Ich war in der 24. Schwangerschaftswoche, saß in der brütenden Hitze meines Ford F-150 auf dem Parkplatz eines Vorstadt-Einkaufszentrums und heulte Rotz und Wasser in eine halb aufgegessene Packung Salzcracker. Es war Juli in Texas, meine Knöchel waren offiziell mit meinen Waden verschmolzen, und ich war gerade aus einem riesigen Babymarkt gewatschelt, nachdem ich versucht hatte, meine allererste buybuy BABY-Wunschliste anzulegen. Ich umklammerte eine zwölfseitige ausgedruckte Checkliste, die mir das Gefühl gab, quasi eine Rabenmutter zu sein, wenn ich nicht sofort so etwas wie einen „Feuchttuchwärmer“ und einen 300-Euro-Hightech-Stubenwagen, der wie ein Raumschiff aussah, auf die Liste setzte. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich mit euch: Genau in diesem Moment wurde mir klar, dass die Babyindustrie eine reine Abzocke ist, die es auf verängstigte, von Schlafmangel geplagte Frauen abgesehen hat.
Meine Oma schwor immer darauf, dass Babys nur eine warme Decke, einen vollen Bauch und eine stabile Kommodenschublade zum Schlafen bräuchten – was heute, Gott hab sie selig, wahrscheinlich sofort das Jugendamt auf den Plan rufen würde. Aber als ich an diesem Tag in meinem Wagen saß, verstand ich irgendwie, was sie meinte. Man geht in so einen Laden und denkt, man braucht nur ein paar Windeln und vielleicht einen süßen Body, und wenn man rauskommt, glaubt man, das eigene Kind wird später nie das Abitur schaffen, wenn man nicht die richtige ergonomische Babybadewanne kauft.
Der Scanner-Pistolen-Vorfall von 2019
Bei meinem Ältesten – der jetzt fünf ist und mein tägliches Mahnmal dafür darstellt, warum man Kleinkinder niemals in die Nähe von Permanentmarkern lassen sollte – machten wir den fatalen Fehler, gemeinsam in den Laden zu gehen. Mein Mann bekam diese kleine digitale Scanner-Pistole in die Finger, mit der man Dinge zur Wunschliste hinzufügt, und plötzlich war es für ihn wie ein Videospiel. Er lief einfach durch die Gänge und scannte wahllos Barcodes ab. Ein winziger Smoking? Gescannt. Ein Fläschchen-Sterilisator, der die halbe Arbeitsplatte in der Küche einnimmt? Gescannt. Wir haben an diesem Tag so viel nutzloses Plastik auf unsere Liste gesetzt, dass es ehrlich gesagt ein Wunder ist, dass die Erde unser Haus noch nicht im Ganzen verschluckt hat.
Kürzlich habe ich eine Statistik gelesen, die besagt, dass es mittlerweile rund 286.000 Euro kostet, ein Kind bis zur Volljährigkeit großzuziehen – da möchte ich mich am liebsten einfach mit dem Gesicht nach unten auf meinen Wohnzimmerteppich legen. Was einem aber niemand sagt: Ein ordentlicher Batzen dieses Geldes wird in den ersten sechs Monaten für Dinge verpulvert, die man buchstäblich nie benutzen wird. Ich weiß noch, wie ich auf den riesigen Berg von Babykartons in unserem Kinderzimmer starrte und dachte, dass ein drei Kilo schweres Menschlein unmöglich mehr Ausrüstung brauchen kann als eine professionelle Bergsteigerexpedition.
Das Insolvenz-Drama und das große Comeback
Spulen wir ein paar Jahre vor. Kurz nachdem ich mein drittes Kind bekommen hatte, ging die Muttergesellschaft von buybuy BABY im Frühjahr 2023 komplett pleite. Ich weiß noch, wie ich an meinem Küchentisch saß und Bestellungen für meinen Etsy-Shop einpackte, während das Baby schlief. Ich las die Nachrichten auf meinem Handy und dachte mir: Tja, dann ist die riesige Schnuller-Wand wohl für immer Geschichte. Aber dann – unerwartete Wendung – wurden sie von einem Hersteller für Babyausstattung namens Dream on Me aufgekauft und feierten Ende letzten Jahres offiziell ihr Comeback.
Hier ist allerdings der Haken: Sie haben nur elf echte Filialen eröffnet, und die sind im Grunde alle im Nordosten der USA zusammengepfercht. Wenn du also in New Jersey lebst, kannst du einfach hineinspazieren und eine ihrer kostenlosen, 60-minütigen Expertenberatungen buchen, bei der dir ein echter Mensch alles über die Sicherheit von Kindersitzen und die Gestaltung des Kinderzimmers erklärt. Das klingt ehrlich gesagt fantastisch, wenn man zum ersten Mal Mama wird und einen Stubenwagen nicht von einer Babywippe unterscheiden kann. Aber ich lebe im ländlichen Texas, wo die nächste asphaltierte Straße über einen Kilometer entfernt ist. Zu einer persönlichen Wunschlisten-Beratung aufzukreuzen, wird für mich also definitiv nicht passieren – es sei denn, sie erfinden das Beamen.
Was tun, wenn man nicht im Nordosten lebt?
Früher sind die Leute wegen der Willkommensbox der buybuy BABY-Wunschliste völlig aus dem Häuschen geraten. Die war zugegebenermaßen auch ziemlich großartig, weil sie voll mit wirklich brauchbaren Proben war und nicht nur aus einem Haufen bunter Gutscheine für Dinge bestand, die man eh nie kaufen würde. Da ich aber nicht mal eben 20 Stunden Autofahrt auf mich nehmen kann, nur um einen Schnuller und ein bisschen Windelcreme abzugreifen, musste ich für Baby Nummer zwei und drei herausfinden, welche anderen Läden meine Zeit wirklich wert waren.

Target ist normalerweise meine erste Anlaufstelle, weil es dort einen 15-prozentigen Rabatt auf den Abschluss der Wunschliste gibt. Den habe ich schamlos ausgenutzt, um Haushaltsdinge zu kaufen, die ich sowieso brauchte, und außerdem ist in deren Willkommensbox meistens ein ordentliches Fläschchen. Amazon ist natürlich am einfachsten, wenn man in Jogginghose auf dem Sofa sitzen und mit dem Universal-Tool Artikel von irgendwelchen Websites hinzufügen möchte – auch wenn dabei das Erlebnis „den Stoff vor dem Kauf anfassen“ fehlt. Und dann ist da noch GoodBuy Gear, in das ich mich bei Baby Nummer drei total verliebt habe. Es ist eine Re-Commerce-Seite, auf der man sicher neuwertige oder leicht gebrauchte Sachen kaufen kann. Das spart buchstäblich Tausende von Euro und sorgt dafür, dass weniger Plastik auf der Mülldeponie landet. Genau mein Ding, da ich ohnehin versuche, einen etwas kleineren ökologischen Fußabdruck auf diesem Planeten zu hinterlassen.
Was der Arzt mir wirklich geraten hat
Vergesst die zwölfseitigen Checklisten! Wenn ihr mich fragt, gibt es nur etwa vier Dinge, die man wirklich braucht, um ein Neugeborenes am Leben und halbwegs glücklich zu halten. Als ich mit meinem ersten Baby bei der Vorsorgeuntersuchung war, warf mir der Arzt eine Broschüre zu, in der stand, dass man das Baby in den ersten sechs Monaten im Elternschlafzimmer schlafen lassen soll, um das SIDS-Risiko zu senken – was erschreckenderweise Tausende von Babys im Jahr betrifft. Aber ganz ehrlich: Im vierten Monat klang mein Ältester wie ein schnarchender LKW-Fahrer und ich drehte fast durch. Also schlossen wir einen Kompromiss und stellten das Gitterbett direkt vor unsere offene Zimmertür.
Aber beim Thema sicherer Schlaf und Kindersitze meinte es der Arzt todernst. Man muss einen neuen Kindersitz kaufen, es sei denn, man ist bereit, das Leben seines Kindes auf das Wort eines Fremden bei Facebook Marketplace zu verwetten, dass der Sitz unfallfrei ist. Also achtet einfach auf das offizielle Prüfsiegel und die Sache hat sich. Außerdem braucht ihr ein flaches, langweiliges Beistell- oder Gitterbett mit absolut null Kissen, Decken oder diesen niedlichen kleinen Nestchen, die in Wirklichkeit nur Erstickungsgefahren in teurem Kinderzimmer-Design sind.
Lasst mich kurz übers Füttern sprechen, denn da habe ich bei meinem ersten Kind völlig den Verstand verloren. Ich kaufte eine wahnsinnig teure elektrische Milchpumpe und eine riesige Fläschchenzubereitungsmaschine, noch bevor mein Baby überhaupt auf der Welt war. Nur um dann festzustellen, dass das Stillen bei uns eine absolute Katastrophe war und die Fläschchenmaschine seltsamen Schimmel in den Schläuchen ansetzte. Ich habe gefühlt halbe Romane meines Lebens damit verbracht, diese dumme Maschine mit winzigen Drahtbürsten zu reinigen, während ich über verschüttete Muttermilch weinte. Lasst euch sagen: Das ist eure geistige Gesundheit nicht wert! Ihr fahrt viel besser damit, wenn ihr auf die 300-Euro-Gadgets verzichtet, die Idee verwerft, Babypopos mit chemisch aufgewärmten Tüchern abzuwischen, und euch einfach einen soliden Windeleimer und ein paar einfache Fläschchen zulegt. Testet erst einmal, welche Saugerform euer Kind überhaupt akzeptiert, bevor ihr in ein komplettes System investiert.
Oh, und Babyschuhe sind die dümmste Erfindung des Planeten. Kauft sie einfach nicht.
Wunschlisten-Geschenke, die nicht im Second-Hand-Laden landen
Wenn mich meine Freunde heute fragen, was ein gutes Geschenk für eine Baby-Wunschliste ist, rate ich ihnen immer zu alltäglichen Verbrauchsgütern wie umweltfreundlichen Feuchttüchern oder Kleidung, bei der das Baby keinen mysteriösen Ausschlag bekommt. Ich bin mittlerweile ein ziemlicher Stoff-Snob geworden, seit mein zweites Baby so schlimme Neurodermitis hatte, dass sich seine kleinen Arme wie Schmirgelpapier anfühlten.

Mein absolutes Lieblingsgeschenk zum Überreichen (und Bekommen) ist derzeit der Ärmellose Baby-Body aus Bio-Baumwolle. Ich sag's euch ganz ehrlich: Der Grund, warum ich dieses Teil so liebe, ist nicht nur, dass es bio ist und ohne eklige Pestizide angebaut wurde – obwohl das natürlich super für die Neurodermitis-Problematik ist. Es liegt daran, dass er zu fünf Prozent aus Elasthan besteht. Wisst ihr, was das bedeutet? Es bedeutet, dass er sich über ihre riesigen, wackeligen Melonenköpfe ziehen lässt, ohne dass es in einem Ringkampf endet. Es gibt nichts Schlimmeres, als zu versuchen, ein schreiendes Neugeborenes in ein steifes, kratziges Baumwollshirt zu quetschen, das null nachgibt. Dieser Body gleitet einfach drüber, die Druckknöpfe bleiben tatsächlich zu, wenn die Kleinen diese wilden Fahrrad-Kick-Bewegungen machen, und er lässt sich wunderbar waschen, ohne auf Puppengröße einzulaufen.
Wenn es für ein Babyparty-Geschenk etwas schicker sein soll, ist der Baby-Strampler aus Bio-Baumwolle mit Flatterärmeln und Rüschen perfekt. Er besteht aus demselben unglaublich weichen, dehnbaren Material, hat aber diese kleinen Flatterärmel, die einfach unfassbar niedlich aussehen. Normalerweise hasse ich "schicke" Babykleidung, weil sie oft aus kratzigem, synthetischem Tüll besteht, der das Baby nur unglücklich macht. Aber in diesem Teil sehen sie für Omas Fotos richtig schick aus und fühlen sich trotzdem so wohl, als hätten sie ihren Schlafanzug an.
Wenn ihr nach Ausstattung sucht, die auch nach den ersten drei Monaten noch im Einsatz ist und nicht wie eine Plastikexplosion in eurem Wohnzimmer aussieht, solltet ihr unbedingt einen Blick auf unsere nachhaltige Babykollektion werfen.
Für die Spielzeit bin ich ein großer Fan vom Baby-Spielbogen aus Holz | Regenbogen-Spieltrapez mit Tierspielzeug. Bei meinem dritten Kind hatte ich endgültig genug von diesen riesigen Plastik-Spielmatten, die aggressiv blinken und schiefe elektronische Musik abspielen, sobald das Baby auch nur atmet. Dieser Holzbogen ist stabil, sieht selbst mitten in meinem chaotischen Wohnzimmer hübsch aus, und die kleinen Tierfiguren geben dem Baby etwas, auf das es sich fokussieren und nach dem es greifen kann, ohne sein kleines, sich entwickelndes Gehirn völlig zu überreizen.
Und dann gibt es da noch den Panda-Beißring aus Silikon & Bambus. Ich bin ganz ehrlich: Der Panda ist süß und das lebensmittelechte Silikon ist absolut sicher und ungiftig – was natürlich wichtig ist, wenn sie es sich 24 Stunden am Tag in den Mund stecken. Aber ganz im Ernst, als mein Zweiter seine Backenzähne bekam, hätte ich ihn auch auf meiner Schuhsohle kauen lassen, wenn mir das fünf Minuten Ruhe eingebracht hätte. Das Ding erfüllt seinen Zweck, lässt sich leicht im Waschbecken abwaschen und man kann es in den Kühlschrank legen, damit es schön kühl wird. Mehr kann man von einem Beißring wirklich nicht verlangen.
Machen wir dem Zirkus ein Ende
Eine Wunschliste zu erstellen, sollte sich nicht anfühlen, als würde man fürs Jura-Staatsexamen lernen, und man braucht ganz bestimmt keine Scanner-Pistole, die einem vorgibt, wie man sein Kind zu erziehen hat. Egal, ob ihr in ein echtes Geschäft im Nordosten fahrt oder morgens um 2 Uhr auf dem Handy auf "In den Warenkorb" klickt, während ihr alte Cornflakes esst: Beschränkt euch einfach auf die Basics für sicheren Schlaf, holt euch einen Kindersitz, dem ihr vertraut, und kauft Kleidung, bei der ihr euch bei einem Windel-Desaster um 3 Uhr nachts nicht die Haare raufen wollt.
Bereit für eine Wunschliste, die euer Haus nicht mit Plastikschrott zumüllt? Stöbert durch unsere Bio-Kleidung und Holzspielzeuge und findet die Essentials, die ihr auch wirklich benutzen werdet.
Die chaotischen Fragen, die ihr euch heimlich stellt
Brauche ich wirklich eine Baby-Wunschliste, wenn ich nur eine kleine Babyparty feiere?
Ehrlich gesagt ja, aber nur, um euch davor zu bewahren, vierzehn leicht gruselige, selbstgestrickte Babydecken und null Packungen Windeln zu bekommen. Selbst wenn ihr nur zehn Dinge draufsetzt, gibt eine Wunschliste eurer Großtante Susanne einen ganz konkreten Link zum Klicken, damit sie im örtlichen Kaufhaus nicht auf eigene Faust zuschlägt. Außerdem gibt es am Ende oft noch diesen süßen Abschluss-Rabatt für die Dinge, die euch niemand geschenkt hat.
Was ist heutzutage wirklich in so einer Willkommensbox?
Im Grunde ist es eine Wundertüte aus Verzweiflung und Marketing. Meistens bekommt man ein völlig in Ordnung gehendes Babyfläschchen, einen Schnuller, den euer Baby unweigerlich verweigern wird, eine winzige Tube Wundschutzcreme, die genau zwei Tage hält, und einen Berg an Gutscheinen für Dinge wie Schwangerschaftsfotos oder Nabelschnurblut-Einlagerung. Es macht Spaß, sie auszupacken, aber ich würde dafür nicht durch drei Städte fahren.
Ist es unhöflich, teure Sachen wie ein Gitterbett auf die Wunschliste zu setzen?
Nein, denn Gruppengeschenke sind mittlerweile total normal. Meine Kollegen haben alle 20 Euro zusammengelegt und uns den Hochstuhl für mein erstes Baby gekauft. Eure Liste sollte nur nicht ausschließlich aus Dingen bestehen, die mehr als 200 Euro kosten, sonst kaufen euch die Leute aus purem Trotz nur ein paar Socken. Packt als Ausgleich ein paar Bio-Spucktücher und verschiedene Windelgrößen mit drauf.
Wie viel Kleidung brauche ich wirklich für ein Neugeborenes?
Mein erstes Kind trug genau zwölf Tage lang Neugeborenen-Größe, bevor es wie Hulk herauswuchs, und mein zweites ist einen ganzen Monat lang darin versunken. Setzt also keine 50 Neugeborenen-Outfits auf eure Liste. Besorgt euch eine Handvoll dieser dehnbaren Bio-Baumwollbodys, die ich vorhin erwähnt habe, und ein paar Schlafanzüge mit Reißverschluss (niemals mit Druckknöpfen, das werdet ihr um 3 Uhr nachts bereuen). Konzentriert euch bei der Wunschliste lieber auf die Größen für 3 bis 6 Monate, denn diese tragen sie deutlich länger.





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