Meine Mutter sagte mir, ich solle meinen Sohn in drei dicke Wollhauben wickeln, bevor ich mit ihm in den Supermarkt gehe, sonst würde er sich erkälten und auf der Intensivstation landen, mein Kind. Meine Nachbarin mit ihrer makellosen, neutralen Ästhetik erklärte mir, ich bräuchte lediglich einen dreihundert Euro teuren Bio-Alpaka-Schneeanzug. Der Notaufnahme-Arzt, mit dem ich früher gearbeitet habe, schrieb mir, Babys seien im Grunde unisolierte Burritos und ich solle einfach bis Mai drinnen bleiben. Sich durch Ratschläge zur Winterkleidung zu wühlen, wenn man völlig übermüdet ist, ist schlimmer, als die Triage in der Notaufnahme während einer Vollmondschicht zu leiten.
In Chicago zu leben bedeutet, dass einem der Wind von November bis April so eisig ins Gesicht weht, dass es wehtut. Ein Neugeborenes in diese Gleichung aufzunehmen, fühlt sich wie ein grausamer Scherz an. Sie verlieren so schnell an Körperwärme, sie zittern nicht einmal, um sich warm zu halten, und sie können dir auch nicht gerade auf die Schulter tippen, um dir zu sagen, dass sie frieren. Es ist ein tägliches Ratespiel, bei dem unheimlich viel auf dem Spiel steht.

Der Autositz-Albtraum
Eltern hassen diese Regel. Man zwängt ein winziges, unkooperatives Menschlein in einen riesigen Marshmallow-Anzug, trägt es zum eisig kalten Auto und stellt dann fest, dass man das Ganze wieder ausziehen muss, um das Kind anzuschnallen. Es macht einen wahnsinnig, wenn es draußen Minusgrade hat und der Wind vom Lake Michigan peitscht.
Glaubt mir, ich habe in der Notaufnahme tausende solcher Fälle gesehen. Eltern denken, ein strammer Gurt über einer dicken Daunenjacke sei sicher. Mein Arzt hat mir erklärt, dass bei einem Unfall die ganze teure Daunenisolierung einfach zu nichts zusammengedrückt wird und die Gurte völlig locker bleiben. Das Kind wird quasi zum Geschoss. Wir machen immer den Kneiftest am Gurtband: Wenn ich den Stoff an der Schulterfalte noch greifen kann, ist das ein absolutes No-Go.
Also sitzt man in diesem eiskalten Auto, schält das Kind aus seinen Schichten und wird von einem rotköpfigen Baby angeschrien. Man fühlt sich wie die schlechtesten Eltern der Welt. Dabei ist es die einzige Möglichkeit, sie auf der Autobahn sicher und am Leben zu halten.
Und fangt mir gar nicht erst von diesen Fleece-Ponchos für den Autositz an – das sind doch nur überteuerte Decken mit Kopfloch, die am Ende irgendwie sowieso immer das halbe Gesicht verdecken.
Die richtige Winter-Uniform
Lass uns über die Schichten unter dem Schneeanzug sprechen. Es geht nicht darum, die Kleinen aussehen zu lassen wie einen ausgestopften Seestern. Es geht darum, die Körperwärme zu speichern, ohne dass sie anfangen zu schwitzen.
Bei der untersten Schicht entscheidet sich, ob man den Winterkampf gewinnt oder verliert. Ich dachte früher, ganz normale Baumwolle reicht völlig aus, bis mein Sohn im Kinderwagen darin geschwitzt hat. Der nasse Stoff klebte an ihm und hat seinem Körper die ganze Wärme entzogen. Man braucht etwas, das atmungsaktiv ist und eng an der Haut anliegt.
Als Basis verwende ich den Ärmellosen Baby-Body aus Bio-Baumwolle von Kianao. Es ist mein absoluter Favorit, weil er schön flach auf der Brust anliegt und nicht verrutscht, wenn ich seine Arme in eine Fleece-Zwischenschicht stopfe. Er ist dehnbar genug, dass ich mir beim Anziehen nicht gefühlt die Schulter auskugeln muss, und er übersteht problemlos die Waschmaschine, wenn mal wieder unweigerlich die Windel ausläuft, genau in dem Moment, wo wir das Haus verlassen wollen. Außerdem erspart mir der ärmellose Schnitt den Kampf mit drei verschiedenen langen Ärmeln, die ich alle in einen winzigen Jackenärmel friemeln muss.
Die mittlere Schicht ist normalerweise ein Wollpullover oder ein dickes Fleece. Das speichert die Luft und hält warm. Die äußerste Schicht ist dann der wasserabweisende Schneeanzug. Ein kleiner Tipp: Wenn du einen Anzug ohne umschlagbare Fäustlinge und Füßchen kaufst, wirst du den gesamten Spaziergang damit verbringen, heruntergefallene Handschuhe aus dem Matsch zu fischen.
Schwitzen bei Minusgraden
Oft kommen Eltern panisch in die Praxis, weil sie denken, ihr Kind hätte Fieber. Dabei haben sie es einfach nur in der Kinderwagenwanne fast gegrillt. Wir kompensieren oft über, weil uns selbst kalt ist. Bei Babys ist die Durchblutung von Händen und Füßen noch nicht so gut, deshalb fühlen sich ihre kleinen Finger oft wie Eis an. Das hat aber überhaupt nichts mit ihrer eigentlichen Körperkerntemperatur zu tun.

Um zu prüfen, ob ihnen wirklich warm ist, schieb einfach deine Hand in ihren Nacken. Wenn sie sich dort klamm oder verschwitzt anfühlen, hast du es mit den Schichten übertrieben. Mein Arzt meinte mal: Zieht den Babys das an, worin ihr euch wohlfühlt – plus genau eine leichte Extra-Schicht. Nicht drei.
Wenn sie schwitzen, zieh einfach eine Schicht aus, wisch den Nacken kurz trocken und lass etwas Luft an den Körper, bevor du sie wieder einpackst.
Kinderwagen-Spaziergänge und das Decken-Management
Wenn sie im Kinderwagen sitzen und dem Wind ausgesetzt sind, braucht man natürlich noch etwas für den Schoß.
Wir haben die Bambus-Babydecke „Blauer Fuchs im Wald“ von meiner Schwiegermutter geschenkt bekommen. Sie ist völlig in Ordnung. Das blaue Muster ist ganz niedlich und sie ist schön weich, aber um ehrlich zu sein, benutze ich sie hauptsächlich, um sie über seine Beine zu legen, wenn wir zum Café laufen. Sie ist aus Bambus, deshalb überhitzt er unter dem Windschutz des Kinderwagens nicht – und das ist eigentlich das Einzige, was mir wichtig ist. Sie erfüllt ihren Zweck, ohne gleich die halbe Wickeltasche zu verstopfen.
Wenn du dir ein Winter-Survival-Kit zusammenstellen möchtest, das dich im Alltag nicht in den Wahnsinn treibt, stöbere doch mal durch Kianaos Babydecken und Zubehör nach Dingen, die tatsächlich in eine normale Tragetasche passen.
Wenn die Temperaturen extrem fallen
Ganz ehrlich: Wenn die gefühlte Temperatur auf minus 15 Grad fällt, ist die Lösung keine bessere Jacke. Die Lösung ist, die Haustür abzuschließen und drinnen zu bleiben.

Soweit ich die medizinischen Richtlinien verstehe, kann freiliegende Babyhaut bei extremem Wetter innerhalb von Minuten erfrieren. Und einem Neugeborenen kann man eben keinen Schal über den Mund binden, weil es frei atmen muss. Wir bleiben dann einfach drinnen. Ich lenke ihn dann bis zum Mittagsschlaf mit irgendwelchen Haushaltsgegenständen ab.
Ich habe meistens das Weiche Baby-Bausteine-Set auf dem Wohnzimmerteppich verteilt. Sie sind aus weichem Gummi, das heißt, wenn er frustriert ist und mir einen ins Gesicht wirft, gibt es keine blauen Flecken. Sie schwimmen außerdem in der Badewanne – dort verbringen wir jeden Nachmittag eine gute Stunde und schlagen einfach die Zeit tot, bis mein Mann von der Arbeit kommt. Sie quietschen, wenn man sie drückt. Das ist zwar leicht nervig, aber es kauft mir zwanzig Minuten Frieden, in denen ich meinen kalten Kaffee trinken kann.
Die Kosten für Winterausrüstung
Schneekleidung ist unverschämt teuer dafür, dass sie sie nur vier Monate lang tragen und dann herauswachsen. Ich achte auf Marken, die recyceltes Nylon und verantwortungsvoll gewonnene Daunen verwenden – vor allem, weil ich ein schlechtes Gewissen wegen der Menge an Plastik habe, die ich seit der Geburt gekauft habe.
Synthetische Isolierung speichert die Wärme auch noch, wenn sie vom Schnee feucht wird, und man kann sie viel einfacher in die Waschmaschine werfen, wenn wieder mal überall Banane dranschmiert. Daunen sind zwar wärmer, verwandeln sich aber in einen klumpigen Albtraum, wenn sie durchnässt werden. Ich kaufe meistens eine Nummer zu groß und krempele die Ärmel hoch. Es sieht vielleicht etwas albern aus, aber ich weigere mich schlichtweg, zwei Winterjacken in einer einzigen Saison zu kaufen.
Zerbrich dir nicht zu sehr den Kopf über die Wintergarderobe. Hol dir einfach die richtigen Basics und schau dir die Bio-Babykleidung von Kianao an, bevor der erste Schneesturm kommt.
Fragen aus der Krabbelgruppe, die ich ständig beantworte
Muss ich im Autositz wirklich die Jacke ausziehen?
Ja. Ich weiß, es ist der nervigste Teil am Elternsein im Winter. Ich hasse es genauso sehr wie du. Aber der Physik eines Autounfalls ist es völlig egal, wie kalt es draußen ist. Setzt sie in ihren Basisschichten rein, schnallt sie fest an und legt die Winterjacke einfach wie eine Decke über die Gurte.
Wie halte ich die Hände warm, wenn sie die Handschuhe ständig ausziehen?
Kauf einen Anzug mit umschlagbaren Bündchen. Separate Fäustlinge bei einem sechs Monate alten Baby sind ein Mythos der Babykleidungsindustrie. Sie werden sie abziehen, in die nächste Pfütze fallen lassen und weinen. Schlag einfach den Ärmel über ihre Händchen und pack sie sicher ein.
Was ist besser: Fleece oder Daunen?
Fleece ist fürs Auto und kurze Erledigungen gedacht. Daunen oder dicke synthetische Puffer-Jacken sind für den Kinderwagen und längere Aufenthalte draußen. Ich habe immer einen Fleece-Anzug für Besorgungen im Auto, weil er dünn genug ist, um den Kneiftest am Autositz zu bestehen. Die dicken, wasserdichten Sachen hebe ich mir für Spaziergänge in der Nachbarschaft auf.
Kann mein Kind in der Winterkleidung schlafen?
Würde ich nicht machen. Sie überhitzen so schnell, und dicke Kapuzen können sich um ihr Gesicht knüllen, wenn sie im Kinderwagen einschlafen. Wenn mein Sohn beim Spazierengehen einnickt, lasse ich ihn drin, solange wir draußen sind. Aber in der Sekunde, in der wir die Schwelle zum geheizten Haus übertreten, mache ich den Reißverschluss komplett auf.
Wie lange können wir draußen bleiben?
Mein Arzt hat vage empfohlen, es bei Minusgraden in 15-Minuten-Häppchen zu halten. Ganz ehrlich: 15 Minuten sind sowieso mein persönliches Limit, um draußen im Schneematsch herumzustehen. Wenn ihre Nase knallrot wird oder sie quengelig werden, pack einfach alles zusammen und geh nach Hause.





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