichtungszeremonie für die Erwachsenen, getarnt als süßes Baby-Fotoshooting.

Das große Outfit-Desaster von 2019

Ich kann es nicht oft genug betonen: Steckt euer Baby nicht in einen winzigen dreiteiligen Anzug oder ein stark gestärktes Erbstück-Kleidchen. Diesen Fehler habe ich bei meinem Ältesten gemacht. Ich habe 85 Dollar für dieses steife, weiße, nach Vintage aussehende Monstrum hingeblättert, weil ich wollte, dass die Fotos wie ein Magazin-Cover aussehen. Er hat von dem Moment an geschrien, als ich es zugeknöpft habe, bis zu dem Moment, als ich es ihm auf dem Parkplatz der Kirche wieder vom Leib gerissen habe. Der Stoff bestand praktisch aus Schmirgelpapier, ihm war heiß, er fühlte sich furchtbar und ließ das die gesamte Gemeinde auch lautstark wissen.

The great outfit disaster of 2019 — The Honest Truth About Your Baby Dedication (And Surviving It)

Als Baby Nummer zwei an der Reihe war, war ich älter, weiser und deutlich müder. Ich warf die schicken Katalog-Ideen in den Müll und suchte nach etwas, das für ein Baby, das eigentlich nur schlafen will, wirklich Sinn macht.

Ich zog meiner Tochter den Baby-Body aus Bio-Baumwolle mit Flügelärmeln von Kianao an, und das war ein absoluter Gamechanger. Zunächst einmal kostet er etwa 28 Dollar, was viel besser in mein Budget passt als Boutiquen-Preise. Aber noch wichtiger: Er besteht zu 95 % aus Bio-Baumwolle mit ein klein wenig Stretch, sodass sie ihre Beinchen tatsächlich bewegen konnte. Die kleinen Flügelärmel verleihen ihm diesen schicken, süßen Look, den man für die Fotos am Altar haben möchte, aber der Stoff ist so weich, dass er sich wie ein Schlafanzug anfühlt. Sie ist mitten im Gebet des Pastors eingeschlafen, weil sie es wirklich bequem hatte. Wenn ihr eure eigenen Nerven schonen wollt: Lasst die steife Festkleidung weg, schnappt euch etwas Weiches mit praktischen Druckknöpfen zum Wickeln und tut einfach so, als wäre es extrem schick.

Keime und Lärm fernhalten

Wovor euch niemand warnt, ist die schiere Anzahl älterer Damen, die versuchen werden, euer Baby während der Begrüßungsrunde im Gottesdienst in die Wangen zu kneifen. Ich liebe meine Kirchengemeinde, das tue ich wirklich, aber während der Erkältungs- und Grippesaison ist so ein Kirchenschiff im Grunde eine riesige Petrischale mit bunten Glasfenstern.

Mein Kinderarzt hat mal beiläufig erwähnt, dass das Immunsystem eines Säuglings in den ersten Monaten noch nicht so recht weiß, was es tut. Und obwohl ich die genaue Wissenschaft hinter weißen Blutkörperchen und Antikörpern nicht komplett verstehe, habe ich genug verstanden, um zu wissen, dass ich mein Neugeborenes nicht wie den Klingelbeutel durch die Kirchenbänke reichen sollte. Ich rate dringend dazu, das Baby in einem Tragetuch zu tragen, bis genau zu dem Moment, in dem ihr nach vorne gehen müsst. Das schafft eine physische Barriere, die höflich sagt: „Anschauen, aber nicht anfassen.“

Ihr müsst sie auch während der eigentlichen Predigt einigermaßen ruhig halten, bevor ihr aufgerufen werdet. Für meinen Jüngsten habe ich das Panda-Beißspielzeug aus Silikon gekauft, um ihn zu beschäftigen. Es ist in Ordnung. Es tut genau das, was es soll – er hat glücklich darauf herumgekaut und das lebensmittelechte Silikon hat mir keine Sorgen bereitet. Das einzig Nervige ist das flache Design: Wenn er es auf den mit Teppich ausgelegten Kirchenboden fallen lässt, zieht es sofort jeden Fussel im Umkreis von zwei Metern magisch an. Ich habe die halbe Predigt damit verbracht, es mit einem Feuchttuch abzuwischen. Es ist süß und es funktioniert, aber man muss es definitiv gut festhalten.

Möchtet ihr die Alltagsgarderobe eures Babys mit Teilen ergänzen, in denen es wirklich atmen kann? Schaut euch unsere Kollektion für Bio-Babykleidung an – dort findet ihr noch mehr weiche, dehnbare Lebensretter.

Was wirklich da vorne am Altar passiert

Also, euer Pastor ruft eure Familie nach vorne. Meistens stehen dort noch ein paar andere Familien mit euch, die genauso nervös und schlafentzogen aussehen. Die Bibelgruppe meiner Mutter kürzt das Ganze oft als „Baby-S“ ab (für Babysegnung), was irgendwie nach dem Künstlernamen eines Rappers klingt, aber wie auch immer.

What seriously happens up on that altar — The Honest Truth About Your Baby Dedication (And Surviving It)

Wahrscheinlich habt ihr einen Monat vorher einen kurzen Elternkurs gemacht. Unsere Kirche hat uns an einem Sonntagnachmittag durch einen zweistündigen Kurs geschleust, in dem wir über unsere spirituellen Ziele für unsere Kinder sprachen. Das war eigentlich ganz nett, auch wenn ich nur an den Mittagsschlaf dachte, den ich gerade verpasste.

Sobald ihr vorne steht, gibt es normalerweise eine Art Wechselgebet. Der Pastor schaut euch direkt an und stellt eine lange Frage darüber, ob ihr versprecht, für die physischen, emotionalen und spirituellen Bedürfnisse eures Kindes zu sorgen, und ob ihr ihm ein gottesfürchtiges Leben vorleben werdet. Euer einziger Job ist es, selbstbewusst „Ja, das versprechen wir“ zu sagen. Zerdenkt es nicht, versucht nicht, eine Rede hinzuzufügen, sagt einfach diese paar Worte und lächelt.

Dann wendet sich der Pastor an die Gemeinde und fragt sie, ob sie versprechen, eure Familie zu unterstützen, für euch zu beten und dabei zu helfen, euer Kind zu begleiten. Alle sagen ebenfalls: „Das versprechen wir.“ Das ist ehrlich gesagt mein Lieblingsteil. Es braucht ein ganzes Dorf, um diese Kinder großzuziehen, und in die Gesichter der Menschen zu blicken, die später ihre Sonntagsschullehrer und Jugendgruppenleiter sein werden, ist schon etwas ganz Besonderes.

Nach einem kurzen Gebet überreichen sie einem normalerweise ein Geschenk. Oft ist es eine Kinderbibel, und fast immer bekommt man eine formelle Urkunde zur Kindersegnung. Ein guter Rat: Gebt diese Urkunde sofort eurer Schwiegermutter oder legt sie flach in eure Wickeltasche. Mein Mann hat unsere wie ein Teleskop aufgerollt und unser Kleinkind auf dem Weg zurück zum Platz damit spielen lassen – jetzt sieht sie aus, als hätte sie ein Schiffswrack überlebt.

Geschenke, die nicht auf dem Dachboden landen

Apropos Geschenke: Freunde und Verwandte wollen einem zu diesem Anlass oft etwas schenken. Wenn sie euch fragen, was ihr euch wünscht, bittet sie, auf versilberte Rasseln und personalisierte Keramikkreuze zu verzichten, die am Ende nur im Regal verstauben. Sagt ihnen, sie sollen etwas kaufen, das euer Baby wirklich benutzen wird.

Das beste Geschenk, das wir für unseren Jüngsten bekommen haben, war ein Regenbogen-Spielbogen aus Holz. Er kostet etwa 65 Dollar und ist damit ein perfektes Gemeinschaftsgeschenk der Großeltern. Statt grellem, aufdringlichem Plastik, das ein endloses elektronisches Lied dudelt, bis man sich die Haare ausreißen will, ist es dieses wunderschöne A-Gestell aus naturbelassenem Holz mit sanften, in Erdtönen gehaltenen Hänge-Tieren. Mein Sohn lag manchmal gute zwanzig Minuten am Stück unter diesem Ding und hat einfach nach dem kleinen Holzelefanten geschlagen. Es sieht in meinem Wohnzimmer richtig hübsch aus und hat ihm geholfen, seine Hand-Auge-Koordination zu trainieren, ohne ihn vor seinem Mittagsschlaf zu überreizen.

Wenn ihr nach dem Gottesdienst am Vormittag noch Gäste zu Hause empfangt, bestellt einfach einen Blechkuchen beim Bäcker, besorgt ein paar einfache Sandwich-Platten und weigert euch strikt, euch für das Chaos in eurem Wohnzimmer zu entschuldigen.

Ganz ehrlich: Bei diesem ganzen Meilenstein geht es darum, dass sich eure Familie auf die Zukunft eures Kindes fokussiert – nicht darum, eine Theateraufführung hinzulegen. Zieht ihnen etwas Weiches an, atmet durch die chaotischen Momente am Altar hindurch und denkt daran, dass Gott euer Kind liebt, selbst wenn es das komplette Schlusslied hindurch brüllt.

Seid ihr bereit, auf die steife Festkleidung zu verzichten und etwas zu finden, das euer Baby wirklich toleriert? Shoppt unsere Bio-Baby-Basics, bevor euer großer Sonntag kommt.

Eure ehrlichen Fragen – unsere Antworten

Muss mein Baby komplett in Weiß gekleidet sein?

Absolut nicht. Weiß ist zwar traditionell, weil es Reinheit symbolisiert, aber es gibt keine biblische Regel dafür. Zieht ihnen sanfte Pastelltöne an, ein schickes Marineblau oder was auch immer ihr an sauberen, bequemen Outfits da habt. Ich verspreche euch: Dem Pastor ist es völlig egal, welche Farbe der Body eures Kindes hat.

Was ist das richtige Alter dafür?

Die meisten Familien machen das, bevor das Baby ein Jahr alt wird – meistens so um den 4. bis 6. Monat herum, wenn sie ihren Kopf schon ein wenig halten können, aber noch keine zappeligen Kleinkinder sind. Aber ganz ehrlich: Man kann es in jedem Alter machen. Letzten Monat hat eine Familie ihren adoptierten Dreijährigen segnen lassen, und es war wunderschön.

Müssen wir Paten auswählen?

Nein. Das ist normalerweise eine katholische oder landeskirchliche Tradition, die mit der Säuglingstaufe verbunden ist. Bei dieser Art von Gottesdienst fungiert die gesamte Gemeinde als unterstützendes „Dorf“. Es werden keine bestimmten Personen außer eurem Partner mit euch vorne am Altar stehen.

Was ist, wenn mein Baby die ganze Zeit weint, in der wir da vorne stehen?

Dann weint es eben! Ihr Lieben, die Kirche ist voller Menschen, die entweder selbst Babys hatten oder mal welche waren. Niemand erwartet ein perfekt ruhiges Baby. Wippt sie einfach auf der Hüfte, lächelt darüber hinweg und lasst den Pastor ein bisschen lauter ins Mikrofon sprechen. Es ist völlig in Ordnung.

Müssen wir unsere gesamte Verwandtschaft einladen?

Ihr könnt einladen, wen auch immer ihr möchtet, aber fühlt euch nicht unter Druck gesetzt, daraus ein großes Familientreffen zu machen. Es findet während eines normalen Sonntagsgottesdienstes statt, also ist jeder willkommen. Wenn euch der Gedanke stresst, eure Schwiegereltern von auswärts zu bewirten, haltet die Gästeliste klein und schickt ihnen danach einfach ein paar Bilder aufs Handy.