Es war Dienstagmorgen um 3:14 Uhr und ich trug ein altes Uni-Sweatshirt aus dem Jahr 2008 mit einem verkrusteten weißen Fleck auf der Schulter, den ich einfach hartnäckig ignorierte. Leo war genau elf Wochen alt. Und er schrie. Nicht dieses rhythmische, nervige Ich-bin-müde-wieg-mich-Weinen, sondern ein panisches, hohes Brüllen, während er sich aggressiv seine ganze winzige Faust in den Mund stopfte. Der Speichel sammelte sich buchstäblich in seinen Halsfalten. Ich hielt ihn über meine Schulter und wippte verzweifelt im Dunkeln auf einem Gymnastikball, während mein Mann Tom die ganze Zeit über schnarchte. Typisch.

Ich weiß noch, wie ich panisch mit dem Daumen auf meinem Handy googelte und versuchte, das schwere, leuchtende Rechteck nicht auf die Fontanelle meines Babys fallen zu lassen. Ich dachte, er sei viel zu jung zum Zahnen. Maya bekam ihren ersten Zahn erst, als sie etwa sieben Monate alt war. Aber diese schiere Menge an Sabber war nicht zu übersehen. Ich wusste ehrlich gesagt nicht einmal, dass Beißringe für Neugeborene etwas sind, das man vor dem sechsten Monat besitzen muss, aber in dieser Nacht hätte ich tausend Euro für einen bezahlt.

Wie auch immer, worauf ich hinauswill: Ich habe die Nacht überlebt, am nächsten Morgen ungefähr vier Tassen lauwarmen Kaffee getrunken und uns zum Kinderarzt geschleppt. Was ich dort erfuhr, hat mich völlig umgehauen und meine Sicht auf all die wilden Silikonformen verändert, die unten in meiner Wickeltasche herumfliegen.

Mein Kinderarzt lachte über meine Mitternachtspanik

Dr. Aris hat mich also wirklich schon an meinen absolut schlechtesten Tagen gesehen. Ich stolperte in seine Praxis, sah aus wie ein waschechter Zombie und wollte unbedingt wissen, warum mein Baby versuchte, seine eigene Hand aufzuessen. Er untersuchte Leos Zahnfleisch und meinte nur: Sarah, das Zahnen geht los. Und ich dachte nur: Er kann ja noch nicht mal seinen Kopf selbst halten! Wie kann das sein!

Anscheinend können Babys schon mit zehn oder zwölf Wochen die ersten Anzeichen des Zahnens zeigen – das Sabbern, das Herumkauen auf den Fingern, die absolute Weigerung zu schlafen. Was sich ehrlich gesagt wie ein grausamer Scherz anfühlt. Man hat gerade erst die Cluster-Feeding-Phase der Neugeborenen überstanden, und zack, Kieferschmerzen.

Und dann nannte mir Dr. Aris eine Statistik, bei der ich fast direkt auf dem Untersuchungstisch geweint hätte. Er sagte, dass die Schmerzen für jeden Zahn im Durchschnitt acht Tage andauern. Vier Tage lang, während der Zahn durch den Knochen drückt, und vier Tage, nachdem er das Zahnfleisch durchbrochen hat. Acht Tage. Pro Zahn. Rechnet man das mal zwanzig Milchzähne, bedeutet das wohl, dass ich bis 2028 nicht mehr schlafen werde. Aber es rückt dieses endlose Quengeln einfach in ein anderes Licht, versteht ihr? Sie wollen uns nicht quälen, ihre kleinen Gesichter tun einfach nur furchtbar weh.

Die verrückte Mund-Wissenschaft, vor der einen niemand warnt

Okay, jetzt kommt der Teil, der mein schlafentzogenes Gehirn wirklich umgehauen hat. Ich dachte immer, Beißringe wären nur zur Schmerzlinderung da. Nach dem Motto: Man gibt ihnen ein Stück Gummi, damit sie aufhören zu schreien. Aber ich folge einer Logopädin für Kinder auf Instagram – und mal ehrlich, warum brauchen wir heutzutage eigentlich für absolut jede Körperfunktion einen Instagram-Spezialisten? – und sie erklärte, dass Beißringe im Grunde wie Fitnessstudios für den Babymund sind.

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Wahrscheinlich benutze ich nicht genau die richtigen Fachbegriffe, aber im Grunde haben Neugeborene diesen extrem empfindlichen Würgereflex, der ganz vorne auf der Zunge sitzt. Das ist evolutionär bedingt, damit sie sich nicht an Muttermilch oder Pre-Nahrung verschlucken. Aber wenn dieser Würgereflex weiterhin vorne im Mund bleibt, übergeben sie sich später einfach jedes Mal, wenn man versucht, ihnen Avocado-Toast zu geben. Wenn sie also ständig sicher auf Dingen herumkauen, schiebt das diesen Reflex immer weiter nach hinten in den Rachenraum.

Außerdem müssen sie diese Auf-und-Ab-Kaubewegung üben und schließlich auch die sogenannte Zungenlateralisierung, was einfach bedeutet, die Zunge von einer Seite zur anderen zu bewegen. Ohne das Üben an sicheren Spielzeugen werden ihre kleinen Mundmuskeln nicht stark genug für feste Nahrung. Das hat meine Sichtweise total verändert: Statt genervt davon zu sein, ständig Spielzeug abwaschen zu müssen, dachte ich plötzlich: Oh wow, er leistet hier wichtige Entwicklungsarbeit, während er meinen Lieblingsteppich vollsabbert.

Mein absoluter Favorit und das Spielzeug, das wir ruiniert haben

Natürlich habe ich nach diesem Arzttermin im Internet geradezu panisch eingekauft. Und ich habe dazu ein paar Gedanken. Fangen wir mit dem an, das tatsächlich meinen Verstand gerettet hat.

Der Panda Beißring aus Silikon ist zweifellos das Beste, was ich für Leos frühe Zahnungsphase gekauft habe. Denn hier ist das Problem mit vielen Beißringen: Sie sind einfach zu schwer. Wenn Babys drei oder vier Monate alt sind, ist ihre Motorik noch alles andere als ausgereift. Sie können kaum zielgerichtet zum eigenen Gesicht greifen. Der Panda ist so wunderbar flach und leicht, dass Leo seine kleinen Finger regelrecht in die Aussparungen einhaken und ihn selbst festhalten konnte.

Er hat dieses Bambus-Detail mit all diesen kleinen Struktur-Noppen, und er hat einfach mal zwanzig Minuten am Stück auf dieser Ecke herumgekaut, während ich stumpf die Wand anstarrte und kurz abschaltete. Er besteht zu 100 % aus lebensmittelechtem Silikon, was ich liebe, weil ich ihn jeden Abend einfach ins obere Fach der Spülmaschine werfen kann. Es ist ehrlich gesagt so unkompliziert.

Auf der anderen Seite haben wir auch den Fuchs-Rassel-Beißring ausprobiert. Okay, hört zu. Maya hatte etwas Ähnliches, als sie ein Baby war, und sie hat es geliebt. Er ist objektiv betrachtet wunderschön. Der Ring aus unbehandeltem Buchenholz ist unglaublich glatt und der kleine gehäkelte Fuchs ist bezaubernd. Es sieht aus wie ein Accessoire aus einem wunderschön eingerichteten skandinavischen Kinderzimmer.

Aber Leo? Leo ist ein Springbrunnen. Er produziert eine Menge Speichel, die eigentlich den Gesetzen der Physik widerspricht. Fünf Minuten, nachdem ich ihm den Fuchs gegeben hatte, war die schöne Häkelbaumwolle völlig durchnässt und roch nach saurer Milch. Und im Gegensatz zum Silikon-Panda muss man den gehäkelten Teil vorsichtig von Hand waschen und warten, bis er an der Luft getrocknet ist, was ewig dauert. Es ist ein wunderschönes sensorisches Spielzeug für ein Baby, das einfach nur eine Rassel halten und die Kontrastfarben betrachten möchte, aber für einen aggressiven, sabbernden Kauer? Für mich um 3 Uhr nachts war er einfach zu pflegeintensiv.

Oh Gott, ich hätte fast das Eichhörnchen vergessen. Wir hatten auch immer den Eichhörnchen-Beißring im Auto. Das ist dieser mintgrüne Ring mit einer strukturierten Eichel, und das war das Einzige, was ihn davon abhielt, an roten Ampeln völlig durchzudrehen. Die Ringform ist perfekt, um eine Schnullerkette durchzufädeln, damit sie ihn nicht auf den schmutzigen Boden im Supermarkt pfeffern können.

Wenn ihr im Sabber ertrinkt und euch einfach nach Dingen umsehen wollt, die euch nicht in den Wahnsinn treiben, könnt ihr euch deren gesamte Kollektion an Beißspielzeug ansehen, um zu verstehen, was ich mit den Formen meine.

Die erschreckenden Fakten zur Sicherheit, die ich nachts um drei gelernt habe

Wenn man mitten in der Nacht wach liegt, versinkt man natürlich irgendwann tief in den Weiten des Internets. Und die Sicherheitsempfehlungen rund ums Zahnen haben sich stark verändert, seit unsere Eltern uns großgezogen haben, oder sogar seit ich Maya bekommen habe.

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Zunächst einmal die Bernsteinketten. Ich sehe sie überall auf dem Spielplatz, aber Dr. Aris war in diesem Punkt unglaublich ernst. Die amerikanischen (und auch europäischen) Kinderärzteverbände raten strikt davon ab, Babys Zahnschmuck tragen zu lassen. Überhaupt keinen. Es besteht eine massive Strangulationsgefahr, und wenn die Kette reißt, haben diese kleinen Perlen genau die richtige Größe, um die Atemwege eines Säuglings zu blockieren. Es ist das Risiko einfach nicht wert, auch wenn eure Schwiegermutter schwört, dass es bei ihren Kindern geholfen hat.

Und auch diese flüssigkeitsgefüllten Plastikringe aus den Neunzigern sind im Grunde nur kleine toxische Zeitbomben. Babys haben überraschend viel Kraft im Kiefer und können das Plastik leicht durchbeißen – und schon wird dieses mysteriöse Gel verschluckt.

Und dann ist da noch die Sache mit der Temperatur! Ich dachte immer, man sollte Beißringe in den Gefrierschrank legen, damit sie schön eisig werden. Falsch gedacht. Dr. Aris sagte, dass das Silikon oder Gummi im Gefrierfach viel zu hart wird, was zu ernsthaften Blutergüssen am unglaublich empfindlichen, ohnehin schon entzündeten Zahnfleisch führen kann. Man sollte sie einfach für etwa fünfzehn Minuten in den normalen Kühlschrank legen, damit sie schön kühl werden, aber eben nicht steinhart. Wenn ihr euch also einfach daran erinnert, diese gruseligen Bernsteinketten wegzuwerfen und das Silikon-Spielzeug stattdessen im Kühlschrank zu kühlen, statt sie im Gefrierfach in buchstäbliche Eiswaffen zu verwandeln, macht ihr schon alles richtig.

Der absolut günstigste Trick, der wirklich funktioniert

Aber ganz ehrlich? Wenn man mal sein ganzes Spielzeug in der Wickeltasche vergessen hat und kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht, hat mich Tom netterweise an einen Trick erinnert, den uns eine Krankenschwester im Krankenhaus gezeigt hat. Man nimmt einfach einen sauberen Waschlappen aus Bio-Baumwolle – wir haben gefühlt eine Million davon –, feuchtet ihn an, dreht ihn zu einem festen kleinen Röllchen und legt ihn für eine Weile in den Kühlschrank.

Den kann man sich dann um den Zeigefinger wickeln und so ihr Zahnfleisch sanft massieren. Die Struktur des Frotteestoffs fühlt sich für sie großartig an, und man kann sehr genau kontrollieren, wie viel Druck man ausübt. Ich saß dann oft auf der Couch, sah mir anspruchslose Reality-Shows an, während Leo aggressiv auf meinem in den Waschlappen gewickelten Finger herumkaute. Es ist eine klebrige Angelegenheit, und man bekommt Sabber auf die ganze Hose, aber es funktioniert.

Das Zahnen ist einfach eine brutal lange Phase. Man muss da einfach durch – mit so viel Kaffee, wie das eigene Nervensystem eben verträgt. Achtet darauf, Spielzeug zu besorgen, das auch wirklich in ihren winzigen Mund passt, und irgendwann, eines Tages, haben sie den Mund voller Zähne und nutzen diese, um Chicken Nuggets einzufordern. Falls ihr etwas Anregenderes braucht, für die Momente, in denen sie wirklich wach sind und mal nicht schreien, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Spielbögen aus Holz der Marke, um sie gut zu beschäftigen.

Die klebrigen Fragen, die mir alle dazu stellen

  • Warum sabbert mein 10 Wochen altes Baby so viel, obwohl noch gar keine Zähne da sind?

    Weil ihre kleinen Körper sich auf das große Ereignis vorbereiten! Mein Kinderarzt meinte, dass die Speicheldrüsen zwischen dem zweiten und dritten Monat auf Hochtouren laufen – genau dann, wenn sie anfangen, ihre Fäuste in den Mund zu stecken. Das heißt nicht, dass morgen schon ein Zahn durchbricht, es bedeutet einfach nur, dass ihr Mund aufwacht. Kauft euch Lätzchen, ernsthaft.

  • Kann ich nicht einfach das Gefrierfach statt des Kühlschranks benutzen?

    Bitte nicht! Bei Maya habe ich das auch gemacht, bis ich einen Rüffel bekam. Das Gefrierfach macht das Silikon oder Holz viel zu hart, was im schlimmsten Fall zu Blutergüssen am armen geschwollenen Zahnfleisch führen kann. Im Kühlschrank wird es schön kühl und leicht betäubend, ohne dass das Spielzeug zu einem regelrechten Stein gefriert.

  • Helfen diese Bernstein-Zahnungsketten denn wirklich?

    Okay, ich weiß, manche schwören darauf, dass die "Bernsteinsäure" über die Haut aufgenommen wird, aber der medizinische Konsens ist ein riesiges, leuchtendes NEIN. Sie stellen eine massive Erstickungs- und Strangulationsgefahr dar. Lasst den Schmuck einfach weg und gebt den Kleinen stattdessen etwas, das sie sicher halten und ankauen können. Eure Nerven werden es euch danken.

  • Wie viele Beißringe muss ich eigentlich wirklich kaufen?

    Ehrlich gesagt? Drei oder vier gute. Einen für die Wickeltasche, einen für den Kindersitz und zwei für zu Hause, damit einer in die Spülmaschine wandern kann, während auf dem anderen rumgekaut wird. Kauft nicht direkt zwanzig Stück. Die landen am Ende ohnehin nur voller Hundehaare unter der Couch.

  • Wie soll ich die Dinger saubermachen, ohne den Verstand zu verlieren?

    Wenn sie zu 100 % aus Silikon bestehen, werft sie einfach oben in die Spülmaschine. Das mache ich wirklich jeden Abend. Wenn sie aus Holz sind, wischt sie einfach mit einem feuchten Tuch und milder Seife ab – Holz niemals im Waschbecken einweichen, es sei denn, ihr wollt, dass es reißt. Und falls euch der Ring im Supermarkt auf den Boden fällt? Nehmt ein Feuchttuch und sprecht ein kleines Gebet. Wir tun doch alle nur unser Bestes.