Mein ältester Sohn, Beau, stand im Flur vor dem Badezimmer und umklammerte einen schmutzigen Schnürsenkel, und ich schwöre, meine Seele hat für gut drei Sekunden meinen Körper verlassen. Ich steckte bis zu den Ellbogen in Paketband und versuchte verzweifelt, Bestellungen für meinen Etsy-Shop zu verpacken, bevor die Post im Ort zumachte. Und da stand er und sah viel zu stolz auf sich aus. Ach, der Süße! Er hatte das eine Ende dieses ekligen Schnürsenkels an einen sehr wackeligen Schneidezahn gebunden und das andere an die Türklinke vom Badezimmer – genau wie in so einem albernen Cartoon. Bevor ich auch nur rufen konnte, dass er aufhören soll, stieß sein kleiner Bruder gegen die Tür, die Schnur straffte sich, und plötzlich war überall Blut auf seinem absoluten Lieblings-Retro-Shirt, das ich ihm buchstäblich gerade erst für unsere Familienfotos gekauft hatte. Es war das reinste Chaos, Leute.
Am Ende saß ich auf dem Badezimmerboden mit einem schreienden Sechsjährigen, einem ruinierten Shirt und einem winzigen Zahn, der über die Badematte rollte. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich absolut keinen Schimmer hatte, was ich da tat, wenn es um diese ganze Zahnfee-Phase ging. Man verbringt so viel Zeit damit, sich bei den Babys verrückt zu machen, wenn die Zähnchen kommen, dass man völlig vergisst, dass sie irgendwann auch alle wieder rausmüssen. Mein Großer ist an diesem Punkt im Grunde ein wandelndes mahnendes Beispiel, und dieser ganze Türklinken-Vorfall ist genau das, was ihr niemals, wirklich niemals nachmachen solltet.
Meine Kinderärztin im Nachbarkreis hätte fast einen Herzinfarkt bekommen, als ich ihr bei der nächsten Untersuchung die Türklinken-Geschichte beichtete. Sie erklärte mir, dass es eine massive Erstickungsgefahr ist, einen Zahn so zu ziehen. Wenn das Kind in dem Moment nach Luft schnappt, in dem der Zahn herausfliegt, kann es das Ding direkt in die Lunge einatmen. Ich bin mal ganz ehrlich zu euch: Ich kam mir danach eine Woche lang vor wie die schlechteste Mutter in Texas. Aber wir haben es überlebt, und jetzt bin ich schlauer.
Ich weiß noch, wie ich nachts um zwei gegoogelt habe, wie viele Milchzähne man verliert
Nach dem Türklinken-Desaster geriet ich in Panik, weil ich nicht mal wusste, wie lange diese Lebensphase überhaupt andauern würde. Ich saß buchstäblich im Bett und suchte auf dem Handy nach "Wie viele Milchzähne verliert man", während mein Mann neben mir schnarchte. Meine Oma hat mir immer erzählt, Kinder würden 24 Zähne verlieren. Das habe ich voll und ganz geglaubt, bis die Kinderzahnärztin meiner Kinder mich höflich darüber aufklärte, dass meine liebe Oma sich das komplett ausgedacht hatte. Kinder verlieren nämlich genau 20 Milchzähne.
Nach dem, was die Zahnärztin mir erklärt hat – und ich fasse diese Wissenschaft hier stark zusammen, weil ich müde bin –, fangen diese 20 Zähne an, im Alter von fünf oder sechs Jahren auszufallen, und das zieht sich hin, bis sie in der Mittelstufe sind. Das Verrückte ist aber, dass sie als Erwachsene am Ende 32 bleibende Zähne haben. Diese 12 zusätzlichen Zähne sind einfach riesige Backenzähne, die sich im Laufe der Jahre ganz hinten in den Kiefer schleichen, ohne dass vorher etwas rausfällt. Ihr seid also quasi für 20 Besuche der Zahnfee verantwortlich – was bei den aktuellen Inflationsraten eine ernsthafte Budgetplanung erfordert.
Der eigentliche Zeitplan des Zahnausfalls
Wenn ihr auch nur ein bisschen so seid wie ich, wollt ihr wissen, wann das Bluten und Jammern losgeht, damit ihr euch mental darauf vorbereiten könnt. Der Zeitplan ist keine exakte Wissenschaft, und meine Kinderärztin hat mich eindringlich daran erinnert, dass jedes Kind anders ist, aber meistens folgt es einem Schema von vorne nach hinten.
- 6 bis 7 Jahre: Die vorderen vier Zähne verabschieden sich meistens zuerst, angefangen mit den unteren. Dadurch sehen sie ein ganzes Jahr lang aus wie kleine Kürbisgesichter zu Halloween.
- 7 bis 8 Jahre: Diese kleinen Seitenzähne direkt neben den Schneidezähnen werden wackelig, was das Essen von Maiskolben zum absoluten Albtraum macht.
- 9 bis 11 Jahre: Der erste Satz der Milchbackenzähne hinten macht sich aus dem Staub.
- 10 bis 12 Jahre: Die spitzen Eckzähne und die letzten verbleibenden Milchbackenzähne geben schließlich den Geist auf. Das bedeutet, ihr habt die Phase der blutigen Waschlappen größtenteils überstanden.
Warum der Rat meiner Oma, sie einfach verfaulen zu lassen, furchtbar war
Sprechen wir mal darüber, warum diese winzigen Zähne überhaupt so wichtig sind. Als ich aufwuchs, taten die Älteren in meiner Familie so, als seien Milchzähne Einwegartikel. Wenn einer Karies bekam, weil man zu viel süßen Eistee getrunken hatte, war die Philosophie meiner Oma: Lass ihn einfach verfaulen, er fällt ja sowieso raus. Ich bin so froh, dass ich nicht darauf gehört habe, denn das ist anscheinend das Schlimmste, was man tun kann.

Die Zahnärztin meiner Kinder erklärte mir, dass Milchzähne wie Platzhalter für die bleibenden Zähne wirken. Wenn ein Kind einen Milchzahn viel zu früh wegen Karies verliert oder weil es mit dem Gesicht auf den Couchtisch geknallt ist, werden die anderen Zähne verwirrt und fangen an, in die Lücke zu wandern. Wenn der große, bleibende Zahn dann endlich nachkommen will, ist kein Platz mehr für ihn, und am Ende zahlt man Tausende von Euro für die Kieferorthopädie. Also ja, wir putzen hier im Haus jetzt ziemlich offensiv, selbst wenn das bedeutet, ein zappelndes Kleinkind im Schwitzkasten zu halten, um die Zahnpasta dorthin zu bekommen.
Die gruselige Realität von Haifischzähnen
Niemand hat mich vor Haifischzähnen gewarnt. Ich brachte eines Abends mein mittleres Kind ins Bett, als sie gähnend den Mund aufmachte, und ich sah einen gigantischen, gezackten Erwachsenzahn direkt hinter ihrem völlig intakten unteren Milchzahn hervorbrechen. Es sah aus wie eine zweite Zahnreihe, völlig außerirdisch und gruselig. Ich wäre fast in Ohnmacht gefallen.
Anscheinend ist das super häufig und hat einen erschreckenden Namen: Haifischzähne. Nach allem, was ich über das wissenschaftliche Zeug verstanden habe, sollen Milchzähne durch etwas namens Resorption ausfallen. Dabei drückt der neue, bleibende Zahn nach oben und frisst quasi die Wurzel des Milchzahns auf, bis dieser ausfällt. Aber manchmal wird der bleibende Zahn ungeduldig und wächst einfach dahinter hervor. Meistens kapiert der Milchzahn den Wink irgendwann und fällt von alleine aus. Bleibt er aber monatelang hartnäckig, müsst ihr die Kleinen zum Zahnarzt schleifen, um ihn ziehen zu lassen, damit der bleibende Zahn an die richtige Stelle rücken kann.
Wie man die Zahnungsphase vor der Wackelzahnphase übersteht
Bevor ihr überhaupt zu dem Punkt kommt, ein perfekt gutes Shirt mit Wackelzahn-Blut zu ruinieren, müsst ihr die schreckliche Zahnungsphase im Babyalter überstehen. Ich schwöre, die hat mich bei jedem Kind fünf Jahre meines Lebens gekostet. Wenn sie noch winzig sind, verwandeln diese kleinen Zähne, die sich durch das Zahnfleisch bohren, die süßesten Babys in absolute Monster.

Ich habe im Laufe der Jahre so viel Quatsch fürs Zahnen gekauft, aber ich sage euch jetzt, was wirklich funktioniert hat. Bei meinem Jüngsten, der auf buchstäblich allem herumkaute, einschließlich der Pappkartons für mein Etsy-Lager, war der Panda Silikon-Beißring von Kianao das Einzige, das uns Frieden bescherte. Er besteht aus lebensmittelechtem Silikon und hat diese tollen Texturen, auf denen er herumkauen konnte, ohne sich zu verletzen. Außerdem konnte ich ihn einfach in die Spülmaschine werfen, wenn er eklig wurde – was heutzutage im Grunde die einzige Reinigungsmethode ist, für die ich überhaupt noch Zeit habe.
Auf der anderen Seite bin ich ganz ehrlich, was den Schnullerhalter für Babys angeht. Es ist ein tolles kleines Silikon-Etui und verhindert definitiv, dass die Schnuller mit diesen seltsamen Fusseln vom Boden der Wickeltasche bedeckt werden. Aber ich bin einfach zu verplant, um in der Hälfte der Fälle daran zu denken, den Schnuller tatsächlich wieder hineinzulegen. Meistens baumelt er also komplett leer am Kinderwagen, während der Schnuller auf dem Fußboden meines Autos herumkullert. Wenn du eine organisierte Mama bist, wirst du ihn lieben. Ich bin leider ein reines Chaos, also ist das bei mir eher so eine Glückssache.
Wenn ihr ein richtig kleines Baby habt, das gerade anfängt, literweise zu sabbern, ist die Bären-Beißrassel wahrscheinlich mein liebstes Geschenk für Neugeborene. Sie hat einen natürlichen, unbehandelten Holzring, der genau die richtige Härte für wirklich wundes und geschwollenes Zahnfleisch hat. Und der kleine Häkelbär ist einfach unfassbar niedlich.
Was ihr wirklich tun solltet, wenn er am seidenen Faden hängt
Wenn euer Kind endlich einen Zahn hat, der nur noch an einem mikroskopisch kleinen Stückchen Zahnfleisch baumelt, widersteht dem Drang, daran zu ziehen. Ich weiß, es nervt zuzusehen, wie sie den ganzen Tag mit der Zunge daran herumspielen. Aber meine Kinderärztin hat ganz klar gesagt: Wer ihn gewaltsam herauszieht, kann das Zahnfleisch einreißen und eine üble Infektion riskieren. Gebt ihnen lieber einen knackigen Apfel oder ein paar rohe Karotten. Das hilft dabei, den Zahn beim Essen auf natürliche Weise herauszuschieben. Und haltet ihnen vielleicht einen warmen, nassen Waschlappen an die Wange, wenn die neuen, bleibenden Backenzähne beim Durchbrechen wehtun. Aber was auch immer ihr tut: Lasst einfach eure Finger komplett aus ihrem Mund.
Es wird Blut fließen, Leute. Es sieht immer schlimmer aus, als es ist, weil es sich mit ihrem Speichel vermischt und aussieht wie ein Tatort. Keine Panik. Lasst sie ein bisschen warmes Wasser im Mund hin- und herspülen, gebt ihnen ein dunkles Handtuch, das euch egal ist, und lasst sie definitiv kein weißes Shirt tragen, während sie mit einem Wackelzahn einen Apfel essen. Lernt aus meinen Fehlern.
Bevor ihr in Panik ausbrecht, weil ihr um Mitternacht noch Kleingeld für die Zahnfee suchen müsst, schaut euch doch ein paar unserer Bio-Baby-Essentials an, damit ihr auf den nächsten chaotischen, anstrengenden Meilenstein vorbereitet seid, der in eurem Haus ansteht.
Antworten auf die Fragen, die euch wahrscheinlich gerade stressen
Verlieren Kinder alle 20 Zähne auf einmal?
Um Himmels willen, nein – und Gott sei Dank, denn sonst könnte niemand die Rechnung für die Zahnfee bezahlen. Sie verlieren meistens ein paar nach und nach über einen Zeitraum von etwa sechs oder sieben Jahren. Das fängt im Kindergartenalter an und endet, wenn sie in dieser unbeholfenen Vorpubertät stecken. Es ist ein langsames, quälendes Tröpfchen für Tröpfchen an Zahn-Drama.
Was mache ich, wenn der Zahn extrem wackelt, aber einfach nicht ausfallen will?
Lasst ihn einfach in Ruhe und lasst sie mit der Zunge daran wackeln. Ich weiß, es sieht eklig aus, wenn er da so vor sich hin flattert. Aber ihn zu ziehen, bevor er bereit ist, tut weh und reißt das Zahnfleisch ein. Gebt ihnen knackige Sachen wie Äpfel zu essen und lasst die Natur ihr seltsames, langsames Ding machen.
Ist es normal, dass es stark blutet, wenn der Zahn endlich raus ist?
Es blutet immer ein bisschen, was die Kinder oft völlig ausflippen lässt, aber es ist normal. Wenn es blutet wie in einem Horrorfilm und nicht aufhört, nachdem sie ein paar Minuten auf einen sauberen Waschlappen gebissen haben, ruft eure Kinderärztin oder den Arzt an. Aber meistens sind es nur ein paar Tropfen, die durch die Spucke schlimmer aussehen.
Was passiert, wenn sie den Milchzahn aus Versehen verschlucken?
Mein mittleres Kind hat ihren allerersten Zahn beim Pizzaessen glatt verschluckt. Das ist völlig in Ordnung und wandert ohne Probleme durch ihr Verdauungssystem. Ihr müsst dann allerdings einen sehr entschuldigenden Zettel an die Zahnfee schreiben und erklären, warum die Ware fehlt.
Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein 7-jähriges Kind noch keine Zähne verloren hat?
Der Mund von jedem Kind hat seinen eigenen, schrägen Zeitplan. Manche Kinder verlieren ihren ersten Zahn mit vier Jahren, andere behalten sie, bis sie fast acht sind. Wenn ihr euch deswegen super gestresst fühlt, sprecht es bei der nächsten Zahnreinigung mal an, aber meistens bedeutet es nur, dass sie sich einfach Zeit lassen.





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