Gestern saß ich auf dem Wohnzimmerteppich, knietief in einem Berg aus ungleichen Kleinkindersocken, als ich drei völlig unterschiedliche Ratschläge für ein und dasselbe Problem bekam. Meine Mutter rief an und erklärte mir, dass Jungs von Natur aus Fabelwesen lieben und ich es einfach gut sein lassen solle. Die sehr ehrgeizige, "Nur-Bio"-Mutter aus dem Kindergarten schrieb mir, ich solle sofort ein handgeschnitztes, Waldorf-geprüftes Holzzugtier kaufen, um die kindliche Entwicklung zu fördern. Dann schnaubte mein 12-jähriger Neffe, schnappte sich eine Handvoll Goldfisch-Cracker aus der Vorratskammer und meinte, ich hätte ja überhaupt keine Ahnung. Er sagte, ich solle einfach online nach den besten "Evo Baby Dragon Decks" suchen, damit ich nicht wie eine totale Idiotin klinge, wenn die Kinder darüber reden.

Ich bin mal ganz ehrlich: Ich dachte, die reden über eine Zeichentrickserie oder vielleicht über eines dieser teuren Kartenspiele, die überall auf meinem Küchenboden glänzende Pappkarten hinterlassen. Ich lag falsch. Wenn ihr ältere Kinder habt oder – wie ich – einen viereinhalbjährigen Rabauken, der bereits ein erschreckendes mahnendes Beispiel dafür ist, was passiert, wenn sie zu viel iPad-Zeit bekommen, dann müsst ihr wissen, worum es hier eigentlich geht.

Wir reden hier nicht über ein niedliches Spielzeug zum Anfassen. Wir reden über Clash Royale. Das ist ein Handyspiel, Leute. Und der "Evo Baby Dragon" (Evolutions-Babydrache) ist eine heiß begehrte digitale Karte, die Feuer spuckt und andere kleine digitale Figuren auf dem Bildschirm schneller rennen lässt. Mein Neffe verbringt anscheinend sein halbes Leben damit, die Statistiken von diesem Ding zu studieren, um die perfekte Acht-Karten-Aufstellung zu finden und damit andere Teenager im Internet zu besiegen. Und – Gott hab ihn selig – er hat wirklich versucht, mir das alles zu erklären, während ich nur versuchte, winzige Dinosaurier-Socken zu paaren.

Die absolute Abzocke mit digitalen Juwelen

Man denkt ja, sie spielen einfach nur ein kostenloses Spiel und sind ruhig, während man das Abendessen kocht. Aber diese Apps sind im Grunde bunte kleine Spielautomaten, die nur darauf ausgelegt sind, dein Bankkonto zu leeren. Um den "Baby-D" zu bekommen – wie die Kids ihn jetzt nennen, denn Gott bewahre, dass wir ganze Wörter benutzen –, müssen die Spieler sogenannte Evolutionsscherben sammeln. Aber die bekommt man nicht einfach so, weil man gut im Spiel ist. Oh nein. Das Spiel nutzt ein wildes, verwirrendes System, bei dem man echtes, hart erarbeitetes Geld ausgibt, um digitale "Juwelen" zu kaufen. Mit diesen kauft man dann digitale "Truhen", die einem wiederum eine zufällige Chance geben, vielleicht die benötigten Scherben zu bekommen.

Das entkoppelt das Gehirn eines Kindes völlig vom Konzept echten Geldes. Sie sehen keine 20-Euro-Abbuchung auf deiner Kreditkarte. Sie sehen nur einen Haufen glänzender lila Steine auf ihrem Bildschirm. Das Kind meiner Cousine hat letzten Monat aus Versehen 200 Euro auf ihrem iPad verbraten, weil es einfach immer wieder auf den glänzenden grünen Knopf gedrückt hat, um mehr Juwelen für seinen Drachen zu kaufen. Sie lassen es wie Spielgeld aussehen, und das funktioniert leider perfekt bei müden Eltern, die einfach nur fünf Minuten Ruhe haben wollen, um ihren Kaffee zu trinken, bevor er kalt wird.

Tut euch selbst einen Gefallen und sperrt in genau diesem Moment eure Smartphone-Zahlungseinstellungen. Geht in Apple Pay oder Google Wallet und stellt ein, dass für jeden App-Store-Kauf euer echtes Gesicht oder ein sicheres Passwort erforderlich ist. Vertraut nicht auf eure süßen kleinen Engel, denn mein Großer hat meinen vierstelligen Code schon mit drei Jahren herausgefunden, nur indem er beobachtet hat, wie sich meine Daumen über den Bildschirm bewegten.

Ich nehme an, ich sollte euch jetzt einen langen Vortrag darüber halten, wie das blaue Licht dieser Spiele ihre Netzhaut ruiniert und Schlafstörungen verursacht. Aber ganz ehrlich: Wenn ihr das Tablet einfach eine Stunde vor dem Schlafengehen wegnehmt und in eine Schublade werft, werdet ihr das Ganze wahrscheinlich gut überstehen.

Was die Kids da eigentlich machen

Wenn ihr am Abendbrottisch zumindest so tun wollt, als wüsstet ihr, was vor sich geht: Ich habe meinen Neffen gebeten, mir die Terminologie mal zu übersetzen. Anscheinend hat der Babydrache vor kurzem diesen "entwickelten" Status (Evo) bekommen. Das bedeutet, er verschießt jetzt einen Windstoß, der befreundete Truppen stärkt ("bufft") und den Feind verlangsamt. Aus diesem Grund drehen die Kinder völlig durch und versuchen, die ultimative Strategie um ihn herum aufzubauen.

What the kids are actually doing on there — The Truth About Those Evo Baby Dragon Decks Everyone Is Playing

Er erzählte mir, dass das beliebteste Setup im Moment ein sogenanntes LavaLoon-Deck ist – was wie ein schreckliches Ballontier klingt, aber in Wirklichkeit eine Kombination aus einem Lavahund und einem Ballon ist, die aus der Luft angreifen. Dann gibt es noch den Golem-Beatdown, bei dem ein riesiges Steinmonster abgesetzt wird und der Drache sich dahinter versteckt. Ich nickte, als würde ich auch nur ein Wort davon verstehen, während ich im Stillen ausrechnete, wie viel echtes Geld er wohl schon ausgegeben hatte, um seine Gewinnquote zu perfektionieren.

Geld für Dinge ausgeben, die man wirklich anfassen kann

Zu hören, wie mein Neffe sich über den Tausch von digitalem Elixier stresst, hat meine eigenen Ausgaben wirklich in eine neue Perspektive gerückt. Wenn man mit Babys und Kleinkindern an vorderster Front kämpft, hat man nicht den Luxus, Geld für verpixelte Drachen zu verschwenden. Man braucht Ausrüstung, die das physische Chaos des Alltags ehrlich löst. Wenn ihr genug von all dem digitalen Lärm habt und ein paar Dinge sehen wollt, die nicht verschwinden, wenn der App-Server abstürzt, dann nehmt euch eine Minute Zeit und schaut euch die Baby-Kuschelkollektion bei Kianao an.

Spending money on things you can genuinely touch — The Truth About Those Evo Baby Dragon Decks Everyone Is Playing

Ich gebe euch ein perfektes Beispiel dafür, was ich als lohnende Investition betrachte. Letzte Woche hatte mein mittleres Kind mitten in der Supermarktkasse eine Windel-Explosion epischen Ausmaßes. Ich spreche hier von einer Sauerei auf radioaktivem Niveau. Hätte sie ein normales Oberteil getragen, hätte ich es ihr über den Kopf ziehen müssen und damit ihre Haare, meinen Verstand und wahrscheinlich auch den Tag der Kassiererin ruiniert.

Aber sie trug den Baby-Body aus Bio-Baumwolle von Kianao. Er hat diesen praktischen Schlupfkragen, also anstatt ihn nach oben auszuziehen, rollte ich das Ganze einfach direkt nach unten über ihre Beine in eine Plastiktüte. Es war ein wunderschöner, katastrophenabwendender Moment. Das Material besteht zu 95 % aus Bio-Baumwolle, sodass sie nicht diese seltsamen kleinen roten Ekzempusteln bekommt, die billige Synthetik-Mehrfachpacks sonst immer verursachen. Er kostet um die 18 Euro, was weniger ist, als mein Neffe letzten Dienstag für seinen digitalen Drachen ausgegeben hat, und er hat mich schon mindestens dreimal davor bewahrt, weinend auf einem Supermarktparkplatz zusammenzubrechen.

Gut, nicht alles ist gleich ein lebensveränderndes Wunder. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich, was den Panda Beißring aus Silikon und Bambus angeht. Er ist völlig in Ordnung. Er besteht aus lebensmittelechtem Silikon und ist BPA-frei – was super ist, weil mein Arzt mir gesagt hat, dass billige Plastik-Beißringe im Grunde nur hormonelle Störfaktoren in Tierform sind. Meine Jüngste hat etwa vier Tage lang aggressiv auf diesem Panda herumgekaut. Dann hat sie ihn fallen gelassen, der Hund hat ihn abgeleckt, ich habe ihn im Waschbecken abgespült, und er rollte sofort unter den Fernsehtisch, wo er derzeit zusammen mit einem alten Cheerio lebt. Er erfüllt seinen Zweck und ist leicht zu reinigen, aber erwartet nicht, dass er Zahnungs-Wutanfälle auf magische Weise heilt.

Echte "Buffs" für eure Babys in der realen Welt

Wisst ihr noch, wie die Kids diesen Evo-Drachen benutzen, um ihren kleinen Spieltruppen einen "Buff" (eine Stärkung) zu geben? Mir ist klar geworden, dass wir Eltern physische Buffs für unsere eigenen Kinder finden müssen, um den Haussegen aufrechtzuerhalten. Für meine Jüngste ist dieser Buff die Temperaturkontrolle.

Meine Kinderärztin hat mal beiläufig erwähnt, dass Babys schrecklich darin sind, ihre eigene Körperwärme zu regulieren. Wenn wir sie in billiges Polyester-Fleece einwickeln, dreht ihr Körper völlig durch und sie wachen um 2 Uhr morgens schreiend auf. Ich verstehe die genaue Thermodynamik der Schweißdrüsen eines Babys nicht wirklich, aber ich weiß, dass wir alle etwa zwei Stunden länger schlafen, seitdem wir zur Babydecke aus Bio-Baumwolle mit beruhigendem Grauwale-Muster gewechselt sind.

Es handelt sich um doppellagige Bio-Baumwolle, also atmet der Stoff. Er speichert genau die richtige Menge an Wärme, um sie gemütlich einzukuscheln, aber die Luft zirkuliert tatsächlich, sodass sie nicht in ihrem eigenen Schweiß gart. Außerdem ist das Grauwale-Muster echt schön anzusehen, ganz im Gegensatz zu den neongrellen Zeichentrickfiguren-Decken, die meine Schwiegermutter immer wieder heimlich in mein Haus schleust. Ganz ehrlich, ich gebe mein Budget lieber für eine hochwertige Decke aus, die meine Familie durchschlafen lässt, als digitale Scherben für eine App zu kaufen.

Das Elternsein ist schon teuer und anstrengend genug, da müssen Handyspiele unsere Kinder nicht auch noch dazu verleiten, echtes Geld für gefälschte Karten auszugeben. Bevor ihr aus Versehen die digitale Drachenarmee eurer Kinder finanziert, überprüft die Zahlungseinstellungen eures Handys, atmet tief durch und klickt rüber zu Kianao, um euch echte Baby-Must-haves anzusehen, die euer sehr reales, sehr chaotisches Leben ein kleines bisschen einfacher machen werden.

Die chaotischen Fragen, die sich alle stellen

Was genau ist ein Evo-Babydrache, einfach erklärt?

Es ist einfach eine digitale Figur in einem Handyspiel namens Clash Royale. "Evo" bedeutet einfach entwickelt (evolved) – es ist also eine stärkere Version einer normalen Karte, die Feuer spuckt und andere Spielfiguren schneller rennen lässt. Es ist kein physisches Spielzeug, das man im Laden kaufen kann, egal, was die Öko-Mamas in der Kita euch erzählen.

Muss ich diese Decks für mein Kind kaufen?

Absolut nicht. Ihr müsst ihnen gar nichts kaufen. Das Spiel ist technisch gesehen kostenlos, aber es wird euer Kind ständig dazu drängen, echtes Geld für "Juwelen" auszugeben, um diese Karten schneller freizuschalten. Lasst sie es auf die langsame Art durch bloßes Spielen verdienen, oder sagt ihnen, sie sollen draußen spielen gehen. Ihr seid nicht verpflichtet, ihre Karriere im Mobile Gaming zu finanzieren.

Wie verhindere ich versehentliche App-Store-Käufe?

Ihr müsst sofort in die Einstellungen eures Handys gehen. Wartet nicht. Wenn ihr ein iPhone habt, geht auf "Einstellungen", tippt auf euren Namen, geht zu "Medien & Käufe" und verlangt ein Passwort für jeden einzelnen Download. Noch besser: Richtet Face ID ein, damit sie buchstäblich keinen digitalen Drachen kaufen können, ohne euch das Handy direkt vors Gesicht zu halten.

Ist Bildschirmzeit direkt vor dem Schlafengehen wirklich so schlimm?

Meine Kinderärztin hat mir letzte Woche gesagt, dass solche blitzschnellen Spiele so viel Dopamin ins kindliche Gehirn ausschütten, dass das natürliche Melatonin einfach aufgibt und streikt. Ich verstehe die Gehirnchemie dahinter nicht hundertprozentig, aber ich weiß mit Gewissheit, dass meine Kinder sich wie wilde Waschbären aufführen, wenn sie nach 18:30 Uhr auf ein iPad schauen. Nehmt die Bildschirme einfach weg. Das ist die ersten drei Tage zwar nervig, aber eure Abende werden so viel entspannter sein.

Was ist eine bessere Alternative zu Handyspielen für mein ältestes Kind?

Wenn sie davon besessen sind, strategische Decks zu bauen, kauft ihnen echte, physische Kartenspiele. Uno, Sleeping Queens (Schlafende Königinnen) oder sogar normale Spielkarten. Das befriedigt genau dasselbe Bedürfnis nach Strategie und Ressourcenmanagement, aber es zwingt sie, in ein menschliches Gesicht zu schauen statt auf einen Bildschirm. Und es versucht nicht heimlich, eure Visa-Karte für digitale Juwelen zu belasten.