Ich stehe an einem Dienstag um 8:12 Uhr am Bahnsteig, trage einen Trenchcoat mit einem verkrusteten Spuckfleck auf dem linken Revers und klammere mich an einen lauwarmen Kaffee, als wäre er ein Rettungsring auf offener See. Leo ist sechs Monate alt, in einer Trage vor meine Brust geschnallt, und brüllt, weil gerade ein Schnellzug quietschend an uns vorbeigebrettert ist und den Beton unter meinen Stiefeln zum Beben gebracht hat.
Kennt ihr diesen alten Sheena-Easton-Popsong über den Typen, der von 9 bis 17 Uhr arbeitet? Die Leute haben immer Witze darüber gemacht, als mein Mann Dave noch ins Büro gependelt ist. Aber wenn dein eigenes Baby zur Hauptverkehrszeit mit dir im Frühzug sitzt? Oh Gott, das ist keine süße 80er-Jahre-Musikvideo-Montage. Das ist eine waschechte Geiselnahme. Dave tut immer so, als wäre der Zug dieser friedliche, magische Ort, an dem er seine Geschichts-Podcasts hört und abschaltet. Aber Dave schleppt auch keinen kleinen Menschen mit sich herum, der auf halber Strecke plötzlich aggressiv die Windel sprengen könnte.

Bevor ich herausgefunden habe, wie ich das Ganze überstehe, ohne völlig den Verstand zu verlieren, habe ich alles falsch gemacht. Ich meine ALLES. Lasst mich euch also die Tränen ersparen und euch erzählen, was wirklich passiert, wenn man versucht, mit einem winzigen, unberechenbaren Mitbewohner zu pendeln.
Was ich aus dem großen Kinderwagen-Desaster von 2018 gelernt habe
Ich habe das Gefühl, ich muss das beichten, damit ihr nicht dieselben Fehler macht. Als meine ältere Tochter Maya etwa zehn Monate alt war, hatte ich die große Illusion, ich könnte sie einfach lässig morgens um 8 Uhr in unserem riesigen Luxus-Kinderwagen von Uppababy in die S-Bahn schieben. Die Wickeltasche hing am Griff. Ein schicker Latte Macchiato steckte im Getränkehalter. Ich fühlte mich wie eine extrem gut organisierte Großstadt-Mama.
Dann kam der Zug, die Türen öffneten sich, und da war ein zehn Zentimeter breiter Spalt zwischen Bahnsteig und Waggon, plus eine Stufe. Eine Horde von Geschäftsleuten in identischen Fleecewesten drängte sich sofort hinter mir und seufzte lautstark, während ich versuchte, die Vorderräder über den Spalt zu wuchten. Die Vorderräder verklemmten sich natürlich sofort. Mein Latte Macchiato ergoss sich über die komplette Wickeltasche.
Irgendwie schaffte ich es schließlich, den Kinderwagen in den Eingangsbereich zu schieben, aber der Zug ruckelte schon los, bevor ich die Bremsen finden konnte. Der ganze Wagen rollte rückwärts und knallte gegen eine Haltestange. Maya fing an zu brüllen. Ich verbrachte die gesamte vierzigminütige Fahrt neben der Toilettentür eingeklemmt und hielt den Kinderwagen mit meiner Hüfte an Ort und Stelle, während ich meinen Pullover durchschwitzte. Wenn du den brennenden, verurteilenden Hass von siebzig müden Pendlern spüren willst, nimm morgens um 8 Uhr einen riesigen Kinderwagen mit in den Zug.
Worauf ich hinauswill: Versucht den morgendlichen Berufsverkehr mit Kinderwagen komplett zu meiden. Schnallt euch das Kind einfach in einer Trage vor die Brust und betet. Denn der Versuch, einen riesigen Kinderwagen zusammenzuklappen, während man ein zappelndes Baby und eine Wickeltasche hält, endet zwangsläufig damit, dass man in der Öffentlichkeit weint. Oder wenn ihr flexible Arbeitszeiten habt, verlasst das Haus einfach erst um 10 Uhr, wenn der Zug völlig leer ist. Ernsthaft, die Randzeiten sind eure besten Freunde.
Die von meiner Ärztin ausgelöste Kindersitz-Debatte
Okay, nach dem Kinderwagen-Trauma fragte ich also meine Kinderärztin Dr. Miller, was ich denn nun eigentlich tun sollte. Sie sah mich an, seufzte und erklärte mir, dass Experten (wie die American Academy of Pediatrics) sagen, die absolut sicherste Methode für Zugfahrten sei es, eine zugelassene Babyschale mitzubringen und das Kind auf einem eigenen Sitzplatz im Zug anzuschnallen.

Ich starrte sie an, als hätte sie gerade vorgeschlagen, ich solle zum Mond fliegen. Rein logistisch? Das ist Wahnsinn. Wer hat an einem Dienstagmorgen im Pendlerzug schon einen leeren Sitzplatz neben sich? Und wer bei klarem Verstand schleppt eine schwere Plastik-Babyschale durch einen überfüllten Bahnhof, nur um damit in der U-Bahn zu sitzen? Ich liebe Sicherheit, wirklich, aber ich bin auch Realistin und habe nur zwei Hände. Dennoch hat sie technisch gesehen recht. Im Falle einer Notbremsung oder eines Unfalls ist die Babyschale das Einzige, was die Kleinen wirklich sicher hält – viel mehr, als sie nur auf dem Schoß zu haben.
Dr. Miller murmelte dann noch etwas darüber, dass überfüllte Zugabteile im Grunde rollende Petrischalen sind. Weil Babys unter drei Monaten noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, flehte sie mich quasi an, Leo nach Möglichkeit aus den vollen Waggons fernzuhalten. Die Luftzirkulation in diesen älteren Zügen ist ein schlechter Witz. Im Prinzip atmet man dort nur recycelten Husten ein.
Der Lärm und die extrem eklige Luft
Der Lärmpegel in einem Pendlerzug ist erschreckend, wenn man mal wirklich darauf achtet. Meine Apple Watch hat mir tatsächlich einmal eine Lärmwarnung gegeben, als ein Schnellzug im Bahnhof hupte. Es waren über 90 Dezibel. Das ist so schädlich für winzige, sich entwickelnde Trommelfelle. Also ja, ich habe diese lächerlich aussehenden Lärmschutzkopfhörer für Babys gekauft. Leo sieht damit zwar aus wie ein winziger Bauarbeiter, aber er schläft jetzt allen Ernstes seelenruhig bei den Durchsagen weiter.

Um das Keimproblem in den Griff zu bekommen, habe ich angefangen, eine atmungsaktive Barriere zu nutzen. Wenn ich jetzt unbedingt einen leichten Reisebuggy benutzen muss, lege ich die Bio-Baumwoll-Babydecke mit Eisbär-Print über das Verdeck. Sie ist riesig – im Format 120x120 cm – und bildet so ein kleines, schützendes Zelt. Früher hatte ich immer Sorge, dass ihm unter Decken zu heiß wird, aber da sie aus 100 % Bio-Baumwolle besteht, ist sie super atmungsaktiv. Sie blockt einfach die fiesen Nieser von dem Typen ab, der uns gegenübersitzt. Außerdem liebt es Leo, die kleinen Bären anzustarren, wenn er aufwacht.
Und was die Zugtoilette angeht? Ich würde buchstäblich lieber eine explodierte Windel auf dem Dach des fahrenden Zuges wechseln. Geht da bloß nicht rein.
Kleidung für eine rollende Sauna
Das Schlimmste am Zugfahren ist, dass die Temperaturen absolut keinen Sinn ergeben. Am Bahnsteig ist es eiskalt. Im Waggon selbst wird man mit gefühlten 30 Grad künstlicher Hitze bombardiert. Dann steigt man aus und der Wind trifft einen mit voller Wucht. Man kann die Kleinen nicht in einen riesigen, bauschigen Schneeanzug stecken, weil sie in ihrem Sitz regelrecht braten würden.
Mein absoluter Heiliger Gral für Reisetage ist der Langarm-Strampler aus Bio-Baumwolle. Ich bin ein bisschen besessen davon. Letzten Monat in der Regionalbahn ist Leos Windel massiv ausgelaufen. So richtig, mit Zerstörung bis hoch in den Nacken. Weil dieser Strampler aber eine Knopfleiste mit drei Knöpfen und genug Stretch hat, konnte ich ihn ihm komplett ausziehen, während ich ihn auf meinem Schoß balancierte – ohne ihm die ganze Bescherung über den Kopf ziehen zu müssen. Er ist weich genug, dass sein Ekzem nicht aufflammt, wenn er schwitzt, und er lässt sich perfekt unter einer leichten Jacke im Zwiebellook tragen.
Früher hatte ich auch immer die Bio-Baumwoll-Babydecke mit Eichhörnchen-Print dabei, nur um sie als Puffer auf meinen Schoß zu legen. Es ist eine tolle Decke, das Muster ist super süß, aber ganz ehrlich? Fürs Pendeln ist sie nur okay. In dem Moment, als sie von meinem Schoß rutschte und auf dieser klebrigen, undefinierbaren Flüssigkeit auf dem U-Bahn-Boden landete, war sie für mich gestorben. Ich musste sie in eine Plastiktüte stopfen, bis ich zu Hause war und sie heiß waschen konnte. Bleibt lieber beim Zwiebellook am Körper, anstatt lose Decken mitzuschleppen, die herunterfallen können.
Wenn ihr noch überlegt, wie ihr sie für diesen Wahnsinn anziehen sollt, schaut euch unbedingt Bio-Babykleidung an, die wirklich dehnbar und atmungsaktiv ist. Das erspart euch so manche Panikattacke, wenn der Zug mit Verspätung im Tunnel steht und die Klimaanlage ausfällt.
Wie auch immer, wir überleben es. Leo schläft meistens bis zur dritten Station ein, vorausgesetzt, die Kopfhörer bleiben auf. Ich trinke meinen furchtbaren Kaffee. Wir kommen an unser Ziel. Es ist chaotisch und laut, aber irgendwann gewöhnt man sich an den Rhythmus.
Bevor ihr euch mit eurem Kleinen ins ÖPNV-Getümmel stürzt, stellt sicher, dass ihr wirklich auf die Temperaturschwankungen und kleinen Katastrophen vorbereitet seid. Schaut euch unsere Kollektion an Bio-Basics an und stellt euch euer eigenes Survival-Kit zusammen.
Fragen, die ihr euch jetzt wahrscheinlich stellt
Sollte ich meinen Kinderwagen morgens mit in den Zug nehmen?
Schaut, ich will euch nicht vorschreiben, wie ihr euer Leben leben sollt, aber sofern ihr keinen winzigen Reisebuggy habt, den man mit einer Hand zusammenklappen kann: Tut es nicht während der Rushhour. Ihr werdet alle hassen und alle werden euch hassen. Das Baby in der Trage zu haben, ist für mich der einzige Weg, das Gedränge um 8 Uhr morgens zu überleben. Wenn ihr unbedingt einen Kinderwagen mitnehmen müsst, steigt in den Mehrzweckwagen ein und stellt sofort die Bremsen fest. Ernsthaft, sofort.
Ist der Lärm im Zug schlecht für ihre Ohren?
Ja, irgendwie schon. Die quietschenden Bremsen und lauten Durchsagen können leicht 90 Dezibel erreichen. Meine Ärztin meinte, das sei viel zu laut für Babyohren, wenn sie dem ständig ausgesetzt sind. Holt euch diese kleinen Lärmschutzkopfhörer. Sie sehen zum Schreien komisch aus, aber sie funktionieren, und euer Kind könnte damit tatsächlich ein Nickerchen machen.
Wie schütze ich sie vor Keimen im Zug?
Meine Kinderärztin hat mich gewarnt, dass kleine Babys noch kein Immunsystem haben, die recycelte Luft in einem überfüllten Zug ist also ziemlich eklig. Wenn ich Leo in der Trage habe, drehe ich ihn einfach nach innen, sodass er zu meiner Brust schaut, und ich beuge mich quasi schützend über ihn, wenn jemand hustet. Wenn er im Kinderwagen sitzt, lege ich eine atmungsaktive Babydecke aus Bio-Baumwolle über das Verdeck. Achtet nur darauf, dass es ein leichter, atmungsaktiver Stoff ist, damit es darunter nicht zum Backofen wird.
Was ist eigentlich die sicherste Art für sie mitzufahren?
Also offiziell raten Experten dazu, die Babyschale mitzubringen und sie auf einem Zugsitz anzuschnallen. Nur so sind sie bei einer abrupten Bremsung wirklich rundum geschützt. Ich halte das für das tägliche Pendeln in der Stadt logistisch für unmöglich. Aber wenn ihr eine längere Fahrt mit dem ICE macht, bei der ihr Platz und eine Sitzplatzreservierung habt, nehmt die Babyschale auf jeden Fall mit.
Was sollten sie zum Pendeln im Zug tragen?
Zwiebellook, Zwiebellook, Zwiebellook. Zugabteile sind im Winter notorisch überheizt. Zieht ihnen eine atmungsaktive Basis-Schicht aus Bio-Baumwolle an, wie zum Beispiel einen dehnbaren Strampler mit Knopfleiste, und nehmt eine Strickjacke oder ein Jäckchen mit, das sich leicht ausziehen lässt. Steckt sie niemals in einen dicken Wintermantel, während sie in der Trage an euch geschnallt sind – ihr werdet beide vor der zweiten Haltestelle durchgeschwitzt und unglücklich sein.





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