Ich stehe in Gang 400 des Kongresszentrums, im siebten Monat schwanger mit Maya, und schwitze in einem Umstandsoberteil, das absolut nicht für die Temperaturen in einer Messehalle gemacht ist. Mein Mann Dave hält derweil drei verschiedene neonfarbene Stoffbeutel voller Brustwarzensalben-Proben und sieht aus, als würde er am liebsten im Erdboden versinken. Wir waren seit genau 42 Minuten auf dieser riesigen Babymesse. Ich wollte schon jetzt weinen, und dabei hatte ich noch nicht einmal den Stand mit den völlig überteuerten Bio-Brezeln gefunden.
Kreuzt bloß nicht an einem Samstagmittag völlig planlos auf einer riesigen Babymesse auf und lasst euch von einem aufdringlichen Verkäufer an einen Wehen-Simulator anschließen, nur weil er euch eine kostenlose Schnullerkette angeboten hat. Macht es einfach nicht. Mir ist das passiert, als ich mit Leo, meinem Ersten, schwanger war, und ich brauchte bestimmt drei Tage, um mich von der reinen Reizüberflutung durch fünftausend panische werdende Eltern zu erholen, die sich um rabattierte Milchpumpen-Sets stritten. Aber die Sache ist die: Ich dachte, ich *müsste* hingehen, um herauszufinden, was ich wirklich brauche. Denn das Internet ist ein beängstigender Ort und ich wollte die Sachen anfassen, bevor ich unsere gesamten Ersparnisse dafür ausgebe. Was ich eigentlich sagen will: Man kann diese Events tatsächlich überleben und genau das finden, was man sucht. Aber man braucht einen sehr genauen Angriffsplan, muss mit mindestens zwei Eiskaffee im Blut anrücken und buchstäblich 90 % der Stände ignorieren.
Die Messehalle des Grauens
Okay, der Hauptanziehungspunkt so einer Babymesse ist also dieses „Erst testen, dann kaufen“-Konzept. Das ist eigentlich genial, wenn man den ganzen Lärm ausblenden kann. Bei Leo habe ich drei Monate lang Online-Bewertungen für Kinderwagen gelesen, bis mir die Augen brannten. Aber auf der Messe gab es diese verrückte Teststrecke mit künstlichem Kies und Gras. Man konnte die Kinderwagen buchstäblich über künstliche Hückel schieben, um zu sehen, ob sie sich klapprig anfühlen. Dave wurde da total ehrgeizig. Er nahm die Kurven mit einem 1.200-Euro-Kinderwagen, als wäre er beim Grand Prix, und murmelte ständig etwas von „Federung“ und „Wendekreis“.
Und dieser Teil ist ehrlich gesagt großartig. Autositze testen, das Gewicht von Babytragen spüren, versuchen herauszufinden, wie zum Teufel man ein Reisebett mit nur einer Hand zusammenklappt, während man einen Fünf-Kilo-Sack Mehl hält (ja, das lassen die einen da wirklich machen). Aber die eigentliche Falle sind die Experten-Bühnen. Du schlenderst an einer Bühne vorbei, auf der jemand mit sehr beruhigender Stimme ein Seminar über Babymassage gibt. Und direkt daneben ist ein Stand, der dir einredet, dass du quasi schon als Mutter versagt hast, wenn du nicht genau ihren speziellen Bio-Glasflaschenwärmer kaufst. Das ist SO viel Druck.
Anstatt also euren Tag von der Veranstaltung diktieren zu lassen und euch zu jeder einzelnen Bühne und jedem Stand zu schleppen, bis eure Füße aus den Schuhen quellen, macht euch einfach eine Liste. Schreibt die drei wichtigsten Dinge auf, die ihr persönlich testen wollt, klappert genau diese Stände ab, schnappt euch die Goodie-Bags (denn kostenlose Proben sind das Beste!) und dann seht zu, dass ihr da verschwindet, um eine riesige Pizza essen zu gehen.
Die Wunschliste aus der Hölle
Viele nutzen diese Messen auch, um Ideen für Geschenke zur Babyparty zu sammeln. Das ergibt total Sinn, denn sonst klickt man nur nachts um zwei Uhr in irgendwelchen Onlineshops auf „Auf die Wunschliste“, während man Sodbrennen-Tabletten lutscht. Aber das Erstellen dieser Wunschlisten ist ein absolutes Minenfeld – besonders wenn man wohlmeinende Tanten hat, die einem Dinge kaufen wollen, die seit 1993 nicht mehr als sicher gelten.

Als ich mit Leo schwanger war, wusste ich überhaupt nicht, was ich da tue. Wenn man Geschenke für Jungs auf die Wunschliste für die Babyparty setzt, kaufen die Leute einem buchstäblich einfach alles, was blau ist und einen kleinen LKW drauf hat. Ohne Witz. Ich hatte so viele kratzige blaue Pullover. Als ich dann mit Maya schwanger war, wurde mir klar, dass das mit den Geschenken heute viel besser funktioniert: Man bittet einfach um praktische, geschlechtsneutrale Dinge, die einem beim nächtlichen Füttern um drei Uhr morgens wirklich den Verstand retten.
Ein Teil, das ich zum Beispiel absolut liebe und all meinen Freundinnen empfehle, auf ihre Liste zu setzen, ist der Lama Beißring aus Silikon zur Beruhigung des Zahnfleisches. Ich kann euch gar nicht erklären, wie sehr Maya an diesem Ding hing. Als diese winzigen rasiermesserscharfen Zähnchen durchkamen, herrschte in unserem Haus nur noch Geschrei. Ich holte dann dieses Regenbogen-Lama aus dem Kühlschrank und sie kaute darauf herum, als würde es ihr Geld schulden. Es war wirklich ein Lebensretter. Das Silikon ist superweich, aber robust, und durch die kleine Herz-Aussparung konnten ihre winzigen, unkoordinierten Hände es richtig gut greifen, ohne es alle fünf Sekunden auf den Boden fallen zu lassen. Ich habe gleich drei davon gekauft, damit immer eins in der Spülmaschine sein konnte.
Andererseits ging Dave auf der Messe an einen Stand und verliebte sich total in den Wilder Westen Spielbogen mit Pferd & Büffel. Er bestand darauf, dass wir ihn auf die Wunschliste setzen, weil er diesen „Wildwest-Pionier“-Vibe so toll fand. Es ist wirklich eine schöne Geschenkidee für die Babyparty und das Holzgestell ist richtig massiv, aber ganz ehrlich? Für mich war es einfach nur okay. Ich bin nicht so der Typ für Cowboy-Ästhetik, und der silberne Stern passte nicht wirklich zum Rest unseres Wohnzimmers. Aber Leo liebte das schwere Holzspielzeug in Büffelform abgöttisch, und es hat ihn so gut beschäftigt, dass ich meinen Kaffee trinken konnte, solange er noch warm war. Also, was weiß ich schon!
Wenn ihr aber das ultimative Geschenk wollt – egal ob für eure eigene Liste oder für jemand anderen –, dann sind das gute Decken. Natürlich nicht fürs Babybettchen, sondern für den Kinderwagen und zum Spielen auf dem Boden. Ich habe die Bambus-Babydecke „Blauer Fuchs im Wald“ geschenkt bekommen und sie war wahrscheinlich mein absolutes Lieblingsteil. Sie besteht aus einer Bambus-Baumwoll-Mischung, die sich unglaublich luxuriös anfühlt, und die beruhigenden Blautöne haben *mich* bei starkem Schlafmangel wirklich etwas entspannt. Die Decke ist so atmungsaktiv, dass ich mir nie Sorgen machen musste, dass Maya bei unseren Sommerspaziergängen überhitzt – und im Herbst hielt sie sie trotzdem wunderbar warm. Das ist einfach so ein Teil, das man anfasst und sich direkt denkt: Oh ja, das ist die wirklich gute Qualität.
Wenn ihr gerade eine kleine Panikattacke habt und nicht wisst, was ihr wirklich auf eure Liste setzen sollt, schaut euch am besten die Geschenkkollektionen für Babypartys von Kianao an. Da findet ihr Dinge, die nach drei Monaten ganz sicher nicht in der Altkleidersammlung landen.
Die medizinischen Empfehlungen ändern sich gefühlt alle fünf Minuten
Eines der verrücktesten Dinge beim Schlendern über diese Messen ist, wenn man den Experten-Vorträgen lauscht und einem klar wird: Alles, was dir deine Mutter darüber erzählt hat, wie man ein Baby am Leben hält, ist heute komplett falsch. Die Wissenschaft rund um Babypflege entwickelt sich so schnell, dass mir davon schwindelig wird.

Nehmen wir mal das Thema Schlafen. Meine Mutter wollte Leo immer eine gehäkelte Kuscheldecke mit ins Bettchen legen. Aber meine Kinderärztin, der ich mein Leben anvertraue, nahm mich beim Vorsorgetermin in der zweiten Woche beiseite und meinte: Sarah, das Kinderbett muss wie ein trauriges, leeres Gefängnis aussehen. Buchstäblich nichts darf da drin sein. Diese ganze „Schlafen auf dem Rücken“-Kampagne aus den 90ern hat den plötzlichen Kindstod wohl massiv reduziert, aber die neue Regel lautet: Absolut keine losen Decken, keine niedlichen Nestchen, die zur Tapete passen, und keine Kuscheltiere. Wir haben in den ersten zwei Monaten eng gepuckt, und in der exakten Sekunde, als Maya Anstalten machte, sich umzudrehen, haben wir in leichter Panik zu Babyschlafsäcken gewechselt. Es ist furchteinflößend, aber man befolgt einfach die strenge „leeres Bettchen“-Regel und versucht, ruhig durchzuatmen.
Und fangt mir gar nicht erst mit dem Thema Allergien an. Als ich jünger war, hieß es immer: Erdnüsse meiden wie die Pest, bis das Kind im Kindergartenalter ist. Als ich dann Leo bekam, erklärte mir meine Kinderärztin, dass ich ihm mit sechs Monaten unbedingt Erdnussbutter und Eier geben sollte, um Allergien *vorzubeugen*. Ich glaube, die offiziellen Empfehlungen wurden um 2015 aufgrund neuer Studien komplett auf den Kopf gestellt? Ich weiß noch, wie ich schweißgebadet am Küchentisch saß, etwas verdünnte Erdnussbutter auf Leos Lippe tupfte und regelrecht darauf wartete, dass er explodiert. Er lachte nur und schmatzte fröhlich. Macht euch einfach klar: Ihr macht es wahrscheinlich richtig, auch wenn es sich genau nach dem Gegenteil von dem anfühlt, was euch früher beigebracht wurde.
Oh, und der Bauchnabelstumpf. Oh Gott. Warum hat mich niemand davor gewarnt, wie eklig das ist? Ich hatte lauter antiseptische Tücher und Alkohol-Pads gekauft, weil ich 2004 mal in irgendeinem Forum einen Ratgeber dazu gelesen hatte. Meine Ärztin lachte nur und meinte, ich soll das alles wegschmeißen. Die aktuelle Empfehlung lautet „Trockenpflege“. Man lässt diesen gruseligen kleinen Alien-Stumpf buchstäblich einfach in Ruhe, bis er von alleine abfällt – meistens nach ein paar Wochen. Man wäscht das Baby nur mit dem Schwamm ab, damit der Nabel nicht aufweicht. Als Leos Nabelstumpf schließlich in seinen Strampler fiel, schrie Dave, als hätte er einen Geist gesehen. Elternsein ist ja so glamourös.
Die Konfetti-Gefahr
Da wir gerade darüber sprechen, wie man Events überlebt und welche Babyparty-Geschenke die besten sind, müssen wir auch dringend über die eigentlichen Partys reden. Ich sehe ständig diese traumhaften Pinterest-Pinnwände mit völlig verrückter Babyparty-Deko – riesige, ausladende Ballonbögen, winziges Plastik-Schnullerkonfetti, das über jeden Tisch verstreut ist, und künstliche Ranken, die sich über den Geschenketisch ziehen.
Schaut mal, das sieht auf Instagram wunderschön aus, aber man muss den ganzen Kram SOFORT wegräumen. Eine Freundin hat für mich eine Babyparty für Maya organisiert und es war atemberaubend, aber eine Woche später fand ich immer noch kleine blaue Plastiksterne in meinem Wohnzimmerteppich. Ich hatte plötzlich die schreckliche Erkenntnis, dass es eine absolute Katastrophe wäre, wenn Leo (der damals ein Kleinkind war und buchstäblich alles in den Mund steckte) einen davon fände.
Meine Ärztin hat mal erwähnt, dass Luftballons und Plastikverpackungen quasi die größten Erstickungsgefahren für Säuglinge und Kleinkinder überhaupt sind. Kinderärzte warnen ständig davor. Also: Genießt die schöne Babyparty-Deko während der Feier, aber in der Sekunde, in der der letzte Gast geht, müsst ihr und euer Partner auf allen Vieren jeden Quadratzentimeter des Raums aggressiv absaugen. Oder noch besser: Sagt euren Freundinnen, sie sollen das Konfetti weglassen und euch stattdessen einen Kaffee spendieren. Den werdet ihr nämlich brauchen.
Wie auch immer – ob ihr nun mutig ein Kongresszentrum voller Tausender schwangerer Frauen stürmt, um einen Kinderwagen probezufahren, oder einfach nur versucht herauszufinden, wie man mit drei Stunden Schlaf einen winzigen Menschen am Leben hält: Ihr macht das toll. Perfektion ist gar nicht nötig. Ich habe mal einen Arzt auf einer dieser Messebühnen sagen hören, dass man ein Baby, das satt und sicher ist, aber trotzdem weint, einfach in sein leeres Bettchen legen und für fünf Minuten vor die Tür gehen darf, um durchzuatmen. Und ganz ehrlich: Das war das Beste, was ich von der ganzen Veranstaltung mitgenommen habe.
Wenn ihr euch die überfüllten Messegänge komplett sparen und die wirklich guten Sachen einfach nach Hause geliefert bekommen wollt, dann stöbert doch einfach hier in den Bio-Baby-Essentials von Kianao.
Fragen, die mir meine schwangeren Freundinnen ständig stellen
Lohnen sich diese riesigen Babymessen wirklich für den Ticketpreis?
Ganz ehrlich? Ja und nein. Wenn ihr total nervös seid, den richtigen Autositz auszuwählen, und unbedingt üben müsst, wie man ihn in die Basisstation einrasten lässt, dann lohnt es sich. Aber wenn ihr nur auf kostenlose Proben aus seid, meldet euch lieber online für Baby-Boxen an. Geht nicht hin, wenn ihr euch schnell von schreienden Verkäufern überfordert fühlt, die euch Bio-Flaschenbürsten andrehen wollen. Es ist einfach extrem viel Trubel.
Was hat es jetzt mit diesen Ratschlägen zur Erdnussallergie auf sich?
So wie meine Ärztin es mir erklärt hat, hat man im Grunde herausgefunden, dass das Vermeiden von Allergenen die Kinder später EHER allergisch macht. Die Empfehlung lautet nun also, Dinge wie Erdnussbutter (natürlich verdünnt und kein riesiger, klebriger Klumpen, an dem sie ersticken könnten) mit etwa sechs Monaten einzuführen, wenn man mit Beikost beginnt. Beim ersten Mal macht man sich vor Angst fast in die Hose, ich will euch da nichts vormachen, aber so funktioniert es heute wohl am besten.
Was ist wirklich ein gutes Geschenk für eine Babyparty?
Vergesst die Neugeborenen-Kleidung. Die tragen sie buchstäblich nur zwei Wochen, und meistens kacken sie sie sowieso sofort voll. Praktische Dinge sind am besten. Sachen wie Silikon-Beißringe, die in die Spülmaschine dürfen, riesige Musselin- oder Bambusdecken, die man auch als Stilltuch oder Sonnenschutz für den Kinderwagen nutzen kann, oder buchstäblich einfach ein Gutschein für den Lieferservice. Dave und ich haben im ersten Monat nach Mayas Geburt praktisch nur von thailändischem Essen vom Lieferservice gelebt.
Wann höre ich mit dem Pucken auf?
In der exakten Sekunde, in der sie auch nur das kleinste Anzeichen zeigen, dass sie sich umdrehen wollen. Bei Leo war das mit etwa zwei Monaten. Uns fiel auf, dass er im Schlaf so einen komischen kleinen seitlichen Crunch machte, und wir mussten sofort auf einen Schlafsack mit freien Armen umsteigen. Wenn sie gepuckt sind und sich auf den Bauch rollen, können sie ihre Arme nicht benutzen, um sich hochzudrücken – das ist unglaublich gefährlich. Es ist nervig, weil sie während der Umstellung ein paar Tage lang meist schlechter schlafen, aber da müsst ihr einfach durch.
Ist es sicher, wenn Babys ständig auf Silikon herumkauen?
Ja, solange es sich um 100 % lebensmittelechtes und BPA-freies Silikon handelt. Das ist viel besser als hartes Plastik. Maya hat bestimmt sechs Monate am Stück auf ihrem Lama-Beißring herumgekaut und das Material wurde nie porös oder komisch. Außerdem kann man es abkochen oder in die Spülmaschine werfen. Das ist superwichtig, denn sie WERDEN es irgendwann mal mitten auf dem Parkplatz in eine Pfütze fallen lassen.





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