Ich sitze gerade auf einem feuchten Badewannenvorleger, der dezent nach Schimmel riecht, und kneife die Augen zusammen, um das Kleingedruckte auf einer Plastikflasche zu entziffern, während mein Vierjähriger versucht, sich aus giftig aussehendem blauen Schaum einen Piratenbart zu basteln. Er ist mein Ältester, derjenige, der meine völlig ahnungslose Phase als Neu-Mama überlebt hat (Gott segne ihn), und er ist der Grund, warum ich gerade einen kleinen Nervenzusammenbruch wegen Haarpflege-Inhaltsstoffen habe. Ich habe diese dämliche, völlig überteuerte Flasche gekauft, weil mich das Etikett auf der Vorderseite mit dem großen, fetten Versprechen „alkoholfrei“ anstrahlte. Das klang fantastisch, bis ich sie umdrehte und die Worte „Cetearyl Alcohol“ genau in der Mitte der Zutatenliste prangen sah, als ob ihnen der Laden gehören würde.
Ehrlich gesagt fühlte ich mich total betrogen. Ich war nämlich gezielt auf der Suche nach einem alkoholfreien Baby-Conditioner, weil mein mittleres Kind eine so trockene Kopfhaut hat, dass es wie eine geschüttelte Schneekugel aussieht, wenn man ihr zu wild durch die Haare wuschelt. Man denkt, man tut das Richtige, gibt vierzehn Euro für ein paar Milliliter eines angeblich reinen, engelsgleichen Entwirrungssprays aus und findet dann heraus, dass man von einer Kosmetikindustrie hinters Licht geführt wurde, die es mit der Sprache anscheinend nicht so genau nimmt.

Warum mich die Rückseite der Flasche zur Weißglut treibt
Also fiel ich, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht und mir ein sehr großzügiges Glas billigen Wein eingegossen hatte, in ein absolutes Internet-Kaninchenloch. Ich wollte herausfinden, ob ich meinem Kind aus Versehen die Kopfhaut wegätze. Es stellt sich heraus, dass es in diesen Produkten zwei völlig unterschiedliche Arten von Alkohol gibt. Das ist zutiefst frustrierend für alle von uns, die seit 2008 keinen Chemieunterricht mehr hatten.
Meine Kinderärztin, eine sehr geduldige Frau, die meine panischen Nachrichten im Patientenportal gewohnt ist, erklärte mir kurz und knapp, dass es austrocknende Alkohole und Fettalkohole gibt. Die austrocknenden sind diejenigen, die auf dem Kopf eures Babys wie Farbverdünner wirken. Wenn ihr Ethanol, Isopropylalkohol oder Alcohol denat (vergällter Alkohol) auf dem Etikett seht, solltet ihr das Zeug am besten gleich in den Müll werfen. Das sind nämlich die flüchtigen Alkohole, die dafür sorgen sollen, dass ein Produkt schnell trocknet – und die den empfindlichen Haaren eures Babys die natürlichen Öle komplett entziehen. Zurück bleibt diese schuppige, gereizte Kopfhaut, die einem das Gefühl gibt, eine furchtbare Mutter zu sein.
Aber dann gibt es noch die Fettalkohole – genau das, was ich auf meiner Badematte so wütend angestarrt habe. Sachen wie Cetearylalkohol oder Cetylalkohol. Wie es aussieht, sind das eigentlich nur pflanzliche Fette, die meist aus Kokosnüssen oder Palmen gewonnen werden. Meine Ärztin murmelte etwas davon, dass das Emulgatoren sind, die die Feuchtigkeit einschließen, anstatt sie verdunsten zu lassen. Das heißt, sie sind der einzige Grund, warum man die morgendliche Wuschelmähne eines Kleinkinds überhaupt kämmen kann, ohne dass es wie am Spieß brüllt.
Warum Omas Ratschlag mit der Kernseife furchtbar ist
Meine Oma hat immer gesagt, man braucht nur warmes Wasser und vielleicht ein bisschen von der Seife, die gerade am Waschbeckenrand liegt, um ein Baby zu waschen. Aber ich bin da ganz ehrlich zu euch: Die Zeiten haben sich geändert, und das Wasser auch. Meine Ärztin meinte, die Haut eines Babys sei etwa dreißig Prozent dünner als unsere. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das bedeutet, dass ihre kleine Feuchtigkeitsbarriere sofort ruiniert wird, wenn man aggressive Sachen benutzt, und dass sie Chemikalien viel schneller aufnehmen als ein Erwachsener.

Ich habe versucht, diese Sicherheitsdatenbanken für Kosmetik zu durchforsten, um das perfekte, saubere Produkt zu finden. Aber ganz ehrlich: Es hat mir nur Kopfschmerzen bereitet, jede einzelne chemische Verbindung abzugleichen, während ich eigentlich einen Berg winziger Socken falten sollte. Sulfate und Parabene sind auch schlecht, Haken dran, weiter im Text.
Hier ist das, was wir meiner Meinung nach wirklich vermeiden sollten, anstatt zu versuchen, ein komplettes Chemiebuch auswendig zu lernen:
- Das schnell trocknende Zeug wie Ethanol, das in der Sekunde verdunstet, in der es an die Luft kommt, und der Kopfhaut eures Babys die gesamte natürliche Feuchtigkeit entzieht.
- Synthetische Farbstoffe, die die Seife wie einen geschmolzenen lila Wachsmalstift aussehen lassen, aber am Ende irgendwie den Nacken der Kleinen reizen.
- Alles, worauf nicht ausdrücklich steht, dass es pH-neutral ist. Wenn es zu alkalisch ist, zerstört es einfach den Säureschutzmantel – was ich grob als den unsichtbaren Schutzschild verstehe, der verhindert, dass ihre Haut mit seltsamen Ausschlägen reagiert.
Das große Haarentwirrungs-Desaster vom letzten Dienstag
Wenn man dann tatsächlich einen Conditioner gefunden hat, der die Haare nicht angreift, muss man die Kleinen immer noch aus der Wanne holen und anziehen – was eine völlig eigene olympische Disziplin ist. Meine Jüngste verwandelt sich im Grunde in eine nasse, wütende Nudel, sobald das Badewasser abfließt.
Sie anzuziehen ist normalerweise ein Albtraum, und ich muss jetzt mal etwas über den ärmellosen Baby-Body aus Bio-Baumwolle beichten, von dem alle so schwärmen. Ich habe ihn gekauft, weil er bio ist und angeblich fantastisch für empfindliche Haut. Und ja, er ist unglaublich weich und lässt sich wunderbar über ihre kräftigen kleinen Oberschenkel ziehen. Aber wenn man den ungefärbten weißen Body kauft und das Kind eine Süßkartoffel-Explosion oder ein Windel-Desaster produziert, wird man das Ding drei Tage lang im Waschbecken schrubben. Diese reine Bio-Baumwolle hält Flecken nämlich fest wie einen langjährigen Familienstreit. Kauft ihn also vielleicht einfach in einer dunkleren Farbe, wenn ihr euren Verstand behalten wollt.
Auf der anderen Seite bin ich absolut besessen von dem Baby-Body & Strampler aus Bio-Baumwolle mit Flatterärmeln. Meine mittlere Tochter trug ihn bei einer Grillparty im Garten, stolperte über den Hund und verteilte klebrige Barbecue-Sauce genau vorne über diese entzückenden kleinen Flatterärmel. Ich hätte fast geweint, weil es mein Lieblingsoutfit war. Aber welche Magie auch immer in diese 5 % Elastan-Mischung eingewoben wurde: Die Flecken gingen in einem normalen Kaltwaschgang wirklich perfekt raus, und sie dreht sich immer noch jeden einzelnen Dienstag darin durchs Wohnzimmer.
Bestechung, Silikon und wie man die Knoten herausbekommt
Nachdem sie also endlich in ihre Kleidung gewrestlet wurden, müssen wir den Conditioner richtig durch die Haare bürsten. Wer ein Kind mit lockigen Haaren hat, weiß: Man darf den Conditioner nicht komplett ausspülen, sondern muss ein bisschen von dieser Fettalkohol-Güte als „Gleitmittel“ im Haar lassen. Aber damit meine Jüngste ihren Kopf nicht wie wild hin und her wirft, während ich die Knoten in ihrem Nacken attackiere, brauche ich eine Ablenkung.

Meistens drücke ich ihr einfach den Panda-Beißring aus Silikon und Bambus direkt in ihre kleinen Fäuste. Es ist mir sogar völlig egal, ob sie an dem Tag gerade aktiv zahnt oder nicht. Die flache Form ist für sie super leicht zu greifen, und das Silikon ist komplett lebensmittelecht. Ich gerate also nicht in Panik, wenn ein bisschen restliches Badewasser oder Entwirrungsspray darauf landet, denn ich kann den ganzen Panda danach einfach im Hygieneprogramm direkt in die Spülmaschine werfen.
Leute, ich gebe keine zweiundzwanzig Euro für ein winziges Fläschchen Bio-Haarglanz mit Hafermilch aus, nur damit mein Kleinkind sich beim Abendessen sofort Erbsenpüree reinschmiert. Das Budget muss für drei Kinder, eine Hypothek und immer teurer werdende Lebensmittel reichen. Eine Formel mit Aloe Vera oder Sheabutter statt chemischer Entwirrer zu finden, muss nicht so viel kosten wie ein Gebrauchtwagen. Man muss nur das Marketing-Label auf der Vorderseite komplett ignorieren und auf der Rückseite nachsehen, um sicherzugehen, dass man die guten Fette bekommt und nicht die billigen, austrocknenden Alkohole.
Wenn ihr schon vom bloßen Lesen erschöpft seid und euch mal Sachen ansehen wollt, für deren Verständnis man kein fortgeschrittenes Chemie-Studium braucht, könnt ihr kurz durchatmen und eine Minute lang durch die Baby-Kollektion von Kianao stöbern.
Frieden schließen mit der Zutatenliste
Ganz ehrlich, ich musste aufhören, mich selbst dafür fertigzumachen, dass ich den Unterschied zwischen Cetylalkohol und Reinigungsalkohol nicht kannte. Wir alle funktionieren hier draußen doch nur mit vier Stunden Schlaf, trinken aufgewärmten Kaffee und versuchen, diese winzigen Menschen davon abzuhalten, die Sohlen ihrer Schuhe abzulecken.
Wenn ihr das nächste Mal im Babygang steht und ratlos auf eine Wand aus pastellfarbenen Flaschen starrt, denkt einfach daran: „Keine Tränen“ bedeutet meistens nur, dass die aggressivsten Seifen weggelassen wurden, und „alkoholfrei“ heißt nur, dass sie die austrocknenden Stoffe entfernt haben. Die geschmeidigen, fettigen Kokosnuss-Derivate sind eure Freunde – besonders, wenn euer Kind morgens aufwacht und aussieht, als hätte es in die Steckdose gefasst.
Bevor ihr euch in die chaotischen Fragen unten stürzt, schnappt euch doch mal die Flasche, die gerade auf eurem Wannenrand steht, dreht sie um und schaut nach, womit ihr es da wirklich zu tun habt.
Fragen, die ich nachts um 2 Uhr panisch gegoogelt habe
Warum braucht mein Baby überhaupt Conditioner?
In den ersten Monaten wahrscheinlich überhaupt nicht, um ehrlich zu sein. Aber als mein Ältester etwa sechs Monate alt war, fing er an, beim Schlafen aggressiv seinen Hinterkopf an der Matratze seines Kinderbetts zu reiben. So entstand ein massives, verfilztes Vogelnest aus feinen Haaren. Sobald das passiert, verwandelt Shampoo allein alles nur in einen gigantischen Dreadlock. Man braucht also die Feuchtigkeit und die Gleitfähigkeit eines guten Conditioners, um die Haare sanft auskämmen zu können, ohne sie dem Kind auszureißen.
Sind diese Fettalkohole wirklich sicher für Neugeborene?
Meine Ärztin wirkte deswegen überhaupt nicht panisch. Soweit ich es verstanden habe, helfen sie (da sie aus Pflanzen wie Kokosnüssen gewonnen werden und als weichmachende Emollients wirken) ernsthaft dabei, die Hautbarriere aufzubauen, anstatt sie zu zerstören. Ich würde trotzdem kein zwei Wochen altes Neugeborenes komplett damit einschmieren, einfach weil die Haut noch so unglaublich neu und empfindlich ist. Aber bei älteren Babys ist es genau das, was die Kopfhaut vor dem Austrocknen schützt.
Was ist mit Kopfgneis? Macht Conditioner das schlimmer?
Kopfgneis ist eklig, und was auch immer ihr tut: Knibbelt nicht an den gelben, krustigen Schuppen herum! Das habe ich bei meinem Ersten gemacht, und danach war sein Kopf nur rot und gereizt. Meine Ärztin meinte, Kopfgneis sei eigentlich eine seborrhoische Dermatitis. Die kann tatsächlich schlimmer werden, wenn man austrocknende Alkohole verwendet, die der Kopfhaut das Fett entziehen und sie dazu bringen, panisch noch mehr Öl zu produzieren. Ein sanfter Conditioner auf Basis von Fettalkohol kann manchmal dabei helfen, die Schuppen aufzuweichen, sodass sie sich ganz natürlich ausbürsten lassen.
Wie entwirre ich lockige Kleinkindhaare ohne Geschrei?
Bestechung, eine Entwirrbürste und etwas Conditioner im Haar lassen. Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass man lockiges Babyhaar niemals trocken bürsten darf. Ich mache die Haare meiner Tochter klitschnass, schmiere ordentlich Conditioner mit guter Gleitfähigkeit rein (dank dieser sicheren Fettalkohole) und beginne, sie von den untersten Spitzen bis hin zu den Wurzeln durchzubürsten – während ich sie einen Zeichentrickfilm auf meinem Handy schauen lasse. Es geht hier ums nackte Überleben, Leute.





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