Meine Mutter schwört ja, dass die Videospiele meines sechsjährigen Neffen auch für meine drei Kinder unter fünf völlig in Ordnung sind – solange ich ihnen bei den gruseligen Stellen einfach die Augen zuhalte. Meine Schwester, Gott hab sie selig, glaubt dagegen, dass jeder Bildschirm, der fortschrittlicher ist als ein Holzklotz, das Gehirn eines Kleinkindes sofort in Kartoffelbrei verwandelt und ihre zukünftigen Schulnoten ruiniert. Und mein Mann? Der hat am Wochenende einen Titel im PlayStation Store gesehen und meinte: "Hey, das ist ein pädagogischer Laufsimulator, wie schlimm kann das schon sein?"

Naja, ich bin da jetzt mal ganz ehrlich zu euch. Es ist schlimm. Das Spiel, das er da gefunden hat, ist ein absolut durchgeknallter Fiebertraum nur für Erwachsene, der absolut nichts in der Nähe eurer Kinder, eures Wohnzimmers oder den Augen eurer Familie zu suchen hat.

Ich weiß, wie es klingt. Es klingt wie eine süße kleine App, in der ein Baby in Windeln zu fröhlicher Xylophonmusik laufen lernt. Wenn man als müde, gestresste Mama verzweifelt nach etwas sucht, um den Dreijährigen zu beschäftigen, während man Haferbrei von den Fußleisten schrubbt, sieht man vielleicht diesen Titel und klickt ohne nachzudenken auf Download. Aber ihr müsst genau wissen, wofür ihr da eigentlich bezahlt, denn die Kluft zwischen dem Titel und der Realität ist größer als der Grand Canyon.

Ein niedlicher Name für ein sehr seltsames Erwachsenenproblem

Stellen wir uns die Szene mal vor. Ihr startet dieses angeblich unschuldige Spiel und spielt gar kein süßes Baby. Ihr spielt Nate, einen arbeitslosen Mann in den Dreißigern, der im Keller seiner Eltern wohnt und einen dreckigen, fleckigen Erwachsenen-Strampler trägt. Durch eine bizarre Wendung der Ereignisse wird Nate in eine seltsame Welt teleportiert, in der er buchstäblich lernen muss, wie man einen Fuß vor den anderen setzt.

Das ist kein Lernspiel über die Meilensteine von Kleinkindern. Es ist eine düstere Comedy-Satire über einen erwachsenen Kindskopf, der im Leben völlig versagt hat. Man muss seinen linken und rechten Fuß physisch mit den Controller-Tasten steuern, und da die Physik des Spiels ein absoluter Albtraum ist, rudert Nate im Grunde nur wild mit den Armen, stolpert über Steine und landet mit dem Gesicht im Schlamm.

Ich meine, ich schätze eine gute Metapher für die Tücken des modernen Erwachsenseins genauso sehr wie jede andere erschöpfte Millennial-Mama, aber das ist eindeutig nichts für die Vorschulzielgruppe. Und die frustrierende Steuerung ist nur die Spitze des Eisbergs.

Lasst uns über die Esel-Hybriden sprechen

Leute, ich muss euch auf die tatsächlichen visuellen Inhalte vorbereiten, denn wie explizit dieses Spiel wird, ist völlig verrückt. Irgendwann, während man hoffnungslos versucht, Nate einen Berg hinaufstolpern zu lassen, trifft man auf bizarre Kreaturen, die die Altersprüfstelle ganz beiläufig als "Mensch-Esel-Hybriden mit entblößten männlichen Genitalien" beschreibt. Lest diesen Satz noch einmal. Das ist es, was euer Kind sieht, wenn es ins Wohnzimmer spaziert und nach einem Päckchen Saft fragt. Volle, grafische, männliche Nacktheit mitten in einem frustrierenden Wandersimulator. Es ist absurd, es soll schockierender Erwachsenenhumor sein, und es ist absolut die Art von Situation, bei der man quer über das Sofa hechtet, um den Stecker vom Fernseher zu ziehen, bevor das älteste Kind auf den Bildschirm zeigt und eine Frage stellt, für die einem an einem Dienstag um 8:00 Uhr morgens schlichtweg das biologische Vokabular fehlt.

Fairerweise muss man sagen, dass es eine Zensur-Option gibt, die aufpoppt, wenn man anfängt zu spielen. Das Spiel fragt buchstäblich: "Möchtest du Nacktheit aktivieren?" Wenn man auf Nein klickt, klebt es riesige, lustig gemeinte schwarze Zensurbalken über die unteren Hälften der Charaktere. Aber die schmutzigen Witze, die derben Sprüche, in denen der Charakter aufgefordert wird, sich auszuziehen, und die insgesamt sehr reifen Themen bleiben völlig intakt. Es gibt auch eine Szene mit einer rauchenden Bong und Texten, die sich auf Ecstasy beziehen, was natürlich ganz zauberhaft ist, aber seien wir ehrlich: Es ist die unzensierte, herumschwingende Anatomie, bei der man glatt seinen Kaffee verschüttet.

Wie echte Meilensteine aussehen sollten

Als mein Ältester anfing zu krabbeln und laufen zu lernen – eine furchteinflößende Ära, die ich liebevoll meine "Warnbeispiel-Jahre" nenne – dachte ich wirklich, wir bräuchten all dieses auffällige digitale Zeug, um ihn beim Lernen zu unterstützen. Ich kaufte diese Lauflernhilfen aus Plastik, die leuchteten und elektronische Bauernhofgeräusche dröhnten, bis mir die Ohren klingelten. Wir brauchten absolut nichts von diesem Schrott.

What actual milestones should look like — The Truth About That "Baby Steps" Video Game (Spoiler: It's Not For...

Wenn ihr die körperliche Entwicklung eures Babys unterstützen wollt, braucht ihr nur einen sicheren Platz auf dem Boden und ein paar gut gemachte Basics. Deshalb habe ich angefangen, Bildschirme für die Kleinen komplett wegzulassen und mich auf Sachen wie das Bären-Spielebogen-Set zu verlassen. Ich sage euch, dieses Ding ist ein Lebensretter. Es ist aus unbehandeltem Massivholz gefertigt, also völlig sicher, wenn mein zahnender kleiner Albtraum von Nesthäkchen unweigerlich auf dem Rahmen herumkaut. Die kleinen Hängespielzeuge haben diese neutralen Holzstrukturen mit nur einem Hauch von Pastell, sodass es in meinem Wohnzimmer tatsächlich schön aussieht und nicht wie eine Neon-Plastik-Explosion. Außerdem machen die Holzringe ein sanftes kleines Rasselgeräusch, das ihre visuellen und motorischen Fähigkeiten stimuliert, ohne dass ich Migräne bekomme. Es kostet viel weniger als das neueste Videospiel, lässt sich flach zusammenklappen, wenn meine Schwiegermutter vorbeikommt, und – das Wichtigste – es beinhaltet absolut keine unangemessenen Esel-Hybriden.

Ich habe kürzlich auch den Zelt- & Ring-Anhänger ausprobiert, und ich bin einfach mal ganz ehrlich: Er ist nur ganz okay. Das Design ist super niedlich und voll im Boho-Stil, aber die Befestigung mit den Seilen an den Seiten ist mir ein bisschen zu fummelig, besonders wenn ich versuche, mit einer Hand einen Ringkampf um einen Trinklernbecher zu schlichten und mit der anderen einen Spielbereich aufzubauen. Ich bevorzuge da eindeutig die robuste, einfache A-Rahmen-Konstruktion des Bären-Spielebogens, bei dem ich nicht ewig herumhantieren muss, um etwas einzustellen.

Warum dieses Spiel eurem Kind neue Schimpfwörter beibringen wird

Selbst wenn ihr es schafft, die Bilder zu zensieren und den seltsamen Erwachsenen-Strampler wegzuerklären, müsst ihr immer noch damit klarkommen, dass dieser Titel von Bennett Foddy entwickelt wurde. Falls ihr nicht wisst, wer das ist: Er ist berühmt dafür, ein Genre namens "Rage Games" (Wut-Spiele) erschaffen zu haben. Das sind Spiele, die absichtlich so unfassbar frustrierend und schwer zu steuern sind, dass man durch einen einzigen winzigen Fehler stundenlangen Fortschritt verliert.

Wisst ihr, was passiert, wenn ein ohnehin schon erschöpfter Erwachsener ein solches Wut-Spiel spielt? Er flucht. Er flucht laut und sehr kreativ. Das Spiel selbst hat die Einstufung "ab 18", nicht nur wegen der Bilder, sondern wegen der allgegenwärtigen Obszönitäten, einschließlich unzähliger Schimpfwörter, die überall in den Dialogen verstreut sind.

Mein Kinderarzt schaute mir bei der letzten U-Untersuchung direkt in die Augen und erklärte mir, dass kleine Kleinkindergehirne quasi in den emotionalen Reaktionen marinieren, die sie um sich herum beobachten. Wenn sie also auf dem Teppich sitzen und zuschauen, wie ein ausgewachsener Mensch einen absoluten Wutanfall bekommt und Schimpfwörter auf den Fernseher brüllt, weil ein digitales Männchen über einen Stein gestolpert ist, schätze ich mal, dass sich das direkt in ihr kleines System zur emotionalen Selbstregulation oder was auch immer einbrennt. Sie haben noch nicht die präfrontale Kortex-Entwicklung, um Ironie oder Erwachsenenfrust zu verstehen. Sie sehen nur, wie man den Verstand verliert – und sie lernen die Wörter, die man dabei benutzt.

Das hinterhältige Streamer-Schlupfloch

Und jetzt kommt der eigentliche Knüller. Selbst wenn man schlau genug ist, die Altersfreigaben zu lesen, erkennt, dass der Titel eine Falle ist, und sich weigert, dieses Chaos für die heimische Konsole zu kaufen, könnten eure Kinder es trotzdem sehen. Wegen des haarsträubenden Humors, der schrägen Zensuroptionen und der urkomischen Reaktionen, die es hervorruft, ist dieses Spiel bei YouTube- und Twitch-Streamern extrem beliebt.

The sneaky streamer loophole — The Truth About That "Baby Steps" Video Game (Spoiler: It's Not For...

Wenn ihr euer Kind unbeaufsichtigt an einem Tablet mit Zugang zu Videospiel-Streams lasst, wird der Algorithmus ihnen zu 100 Prozent "lustige Ausraster-Zusammenschnitte" in den Feed spülen. Sie werden dann dabei zuschauen, wie ihre Lieblings-Internet-Persönlichkeiten den Bildschirm anschreien, während ein hosenloser digitaler Mann eine Klippe hinunterstürzt. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass das Internet solche Inhalte rausfiltert, nur weil das Wort "Baby" im Titel vorkommt.

Anstatt sich auf ein iPad zu verlassen, um sie zu beschäftigen, lenkt sie lieber auf etwas Handfestes um. Schaut euch einfach mal die gesamte Kollektion pädagogischer Holzspielzeuge von Kianao an, wenn ihr eine Ablenkung braucht, die keine WLAN-Verbindung und keinen Warnhinweis für Eltern erfordert.

Persönlich liebe ich ja das Blatt- & Kaktus-Spielebogen-Set für die ganz Kleinen. Die unbehandelten Holzfiguren sind seidenweich zu diesen entzückenden kleinen Lama- und Kaktusformen geschliffen und an BPA-freien Silikonperlen aufgefädelt. Es ist völlig frei von Chemikalien, bietet sicheres sensorisches Spielen und ist, anders als ein Streamer, der durch die iPad-Lautsprecher schreit, völlig geräuschlos. Das ist Seelenfrieden für unter fünfzig Euro, was quasi unbezahlbar ist, wenn man auf vier Stunden Schlaf läuft.

Holt euch euer Wohnzimmer zurück

Schaut mal, Elternsein im digitalen Zeitalter ist anstrengend, und Spieleentwickler, die einen ab-18-eingestuften Wut-Simulator mit Drogenreferenzen und Frontal-Nacktheit so nennen, als wäre es ein Fisher-Price-Spielzeug, sind einfach unglaublich wenig hilfreich. Wir haben schon genug damit zu tun, herauszufinden, welche Bio-Baumwoll-Leggings im Trockner nicht einlaufen; wir sollten keine forensischen Ermittler sein müssen, nur um ein Familienvideospiel zu kaufen.

Sichert eure PlayStation-Kontoeinstellungen ab, aktiviert die Altersfreigabe-Filter in den digitalen Stores und versteckt vielleicht den Controller, wenn euer Partner darauf besteht, sich nach dem Schlafengehen der Kinder mit diesem lächerlichen Laufsimulator selbst zu quälen. Schützt euren Frieden, schützt die Augen eurer Kinder und bleibt bei den echten Babyschritten auf dem Wohnzimmerteppich.

Braucht ihr echte, sichere Bodenaktivitäten für eure Kleinen? Stöbert doch einfach hier bei Kianao in unserer Kollektion unbehandelter Holz-Spielebögen, um ihre echten motorischen Fähigkeiten im wahren Leben zu unterstützen.

Unangenehme Fragen, die ihr vermutlich noch habt

Woran erkenne ich schon auf der Shop-Seite, ob ein Spiel sicher ist?

Ihr könnt es schlichtweg nicht, und das ist das Nervige daran! Ihr müsst auf das Altersfreigabe-Logo (wie USK, PEGI oder ESRB) in der Ecke des Bildschirms oder auf der Shop-Seite achten. Wenn dort "ab 18" (bzw. Mature 17+) steht, vertraut nicht dem süßen Cover oder dem unschuldigen Namen. Klickt auf die Details zur Einstufung, um genau zu sehen, warum diese vergeben wurde – dort werden explizit Dinge wie "Nacktheit" oder "Derbe Sprache" aufgeführt, damit ihr nicht böse überrascht werdet.

Kann ich einfach die Zensurfunktion einschalten und meine älteren Kinder spielen lassen?

Das würde ich nicht tun. Selbst mit den riesigen schwarzen Zensurbalken über den besten Stücken der Charaktere sind die Dialoge randvoll mit Erwachsenenwitzen, Drogenanspielungen und Schimpfwörtern. Es ist eine Satire für Erwachsene, die sich selbst genug hassen, um extrem frustrierende Physik-Spiele zu spielen. Euer zehnjähriges Kind muss keinen Videospielcharakter hören, der über Ecstasy redet – zensiert oder unzensiert.

Was ist, wenn mein Kind aus Versehen ein YouTube-Video von diesem Spiel gesehen hat?

Zunächst einmal: tief durchatmen. Wir alle hatten schon diese Momente, in denen wir einen Blick auf das Tablet werfen und in Panik geraten. Schließt einfach ganz ruhig die App, macht kein riesiges Drama daraus (denn dann wollen sie es nur noch mehr sehen) und geht in ihren YouTube-Verlauf, um genau diesen Gaming-Kanal zu blockieren. Nutzt es dann vielleicht als Ausrede, um für den Rest des Nachmittags wirklich etwas gemeinsam auf dem Fußboden zu spielen.

Warum geben Entwickler solchen Dingen solche Namen?

Weil sie denken, sie wären witzig und ironisch. Der Entwickler macht einen Witz darüber, dass ein erwachsener Mann lernen muss zu laufen wie ein Baby. Es ist ein Insider-Witz für die Gaming-Community, aber es fällt uns vielbeschäftigten Eltern komplett in den Rücken, wenn wir gerade durch den Tab "Neuerscheinungen" scrollen und einfach nur nach etwas Familienfreundlichem suchen.