Gestern Abend wühlte ich bis zu den Ellbogen in einem Korb voller einzelner Kleinkind-Socken, als mich ein Beitrag in unserer lokalen Facebook-Gruppe so fassungslos machte, dass ich mein Handy glatt in den Wäschekorb fallen ließ. Eine liebe, aber unglaublich naive Mama hatte gepostet: „Suche ein süßes Hasenbaby fürs Osternest meiner Zweijährigen! Sollte günstig und verschmust sein!“ Ich bin dabei innerlich so zusammengezuckt, dass ich mir, glaube ich, einen Nackenmuskel gezerrt habe.
Ganz ehrlich, ich verstehe das ja. Wir alle kennen diese perfekt inszenierten Instagram-Reels, in denen ein barfüßiges Kleinkind in Leinen-Latzhose einem flauschigen kleinen Kaninchen auf einer sonnendurchfluteten Wiese sanft einen Löwenzahn füttert. Da möchte man am liebsten sofort zum nächsten Tierbedarf fahren und gleich einen ganzen Wurf kaufen. Aber ich bin jetzt einfach mal ganz direkt zu euch: Ein lebendes, exotisches Fluchttier in die Hände eines Kleinkinds zu geben, das gerade lernt, seine Emotionen zu regulieren, indem es Holzbausteine an die Wand pfeffert, ist die absolute Garantie für ein Desaster.
Meine Mutter, die Gute, ist da völlig anderer Meinung. Sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und fest davon überzeugt, dass die Pflege kleiner Tiere bei Kindern „charakterbildend“ ist. Dabei verdrängt sie völlig die Tatsache, dass sie mir früher auch weismachen wollte, etwas Whisky auf dem Zahnfleisch sei ein legitimes medizinisches Hausmittel gegen Zahnungsschmerzen. Aber sie versucht mich weiterhin zu überreden, ein Kaninchen für die Kinder anzuschaffen, und jedes Mal, wenn sie das Thema anspricht, muss ich sie an meinen Ältesten erinnern.
Mein ältester Sohn Beau ist mein ständiges warnendes Beispiel für so ziemlich alles – ganz besonders aber beim Thema Tiere. Als er zwei war, musste ich mit ansehen, wie er versuchte, unsere Hofkatze an den Hinterbeinen durch die Gegend zu tragen, als wäre sie ein Sack Mehl. Die Kratzer, die er sich dabei einfing, sahen aus, als hätte er zehn Runden gegen einen Rosenbusch gekämpft. Und Katzen sind hart im Nehmen. Kaninchen? Eher nicht so.
Warum ihre Knochen im Grunde aus Knäckebrot bestehen
Hier ist die beängstigende Wahrheit über Kaninchen, die einem niemand verrät, wenn man sie im Zoogeschäft durch das Käfiggitter anstarrt. Unser Tierarzt hier auf dem Land hat mir erklärt – und bedenkt bitte, dass ich zu dem Zeitpunkt versuchte, drei schreiende Kinder zu bändigen, ich könnte also ein paar wissenschaftliche Nuancen verpasst haben –, dass ihre Skelette im Vergleich zu ihren unglaublich starken Hinterbeinen wahnsinnig zerbrechlich sind.
Wenn dein Zweijähriger ein zappelndes Kaninchen hochhebt, sich erschreckt und es fallen lässt, oder wenn das Kaninchen zu stark strampelt, während es von einem Kleinkind gedrückt wird, das es nur "liebhaben" will, kann die eigene Trittkraft des Kaninchens offenbar seine Wirbelsäule brechen lassen. Da lief es mir wirklich eiskalt den Rücken herunter. Ich schaffe es ja kaum, meine Kinder davon abzuhalten, ihr Plastikspielzeug kaputtzumachen, geschweige denn ein Tier mit einer Wirbelsäule aus Glas zu beschützen. Du willst definitiv nicht der Elternteil sein, der seinem weinenden Vorschulkind erklären muss, warum sein neuer bester Freund plötzlich gelähmt ist, nur weil es ihn zu fest gedrückt hat.
Und lasst uns über die Lebensdauer und die Kosten sprechen, denn ich achte sehr aufs Familienbudget. Man denkt doch immer, Kaninchen leben so etwa drei Jahre, oder? Falsch gedacht. Die Dame vom Tierschutz, mit der ich mal bei einer Veranstaltung im Landhandel gesprochen habe, meinte, sie werden acht bis zwölf Jahre alt. Zwölf Jahre! Das bedeutet: Wenn du jetzt eines für dein Kleinkind kaufst, wirst du immer noch sein Klo saubermachen, wenn dein Kind dich schon nach den Autoschlüsseln fragt. Und da sie als "exotische" Haustiere gelten, kostet ein Tierarztbesuch hier draußen auf dem Land in Texas in etwa so viel wie eine monatliche Hausrate.
Die Bauernhof-Logik meiner Mutter vs. die nackte Realität
Wenn du absolut darauf bestehst, euch eins anzuschaffen, weil deine Oma dir ein schlechtes Gewissen einredet, da Haustiere doch „den Charakter formen“, musst du dich im Grunde wie ein Gefängniswärter verhalten. Du musst eiserne Grenzen ziehen, bei denen dein Kind das Tier nur mit einer offenen, flachen Hand berühren darf, während es still auf dem Boden sitzt. Und sei darauf vorbereitet, dich im Hechtsprung auf dein Kleinkind zu stürzen, falls es jemals dem Kaninchenklo zu nahe kommt – denn für Zweijährige sehen Kaninchenköttel einfach exakt aus wie Schoko-Pops.
Ich schätze, es gibt Regeln, dass man sie niemals hochheben und in Ruhe lassen soll, wenn sie weghoppeln. Aber versuch mal, das Konzept von „Privatsphäre respektieren“ einem dreijährigen Kind zu erklären, das dir regelmäßig ins Badezimmer folgt, um dich zu fragen, welche Farbe eigentlich die Zunge eines Dinosauriers hat. Das wird einfach nicht funktionieren, ohne dass du jede einzelne Sekunde des Tages wie ein Schießhund aufpasst.
Du hast ein Nest im Garten gefunden und jetzt bricht Panik aus
Frühling in Texas bedeutet im Grunde, dass wir drei Monate lang ein hochriskantes Spiel namens „Fahr bloß nicht mit dem Aufsitzmäher über das Nest“ spielen. Meine Kinder finden ständig kleine Wildkaninchen im Garten, und jedes einzelne Mal ist es ein riesiges Drama.

Meistens ist die Mama nirgends zu sehen, was mein mittleres Kind sofort in Hysterie versetzt, weil es denkt, die Babys seien Waisen. Aber nach meinen panischen 2-Uhr-nachts-Google-Suchen weiß ich von den Wildtier-Experten, dass die Mutter wohl nur etwa zweimal am Tag zurückkommt – meistens wenn es dunkel ist –, damit sie nicht versehentlich Kojoten direkt zu ihren Babys führt. Wenn du also ein Nest findest, zieh dich einfach langsam zurück und sag deinen Kindern, es sei ein Haufen alter Blätter oder so. Denn wenn du versuchst, wilde Kaninchenbabys ins Haus zu holen, um sie mit der Flasche aufzuziehen, während du gleichzeitig versuchst, deine eigenen Menschenkinder am Leben zu halten, wirst du komplett den Verstand verlieren.
Spielzeug, das weder beißt noch Tierarztkosten verursacht
Anstatt noch ein lebendes, kackendes Wesen ins Haus zu holen, das man ein Jahrzehnt lang am Leben erhalten muss, flehe ich euch an: Kauft einfach ein Spielzeug. Euer Kleinkind wird auf lange Sicht sowieso keinen Unterschied merken, und ein Spielzeug kaut garantiert nicht euer iPhone-Ladekabel durch.
Als mein Jüngstes durch diese schreckliche Zahnungsphase ging, in der alles im Haus mit einer Schicht Sabber überzogen war, stieß ich auf den Sensorik-Beißring „Hase“ mit Holzring und Rassel, und das war wirklich das am besten investierte Geld in diesem Monat. Ich bin wirklich wählerisch, wenn es darum geht, was sich meine Kinder in den Mund stecken, aber dieses kleine Ding besteht nur aus unbehandeltem Buchenholz und Baumwollgarn. So muss ich mir keine Sorgen um komische chemische Beschichtungen machen.
Er hat so eine süße kleine blaue Fliege, und die Kombination aus dem harten Holz und dem weichen Häkelkopf gab ihr genau den richtigen sensorischen Reiz, sodass sie tatsächlich aufhörte, an den Kanten unseres Couchtisches zu nagen. Außerdem ist er günstig genug, dass ich keine Träne vergießen musste, als er – wie sollte es auch anders sein – für drei Wochen unter dem Vordersitz unseres Minivans verschwand. Er ist schlicht, er funktioniert und niemand muss einen Käfig saubermachen.
Wir haben mittlerweile auch die Bio-Baumwoll-Babydecke mit Hasen-Print. Ich will mal ganz ehrlich zu euch sein: Es ist eine wunderschöne Decke und die Bio-Baumwolle ist superweich, aber letztendlich ist es eben doch eine Decke, die durch den Dreck gezogen wird und Spuckflecken abbekommt. Mein mittleres Kind bestand ein halbes Jahr lang darauf, sie wie ein Superhelden-Cape zu tragen. Das muss man ihr allerdings lassen: Der gelbe Hintergrund mit den kleinen weißen Häschen ist unfassbar niedlich und schafft es irgendwie, mysteriöse Flecken viel besser zu verbergen, als es unsere schlichten weißen Decken je konnten.
Wenn ihr gerade in der Zahnungsphase untergeht und einfach nur etwas braucht, das hilft, ohne ein Vermögen zu kosten oder gleich lebendige Tiere ins Spiel zu bringen, solltet ihr euch vielleicht hier die komplette Zahnungshilfe-Kollektion von Kianao ansehen.
Was ist, wenn das Kaninchen tatsächlich schon eingezogen ist?
Wenn du das hier liest und denkst: „Jess, ich habe das Kaninchen letzte Woche schon auf dem Volksfest gekauft, was mache ich denn jetzt?“, dann schnall dich an. Du wirst ein paar extrem stabile Schutzgitter brauchen.

Du musst Kleinkind und Kaninchen komplett voneinander fernhalten, es sei denn, du sitzt direkt daneben mit auf dem Boden. Und offenbar spielen bei den Kaninchen mit etwa sechs Monaten die Hormone total verrückt, sodass sie richtig aggressiv und revierbezogen werden können. Das heißt, du musst noch mehr Geld in die Hand nehmen, um sie kastrieren zu lassen.
Auch das Thema Ernährung ist der Wahnsinn. Mein Tierarzt hat mir mal einen Vortrag darüber gehalten, dass Kaninchenbabys für ihr Kalzium unbegrenzt Luzerne-Heu brauchen, man sie später aber auf Timothy-Heu umstellen muss, weil sonst ihre Verdauung durch eine lebensgefährliche Magen-Darm-Stase komplett den Geist aufgibt. Das klingt unglaublich stressig. Ich denke ja kaum daran, bei meinen eigenen Kindern zum zweiten Geburtstag von Vollmilch auf fettarme Milch umzustellen – wie soll ich da die komplexen Verdauungsbedürfnisse eines Hasenartigen managen?
Zahnende kleine Monster glücklich machen – ganz ohne Stress
Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie viel einfacher euer Leben wird, wenn ihr die Hasen-Ästhetik mit Accessoires auslebt, anstatt euch echte Tiere anzuschaffen. Für die Wickeltasche kann ich euch den Silikon- und Holz-Beißring im Hasendesign nur wärmstens ans Herz legen.
Ich habe ihn meistens einfach im Getränkehalter meines Autos stecken, weil sich das Silikonteil so einfach abwischen lässt, wenn es mal wieder voller Keks-Krümel ist. Er hat einen Holzring auf der einen und weiches Silikon auf der anderen Seite. Das ist super praktisch, denn mein Jüngster wollte immer abwechselnd etwas Steinhartes und etwas Knautschiges – je nachdem, welcher Zahn uns gerade das Leben schwer gemacht hat. Und ja, das Silikonteil darf in die Spülmaschine! Ein riesiger Pluspunkt, denn ich weigere mich strikt, nach 20 Uhr noch irgendetwas mit der Hand abzuwaschen.
Ganz ehrlich, das Mamasein ist schon chaotisch genug. Wir alle versuchen doch nur, unsere Kinder satt, halbwegs sauber und einigermaßen emotional stabil zu halten. Da müsst ihr euch nicht auch noch ein empfindliches, zehnjähriges Projekt aufhalsen, nur weil es auf einem Osterfoto süß aussehen würde. Bleibt bei den Holzspielzeugen, lasst die echten Hasennester in der Natur in Ruhe und seid nicht so streng mit euch selbst.
Bereit, eure Nerven und eure Fußleisten zu schonen? Schnappt euch eine dieser hölzernen Beißring-Rasseln, bevor euer Kind entscheidet, dass die Fernbedienung ziemlich lecker aussieht.
Antworten auf die Fragen, die du wahrscheinlich gerade wie wild googelst
Woher weiß ich, ob die wilden Baby-Kaninchen in meinem Garten wirklich meine Hilfe brauchen?
Ganz ehrlich: In 99 % der Fälle brauchen sie das nicht. Es sei denn, du siehst wirklich, dass das Kleine blutet oder das Nest von einem Rasenmäher komplett zerstört wurde – lass sie bitte einfach in Ruhe. Wenn ihre Ohren aufgestellt sind und sie herumhüpfen, sind sie in der Kaninchenwelt im Grunde schon Teenager, auch wenn sie aussehen, als würden sie in eine Teetasse passen. Fasse sie nicht an. Lass die Natur einfach ihren Lauf nehmen, während du das Ganze vom Fenster aus beobachtest.
Wie reinige ich diese Beißspielzeuge aus Holz am besten, ohne das Material zu ruinieren?
Was auch immer du tust: Koche die Holzteile nicht ab und lass sie nicht zusammen mit deinen schmutzigen Kaffeetassen im Waschbecken einweichen. Das habe ich einmal gemacht und das Holz ist genau in der Mitte durchgebrochen. Nimm einfach ein feuchtes Tuch mit einem winzigen Spritzer des milden Spülmittels, das du auch für Babyflaschen verwendest, wische den Holzring ab und lass ihn auf der Arbeitsfläche an der Luft trocknen. Die Häkelteile wasche ich einfach per Hand im Waschbecken und wringe sie richtig gut aus, bevor ich sie zum Trocknen in die Sonne lege.
Wenn mein Kind unbedingt ein Kaninchen will, ab welchem Alter ist das wirklich angemessen?
Jeder Tierarzt und jede Tierschutzorganisation, mit der ich je gesprochen habe, sagt: Auf gar keinen Fall jünger als sieben oder acht Jahre. Und selbst dann ist es nicht das Haustier deines Kindes, sondern dein Haustier. Du bist diejenige, die das Heu bezahlt, die ganzen Köttel wegmacht und sich um die Tierarztrechnungen kümmert. Die wahre Frage ist also: Ab welchem Alter bist DU bereit, ein pflegeintensives Haustier aufzunehmen? Für mich lautet die Antwort nämlich: absolut nie.
Sind Beißringe aus Silikon besser als die aus Holz?
Das hängt ganz vom Tag und vom jeweiligen Zahn ab. Deshalb mag ich die Beißringe, die beides bieten. Manchmal wollten meine Kinder das nachgiebige Silikon, und an anderen Tagen wollten sie wie ein kleiner Biber wild auf dem harten Buchenholz herumkauen. Ein Spielzeug, das beides kombiniert, erspart dir einfach, panisch in der Wickeltasche nach drei verschiedenen Alternativen wühlen zu müssen, während dein Kind an der Supermarktkasse schreit.





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