Als Maya genau drei Tage alt war, saß ich auf unserer durchgesessenen Wohnzimmercouch, bekleidet mit diesen schicken Netzunterhosen fürs Wochenbett und einem Stilltop, das streng nach saurer Milch roch. In meinen Armen hielt ich ein schreiendes, hochrotes kleines Kartoffelchen von einem Neugeborenen, während auf meinem Handy völlig widersprüchliche Nachrichten eintrudelten. Meine Mutter schrieb mir, ich dürfe dem Baby auf gar keinen Fall einen Schnuller geben, weil das dauerhaft seinen Gaumen ruinieren würde. Meine Stillberaterin schickte mir ein völlig unübersichtliches 12-seitiges PDF mit der Warnung, dass ein zu früher Schnuller-Einsatz zu unumkehrbarer Saugverwirrung führen und meine gesamte Stillzeit zum Scheitern verurteilen würde. Und dann meinte mein Kinderarzt bei unserer ersten, völlig panischen Kontrolluntersuchung ganz beiläufig, dass wir ihr nachts tatsächlich einen geben *sollten*, weil das angeblich das Risiko des Plötzlichen Kindstods (SIDS) senkt.

Ernsthaft, was um alles in der Welt soll man mit solchen Informationen anfangen? Ich habe aus Versehen meinen lauwarmen Morgenkaffee in den Ausguss gekippt, nur bei dem Versuch, diese ganze Panikmache geistig zu verarbeiten. Worauf ich eigentlich hinaus will: Die Frage, wie man sein Kind bei der Schnullernutzung sicher schützt, ist ein seltsam aggressiv diskutiertes Thema voller extremer Meinungen. Über die Jahre und mit zwei völlig unterschiedlichen Babys musste ich selbst herausfinden, worauf es wirklich ankommt und was man getrost ignorieren kann. Hier ist also das, worauf ich laut meinem Kinderarzt und meiner Kinderzahnärztin tatsächlich achten sollte – gefiltert durch mein extrem übermüdetes Gehirn.

Die Sache mit dem Plötzlichen Kindstod (was mein Kinderarzt wirklich gesagt hat)

Ich erinnere mich noch vage daran, wie ich in diesem neonbeleuchteten Untersuchungszimmer saß und mein Kinderarzt mich ansah – mein Mann Dave tippte derweil in der Ecke wie wild Notizen in sein Handy – und irgendwas von Beta-Endorphinen erzählte. Anscheinend schüttet das Nuckeln am Schnuller diese Endorphine aus, die das Baby auf natürliche Weise beruhigen. Aber noch viel wichtiger ist: Die ständige Mundbewegung hindert die Kleinen daran, in einen zu tiefen Schlaf zu fallen. Ich bin keine Wissenschaftlerin. Ich habe in Bio in der Schule gerade so bestanden und verstehe immer noch nicht ganz, wie das Gehirn funktioniert. Aber ich habe zumindest so viel verstanden: Ein Schnuller hält das Nervensystem genau so aktiv, dass sie rhythmisch weiteratmen. Genau deshalb empfehlen die kinderärztlichen Fachgesellschaften, ihnen zum Schlafengehen einen Schnuller zu geben.

Dave war von dieser medizinischen Offenbarung völlig fasziniert. Er fuhr direkt in den nächsten Babymarkt und kaufte gefühlt zwanzig Stück in jeder erdenklichen Form. Aber dann sind da ja noch die Stillberaterinnen, die einem predigen, man solle drei bis vier Wochen warten, bis sich die Milchproduktion perfekt eingespielt hat, damit das Baby nicht zwischen einem Silikonsauger und der echten Brustwarze durcheinanderkommt (Stichwort: Saugverwirrung). Ich habe es bis Tag vier geschafft. Ich konnte das Geschrei einfach nicht mehr ertragen. Also steckte ich Maya um 2 Uhr morgens einen grünen Kautschukschnuller in den Mund, und sie schlief auf der Stelle ein. Maya hat überlebt. Meine Brustwarzen haben überlebt. Die offiziellen Richtlinien, den Schnuller zum Schlafen anzubieten, haben mir tatsächlich geholfen, mich weniger schuldig zu fühlen – dafür, dass ich meinem Kind im Grunde einfach einen Stöpsel verpasst habe, um endlich ein bisschen Frieden zu finden.

Die Erstickungs- und Schimmel-Horrorgeschichten, die mich nachts wach halten

Oh Gott, okay, hier hat meine Angst nach der Geburt so richtig reingekickt. Denn nicht alles, was für Babys verkauft wird, ist auch wirklich sicher für den kleinen Mund. Ich musste das auf die harte Tour lernen: Ich hatte über eine Instagram-Werbung einen dieser wunderschönen, zweiteiligen Retro-Schnuller gekauft, weil ich wollte, dass Leo wie ein stylisches Skandi-Baby aussieht. Tut das nicht! Zweiteilige Schnuller können genau an der Verbindungsstelle zwischen Schild und Sauger auseinanderbrechen. Und dann liegt mitten in der Nacht unbemerkt eine riesige, absolut furchteinflößende Erstickungsgefahr im Bettchen eures Babys.

Ihr solltet wirklich immer nur einteilige Schnuller verwenden, die komplett aus medizinischem Silikon oder Naturkautschuk gegossen sind – ganz ohne Verbindungsstücke, die abbrechen könnten. Und das Schnullerschild muss extrem breit sein, mindestens vier Zentimeter, damit die Kleinen sich den Schnuller nicht versehentlich komplett in den Mund stecken und daran ersticken können.

Und dann der Schimmel. OH MEIN GOTT, DER SCHIMMEL. Wenn beim Spülen Wasser im Saugerteil zurückbleibt, bildet sich wortwörtlich schwarzer Schimmel genau da, wo euer Baby nuckelt. Ich habe mal ein TikTok darüber gesehen und sofort die Küchenschere gezückt, um alle von Leos Schnullern aufzuschneiden und sie von innen zu kontrollieren. Nach dem Waschen in warmem Seifenwasser müsst ihr den Sauger mit sauberen Händen richtig kräftig zusammendrücken, um das gesamte Wasser herauszupressen. Und danach müssen sie gefühlt ewig an der Luft trocknen. Außerdem ist die Lebensdauer von Schnullern lächerlich kurz. Wenn ihr fest am Sauger zieht und auch nur einen winzigen Riss entdeckt oder das Material auf einmal seltsam klebrig wird: Sofort wegwerfen! Das Material zersetzt sich nämlich und kleine Stückchen könnten abbrechen und im Hals eures Babys landen.

Sachen am Baby festzubinden, ist generell eine furchtbare Idee

Wir müssen über Schnullerketten und Befestigungen sprechen. Einen Schnuller ans Bettchen zu binden oder ihn mit einem hübschen Samtband um den Hals zu legen, ist eine absolute Strangulationsgefahr, bei der Kinderärzten der kalte Schweiß ausbricht. Und diese Kuscheltiere, die fest am Schnuller hängen? Sie sind zwar unglaublich süß für die Babyschale, wenn man sein Kind die ganze Zeit direkt im Blick hat, aber sie werden zu einem echten Erstickungsrisiko, wenn man sie zum Schlafen im Stubenwagen lässt. Mein Kinderarzt hat mir deshalb das Versprechen abgerungen, diese Plüsch-Schnuller strikt aus dem Schlafzimmer zu verbannen.

Stattdessen brauchst du eine ordnungsgemäß geprüfte Schnullerkette, wenn du nicht dein halbes Leben damit verbringen willst, Schnuller vom schmutzigen Supermarktboden aufzuheben. Als Leo in seiner Wurfphase war, habe ich die Holz- & Silikon-Schnullerketten von Kianao verwendet. Das ist ehrlich gesagt mein absolutes Must-have, denn die Länge ist streng reguliert und bleibt unter der sicheren 22-Zentimeter-Grenze. Das bedeutet, es ist physisch unmöglich, dass er sie sich um seinen kleinen Hals wickelt. Ich hatte speziell das Modell in Saphirblau, und es sah selbst auf seinen vollgesabberten Bodys unglaublich schick aus. Der Metallclip war so stark, dass er ihn nicht vom Kragen reißen konnte, hinterließ aber trotzdem keine unschönen Abdrücke auf seiner Kleidung. Außerdem waren die Silikonperlen sicher verknotet. Wenn er zahnte, kaute er also einfach auf der Kette selbst herum statt auf dem eigentlichen Schnuller. Das war für mich völlig in Ordnung, da sowieso alles aus lebensmittelechtem Silikon besteht.

Wenn du nach Baby-Essentials suchst, die weder die Ästhetik deines Wohnzimmers ruinieren noch unbemerkt dein Kind in Gefahr bringen, kannst du dir hier die gesamte Bio-Kollektion ansehen.

Der Zeitplan für die Schnullerentwöhnung (oder: Wie man ihnen ihre einzige Lebensfreude nimmt)

Die Entwöhnung ist furchtbar, das sage ich gleich vorweg. Offenbar steigt mit sechs Monaten das Risiko von Mittelohrentzündungen, wenn die Kleinen ständig einen Schnuller benutzen. Ich verstehe die Mechanik dahinter auch nicht ganz – irgendetwas mit Flüssigkeit in den Gehörgängen, die durch den ständigen Saugdruck beeinflusst wird? Mein Kinderarzt meinte, wir sollten versuchen, den Schnuller tagsüber um den sechsten Monat herum zu reduzieren. Das haben wir absolut nicht gemacht. Ich habe im Homeoffice gearbeitet und brauchte die Ruhe dringend, um E-Mails zu beantworten.

Aber wenn sie zwei werden, muss man wirklich anfangen, wegen der Zahnarztrechnungen ins Schwitzen zu kommen. Eine längere Nutzung verändert buchstäblich die Form ihres weichen kleinen Schädels. Es zieht die Schneidezähne nach vorne und verursacht einen Überbiss oder Kreuzbiss. Unser Kinderzahnarzt sah Dave und mir direkt in die Augen und sagte, wir hätten bis zum dritten Lebensjahr Zeit, den Schnuller komplett zu verbannen, sonst würden uns in Zukunft Tausende von Euro für die Kieferorthopädie drohen. Dave geriet sofort in Panik. Wir entschieden uns für den kalten Entzug, als Leo zweieinhalb war.

Es waren drei Tage pure, ungetrübte Hölle. Ich habe so viel Kaffee getrunken, dass meine Hände zitterten, und Leo schrie an der Haustür, als hätten wir seinen besten Freund ausgesperrt. Wir haben versucht, ihn mit anderen Dingen zum Kauen abzulenken, um diese orale Fixierung zu ersetzen. Wir hatten den Handgemachten Beißring aus Holz & Silikon, der für uns ehrlich gesagt nur okay war. Er ist zwar unbestreitbar schön und das unbehandelte Buchenholz ist von Natur aus antibakteriell, aber er ist ein bisschen schwer. Leo ließ ihn ständig auf den Holzboden fallen, was ein schrecklich klapperndes Geräusch machte und unseren Hund völlig in den Wahnsinn trieb.

Was als Ablenkung und Ersatz viel besser funktioniert hat, war der Panda-Beißring. Er ist komplett flach, superleicht und aus einem einzigen Stück Silikon gefertigt, sodass ich ihn einfach in die Spülmaschine werfen konnte, wenn er mal wieder unausweichlich zwischen den Sofakissen feststeckte. Die flache Form befriedigte irgendwie sein verzweifeltes Bedürfnis, hinten auf den Backenzähnen auf etwas herumzukauen, ohne dabei seine Schneidezähne zu verschieben.

Zieht also heute Abend unbedingt mal an den Schnullern, um sie auf Risse zu prüfen. Werft die klebrigen Exemplare rigoros weg, anstatt sie wie ich ganz unten in der Wickeltasche zu horten, und schnappt euch gleich hier ein paar sichere Kau-Alternativen, bevor die große Schnuller-Panik zum zweiten Geburtstag ausbricht.

Die verrückten Schnuller-Fragen, die auch ich um 3 Uhr nachts gegoogelt habe

Kann ich gebrauchte Schnuller kaufen oder ältere Modelle wiederverwenden?

Oh Gott, bitte auf gar keinen Fall. Naturkautschuk und Silikon werden mit der Zeit porös und brüchig, selbst wenn sie nur ein Jahr lang in einer Schublade lagen. Ein poröses Saugteil kann leicht abreißen, während dein Baby schläft. Man muss sie wirklich jedes einzelne Mal komplett neu kaufen.

Sollte ich den Schnuller in etwas Süßes tauchen, damit mein Baby ihn annimmt?

Meine Oma riet mir einmal, Mayas Schnuller in Honig zu tauchen, als sie quengelte, und ich bekam fast einen Herzinfarkt. Babys unter einem Jahr dürfen wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus (was wirklich ein absoluter Albtraum ist) niemals Honig bekommen. Außerdem greifen Zucker oder Sirup sofort die neuen, winzigen Zähnchen an, sobald sie durchbrechen. Wenn sie den Schnuller nicht wollen, lass sie ihn einfach wieder ausspucken.

Sind die verschiedenen Schnullergrößen wirklich so wichtig?

Ja, absolut! Ein Neugeborenen-Schnuller ist bei einem Kleinkind extrem gefährlich und kann zum Ersticken führen, weil der kleine Mund schon groß genug ist, um das gesamte Schild zu verschlucken. Umgekehrt bringt ein zu großer Kleinkind-Schnuller ein Neugeborenes zum Würgen. Man muss also immer wieder die nächste Größe kaufen, wenn sie wachsen – ein bisschen nervig, aber absolut notwendig.

Wie oft sollte ich diese Dinger eigentlich austauschen?

Ehrlich gesagt: viel öfter als man denkt. Meine Kinderärztin riet mir, sie alle vier bis acht Wochen auszutauschen. Wenn dein Baby schon Zähne hat und gerne darauf herumkaut, musst du sie eventuell sogar noch früher ersetzen. Sobald der Schnuller milchig oder klebrig wird oder winzige Bissspuren hat, ab damit in den Müll.

Sollte ich diese speziellen Schnuller-Reinigungstücher benutzen, wenn er auf den Boden fällt?

Klar, das kannst du machen, wenn du das Geld dafür ausgeben möchtest. Aber in den ersten sechs Monaten habe ich die Schnuller einfach in einem Topf ausgekocht oder in den Sterilisator gepackt, wenn sie auf den Boden gefallen sind. Ab dem sechsten Monat, wenn das Immunsystem schon etwas robuster ist, habe ich sie einfach am Waschbecken mit heißem Wasser und etwas Spülmittel abgewaschen. Mein Mann hat den Schnuller unterwegs im Park auch einfach mal selbst in den Mund gesteckt, um ihn „sauber“ zu machen – was vermutlich ziemlich eklig ist und definitiv Bakterien (wie Karies) von Erwachsenen überträgt. Aber hey, wir haben es überlebt.