Als mein Ältester mit vier Monaten anfing, auf seinen eigenen Fäusten herumzukauen, prasselten ungebetene Ratschläge schneller auf mich ein, als ich ausweichen konnte. Meine Mama meinte, ich solle ihm einfach ein bisschen Whiskey aufs Zahnfleisch reiben, meine liebe Nachbarin überreichte mir eine angeblich magische Bernsteinkette, die ehrlich gesagt wie die reinste Strangulationsgefahr aussah (Gott hab sie selig), und die Mamas aus meiner lokalen Facebook-Gruppe schworen darauf, einfach eine nasse Tennissocke einzufrieren. Ich weiß noch, wie ich nachts um zwei in der Küche stand, in der einen Hand eine steinhart gefrorene Socke und in der anderen ein wütendes, sabberndes Baby. Ich dachte mir nur: Es muss doch einen besseren Weg geben, als diese archaischen Rituale, die mir da aufgeschwatzt wurden.
Ich bin mal ganz ehrlich zu euch: Die ganze Zahnungsphase bei Babys ist einfach verrückt. Meistens fängt sie schon lange an, bevor man überhaupt einen Zahn sieht – ein echt grausamer Scherz, wenn ihr mich fragt. Man kommt gerade erst aus dem Nebel des vierten Trimesters heraus, vielleicht schläft das Kind endlich mal vier Stunden am Stück, und plötzlich sind sie quengelig, die Hände stecken ständig im Mund und alles, was sie anfassen, wird mit einer dicken Schleimschicht überzogen. Man fängt an, verzweifelt nach einem Beißring zu suchen, der nicht gleich so viel kostet wie eine Tankfüllung, nur um dann im großen Kaufhaus auf eine Wand voller Plastikschrott zu starren, während das Baby im Einkaufswagen schreit.
Das große Symptom-Rätsel
Jedes Mal, wenn mich eines meiner Kinder zwischen drei und acht Monaten auch nur ein bisschen schief ansah, erklärte meine Schwiegermutter selbstsicher: „Oh, er zahnt.“ Windel explodiert? Zahnen. Keinen Mittagsschlaf gemacht? Zahnen. Erbsen verweigert? Zahnen. Es kommt der Punkt, an dem man anfängt, alles auf diese unsichtbaren Zähne zu schieben, die noch Monate brauchen, bis sie sich endlich blicken lassen.
Irgendwann gab ich auf und fragte meine Kinderärztin danach, weil mein mittleres Kind 38,5 Grad Fieber hatte und ich felsenfest davon überzeugt war, dass ein Backenzahn durchbricht. Meine Ärztin schenkte mir dieses sehr geduldige, aber müde Lächeln und erklärte, dass eine leicht erhöhte Temperatur zwar normal sei, echtes Fieber aber bedeutet, dass das Kind einfach krank ist und man nicht die Zähne dafür verantwortlich machen sollte. Soweit ich ihre Erklärung verstanden habe, verursacht der biologische Prozess, bei dem sich die Zähne durch den Knochen schieben, zwar lokale Schmerzen, aber er sollte nicht gleich das komplette Immunsystem lahmlegen. Wenn euer Baby also glüht oder ernsthafte Beschwerden hat, solltet ihr wahrscheinlich zum Arzt gehen, anstatt ihm einfach einen Beißring in den Mund zu stecken und auf das Beste zu hoffen.
Hier sind die tatsächlichen Anzeichen fürs Zahnen, wie sie bei uns zu Hause aussahen, ganz ohne all die alten Ammenmärchen:
- Die Sabber-Quote: Wir reden hier nicht von einem süßen kleinen Bläschen. Wir reden davon, dass bis zum Mittag drei Shirts komplett durchnässt sind und man sie ständig umziehen muss, nur damit sie keinen Ausschlag auf der kleinen Brust bekommen.
- Der Kau-Reflex: Sie werden versuchen, auf eurem Kinn, euren Schlüsseln, der Bettkante und dem Ohr des Familienhundes herumzukauen, wenn ihr nicht eingreift.
- Die roten Bäckchen: Manchmal wurde nur eine Gesichtshälfte knallrot und fühlte sich warm an – genau dort, wo der Zahn gerade seinen großen Auftritt plante.
- Das nächtliche Aufwachen: Einfach eine nervige, unterschwellige Unruhe nachts um drei, bei der sie zwar nicht richtig wach sind, aber definitiv wollen, dass ihr es seid.
Warum ich echte Vertrauensprobleme mit Plastik habe
Lasst mich meinen Ältesten als warnendes Beispiel nehmen, denn bei ihm habe ich wirklich jeden Anfängerfehler gemacht, den man machen kann. Als er etwa sechs Monate alt war, waren wir in einem Discounter und ich griff nach einem dieser billigen, knallbunten Plastikbeißringe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Er kostete drei Euro, es schwammen kleine Fische darin herum, und ich dachte, das reicht völlig. Ich wusch ihn ab, warf ihn ins Gefrierfach, bis er ein buchstäblicher Eisblock war, und gab ihn ihm.

Zwei Wochen später. Wir sitzen auf dem Teppich im Wohnzimmer, ich versuche, am Laptop Etsy-Bestellungen abzuarbeiten, und höre dieses seltsame, schmatzende Geräusch. Ich schaue rüber, und mein süßer, rabiater kleiner Engel hat es tatsächlich geschafft, mit seinem einen rasiermesserscharfen unteren Zahn die dicke Plastikhülle des Beißrings zu durchstechen. Die mysteriöse Flüssigkeit lief über sein ganzes Kinn und er saugte sie fröhlich auf, als wäre es eine Safttüte.
Ich geriet völlig in Panik. Ich schnappte mir das Spielzeug, wischte seinen Mund mit meinem T-Shirt ab und rief schluchzend den Giftnotruf an. Die sehr ruhige Dame am Telefon versicherte mir, dass die Flüssigkeit in den meisten modernen Spielzeugen nur sterilisiertes Wasser oder eine milde Kochsalzlösung sei. Sie sagte aber auch, dass sie ständig solche Anrufe bekommen, weil Babys im Grunde wie kleine, zerstörerische Ingenieure sind. An diesem Tag wurde mir klar, dass ich nicht einfach irgendeinen billigen Plastikmüll aus dem Regal kaufen und ihn ruhigen Gewissens in den Mund meines Kindes stecken kann. Zwischen der Gefahr, dass sie es durchkauen, und der Angst davor, welche seltsamen, hormonverändernden Chemikalien aus dem billigen Plastik in ihren Körper gelangen könnten, habe ich den flüssigkeitsgefüllten Dingen für immer abgeschworen. Ich hatte auch mal diese homöopathischen Betäubungstabletten gekauft, die Zutatenliste gelesen und sie direkt in den Küchenmüll geworfen, ohne die Flasche überhaupt zu öffnen.
Meine brutal ehrliche Meinung dazu, was wirklich hilft
Da ich von zu Hause aus ein kleines Business betreibe, habe ich weder die Zeit noch die Geduld, komplexes Spielzeug mit winzigen Rillen aufwendig zu sterilisieren. Ich brauche Dinge, die ich entweder in die Spülmaschine werfen oder in genau dreißig Sekunden mit etwas Spülmittel im Waschbecken abwaschen kann, während ein Baby auf meiner Hüfte sitzt. Deshalb ist massives Silikon zu meinem absoluten Heiligen Gral fürs Zahnen geworden.
Wenn ihr meine absolute Lieblings-Empfehlung hören wollt, schaut euch das Panda-Beißring-Silikon-Bambus-Kauspielzeug an. Ich achte sehr aufs Budget, aber dieses Ding ist jeden Cent wert, weil es praktisch unzerstörbar ist. Es besteht aus massivem, lebensmittelechtem Silikon. Das heißt, es gibt keine geheimnisvolle Flüssigkeit im Inneren, die euer Baby trinken könnte, wenn es zwangsläufig versucht, es kaputt zu machen. Es hat diese kleinen, strukturierten Noppen, an denen meine Jüngste es geliebt hat, ihr Zahnfleisch zu reiben. Das Beste daran ist die Form. Es ist flach und hat diese kleinen Griffe, die genau die perfekte Größe für ein kleines Baby haben, das gerade erst lernt, Dinge zu greifen. Ich würde empfehlen, zwei davon zu kaufen, einen immer im Kühlschrank zu haben und sie einfach auszutauschen, wenn das Quengeln losgeht.
Ich möchte auch den Bär-Beißring mit Holzring-Rassel erwähnen, weil ich weiß, dass viele die Ästhetik lieben. Er ist unbestreitbar süß, ein tolles Geschenk für eine Babyshower, und das Naturholz ist eine fantastische, sichere Alternative zu Plastik. Aber ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Wenn ihr einen starken Sabberer zu Hause habt, ist das vielleicht nicht euer Helfer für jeden Tag. Der kleine gehäkelte Bärenkopf ist nach fünf Minuten intensiven Kauens komplett mit Spucke durchnässt. Man muss ihn dann vorsichtig reinigen und an der Luft trocknen lassen – nicht gerade ideal, wenn man sich mitten in den Schützengräben eines tagelangen Zahnungs-Marathons befindet. Er ist wunderschön für besondere Anlässe oder wenn man beim Mittagessen ist und Ablenkung braucht, aber für die echten 3-Uhr-nachts-Schreikrämpfe bleibt lieber beim Silikon.
Die Temperatur-Regeln, die einem niemand verrät
Ihr müsst aufhören, diese Beißringe ins Gefrierfach zu legen, bis sie zu Waffen mutieren, und sie dann auf dem Herd auszukochen wie Nudeln. Das Material geht davon nur kaputt und verwandelt sich im Mund eures Kindes in eine giftige Sauerei.

Ich musste das auf die harte Tour lernen, nachdem ich mehrere gute Beißringe ruiniert hatte. Meine Ärztin hat mir erklärt, dass es eine richtig miese Idee ist, einen Baby-Beißring ins Gefrierfach zu legen. Die extreme Kälte kann das extrem empfindliche, entzündete Zahnfleisch verletzen oder sogar leichte Erfrierungen verursachen. Man will ihn einfach nur kühl haben, nicht steinhart gefroren. Der Kühlschrank ist hier euer bester Freund. Zehn bis fünfzehn Minuten im Kühlschrank kühlen genug, um die Blutgefäße zu verengen und die Schwellung zu lindern, ohne den Mund so stark zu betäuben, dass es wehtut.
Dasselbe gilt für die Reinigung. Sofern der Hersteller nicht ausdrücklich sagt, dass es abgekocht werden kann, reicht heißes Seifenwasser völlig aus. Unsere Omas haben zwar noch alles bis zum Anschlag sterilisiert, aber ganz ehrlich: Wenn das Spielzeug das Haus nicht verlassen hat und nicht im Maul des Hundes war, ist kurzes Abwaschen im Waschbecken absolut ausreichend.
Die Wahrheit über das ständige Sabbern
Wir können nicht über Beißringe sprechen, ohne die schiere Menge an Speichel zu erwähnen, die euer Kind in dieser Phase produzieren wird. Mein zweites Baby hat so viel gesabbert, dass ich ernsthaft dachte, er würde austrocknen. Das Problem ist nicht nur, dass es eklig ist; das Problem ist, dass die ständige Feuchtigkeit an Hals und Brust diesen fiesen, knallroten Sabberausschlag verursacht, der unglaublich wehtut und sie nur noch unglücklicher macht.
Ich war es so leid, ihm viermal am Tag sein komplettes Outfit zu wechseln, dass ich schließlich in einen Stapel richtig hochwertiger Basics investiert habe. Der Baby-Body aus Bio-Baumwolle war für uns ein echter Lebensretter. Ich bin normalerweise recht sparsam bei Babykleidung, weil sie sowieso so schnell ruiniert ist, aber synthetische Stoffe halten die Feuchtigkeit einfach auf der Haut und machen den Ausschlag zehnmal schlimmer. Die Bio-Baumwolle ist atmungsaktiv, nimmt die Feuchtigkeit besser auf und die flachen Nähte reiben nicht an der gereizten Haut am Hals. Tut euch selbst einen Gefallen und legt euch einen Vorrat davon zu, zusammen mit einem Stapel weicher Spucktücher, um das Kinn über den Tag verteilt immer wieder sanft abzutupfen.
Ganz ehrlich: Diese Phase muss man einfach nur überleben. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, wenn man mittendrin steckt, versucht, Arbeit und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen und den Haushalt halbwegs funktionsfähig zu halten, während ein winziger Diktator einen anschreit, weil sein Mund wehtut. Aber dann lächeln sie dich eines Morgens an, und man sieht dieses kleine, weiße Reiskorn durchs untere Zahnfleisch blitzen – und man merkt: Wir haben es geschafft.
Wenn ihr gerade mittendrin steckt und euch mit Dingen ausstatten müsst, die euch nicht in den Wahnsinn treiben, schaut euch doch mal die Spielbögen aus Holz an, die wir auch anbieten. Denn manchmal muss man sie einfach auf den Rücken legen und gegen hängendes Spielzeug strampeln lassen, während man in Ruhe eine lauwarme Tasse Kaffee trinkt.
Fragen, die mir ständig gestellt werden
Wann sollte man wirklich mit einem Beißring anfangen?
Ganz ehrlich: Ich fange so mit drei oder vier Monaten an, sie anzubieten – lange bevor die Zähne wirklich da sind. Selbst wenn sie noch keine akuten Schmerzen haben, lernen sie in dem Alter meist gerade, Dinge zu greifen und zum Mund zu führen. Wenn man ihnen frühzeitig einen sicheren Silikonring gibt, schützt das die eigenen Finger vor dem Gekautwerden und es hilft ihnen extrem dabei, die Hand-Auge-Koordination zu üben, die sie später brauchen.
Darf man einen Silikonring ins Gefrierfach legen?
Meine Ärztin war da ziemlich deutlich: nur in den Kühlschrank. Ich weiß, es ist verlockend, sie einzufrieren, damit sie länger kalt bleiben, besonders mitten im mörderischen Hochsommer. Aber durchs Gefrierfach werden sie viel zu hart und gefährlich kalt für das empfindliche kleine Zahnfleisch. Legt sie einfach für etwa fünfzehn Minuten in den Kühlschrank. Wenn sie zu schnell wieder warm werden – genau dafür kauft man zwei und wechselt sie ab.
Wie um Himmels willen reinige ich die Holz-Beißringe, ohne sie zu ruinieren?
Unbehandeltes Holz ist wunderschön, aber man muss es wirklich gut pflegen. Das heißt: auf gar keinen Fall in die Spülmaschine werfen oder in einem vollen Spülbecken im schmutzigen Wasser einweichen lassen! Ich benutze einfach ein feuchtes Tuch mit einem winzigen Tropfen mildem Spülmittel, wische ihn ab, gehe dann noch einmal mit einem sauberen, feuchten Tuch drüber, um die Seife zu entfernen, und lasse ihn komplett an der Luft trocknen. Wenn das Holz nach ein paar Monaten etwas trocken aussieht, reibe ich es einfach mit einer winzigen Menge Kokosöl ein.
Sind diese Bernsteinketten wirklich sicher?
Ich sag's mal ganz direkt: Nein. Ich weiß, dass gefühlt die halben Öko-Mamas im Internet auf sie schwören, aber meine Ärztin guckte mich an, als hätte ich zwei Köpfe, als ich danach fragte. Einem Baby eine Kette aus kleinen, zerbrechlichen Perlen um den Hals zu legen, ist eine enorme Erstickungs- und Strangulationsgefahr. Ich riskiere doch nicht das Leben meines Kindes für ein Schmuckstück, das angeblich magische, schmerzlindernde Öle absondert. Bleibt bei Dingen, die sie sicher in ihren Händen halten können.
Warum kaut mein Baby auf seinen Händen herum, wenn es noch gar nicht zahnt?
Mein Ältester machte das mit zwei Monaten pausenlos, und ich hätte schwören können, dass er früh Zähne bekommt. Falsch gedacht. Es stellt sich heraus, dass Babys in dem Alter einfach entdecken, dass sie Hände haben, und die einzige Möglichkeit für sie, diese zu erkunden, ist, sie in den Mund zu stecken. Das ist eine völlig normale Entwicklung. Es heißt nicht immer, dass ein Zahn kommt – es heißt einfach nur, dass sie ihre Fingerknöchel gefunden haben und denken, die wären super lecker.





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