Es ist 3:14 Uhr morgens. Ich stehe barfuß auf dem kalten Linoleumboden in der Küche, tippe wie wild mit dem linken Daumen auf meinem Handy herum, während mein rechter Arm komplett taub wird, weil ich ein steifes, schreiendes Baby halte. In meinem schlaflosen Wahn habe ich tatsächlich versucht, diesen alten Cry-Baby-Film mit Johnny Depp zu googeln, denn anscheinend hat mein Gehirn beschlossen, dass ein Teenager-Schwarm in Lederjacke auf YouTube der einzige Weg ist, um zu verdrängen, dass mein eigenes Baby seit zwei vollen Stunden brüllt. Ich bin mal ganz ehrlich zu euch: Die Nostalgie eines Kultfilms aus den 90ern senkt deinen Blutdruck kein bisschen, wenn in deinen Armen gerade ein kleiner Mensch blau anläuft.
Wenn man mittendrin steckt, löst das Weinen des eigenen Babys ein ganz ursprüngliches, beängstigendes Gefühl in der Brust aus. Man hat das Gefühl, zu versagen. Man denkt, die Nachbarn verurteilen einen durch die Wände hindurch. Und wenn es euch geht wie mir, versucht ihr wahrscheinlich viel zu viel, um das Problem zu lösen, was am Ende meist alles nur noch zehnmal schlimmer macht.
Was ich bei meinem Ältesten falsch gemacht habe
Lasst mich euch von meinem Erstgeborenen, Beau, erzählen. Der arme Kerl war mein Versuchskaninchen für wirklich jeden Fehler im Elternhandbuch. Wenn er sein allabendliches Schreikonzert startete, schoss meine Panik in die Höhe und ich verwandelte mich in einen hektischen Roboter mit Kurzschluss, der im Dunkeln eine Matheaufgabe lösen soll. Ich wippte auf diesem blöden Gymnastikball auf und ab, bis meine Knie nachgaben, drehte die White-Noise-Maschine auf eine Lautstärke auf, die wahrscheinlich mein eigenes Gehör geschädigt hat, und steckte ihm einen Schnuller in den Mund, während ich wie ein eingesperrtes Tier im Flur auf und ab tigerte.
Meine Mutter redete mir ständig ein, ich solle ihn einfach ablegen und sich selbst beruhigen lassen. Das endete immer in einem riesigen Streit, weil mir das Internet sagte, dass das seine Bindung zu mir dauerhaft schädigen würde. Anstatt einfach mal durchzuatmen und eine ruhige Umgebung für uns beide zu schaffen, probierte ich verzweifelt jeden Internet-Trend aus, wippte ihn hektisch und zog ihn zum dritten Mal um – nur um das Gefühl zu haben, überhaupt irgendetwas Konstruktives zu tun.
Was meine Kinderärztin zum Schreien meinte
Irgendwann bin ich in der Praxis unserer Kinderärztin zusammengebrochen. Sie ist eine absolute Heilige, sah mein ungewaschenes Haar und meine unpassenden Socken mit tiefem Mitleid an und erklärte mir dann die Sache mit den Koliken. Soweit ich das in meiner totalen Erschöpfung verstanden habe, verwenden Ärzte diese "Dreierregel": Wenn sie länger als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen in der Woche und das über drei Wochen hinweg schreien, darf man ganz offiziell das Etikett "Dreimonatskoliken" draufkleben.
Sie sagte mir, dass Schreien im Grunde ihr einziges Überlebenswerkzeug ist. Es aktiviert ein emotionales Zentrum in ihren kleinen Gehirnen, das massenhaft Cortisol – ein Stresshormon – in ihr System ausschüttet. Eine evolutionäre Sache, schätze ich. Die Mathe und die Biologie dahinter zu kennen, machte das Geschrei zwar nicht leiser, aber ich fühlte mich immerhin etwas weniger verrückt. Sie versicherte mir, dass es meistens ab dem vierten Monat besser wird – was sich wie eine absolute Ewigkeit anfühlt, wenn man es Minute für Minute durchlebt.
Die absolute Hölle der Schreistunde am Abend
Lasst uns mal kurz über die abendliche Schreistunde (die berühmt-berüchtigte "Witching Hour") reden. Niemand warnt einen vorab, wie gründlich diese Phase den häuslichen Frieden am Abend zerstören wird. Man ist völlig erschöpft. Man hat den ganzen Nachmittag lang Spucke vom Sofa gewischt und Etsy-Bestellungen verpackt. Endlich kommt der Partner zur Tür herein, und in der Sekunde, in der die Uhr 17 Uhr schlägt, verwandelt sich das Baby von einem süßen kleinen Engel in eine leibhaftige Alarmsirene.

Es ist, als würde ihr winziges Nervensystem gegen eine Wand fahren. Sie haben den ganzen Tag über zu viel Licht, zu viele Geräusche und zu viel Herumtragen abbekommen, und dann gibt es einfach einen Kurzschluss. Sie wollen nicht essen, sie wollen nicht schlafen, sie wollen einfach nur wütend auf die Luft sein. Früher bin ich im Wohnzimmer auf und ab getigert und spürte diese schwere, erstickende Angst in meiner Brust, überzeugt davon, dass ich alles falsch mache. Oh, und der beiläufige Ratschlag meiner Oma, etwas Whiskey auf das Zahnfleisch zu reiben, um sie ruhig zu stellen, ist heutzutage ein direktes Ticket zum Jugendamt – also haben wir diese kleine Familientradition mal lieber ausgelassen.
Überprüft die Kleidung, denn die texanische Hitze ist gnadenlos
Wie sich herausstellte, schrie Beau zur Hälfte nur deshalb, weil ich ihn in diese steifen, billigen Outfits steckte, die ich im Ausverkauf im Supermarkt besorgt hatte. Der Kleine hatte leichte Neurodermitis, und in unseren Sommern im ländlichen Texas hatte die Klimaanlage ständig Mühe, das Haus unter 25 Grad zu halten. Diese synthetischen Stoffe kratzten einfach an seiner empfindlichen Haut und stauten die Körperwärme.
Als ich das begriffen hatte, bin ich fast komplett auf den Baby-Body aus Bio-Baumwolle von Kianao umgestiegen. Glaubt mir, dieses Teil hat in Sachen Komfort alles verändert. Er besteht zu 95 % aus Bio-Baumwolle, was wahnsinnig weich ist, aber das Beste daran ist, dass mich der Preis nicht dazu bringt, in meine leere Kaffeetasse weinen zu wollen. Ich habe diese Bodys wirklich endlos gewaschen, und sie verlieren weder ihre Form noch bekommen sie dieses komische, kratzige Pilling unter den Armen.
Außerdem sind sie so atmungsaktiv, dass um die Haut herum ein richtiges kleines Mikroklima entsteht. Meine Kinderärztin erwähnte, dass die Temperaturregulierung Babys davor bewahrt, zu überhitzen und völlig auszuflippen. Ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass die Schreistunden am Abend weniger intensiv wurden, sobald er nicht mehr in Polyester schwitzte. Wenn euer Baby unruhig ist, schaut als Erstes aufs Etikett und prüft das Material.
Wenn ihr es leid seid zu raten, was bei eurem Kind Ausschlag verursacht oder warum es in der Hitze so unruhig ist, tut euch selbst einen Gefallen und entdeckt die Kollektion an Bio-Babykleidung. Ein Upgrade der Basics könnte euch euren Verstand retten.
Wenn das Zahnen sie völlig durchdrehen lässt
Und dann ist da noch das Zahnen, was noch mal eine ganz andere Art von Elend ist. Als mein mittleres Kind anfing zu zahnen, war sie im Grunde ein tollwütiger Waschbär. Ich kaufte ihr den Kianao Bubble Tea Beißring, denn ganz ehrlich: Er sieht auf Fotos super süß aus und das Silikon ist komplett ungiftig und BPA-frei. Aber ich bin ehrlich zu euch: Durch die Form ist er ein bisschen kopflastig. Er ist ihr andauernd auf den Boden gefallen, und ich verbrachte meinen halben Vormittag damit, Hundehaare von den blöden Boba-Perlen abzuwaschen. Er ist okay als Backup für die Wickeltasche, aber unser täglicher Lebensretter war er nicht.

Was bei uns wirklich funktioniert hat, war das Panda Silikon-Beißring Babyspielzeug. Dieses Teil ist flach. Es ist für diese unkoordinierten, pummeligen kleinen Hände so viel einfacher richtig zu greifen, ohne ihn alle fünf Sekunden fallen zu lassen. Die verschiedenen Oberflächenstrukturen treffen genau die Stellen, an denen das geschwollene Zahnfleisch nervt, und da er so leicht ist, konnte sie ihn selbst manövrieren, ohne dass ich ihn ihr wie ein Butler hinhalten musste.
Man kann ihn sogar für etwa fünfzehn Minuten in den Kühlschrank legen, damit er schön kalt wird. Ihr diesen gekühlten Panda in die Hand zu drücken, verschaffte mir mindestens zwanzig Minuten Frieden, sodass ich in Ruhe Wäsche zusammenlegen konnte, ohne dass mich jemand am Knöchel anbrüllte. Ein absoluter Lebensretter.
Warum ich den blinkenden Plastik-Ramsch weggeworfen habe
Als mein Jüngster, Baby D, auf die Welt kam, war ich einfach nur noch erschöpft. Ich hatte keine Nerven mehr für dieses laute, blinkende Plastikspielzeug, das unser Wohnzimmer wie ein Casino in Vegas erleuchtete. Wie sich herausstellte, hasste Baby D sie auch. Jedes Mal, wenn ich ihn unter einen dieser lauten, elektronischen Spielbögen legte, war er innerhalb von fünf Minuten völlig reizüberflutet und fing an zu weinen.
Letztendlich habe ich alles gegen den Spielbogen aus Holz ausgetauscht. Es ist nur ein simples, natürliches A-Gestell aus Holz, an dem ein paar sanfte, erdfarbene Tierspielzeuge hängen. Keine Batterien, keine nervigen Lieder in Dauerschleife. Es respektiert sein kleines, sich entwickelndes Gehirn, ohne es zu überlasten. Er kann einfach nur daliegen, nach den Holzringen greifen, dem sanften Klappern lauschen und dabei wirklich ruhig bleiben. Das war eine enorme Erleichterung für unsere tägliche Routine, und noch dazu sieht es nicht wie eine Plastik-Explosion mitten auf meinem Teppich aus.
Wann man wirklich den Arzt rufen sollte
Ich bin keine Ärztin, aber ich weiß, dass nicht jedes Schreien einfach nur normales Quengeln ist. Meine Kinderärztin packte mich bei der ersten Untersuchung am Arm und schärfte mir ein: Wenn das Baby unter drei Monaten ist und Fieber über 38 Grad bekommt, wartet man nicht ab, sondern fährt direkt in die Klinik. Das Gleiche gilt, wenn sie auf diese schrille, hohe Art schreien, bei der einem flau im Magen wird, oder wenn sie den ganzen Tag über keine nasse Windel hatten.
Sie hat mir auch eine sehr direkte Ansage zum Thema Burnout gemacht. Wenn man merkt, dass man so wütend wird, dass man die Zähne zusammenbeißt und das Baby am liebsten schütteln würde, muss man es sicher ins Bettchen legen, nach draußen gehen und für fünf Minuten die Tür hinter sich zumachen. Es fühlt sich schrecklich an wegzugehen, während sie weinen, aber sie vor der eigenen, aus Erschöpfung entstandenen Wut zu schützen, ist das Liebevollste, was man in diesem Moment tun kann.
Schreien gehört einfach zum Job dazu, Leute. Es ist unberechenbar, es ist laut und es wird euch an eure absoluten Grenzen bringen. Aber wenn man ein paar gute Hilfsmittel hat – wie atmungsaktive Kleidung, einen Beißring, den sie wirklich halten können, und den Verstand, auch mal wegzugehen, wenn man es muss –, macht das die harten Phasen ein wenig erträglicher. Vervollständigt eure Baby-Ausstattung und schaut euch die Kollektion an Beißspielzeugen an, bevor der nächste Zahn beschließt, euch das Wochenende zu ruinieren.
Fragen, die ihr mir immer wieder stellt
Warum weint mein Baby in der Sekunde, in der ich es ablege?
Ehrlich gesagt: Weil sie schlau sind. Sie haben neun Monate in ein warmes, sich ständig bewegendes Wasserbett gequetscht verbracht und eurem Herzschlag gelauscht. Sie flach auf den Rücken in ein ruhiges, stilles und kaltes Bettchen zu legen, widerspricht absolut jedem ihrer Instinkte. Sie denken, ihr hättet sie in der Wildnis ausgesetzt. Sie in einem Tragetuch zu tragen oder Haut-an-Haut-Kontakt zu haben, hilft diese Lücke zu überbrücken, bis sie merken, dass ihr Bettchen keine Bedrohung darstellt.
Ist es schlimm, wenn ich sie einfach weinen lasse?
Ganz ehrlich, die Neugeborenenphase ist nicht die Zeit für Schlaftraining. Soweit mir meine Ärztin das erklärt hat, fehlt ihnen noch die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, wenn sie noch so winzig sind. Wenn sie weinen, brauchen sie etwas – und wenn dieses Etwas nur ist, euch zu riechen. Wenn ihr allerdings den Verstand verliert und fünf Minuten draußen braucht, um nicht durchzudrehen – lasst sie an einem sicheren Ort weinen, absolut. Aber ein sechs Wochen altes Baby routinemäßig so lange weinen zu lassen, bis es aus Erschöpfung einschläft? Das hat sich für mich nie richtig angefühlt.
Woran erkenne ich, ob es Zahnen oder nur Quengeln ist?
Bei meinen Kindern ging das Zahnen immer mit einem buchstäblichen Wasserfall aus Sabber einher. Und ich spreche hier von drei durchtränkten Lätzchen pro Stunde. Außerdem fingen sie an, auf ihren eigenen Händen rumzukauen, auf meiner Schulter, am Schwanz des Hundes – woran auch immer sie gerade kamen. Wenn sie aggressiv auf etwas beißen und sich an die Ohren fassen, stehen die Chancen gut, dass ein Zahn versucht durchzubrechen. Legt mal einen Beißring in den Kühlschrank und schaut, ob die Kälte sie beruhigt – das ist für mich meist der eindeutigste Beweis.
Kann Kleidung wirklich der Grund sein, dass ein Baby weint?
Zu einhundert Prozent. Stellt euch vor, ihr tragt einen kratzigen, engen Rollkragenpullover aus Wolle in einem feuchtwarmen Raum, und ihr könnt nicht sprechen, um jemandem zu sagen, dass er euch das Ding ausziehen soll. Wenn ein Schild piekst oder eine billige Kunstfaser die Körperwärme staut und sie ins Schwitzen bringt, werden sie lautstark protestieren. Der Wechsel auf weiche, atmungsaktive Bio-Baumwolle hat so viele unserer scheinbar grundlosen abendlichen Zusammenbrüche gelöst.





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