Meine Mutter rief mich in der Woche vor dem ersten Geburtstag meines Ältesten an und verkündete stolz, dass sie ihm eines dieser Plastik-Lauflerngeräte kauft, damit er den Hund durch die Küche jagen kann. Zwei Stunden später schrieb mir meine öko-bewusste Schwägerin, dass sie einen einzelnen, unbemalten, ethisch unbedenklich geernteten Holzlöffel aus dem Schwarzwald schickt, um das „freie, naturverbundene Spiel zu fördern“. Dann schickte mir meine Schweizer Schwiegermutter per E-Mail eine sehr höfliche, top organisierte Liste und fragte nach genehmigten Geschenken für 1-Jährige – wobei sie ausdrücklich darauf bestand, dass ich nur Dinge auswähle, die den strengsten europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Gott segne sie. Alle drei meinten es nur gut, aber ich bin mal ganz ehrlich: Ich überlebte mit drei Stunden Schlaf und Trockenshampoo, und alles, was ich mir zu seinem Geburtstag wirklich wünschte, war, dass mir jemand einen Eiskaffee kauft und vielleicht meine Böden wischt.
Der erste Geburtstag ist ein komischer Meilenstein, denn ehrlich gesagt, ist er gar nicht für das Kind. Einem Einjährigen ist sein Geburtstag völlig egal. Sie haben absolut keine Vorstellung davon, was ein Geschenk ist, schreien wahrscheinlich, wenn alle sie anstarren, um zu singen, und verbringen danach 45 Minuten damit, den Pappkarton aufzuessen, während man ihnen aggressiv die Reste des Klebebands aus dem Mund fischt. Aber die Gesellschaft verlangt, dass wir ihnen etwas kaufen, und die Verwandtschaft wird auf eine Liste bestehen. Wenn du also gerade auf der Suche nach Geschenken für 1-Jährige bist – was im Grunde nur eine schicke Umschreibung für „Geschenke zum ersten Geburtstag, bei denen die Eltern nicht gleich die Schlösser austauschen wollen“ ist –, lass uns darüber reden, was den Tornado der Kleinkindphase tatsächlich überlebt.
Die große Lauflernwagen-Debatte und wie man sie am Leben hält
Meine Oma erinnert mich gerne daran, dass wir die Achtzigerjahre alle ohne Eckenschutz und Bio-Farbe überlebt haben. Daraufhin erinnere ich sie meistens daran, dass Onkel Ricky der halbe Zeigefinger fehlt – vielleicht sind die neuen Regeln also gar nicht so absurd. Wenn man für ein einjähriges Kind einkauft, muss man davon ausgehen, dass alles direkt im Mund landet oder als stumpfe Waffe verwendet wird. So sind sie nun mal.
Als meine Mutter diesen Gehfrei vorschlug, erwähnte ich das beiläufig bei der U6-Untersuchung unseres Kinderarztes. Dr. Davis schaute von seiner Akte auf, seufzte tief und erklärte mir, dass diese Dinger im Grunde rollende Todesfallen sind, die jedes Jahr Tausende von Kopfverletzungen verursachen. Er murmelte noch etwas darüber, dass sie die motorischen Fähigkeiten sogar verzögern, weil das Kind seine Rumpfmuskulatur nicht nutzt. Ich kenne die genaue Biomechanik dahinter nicht, ich weiß nur, dass ich mein Kind nicht in eine rollende Plastikschüssel in die Nähe einer Treppe setzen werde. Kauft keinen lauten Plastikschrott und steckt sie nicht in rollende Todesfallen, wenn ihr ihnen stattdessen einfach einen schweren Lauflernwagen aus Holz in die Hand drücken könnt, damit sie die Schwerkraft selbst herausfinden.
Wenn ihr etwas kaufen wollt, das ihnen bei der Fortbewegung hilft, nehmt einen robusten Lauflernwagen aus Holz zum Schieben. So einen mit verstellbaren Bremsen, damit er nicht wegrutscht, sobald sie sich mit ihrem Körpergewicht darauf abstützen. Mein Ältester war mein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht macht: Wir hatten keinen solchen Wagen für ihn, also übte er das Aufstehen, indem er sich an den Vorhängen hochzog, die Gardinenstange abriss und schließlich versuchte, die Front der Spülmaschine zu erklimmen. Lernt aus meinen Fehlern.
Dinge, die direkt im Mund landen
Einjährige sind im Grunde nur hochmobile Zahnungsmaschinen. Wenn es in ihren Mund passt, wandert es da rein. Ich benutze den Klorollen-Trick: Wenn ein Spielzeug oder ein loses Teil in eine leere Toilettenpapierrolle passt, besteht Erstickungsgefahr und es fliegt direkt in den Müll. Da bin ich gnadenlos. Ich habe schon unzählige billige Mitgebsel und schlecht verarbeitete Spielsachen weggeworfen, die die liebe Verwandtschaft mitgebracht hat.

Weil sie auf allem herumkauen, ist das Material tatsächlich wichtig. Früher war mir „Bio hier“ oder „schadstofffrei da“ völlig egal, bis ich beobachtete, wie mein mittleres Kind zwanzig Minuten lang an einem billigen Plastikklotz lutschte. Ich kenne die genaue Chemie von ausgasenden Kunststoffen nicht oder was PVC wirklich mit einem menschlichen Magen macht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Erdöl-Nebenprodukt nichts ist, was im Verdauungstrakt meines Kindes marinieren sollte. Achtet am besten auf lebensmittelechtes Silikon, Bio-Baumwolle und ganz normales Holz.
Ich bin mal ganz ehrlich zu euch, was die Kianao Silikon-Beißringe angeht. Die Leute verschenken sie unglaublich gerne, weil sie so ästhetisch und süß aussehen. Für uns sind sie aber nur okay. Versteht mich nicht falsch, die Qualität stimmt und sie werden euer Kind definitiv nicht vergiften. Aber wenn man einen Golden Retriever hat so wie ich, ziehen diese Dinger Hundehaare wie ein Magnet an, sobald sie den Boden berühren. Gefühlt verbringe ich mein halbes Leben damit, Hundehaare von Silikonspielzeug abzuwaschen. Sie erfüllen absolut ihren Zweck, wenn mein jüngstes Kind Backenzähne bekommt, aber man darf sie echt nicht auf den Boden fallen lassen.
Ihre Textilien sind da allerdings eine ganz andere Hausnummer. Meine Schwiegermutter hat uns letztendlich eine Kianao Bio-Babydecke als Teil ihrer streng geprüften Schweizer Geschenke-Lieferung geschickt, und das ist das absolut beste Teil, das wir besitzen. Bei meinem Ältesten habe ich zugelassen, dass er sich an eine billige, neonblaue Polyesterdecke aus dem Supermarkt gewöhnt. Sie roch selbst nach dem Waschen komisch, und eines Tages schmolz sie buchstäblich ein bisschen im Trockner, wodurch eine kratzige Plastikecke entstand, ohne die er aber partout nicht schlafen wollte. Es war ein Albtraum. Die Decke aus Bio-Baumwolle von Kianao ist dagegen das, was meine Jüngste durch den Dreck zieht, mit Milch überschüttet und täglich platt trampelt. Sie wird jedes Mal perfekt sauber, fühlt sich wie echter Stoff an und nicht wie ein synthetischer Fallschirm, und ich kriege keine Panikattacke, wenn sie zur Beruhigung an den Ecken kaut.
Wenn ihr in einem Meer aus billigen Plastikgeschenken von wohlmeinenden Verwandten ertrinkt und einfach nur nach Dingen stöbern wollt, die in eurem Wohnzimmer richtig schön aussehen und euer Kind nicht vergiften, dann klickt euch durch unsere Sammlung mit Geschenkideen.
Die blinkenden Albtraum-Spielsachen mit Krach-Garantie
Ich muss mal kurz über elektronisches Spielzeug sprechen. Wenn ihr ein Geschenk für ein einjähriges Kind kauft und nicht im selben Haus wie dieses Kind lebt, kauft nichts, das Batterien braucht. Tut es einfach nicht. Das ist eine reine Kriegserklärung an die Eltern.

Zum ersten Geburtstag meines Ältesten kaufte ihm eine entfernte Tante so einen Roboterhund aus Plastik. Er hatte blinkende LED-Lichter in Grundfarben, die fast einen Anfall auslösen konnten, und er sang ein schiefes, extrem hohes Lied übers Zählen bis zehn. Der Bewegungssensor war so empfindlich, dass der Hund plötzlich anfing zu bellen und vom Boden der Spielzeugkiste aus zu singen, sobald nachts um zwei die Klimaanlage ansprang oder ein Schatten durch den Raum huschte. Es hat mir Todesangst eingejagt. Es hat unserem echten Hund Todesangst eingejagt. Letztendlich musste ich „versehentlich“ eine riesige Tasse heißen Kaffee direkt in seinen Lautsprecher kippen, um ihn zum Schweigen zu bringen, und ich fühlte nicht das geringste Maß an Schuld, als ich zusah, wie seine Lichter ein letztes Mal flackerten und dann erloschen.
Kinderpsychologen sagen sowieso, dass diese Spielzeuge Kinder nur überstimulieren. Sie machen das Kind passiv, während das Spielzeug die ganze Arbeit macht. Man will genau das Gegenteil. Man will Spielzeug, das einfach wie ein Stück Holz daliegt, bis das Kind seine Fantasie einsetzt, um etwas damit anzufangen.
Dicke Pappbilderbücher sind super, zumindest bis sie den Buchrücken abkauen. Schnappt euch also einfach das Erstbeste in der Buchhandlung und gut ist.
Geschenke, die ehrlich gesagt die Nerven der Eltern retten
Wenn der erste Geburtstag vor der Tür steht, sind die meisten Babys schon mittendrin im Übergang zu fester Nahrung. Das ist eine sehr chaotische und sehr frustrierende Phase. Meine Böden haben Dinge gesehen, die ihr nicht glauben würdet. An den Fußleisten festbetonierte Erbsen, ganze Schüsseln mit Spaghetti, die wie Raketen quer durch die Küche geschossen wurden, Joghurt, der in die Fugen geschmiert wurde.
Wenn ihr ein Geschenk machen wollt, das die Eltern wirklich jeden einzelnen Tag benutzen werden, dann schenkt ihnen robustes Essgeschirr aus Silikon. Ein guter Saugnapf-Teller ist Gold wert. Nicht diese wabbeligen Dinger, die ein kräftiges Kleinkind mit einem Finger abziehen kann, sondern die schweren, die sich förmlich am Tablett des Hochstuhls festsaugen. Wir nutzen die Saugnapf-Teller und Schüsseln geradezu religiös. Wenn meine Einjährige wütend wird, weil ich ihr genau das Essen gegeben habe, um das sie gerade noch gebettelt hat, versucht sie, den Teller umzukippen. Der Saugnapf hält, sie ist verwirrt, gibt schließlich auf und isst ihre Karotten. Es rettet einem massiv den Verstand. Packt noch einen auslaufsicheren Becher und vielleicht ergonomisches Kinderbesteck dazu, und ihr habt ein Geschenk, das den Alltag der Familie wirklich verbessert.
Ganz ehrlich, beim ersten Geburtstag geht es nur ums Überleben. Ihr habt einen winzigen Menschen 365 Tage lang am Leben erhalten. Ihr verdient eine Medaille oder zumindest eine sehr starke Margarita. Wenn die Leute fragen, was sie dem Kind schenken sollen, weist sie auf Dinge hin, die lange halten, von denen man keine Migräne bekommt und die nicht mit einem Warnhinweis vor giftiger Farbe versehen sind. Wenn ihr bereit seid, eurer eigenen Schwiegermutter kleine Hinweise zu geben, shoppt unsere Lernspielzeuge und schickt ihr den Link.
Die unbequemen Fragen, die jeder stellt
Muss ich wirklich ein Geschenk für den ersten Geburtstag kaufen?
Ehrlich gesagt? Nein. Es sei denn, es ist euer eigenes Kind oder eure Nichte/euer Neffe, dann ist eine schöne Karte völlig in Ordnung. Ich verspreche euch, die Eltern sind sowieso schon überfordert von den schieren Mengen an Kram, die in ihr Haus einziehen. Wenn ihr euch komisch dabei fühlt, mit leeren Händen aufzutauchen, bringt eine gute Flasche Wein für die Eltern mit oder holt ein Pappbuch für 10 Euro. Das Kind wird höchstwahrscheinlich eh mit euren Autoschlüsseln spielen.
Sind Holzspielzeuge wirklich besser oder ist das nur so ein Hipster-Ding?
Ich bin ganz ehrlich, es ist ein bisschen von beidem. Ja, sie sehen im Wohnzimmer um Welten besser aus als ein greller Plastikberg. Aber sie halten auch mehr aus. Meine Kinder haben schon Plastikspielzeug zerschmettert, indem sie es auf die Fliesen fallen ließen. Das gibt dann scharfe kleine Dolche, die ich zusammenfegen muss. Gutes Holzspielzeug bekommt höchstens eine Delle, klar, aber es zersplittert nicht. Außerdem wächst im Inneren meistens kein versteckter Schimmel, wie es bei diesen quietschenden Plastikdingern oft der Fall ist.
Was mache ich, wenn die Verwandtschaft ein riesiges, lautes Plastikteil schenkt?
Ihr lächelt, bedankt euch herzlich, lasst das Kind exakt drei Tage lang damit spielen und dann „zieht das Spielzeug auf mysteriöse Weise zu Oma“ oder die Batterien gehen leer und ihr tauscht sie einfach nie wieder aus. Wenn es wirklich unerträglich ist, wendet meine oben beschriebene Kaffee-Methode an. Keine Jury aus Müttern dieser Welt würde euch dafür verurteilen.
Ist es unhöflich, einfach nach Geld für das Sparkonto zu fragen?
Überhaupt nicht. Ich habe beim zweiten Kind damit angefangen. Ich habe einfach eine kleine Notiz auf die Einladung geschrieben: „Deine Anwesenheit reicht völlig, aber wenn du trotzdem etwas schenken möchtest, legen wir Geld für seine Zukunft zurück.“ Meine sehr traditionelle Oma fand das etwa fünf Minuten lang unglaublich geschmacklos, bis ich ihr erklärte, wie viel die Ausbildung heutzutage kostet. Jetzt schreibt sie einfach einen Scheck. Das spart allen den Gang in den Spielzeugladen.
Wie verhindere ich, dass sie das Geschenkpapier essen?
Gar nicht. Ihr akzeptiert einfach, dass euer Kind an seinem Geburtstag eine kleine Menge Dekopapier zu sich nehmen wird. Haltet Bänder und Klebeband von ihnen fern, damit sie nicht ernsthaft daran ersticken, aber wenn sie eine winzige Ecke Seidenpapier verschlucken, wird schon nichts passieren. Man muss wissen, welche Kämpfe sich lohnen, Leute.





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