Ich saß in meiner fleckigen grauen Jogginghose auf unserem lückenhaften Rasen im Garten und hielt eine Tasse Kaffee in der Hand, die ich seit 6 Uhr morgens schon dreimal in der Mikrowelle aufgewärmt hatte, als Maya ihren ersten Käfer aß. Sie war etwa acht Monate alt, genau in der Phase, in der der Pinzettengriff plötzlich funktioniert und jeder noch so mikroskopisch kleine Krümel auf dem Boden zu einem Sterne-Menü wird.

Ich sah, wie sie nach einem Blatt griff und sich ihre kleinen, speckigen Finger um etwas Winziges, Stacheliges schlossen. Bis ich meinen Kaffee fallen ließ – und ihn mir dabei buchstäblich über die Knöchel schüttete – und über den Rasen hechtete, hatte sie es sich schon in den Mund geschoben. Sie zog sofort ein entsetztes, schmerzverzerrtes Gesicht und spuckte einen halb zerkauten Klumpen von etwas Schwarz-Orangefarbenem... aus, zusammen mit einem Schwall leuchtend gelber, übel riechender Spucke.

Ich geriet völlig in Panik. Ich dachte, sie hätte irgendeine giftige Alien-Raupe gegessen. Mein Mann Dave kam nach draußen gerannt, weil ich so schrie, und Leo, der damals vier war, verkündete hilfreich: "Maya hat ein Monster gegessen."

Es war kein Monster. Nach einer hektischen, schweißtreibenden Google-Bildersuche, während Dave versuchte, Mayas Zunge mit einem Feuchttuch abzuwischen (denkt gar nicht erst darüber nach), wurde uns klar, was es war. Es war ein Marienkäfer-Baby.

Und hier ist die größte Lüge, die uns jedes einzelne Bilderbuch und jeder Zeichentrickfilm auftischt: Ein Marienkäfer-Baby ist KEIN niedlicher, mikroskopisch kleiner roter Käfer mit winzigen schwarzen Punkten. Nicht einmal ansatzweise. Sie sehen aus wie furchteinflößende, stachelige Miniatur-Alligatoren aus der Hölle.

Panik beim Garten-Snack

Mein erster Instinkt war natürlich, unseren Kinderarzt, Dr. Aris, anzurufen, denn Maya weinte immer noch und ihr Mund roch nach verfaulten Blättern und alten Kupfermünzen. Ich war fest davon überzeugt, mein Baby vergiftet zu haben, nur weil ich eine nachlässige Mutter war, die für drei Sekunden in Ruhe einen Kaffee trinken wollte.

Dr. Aris lachte nur. Er erklärte mir, dass Marienkäfer, selbst die gruseligen, stacheligen Babys, völlig harmlos und ungiftig sind. Das ekelhafte gelbe Zeug, das Maya ausgespuckt hatte, war lediglich der Verteidigungsmechanismus des Käfers. Wenn man einen Marienkäfer in Todesangst versetzt – zum Beispiel, indem man ihn zwischen den zahnlosen Kiefern eines Babys zerquetscht –, sondert er an den Beingelenken eine bittere gelbe Flüssigkeit ab, damit er furchtbar schmeckt und Raubtiere ihn wieder ausspucken. Und genau das hatte Maya getan.

Er riet mir, ihr etwas Wasser oder Muttermilch zu geben, um den bitteren Geschmack wegzuspülen, und ihr den Mund vielleicht lieber mit einem feuchten Waschlappen abzuwischen, anstatt Daves panischen Versuch mit dem trockenen Feuchttuch zu wiederholen. Zehn Minuten später ging es ihr wieder völlig gut, obwohl ich immer noch zitterte.

Jedenfalls: Euer Baby wird wahrscheinlich irgendwann einen Käfer essen. Wenn sie in diese orale Phase kommen, landet einfach ALLES im Mund. Wir haben dann versucht, sie mit dem Panda-Beißring abzulenken, denn ganz ehrlich: Wenn sie draußen im Garten schon auf etwas herumkauen wollte, dann lieber auf lebensmittelechtem Silikon als auf der heimischen Tierwelt.

Dave hatte diesen Beißring ausgesucht, und es war definitiv einer seiner besseren Papa-Käufe. Er ist flach und breit, passte also super in Mayas kleine, pummelige Faust, als sie sechs Monate alt war, und sie konnte ihn selbst festhalten, ohne dass ich helfen musste. Außerdem besteht er aus einem einzigen, massiven Stück Silikon, sodass man ihn einfach in die Spülmaschine werfen kann – genau mein Ding. Es hat auf jeden Fall geholfen, ihre Hände draußen beschäftigt zu halten, auch wenn ich sie hin und wieder trotzdem noch körperlich vom Dreck fernhalten musste.

Die hässlichste Phase des Lebens

Als der erste Herzinfarkt überstanden war, war Leo tatsächlich total besessen von den Marienkäfer-Babys. So wurde unerwartet eine ganze Natur-Lektion daraus.

The ugliest stage of life — The Truth About Baby Ladybugs (And When Your Kid Eats One)

Ich hatte wohl nie wirklich darüber nachgedacht, wie Käfer heranwachsen, aber der Lebenszyklus eines Marienkäfers ist echt verrückt. Sie fangen als winzige gelbe Eier an und schlüpfen dann als diese stacheligen Alligator-Dinger (die Larven) – genau das Stadium, das Maya essen wollte. So bleiben sie für ein paar Wochen und stopfen sich absolut voll mit Blattläusen. Wirklich Hunderte am Tag. Wenn man einen Garten hat, möchte man diese hässlichen kleinen Stachelmonster überall haben, denn sie sind das perfekte natürliche Pestizid.

Danach kleben sie sich quasi an ein Blatt und verwandeln sich in eine Puppe, die aussieht wie ein seltsamer kleiner orangefarbener Schlafsack. Und ENDLICH schlüpfen sie als die niedlichen roten Käfer, die wir kennen und lieben. Es dauert etwa einen ganzen Monat, bis sie nicht mehr wie kleine Sci-Fi-Bösewichte aussehen.

Leo wollte ein "Marienkäfer-Haus" bauen, also kauften wir das Sanfte Baby-Bauklötze-Set für draußen. Um ehrlich zu sein, sie sind nur ganz okay. Sie sind aus weichem Gummi, was gut ist, weil niemand eine Gehirnerschütterung bekommt, wenn Leo sie durch die Gegend wirft. Aber sie sind ein bisschen klobig, um sie in den Garten zu schleppen, und die kleinen Obst-Symbole darauf sind irgendwie willkürlich. Da sie aber auf dem Wasser schwimmen, warfen die Kinder sie letztendlich ins Planschbecken, während wir auf Käferjagd gingen. Sie haben ihren Zweck also irgendwie erfüllt.

So wird das Käfer-Motiv richtig niedlich

Es ist schon witzig: Wenn man im Internet nach Baby-Marienkäfer-Sachen sucht, besteht die eine Hälfte aus panischen Müttern wie mir, die sich fragen, ob ihr Kind nach dem Verzehr eines Gartenschädlings sterben wird, und die andere Hälfte aus Leuten, die nach süßen Motiven für das Kinderzimmer suchen.

Making the bug theme really cute — The Truth About Baby Ladybugs (And When Your Kid Eats One)

Der Marienkäfer ist einfach so ein universelles Symbol für Glück und Niedlichkeit bei Babys. Aber oh Gott, so viel von der Kleidung da draußen hat genau DIESES grelle, aggressive, primäre Rot und Schwarz, das dein Kind wie ein wandelndes Stoppschild aussehen lässt. Es tut richtig in den Augen weh.

Als Maya eins wurde, feierten wir eine entspannte Gartenparty. Ich wollte eine kleine Anspielung auf das Marienkäfer-Thema einbauen, ohne dass es aufdringlich wirkt. Da entdeckte ich den Baby-Body aus Bio-Baumwolle mit Flatterärmeln. Ich habe ihn in dieser wunderschönen, gedeckten Terrakotta-Farbe gekauft, die sich so viel natürlicher und moderner anfühlte als ein knalliges Rot.

Ich habe mich sofort in diesen Body verliebt. Die Flatterärmel sind unheimlich süß, ohne sie beim Krabbeln zu stören, aber das wahre Highlight ist der Stoff. Maya hatte diese furchtbaren, rauen Ekzem-Stellen an den Schultern, die immer knallrot und gereizt aufblühten, sobald sie billige synthetische Kleidung trug. Dieser Body besteht zu 95 % aus Bio-Baumwolle und ist wunderbar atmungsaktiv. Ihre Haut blieb darin wirklich völlig beruhigt. Ich habe ihn in meine Erinnerungskiste gelegt, als er ihr nicht mehr passte – was viel heißen will, denn eigentlich miste ich gnadenlos aus und werfe alles weg.

Wenn ihr dabei seid, einen Baby-Kleiderschrank zusammenzustellen, der nicht gleich schreit "Habe ich an der Tankstelle gekauft", schaut euch unbedingt die Bio-Kleidungskollektionen von Kianao an. Sie haben diesen gedeckten, erdigen Look einfach perfekt drauf.

Eine kurze Anmerkung zu diesen beißenden Käfern

Oh, ich sollte wohl erwähnen, dass es da diese eine Käferart gibt, den Asiatischen Marienkäfer. Er sieht genauso aus wie ein Marienkäfer, hat aber ein kleines weißes 'M' auf dem Kopf, beißt wirklich zu und schwärmt im Winter in Häuser aus, um dort auf Fensterbänken zu sterben und Asthmaanfälle auszulösen. Die sind einfach das Letzte. Wenn ihr die im Haus seht, saugt sie einfach gnadenlos mit dem Staubsauger weg.

Aber die echten Marienkäfer? Die heimischen in eurem Garten? Lasst sie in Ruhe. Lasst sie die Blattläuse fressen. Versucht vielleicht nur, sie aus dem Mund eures Babys fernzuhalten, denn gelben Käfersaft von der Zunge eines schreienden Säuglings zu wischen, ist nicht gerade die Art und Weise, wie man seinen Dienstagmorgen verbringen möchte.

Die Natur ist chaotisch. Elternsein ist noch chaotischer. Die eine Hälfte der Zeit verbringt man damit, seinen Kindern beizubringen, die Natur zu lieben, und die andere Hälfte damit, ihnen ebendiese Natur wieder aktiv aus dem Rachen zu fischen.

Wenn ihr euer Baby in etwas von der Natur Inspiriertes kleiden wollt, das keinen Ausschlag verursacht (und auch nicht nach bitterem gelben Schleim schmeckt) – ganz im Ernst, schaut euch jetzt die Bio-Body-Kollektion von Kianao an. Die empfindliche Haut eures Babys wird es euch danken.

Die chaotischen Fragen, die jeder stellt

Was soll ich wirklich tun, wenn mein Baby einen Marienkäfer isst?

Wischt den Mund am besten einfach mit einem feuchten Waschlappen aus und bietet etwas Milch oder Wasser an. Keine Panik. Sie sind absolut ungiftig. Der Käfer wird zwar diese eklig schmeckende, furchtbar riechende gelbe Flüssigkeit absondern und das Kind wird wahrscheinlich weinen, weil sie so bitter schmeckt, aber es schadet ihm nicht. Macht euch einfach auf eine sehr unschöne Windel später gefasst.

Wie sieht ein Marienkäfer-Baby wirklich aus?

Sie sehen den erwachsenen Tieren überhaupt nicht ähnlich. Sie wirken wie winzige, stachelige, schwarz-orange Alligatoren. Beim Schlüpfen sind sie etwa so groß wie ein Reiskorn und wachsen dann im Laufe einiger Wochen etwas. Wenn ihr sie auf euren Pflanzen seht, zerquetscht sie nicht! Sie fressen all die schädlichen Insekten.

Wie setze ich ein Marienkäfer-Motiv im Kinderzimmer um, ohne dass es kitschig wirkt?

Verzichtet auf neonrote und schwarze Punkte überall. Das ist einfach zu viel. Greift stattdessen zu Erdtönen – Terrakotta, gedämpftes Koralle, zartes Rosa und Salbeigrün. Nutzt natürliche Holzelemente und bringt das Marienkäfer-Motiv nur dezent ein, zum Beispiel durch ein paar Holzspielsachen im Regal oder ein schönes Bild. So bleibt die Atmosphäre beruhigend und süß, anstatt wie ein in Primärfarben getauchter Albtraum zu wirken.

Warum stinken Marienkäfer so, wenn man sie zerquetscht?

Das nennt man "Reflexbluten". Wenn sie erschreckt oder zerquetscht werden (zum Beispiel von einem Kleinkind), pressen sie diese gelbe Flüssigkeit aus ihren Beingelenken. Sie ist voll von Alkaloiden, riecht nach verfaulten Blättern und schmeckt für Fressfeinde unglaublich bitter. Es ist buchstäblich ihre Art zu sagen: "Ich schmecke furchtbar, bitte spuck mich aus."

Sind diese orangefarbenen Marienkäfer gefährlich?

Da denkt ihr wahrscheinlich an den Asiatischen Marienkäfer. Sie variieren von blassorange bis dunkelrot und haben meistens ein weißes 'M' auf dem Kopf. Sie sind nicht "gefährlich" im Sinne einer giftigen Spinne, aber sie KÖNNEN zwicken/beißen, und sie stinken fürchterlich, wenn sie zerdrückt werden. Wenn sie im Winter ins Haus schwärmen, kann der Staub ihrer Körper bei Kindern Allergien oder Asthma auslösen. Saugt sie also am besten gleich weg, wenn sie ins Haus gelangen.