Ich stand gestern an der Spüle, bis zu den Ellbogen in kaltem Spülwasser und eingetrockneten Haferflocken, als meine Throwback-Playlist Enrique Iglesias ausspuckte. Genau in dem Moment, als er dramatisch flüsterte, dass er mein Held sein könnte ("I can be your hero, baby"), musste ich so laut schnauben, dass mein Kleinkind vor Schreck seine Waffel fallen ließ. Die größte Lüge, die uns aufgetischt wird, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist, ist dieser ganze "Ich bin dein Held"-Komplex. Wir denken, wir müssten diese allmächtigen Retter mit wehenden Umhängen sein, die herbeieilen, um unsere Kinder vor jeder noch so kleinen Unannehmlichkeit zu bewahren.
Wir glauben, Heldentum bedeutet Pinterest-perfekte Fühlkisten und das Beruhigen von Wutanfällen mit perfekten Sätzen, die wir nachts um zwei auf Social Media auswendig gelernt haben. Ganz ehrlich: Der Versuch, ein Superheld zu sein, ist einfach nur anstrengend, und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Schuss in der Hälfte der Fälle sowieso nach hinten losgeht.
Mein Ältester und das große Bio-Leinen-Desaster
Mein ältester Sohn ist das wandelnde warnende Beispiel für diesen Unsinn. Als er ein Baby war, dachte ich, ich müsste ihn jede wache Sekunde bespaßen, und kreiste über ihm wie ein nervöser Helikopter aus purer Angst und teuren Bambusstoffen. Ich habe nie zugelassen, dass ihm mal langweilig wird oder er Dinge selbst herausfindet. Ich war geradezu besessen davon, sein persönliches Entertainment-Center zu sein und ihn davor zu bewahren, auch nur eine Millisekunde lang zu weinen. Heute kriegt das Kind die absolute Krise, wenn sich seine Socken zu flauschig anfühlen oder der Toast in die falsche Form geschnitten ist.
Gott hab ihn selig, aber ich habe ihm das selbst eingebrockt, weil ich versucht habe, alles zu reparieren, anstatt ihn einfach mal ein winziges bisschen Frust spüren zu lassen. Ich dachte, ich beschütze ihn, aber in Wirklichkeit habe ich ihm nur die Fähigkeit genommen, mit der echten Welt klarzukommen. Bei meinen nächsten beiden Kindern habe ich diese Retter-Nummer dann komplett weggelassen.
Was mein Kinderarzt wirklich über Babygehirne gesagt hat
Ich weiß noch, wie ich mit meinem zweiten Kind zur Vorsorgeuntersuchung kam – völlig in Panik, weil ich keine Lernkarten mit ihr durchging. Mein Kinderarzt, Dr. Miller, verdrehte mehr oder weniger die Augen und murmelte etwas darüber, dass Babys eigentlich nur brauchen, dass man sie ansieht, wenn sie ein komisches Geräusch machen. Er nannte das "Serve and Return" (Aufschlag und Rückschlag). Das klingt zwar eher nach einer Tennisübung, aber nach dem, was ich der Broschüre, die er mir in die Hand drückte, so grob entnehmen konnte, bilden Kinder ihre Gehirnbahnen ganz von allein, wenn man einfach nur normal auf sie reagiert.

Wenn sie auf einen Hund zeigen und plappern, sucht man Blickkontakt und sagt "Ja, das ist ein Hund", und irgendwie verkabelt das ihre kleinen Köpfe richtig. Man braucht also keinen Master in frühkindlicher Entwicklung, um einfach nur wahrzunehmen, dass das eigene Kind im selben Raum ist.
Apropos Dinge, die angeblich die Gehirnentwicklung fördern: Wir haben das Sanfte Baby-Bauklotz-Set von Kianao. Ich bin ehrlich gesagt ganz froh darüber, auch wenn mein Schäferhund-Mischling denkt, sie seien teure Kauspielzeuge, sodass ich mein halbes Leben damit verbringe, sie unter der Couch hervorzuangeln. Mein Jüngster versucht auch darauf herumzukauen, wenn ich nicht hinsehe. Deshalb bin ich so froh, dass sie nicht diese seltsamen chemischen Gerüche absondern, die man von billigem Online-Spielzeug kennt. Wir werfen sie einfach ins Badewasser, um das Kleinkind zu beschäftigen, während ich das Baby wasche – und irgendwie zählt das heutzutage als pädagogisch wertvolles Sinnesspielzeug. Für fünfundzwanzig Mäuse schwimmen sie in der Wanne und lenken die Kinder ab, also nehme ich diesen kleinen Sieg gerne mit.
Dieses ständige schlechte Gewissen wegen Bildschirmzeiten macht alles kaputt
Lasst mich euch von dem absoluten Würgegriff erzählen, den das Internet in Sachen iPads und Fernsehen auf uns hat. Man geht online und irgendeine Frau, deren Haus komplett in Beige eingerichtet ist, erzählt einem, dass das Gehirn des Kindes aus den Ohren fließt und es niemals studieren wird, wenn es zehn Minuten Zeichentrickfilme schaut. Mich macht das so wütend! Manchmal muss ich nämlich noch sechzig Etsy-Bestellungen verpacken, bevor der Landpostbote um 14 Uhr hier aufkreuzt, und das Einzige, was mein mittleres Kind davon abhält, den Hund mit Wundschutzcreme anzumalen, ist ein singender australischer Hund im Fernsehen.
Wir haben so ein furchtbar schlechtes Gewissen wegen dieses leuchtenden Rechtecks und ignorieren dabei völlig die Tatsache, dass unsere eigenen Eltern uns sechs Stunden am Tag vor VHS-Kassetten abgesetzt und drinnen geraucht haben – und die meisten von uns sind auch relativ normal geworden. Ich sage nicht, dass ihr euren Kindern Tag und Nacht ein Tablet vors Gesicht schnallen sollt, aber die schiere Panik, die wir empfinden, wenn wir mal zwanzig Minuten Ruhe brauchen, ist lächerlich. Manchmal versuche ich, Versandetiketten zu drucken, während ich gleichzeitig Makkaroni umrühre, und mein Ältester benutzt seinen jüngeren Bruder als menschliche Wrestling-Matte. Ganz ehrlich: Ich glaube, eine Mutter, die nicht den Verstand verloren hat, ist viel besser für ein Kind als eine perfekte, bildschirmfreie Umgebung, in der alle schreien und niemand Mittagessen bekommt.
Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass Baby-Zeichensprache eine Erfindung ist, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen, also lassen wir das komplett sein.
Klamotten mit komplizierten Pflegeetiketten landen direkt im Müll
Wisst ihr, was auch immer als angeblich ach so heldenhaft dargestellt wird? Das Familienabendessen. Meine Oma sagte immer, das Einzige, was ein Kind brauche, sei eine warme Mahlzeit und ein Klaps auf den Po. Und auch wenn ich auf Letzteres definitiv verzichte, versuche ich schon, uns alle dazu zu zwingen, ohne Handys am Tisch zu sitzen – selbst wenn das Abendessen nur aus Hähnchen-Nuggets aus der Mikrowelle und einem Stoßgebet besteht. Die Realität beim Füttern eines Babys sieht allerdings oft eher wie ein Tatort aus, was mich zu der einen Sache bringt, ohne die ich in meinem Haus absolut nicht leben kann.

Das wasserabweisende Silikon-Lätzchen ist mein absolutes Lieblingsteil. Als mein Ältester klein war, habe ich all diese schicken Stofflätzchen gekauft, die nach einmal Spaghetti essen ruiniert waren. Aber dieses Silikonteil fängt in seiner kleinen Auffangschale einfach den absoluten Wasserfall aus Erbsenbrei auf. Man wischt die Sauerei am Spülbecken ab, während man den Hund anbrüllt, er solle aufhören zu bellen, und hängt es dann zum Trocknen bis zur nächsten Mahlzeit einfach ans Abtropfgestell. Es ist so günstig, dass ich gleich drei davon gekauft habe, damit ich keinen Stress habe, wenn eines mal wieder auf mysteriöse Weise in meinem Verpackungsmaterial vergraben ist.
Das Gleiche gilt für Kleidung. Wenn ich auf ein Etikett schaue und dort "Kaltwäsche per Hand" steht, wandert es direkt in die Altkleidersammlung. Der Bio-Baumwoll-Babybody von Kianao ist genial, weil er selbst massiven Windel-Explosionen standhält und man ihn ohne groß nachzudenken einfach bei starker Verschmutzung in die Waschmaschine stecken kann.
Erst letzte Woche waren wir in unserem winzigen Supermarkt, um Milch zu kaufen, und das Baby hatte einen so spektakulären Windel-Unfall, dass es irgendwie bis zu seinen Achseln reichte. Wenn er ein empfindliches Erbstück aus feiner Wolle getragen hätte, hätte ich direkt dort vor dem Tiefkühlregal geweint. Aber bei diesem Baumwollstoff habe ich ihn einfach im Kofferraum meines Autos ausgezogen, das ruinierte Outfit in eine Plastiktüte geworfen und es zu Hause bei voller Power gewaschen. Ich wünschte nur, es gäbe ihn in neonorangefarbener Bauarbeiter-Optik statt nur in diesen Erdtönen, damit ich mein Kind leichter finden kann, wenn es in den Wald rennt. Aber der Stoff hält meiner brutalen Wasch-Routine locker stand.
Wenn ihr es leid seid, schöne Dinge zu ruinieren, solltet ihr euch vielleicht einfach mal die Babykleidungs-Kollektion von Kianao ansehen, bevor ihr noch mehr Geld für Babykleidung ausgebt, die nur in die chemische Reinigung darf.
Wenn die Zähne kommen, werden wir alle zu Monstern
Die Schlafenszeit ist der Moment, in dem uns dieser Superhelden-Komplex so richtig einholt, oder? Mein Kinderarzt erwähnte, dass es nachts am sichersten ist, sie nicht ins eigene Bett zu zerren, sondern sie in den ersten Monaten einfach im eigenen Raum, aber in ihrem eigenen kleinen Bettchen schlafen zu lassen. Das senkt angeblich das SIDS-Risiko. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich bei meinem ersten Baby sowieso kaum geschlafen habe, weil ich nur darauf gelauscht habe, ob es atmet. Aber wenn die ersten Zähne durchs Zahnfleisch brechen, sind alle guten Vorsätze dahin.
Als mein Jüngster seine vorderen Zähne bekam, verwandelte er sich in einen wildgewordenen Dachs. Ich habe aus purer Verzweiflung nachts um drei, als ich ihn zum fünften Mal stillte, das Panda-Beißring-Silikon-Bambus-Kauspielzeug bestellt. Es ist flach und leicht, sodass er es tatsächlich selbst halten konnte, anstatt mich anzuschreien, es für ihn zu tun. So bekam ich meine rechte Hand zurück, um kalten Kaffee zu trinken.
Meine Oma hatte eine Liste mit Dingen, über die ich mir laut ihr keinen Kopf mehr machen sollte, als meine Babys klein waren. Und immer wenn ich das Gefühl habe, den Verstand zu verlieren, denke ich daran zurück:
- Wenn sie sicher in ihrem Bettchen weinen, während du mal fünf Minuten lang heiß duschst, werden sie dir das später in der Therapie nicht vorwerfen.
- Dreck ist im Grunde eine eigene Nahrungsgruppe, sobald sie anfangen zu krabbeln. Also hör auf, ihre Schnuller jedes Mal abzukochen, wenn sie auf den Boden fallen.
- Dem Baby ist es völlig egal, ob das Kinderzimmer farblich zur Wohnzimmerdekoration passt.
Ihr müsst nicht ihre Helden sein, indem ihr jede einzelne Träne trocknet, während ihr aggressiv ihre Spielzeugkisten organisiert und über eure perfekten Erziehungsmethoden doziert. Setzt euch einfach auf den Boden und lasst sie mal für eine Minute wütend sein. Sie müssen lernen, wie sie ihre eigenen kleinen Drachen besiegen – sei es ein umfallender Klötzchenturm oder ein heruntergefallener Keks –, damit sie später keine Erwachsenen werden, die in Panik geraten, wenn das WLAN mal ausfällt. Schaut euch das komplette Baby-Sortiment von Kianao an und entdeckt ein paar Dinge, die euch das Leben ernsthaft leichter machen, anstatt noch mehr Stress zu verursachen.
Häufig gestellte Fragen (weil wir alle müde sind)
Woher weiß ich, ob mein Kind Zähne bekommt oder mich heute einfach nur hasst?
Ehrlich gesagt ist das an manchen Tagen ein reiner Münzwurf. Aber normalerweise achte ich auf ein paar ganz spezifische Anzeichen für das Unheil, wenn meine Kinder neue Zähne bekommen:
- Ein wahrer Fluss an Sabber, der das Shirt komplett durchnässt
- Sie versuchen aggressiv in meine Schulter zu beißen, wenn ich sie hochnehme
- Sie ziehen an ihren Ohren, weil der Schmerz bis in den Kiefer ausstrahlt
Und wenn man der Krankenschwester glauben darf, weigern sie sich vielleicht auch plötzlich, länger als zehn Minuten am Stück zu schlafen, was natürlich für alle Beteiligten absolut fantastisch ist.
Sollen wir diese Silikon-Kauspielzeuge wirklich einfrieren?
Mein Kinderarzt hat mir ausdrücklich gesagt, dass ich die Dinger nicht steinhart einfrieren soll, da dies dem kleinen Zahnfleisch regelrecht Erfrierungen zufügen oder das Gewebe schädigen kann – was furchtbar klingt. Man soll sie einfach für etwa fünfzehn Minuten in den normalen Kühlschrank legen, damit sie schön kühl werden, ohne sich in einen wörtlichen Eisblock zu verwandeln.
Warum kann ich nicht einfach die billigen Plastiklätzchen im Supermarkt kaufen?
Das habe ich bei meinem ersten Kind ausprobiert. Das Plastik wird nach ein paar Wäschen seltsam brüchig und eklig. Außerdem scheinen sie immer genau in der Mitte einzureißen, sodass die Spaghettisauce ohnehin auf der Hose landet. Die Modelle aus lebensmittelechtem Silikon nehmen hingegen keine Gerüche an und bleiben so flexibel, dass man sie problemlos in eine vollgestopfte Wickeltasche quetschen kann, ohne dass sie kaputtgehen.
Wann setzt diese "Serve and Return"-Gehirnsache eigentlich ernsthaft ein?
Genau das habe ich auch gefragt, als ich Angst hatte, mein Neugeborenes schon ruiniert zu haben. Offenbar geht das sofort los, mit Augenkontakt und dem Nachahmen ihrer kleinen Gurr-Laute, aber man muss nicht vierundzwanzig Stunden am Tag auf "Empfang" sein. Allein die Tatsache, dass man aufmerksam ist, wenn man sie füttert oder wickelt, reicht aus, um ihnen Sicherheit zu geben. Macht euch also keinen Stress, wenn ihr mal bei einem Podcast abschaltet, während sie ein Nickerchen machen.
Wie lange werden diese Bio-Baumwoll-Outfits meinem Riesenbaby wirklich passen?
Wenn eure Babys so wachsen wie meine, überspringen sie an einem einzigen Wochenende gleich ganze Kleidergrößen. Aber die Bio-Baumwollsachen mit ein bisschen Stretchanteil halten bei uns meistens so etwa drei Monate, bevor ich sie in die Kiste für aufgetragene Kleidung verbannen muss. Ich wasche sie allerdings immer kalt, denn bei Hitze schrumpft alles, und ich habe keine Lust, ein Kleinkind in eine Wurstpelle zu quetschen.





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