Ich saß nachts um drei in meiner dunklen Wohnung in Chicago im Halbschlaf, pumpte Milch ab und versuchte, ein bestimmtes Schiebetier aus Holz zu finden. Meine Schwiegermutter hatte Stein und Bein geschworen, dass dieses Spielzeug das Geheimnis sei, um mein Kleinkind zum Laufen zu bringen. Während die Pumpe ratterte, tippte ich mit einem Daumen eine vermeintlich harmlose Phrase in mein Handy. Was auf meinem Bildschirm lud, war jedoch kein nachhaltig produziertes europäisches Babyspielzeug. Es war ein comichaft gut bestückter, hosenloser Tiermensch aus einem kommenden Videospiel. Ich werde wohl ein ganzes Jahr Therapie brauchen, um das wieder aus dem Kopf zu kriegen.
Hört zu, ich habe fünf Jahre in der pädiatrischen Notaufnahme gearbeitet, bevor ich Vollzeit-Mama wurde. Ich habe Perlen, Münzen und undefinierbare klebrige Massen aus Körperöffnungen geholt, von denen ihr nicht mal wusstet, dass sie existieren. Mich schockiert so schnell nichts mehr. Blut, Erbrochenes und seltsame Ausschläge sind für mich ein ganz normaler Dienstag. Aber das Internet ist momentan ein zutiefst chaotischer Ort, und wenn euer größeres Kind oder euer ahnungsloser Partner online nach frühkindlichen Meilensteinen sucht, müssen wir ganz dringend über Suchalgorithmen und digitale Hygiene sprechen.
Das bizarre Kaninchenloch des Internets
Wenn ihr nicht gerade unter einem Stein lebt – oder wie ich eure Tage damit verbringt, pürierte Erbsen von der Decke zu kratzen – wisst ihr vielleicht nicht, was der Suchtrend um den "Baby Steps Donkey Man" eigentlich ist. Er hat absolut nichts mit kindlicher Entwicklung zu tun. Es geht um ein Indie-Videospiel, das 2025 von einem Entwickler namens Bennett Foddy herausgebracht wird. Das Spiel heißt buchstäblich "Baby Steps" (zu Deutsch: Babyschritte) – ein brutal irreführender Titel für jeden, der ein Kind unter zwei Jahren hat.
Das Spiel handelt von einem fünfunddreißigjährigen Arbeitslosen namens Nate, der einen dreckigen Strampler trägt und in einer schrägen, surrealen Welt das Laufen neu erlernen muss. Ganz ehrlich, in einem schmutzigen Strampler herumzulaufen und mit grundlegenden motorischen Fähigkeiten zu kämpfen, klingt exakt nach meinem Kleinkind, aber da enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Das Spiel ist voll mit Erwachsenenthemen, Depressionen und Anspielungen auf Drogen. Und dann sind da noch die Esel-Charaktere.
Ich habe den Fehler gemacht, mir die unzensierten Suchergebnisse für den "Baby Steps Donkey Man" anzusehen, nur um zu verstehen, warum die Gaming-Community in Panik verfiel. Und ehrlich gesagt brennt meine Netzhaut immer noch. Es handelt sich um anthropomorphe Kreaturen, die keine Hosen tragen. Die Spieleentwickler fanden es anscheinend wahnsinnig witzig, volle frontale männliche Nacktheit als visuellen Gag einzubauen. Es gibt zwar eine Zensur-Einstellung im Spiel, aber anscheinend klatscht diese nur einen riesigen, komödiantischen schwarzen Balken über den Bereich, was die Aufmerksamkeit ehrlich gesagt nur noch mehr darauf lenkt. Wenn man in das Reddit-Kaninchenloch zu den "Baby Steps"-Eseln fällt, findet man hauptsächlich Teenager und College-Kids, die über Grafiken streiten und schräge Memes basteln.
Algorithmus-Roulette ist ein Spiel, das man nur verlieren kann
Hier schnellt mein Blutdruck wirklich in die Höhe. Es ist mir völlig egal, was Erwachsene hinter verschlossenen Türen auf ihrer PlayStation spielen. Aber es interessiert mich sehr, wie die Algorithmen von YouTube und TikTok Inhalte kategorisieren. Das Internet wird von hirnlosem Code gesteuert, der die Wörter "Baby" und "Steps" sieht und entscheidet, dass dieser Inhalt wunderbar neben Kinderserien und Videos von Kindern, die Plastikeier auspacken, passt.
Ich erinnere mich an ein Seminar über pädiatrische Neurologie, in dem die behandelnde Oberärztin über frühen Medienkonsum sprach. Die Wissenschaft tappt da immer noch etwas im Dunkeln, da man bei solchen Themen kaum ethische Kontrollgruppen durchführen kann, aber ich erinnere mich vage an ihre Worte, dass ein sich entwickelnder präfrontaler Kortex echte Probleme damit hat, surreale Satire für Erwachsene richtig einzuordnen, wenn sie als Cartoon getarnt ist. Die American Academy of Pediatrics rät, alle Medien grundsätzlich nur gemeinsam mit unseren Kindern zu konsumieren – ein wunderschöner, poetischer Gedanke, sofern man Vollzeitpersonal und absolut keine Pflichten im Haushalt hat.
In der realen Welt müsst ihr eurem Kind manchmal einfach das iPad in die Hand drücken, um eine Zwiebel zu schneiden, ohne versehentlichen Totschlag zu begehen. Und genau dann fällt euch die Autoplay-Funktion in den Rücken. Euer Kind schaut sich ein harmloses Video über Bauernhoftiere an, der Algorithmus bemerkt einen Anstieg an Gaming-Inhalten mit Eseln, und plötzlich schaut euer Dreijähriger einem Streamer dabei zu, wie dieser ein nacktes, digitales Bauernhoftier wüst beschimpft. Es ist unfassbar anstrengend, da noch den Überblick zu behalten.
Ich weigere mich, euch den Rat zu geben, all eure Bildschirme in einen Tresor zu sperren und in den Wald zu ziehen, denn wir alle versuchen hier doch nur zu überleben. Überprüft einfach den eingeschränkten Modus auf euren Geräten und löscht vielleicht den gemeinsamen Suchverlauf der Familie, falls euer Teenager nach Gaming-Videos gesucht hat.
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Was wir unseren Kindern wirklich anziehen
Da meine mitternächtliche Suche nach Lauflernhilfen in einem totalen Desaster endete, sprach ich stattdessen mit meiner Kinderärztin über Schuhwerk. Sie sagte, barfuß sei für Laufanfänger technisch gesehen am besten, damit sie den Boden spüren können. Aber versucht mal, ein Kind im November auf einem Bürgersteig in Chicago barfuß laufen zu lassen – da habt ihr schneller das Jugendamt am Hals, als ihr gucken könnt. Ihr braucht etwas, das die kleinen Füße schützt, sich aber wie eine Brezel biegen lässt.

Wir haben uns schließlich für die Rutschfesten Babysneaker mit weicher Sohle für die ersten Schritte von Kianao entschieden. Ich gebe zu, ich habe sie hauptsächlich gekauft, weil sie wie winzige Bootsschuhe aussehen und ich eine Schwäche für alles habe, das mein Kind wie einen pensionierten Buchhalter aussehen lässt. Aber sie sind im Moment wirklich mein absolutes Lieblingsteil. Mein Kleinkind zerstört herkömmliche, steife Schuhe im Handumdrehen. Er schabt die Schuhspitzen innerhalb einer Stunde bis zur Unkenntlichkeit ab. Diese hier haben eine weiche, biegsame Sohle, die sich all seinen seltsamen, ruckartigen kleinen Bewegungen anpasst. Er trug die braunen zu einer Familienhochzeit und sie waren der einzige Teil seines Outfits, der am Ende nicht mit Zuckerguss bedeckt war. Sie bleiben sogar dann an seinen Füßen, wenn er im Kühlregal einen kompletten Wutanfall bekommt.
Wenn ihr nach anderen Basics sucht, nutzen wir auch das Baby-Löffel- und Gabel-Set aus Bambus. Ganz ehrlich: Es ist völlig okay. Es besteht aus Bambus und Silikon und tut genau das, was es soll. Der Griff ist für ihn leicht zu greifen. Nur eine kleine Warnung von einem Elternteil zum anderen: Lasst euer Kind nicht Dal oder irgendetwas mit Kurkuma essen, wenn es die helleren Silikonspitzen benutzt, es sei denn, ihr wollt, dass sie für den Rest der Ewigkeit neongelb verfärbt bleiben. Ich musste das auf die harte Tour lernen und jetzt tun wir einfach so, als wäre der gelbe Löffel eine Special Edition.
Hosen, die wirklich oben bleiben
Wo wir schon beim Thema angemessen bedeckte Popos sind: Hosen für ein Kind zu finden, das gerade vom Krabbeln zum Laufen übergeht, ist ein echter Albtraum. Alles ist entweder viel zu eng um die Windel herum oder so weit, dass sie darüber stolpern.
Ich bin gegenüber den meisten hippen Babyklamotten sehr skeptisch, aber die Babyhose aus Bio-Baumwolle ist wirklich gut. Sie hat einen tiefer geschnittenen Schritt im Harem-Stil. Ja, sie sieht ein bisschen aus wie kleine MC Hammer-Hosen, was objektiv gesehen total lustig ist. Aber was noch wichtiger ist: Sie passt problemlos über die massiven, dicken Stoffwindeln, auf die mein Mann besteht, wenn er mal wieder seine "Wir müssen den Planeten retten"-Phase hat. Die Hose hat einen echten Kordelzug, was bei Babykleidung erstaunlich schwer zu finden ist. Meistens bekommt man nur eine aufgenähte Zierkordel, die absolut niemandem hilft, wenn das Gummiband erst mal ausleiert.
Wenn ich überhaupt keine Nerven für Hosenbünde habe, ziehe ich ihm einfach den Baby-Jumpsuit aus Bio-Baumwolle an. Ich hasse es, einem schreienden Kleinkind Dinge über den Kopf ziehen zu müssen. Es fühlt sich an, als würde man versuchen, einen wütenden, feuchten Oktopus in eine Socke zu zwängen. Dieser Jumpsuit wird vorne geknöpft. Man legt ihn einfach flach hin, wirft das Kind drauf und knöpft es zu, bevor es überhaupt merkt, was los ist. Die Bio-Baumwolle ist wunderbar weich, lässt sich prima waschen und verursacht keine kleinen roten Reibungspickelchen in den Kniekehlen.
Triage für euer digitales Leben
Im Krankenhaus geht es bei der Triage nur darum, Prioritäten zu setzen. Ein Kind mit aufgeschlagenem Knie kommt ins Wartezimmer, während ein Kind mit Atemnot sofort behandelt wird. Elternsein ist genau das Gleiche. Ihr müsst entscheiden, was euch heute den Rest gibt und was bis morgen warten kann.

Sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob euer Kind genug Bio-Grünkohl gegessen hat, ist ein Fall fürs Wartezimmer. Aber dafür zu sorgen, dass das gemeinsame Familien-iPad eurem Kleinkind über die Autoplay-Funktion nicht heimlich existenzielle Angst und schrägen Gamer-Humor für Erwachsene einflößt, ist definitiv eine Situation mit höchster Priorität. Die Algorithmen sind schlampig programmiert, die Namensgebungen für diese Indie-Spiele sind absurd und die Tech-Unternehmen scheren sich einen Dreck um die digitale Hygiene eurer Familie.
Überprüft also die YouTube-App, leert den Suchverlauf und führt vielleicht ein höchst unangenehmes Gespräch mit eurem Teenager-Neffen darüber, was er eigentlich über das gemeinsame WLAN sucht. Schenkt euch danach was Starkes ein und wendet euch wieder den normalen Dingen zu – zum Beispiel der Frage, wie man Kurkuma-Flecken aus Silikon herausbekommt.
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Die chaotische Realität der ersten Meilensteine
Warum redet mein großes Kind plötzlich über einen Esel-Mann?
Weil das Internet ein brennender Müllhaufen ist, Leute. Sie haben wahrscheinlich auf Twitch oder TikTok gesehen, wie ein Gamer dieses Spiel von Bennett Foddy gestreamt hat. Es ist ein mit Spannung erwartetes Videospiel für Erwachsene, und die Gaming-Community findet, dass dieser derbe Humor das absolute Highlight ist. Sagt ihnen einfach, dass ihr wisst, dass es ein satirisches Spiel für Erwachsene ist, und blockiert das Stichwort auf ihren Geräten, wenn sie noch jung sind. Wenn ihr ein Riesendrama daraus macht, werden sie es sowieso nur bei ihren Freunden googeln.
Wie verhindere ich, dass sowas auf dem Tablet meines Kleinkinds landet?
Man kann dem normalen YouTube-Algorithmus momentan überhaupt nicht trauen, weil der Spieletitel ganz alltägliche Baby-Begriffe verwendet. Geht in die App-Einstellungen, deaktiviert Autoplay und richtet ein eingeschränktes Profil ein. Noch besser: Löscht die normale App komplett und nutzt nur die spezielle Kids-Version – wobei ehrlich gesagt selbst da manchmal Fehler passieren. Ich lade meistens bestimmte Serien im Voraus herunter und schalte dann einfach das WLAN auf dem iPad aus.
Sind Lauflernwagen zum Schieben wirklich besser als Gehfreis zum Reinsetzen?
Meine Kinderärztin hat sich da sehr klar ausgedrückt, und die AAP (American Academy of Pediatrics) stimmt zu. Diese Gehfreis aus Plastik mit Rollen, in die man die Kinder hineinsetzt, sind ein massives Sicherheitsrisiko. Kinder nutzen sie, um sich damit die Treppe hinunterzustürzen oder an heißen Kaffee auf der Arbeitsplatte heranzukommen. Lauflernwagen, bei denen das Kind dahintersteht und schiebt, sind in der Regel deutlich besser für die motorische Entwicklung, auch wenn sie damit wahrscheinlich trotzdem in eure Fußleisten krachen.
Brauchen Babys wirklich spezielle Schuhe, um Laufen zu lernen?
Nicht wirklich. Wenn sie drinnen sind, sind nackte Füße am sichersten. Sie haben mehr Grip auf dem Boden und es fördert die Propriozeption – das ist ein schicker medizinischer Begriff dafür, dass man spürt, wo sich der eigene Körper im Raum befindet. Aber wenn man draußen unterwegs ist, braucht man nun mal Schuhe. Wählt am besten Schuhe mit einer sehr dünnen, flexiblen Sohle, in der sich der Fuß natürlich biegen kann. Verzichtet auf diese winzigen Lederstiefelchen, die zwar süß aussehen, die Kinder aber dazu zwingen, wie Frankenstein zu laufen.
Ist der Übergang zum Laufenlernen immer so chaotisch?
Ja. Es sind gute drei Monate, in denen sich euer Kind an wackeligen Couchtischen hochzieht, loslässt, in Panik gerät und wie ein gefällter Baum nach hinten fällt. Ich bin meinem Kind wochenlang nur mit einem Sofakissen durchs Wohnzimmer gefolgt. Irgendwann haben sie den Dreh raus – und dann beginnt der eigentliche Albtraum, denn plötzlich können sie an den Schrank herankommen, in dem die Snacks liegen.





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