„Gib ihm einfach etwas Reisbrei in die Flasche“, riet mir meine Oma am Telefon, während ich gerade dabei war, eine angetrocknete Kruste aus zerdrückter Banane von meinen Küchenschränken zu kratzen. „Nein, lass Getreide komplett weg, nur Fleisch!“, tippte eine Mutter in meiner lokalen texanischen Mama-Facebook-Gruppe wütend in einen Kommentar-Thread, der völlig aus dem Ruder gelaufen war. Währenddessen schob mir mein Kinderarzt beiläufig eine fotokopierte Broschüre rüber, die aussah wie aus dem Jahr 1998 und im Grunde besagte, dass ich meinem sechs Monate alten Baby alles füttern könne, solange es sich nicht daran verschluckt. Ich stand mitten in meiner Küche, ein quengelndes Baby auf der Hüfte, völlig gelähmt von diesem absoluten Zirkus an Ratschlägen zur Säuglingsernährung.
Ich bin ganz ehrlich zu euch: Die Einführung von Beikost ist furchteinflößend. Bei meinem Ältesten, Jackson, war ich ein Nervenbündel. Ich habe diese ganze Baby-Led-Weaning-Sache ausprobiert, bei der man ihnen einen riesigen Strunk gerösteten Brokkoli in die Hand drückt. Ich schwebte im Grunde über ihm, die Nummer vom Notruf schon ins Handy getippt, und schwitzte mein Shirt durch, jedes Mal wenn er würgte. Irgendwann gab ich nach und kaufte Brei in Gläschen. Und dann, völlig aus Versehen, als ich durch die Gänge unseres lokalen internationalen Supermarkts schlenderte, um günstige Gewürze zu finden, stieß ich auf Grieß. Genauer gesagt auf Hartweizengrieß – oder wie er in vielen Teilen der Welt genannt wird: Suji.
Die große Quetschie-Täuschung
Oh mein Gott, Leute, lasst uns mal kurz über die Quetschie-Industrie reden, denn da habe ich ein Hühnchen zu rupfen. Bei Jackson bin ich diesen kleinen Plastikbeuteln mit Haut und Haaren verfallen. Sie sehen so praktisch aus! Vorne sind Bilder von Bio-Grünkohl und glücklichen kleinen Blaubeeren drauf! Aber wisst ihr eigentlich, wie viel ein wachsendes Baby tatsächlich isst, wenn es das mit dem Schlucken erst mal verstanden hat? Als er neun Monate alt war, hat das Kind vier Quetschies am Tag weggesaugt. Bei fast drei Euro pro Stück habe ich ein kleines Vermögen ausgegeben, nur um zuzusehen, wie er die Hälfte davon dem Hund auf den Kopf drückte.
Und der Müll. Das raubt mir nachts den Schlaf. Die meisten dieser Dinger kann man hier auf dem Land nicht recyceln, also habe ich jede Woche einfach händeweise dickes Plastik in den Müll geworfen – und mit jedem dumpfen Aufprall in der Mülltonne wuchsen meine Mutter-Schuldgefühle. Außerdem schwöre ich euch: Egal, welche Geschmacksrichtung auf dem Etikett stand, es schmeckte immer nach merkwürdigem, saurem Apfelmus. In einem Moment reiner Verzweiflung habe ich mal die Sorte „Rindfleisch und Süßkartoffel“ probiert, um zu schauen, ob es zu heiß ist, und hätte fast mein eigenes Mittagessen wieder von mir gegeben.
Es ist reine Abzocke, die uns erschöpften, gestressten Müttern das Gefühl geben soll, wir würden Gesundheit kaufen. Dabei kaufen wir in Wirklichkeit nur stark verarbeitetes, verwässertes Fruchtpüree mit einem wahnsinnigen Preisaufschlag.
Was ist das eigentlich für ein Zeug?
Wie auch immer, Suji. Es ist buchstäblich einfach fein gemahlener Hartweizen. Das ist alles. Es ist dasselbe Zeug, das meine eigene Mutter früher Weizengrieß nannte, nur eben richtig fein gemahlen. Eine riesige Tüte davon kostet weniger als zwei dieser schicken Bio-Quetschies, und sie reicht für Monate.

Mein Kinderarzt erklärte mir, dass es im Grunde ein „Träger-Lebensmittel“ ist. Ich bin mir ziemlich sicher, das bedeutet einfach nur: Es ist ein leeres Gefährt, um die eigentlichen Nährstoffe reinzuschmuggeln. Es hat ein paar Kohlenhydrate für schnelle Energie und angeblich ist auch etwas Eisen drin. Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie viel Eisen den Kochvorgang überlebt oder ob Vitamine überhaupt so funktionieren. Aber er sagte, dass die superfeine Textur unglaublich sanft zu ihren kleinen, sich entwickelnden Därmen ist. Das war eine riesige Erleichterung, denn meine Kinder hatten schon immer die empfindlichsten Mägen auf diesem Planeten.
Es gibt da diese Regel, dass man drei Tage warten soll, bevor man neue Lebensmittel einführt, um auf allergische Reaktionen wie Ausschlag zu achten – also macht das einfach und behaltet sie im Auge. Weiter im Text.
Zubereitung, ohne den Verstand zu verlieren
Ich bin keine Pinterest-Mama. Ich betreibe einen kleinen Etsy-Shop aus meiner Garage, habe drei Kinder unter fünf, und mein Wäscheberg ist mittlerweile baugenehmigungspflichtig. Aber dieses Zeug zuzubereiten, dauert buchstäblich nur drei Minuten. Anstatt euch wegen kompliziertem Meal-Prep zu stressen, fünfzig verschiedene Gemüsesorten zu pürieren und sie in winzigen Silikonförmchen einzufrieren, deren Deckel ihr unweigerlich verlieren werdet, schnappt euch einfach einen kleinen Topf und probiert das hier.
Wie wir die Zubereitung tatsächlich überleben:
- Das Mehl trocken anrösten: Sobald ich eine Tüte kaufe, kippe ich das Ganze in eine trockene Pfanne und röste es bei schwacher Hitze, bis es nussig riecht. Dann lasse ich es abkühlen und fülle es in ein großes Einmachglas. Das hält Vorratsschädlinge fern und macht das eigentliche Kochen viel schneller.
- Das magische Mischungsverhältnis: Man rechnet ungefähr einen Esslöffel des gerösteten Mehls auf eine halbe Tasse Wasser oder Milch. Rührt es mit einem Schneebesen um, während es aufkocht, damit es nicht zu einem klumpigen Klebeball wird.
- Die guten Sachen hinzufügen: Normaler gekochter Weizengrieß schmeckt wie nasse Pappe. Ihr müsst Geschmack reinbringen. Ich zerdrücke normalerweise einfach das Obst, das auf meiner Arbeitsplatte langsam traurig aussieht.
Ganz ehrlich: Wenn ihr ein paar frische Himbeeren zerdrückt, sie in der Schüssel verstrudelt und im guten Morgenlicht ein Foto macht, sieht das absolut wie Baby-Suji-Foodporn für die ästhetische Internet-Crowd aus. Aber meistens? Da rühre ich einfach nur aggressiv eine halbe braune Banane und einen Löffel Erdnussbutter unter, während mein Kleinkind an meinem Bein hängt und wegen einer verlorenen Socke schreit.
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Sachen, um die Hochstuhl-Phase zu überleben
Wenn ihr einem Baby irgendetwas mit Löffel und Schüssel füttert, müsst ihr akzeptieren, dass ihr und euer Kind danach beide mit dem Gartenschlauch abgespritzt werden müsst. Ich habe gelernt, das Chaos einfach zu umarmen, aber ich versuche auch, meinen Kindern Sachen anzuziehen, bei denen ich nicht gleich weine, wenn sie Flecken bekommen.

Mein absolutes Lieblingsteil für meine Jüngste ist momentan der Bio-Baumwoll-Baby-Body mit Flatterärmeln. Leute, dieses Ding ist so entzückend. Es hat diese winzigen kleinen Rüschen an den Schultern, durch die sie wie eine kleine Waldfee aussieht – was ziemlich witzig ist, wenn sie von Kopf bis Fuß mit klebrigem Grießbrei bedeckt ist. Ich liebe es, weil es zu 95 % aus Bio-Baumwolle besteht. Es ist also in dieser schrecklichen Texas-Hitze super atmungsaktiv und lässt sich erstaunlich gut waschen. Ich sprühe die Essensflecken vor dem Waschen einfach mit ein bisschen Spülmittel ein, und es hat bisher noch nicht seine Form verloren. Es hat auch diesen praktischen Schlupfausschnitt an den Schultern. Wenn also die unvermeidliche Windel-Explosion passiert, kann man das ganze Teil über die Füße nach unten ziehen, anstatt dem Baby ein verschmutztes Oberteil über den Kopf zu zerren.
Während ihr darauf wartet, dass der Brei auf eine essbare Temperatur abkühlt, wird euer Kind wahrscheinlich schreien. Wenn es wie meins gerade zahnt, ist es wütend, das Zahnfleisch tut weh, und es will am Rand des hölzernen Hochstuhls kauen. Ich habe den Panda-Beißring besorgt, und er war für genau diese Momente meine Rettung. Er besteht zu 100 % aus lebensmittelechtem Silikon und ist BPA-frei, was mir ein gutes Gefühl gibt, da ohnehin alles direkt in ihrem Mund landet. Ich bewahre ihn im Kühlschrank auf, damit er schön kalt ist, und drücke ihn ihr einfach in die Hand, während ich versuche, das Essen kalt zu pusten. Durch die flache Form ist er für ihre pummeligen kleinen Fäuste super einfach zu greifen. Er ist ein echter Lebensretter für meine Nerven.
Ich habe auch den Bubble-Tea-Beißring mitgenommen, weil ich ihn, seien wir mal ehrlich, einfach total witzig fand. Er ist bunt und hat kleine strukturierte Boba-Perlen. Ist er süß? Ja, absolut. Aber ich bin ganz ehrlich zu euch: Meine Tochter lässt das Ding ziemlich kalt. Sie kaut genau dreißig Sekunden darauf herum, bevor sie ihn quer über den Küchenboden pfeffert, weil sie viel lieber auf meinen Autoschlüsseln oder der Fernbedienung herumkaut. Herrje, die Kleine. Er ist wirklich gut verarbeitet und lässt sich leicht abwaschen, aber für uns ist er eben nur ganz okay.
Macht euch nicht verrückt wegen des Essens
Wir setzen uns selbst so sehr unter Druck, den Speiseplan unserer Kinder perfekt zu gestalten. Wir zählen jeden Milliliter, wir machen uns Sorgen über Schwermetalle, wir geraten in Panik, wenn sie den Bio-Spinat ausspucken, für dessen Pürieren wir zwanzig Minuten gebraucht haben. Das Muttersein ist ohnehin schon anstrengend genug, da muss uns die Babynahrungsindustrie nicht auch noch das Gefühl geben zu versagen, nur weil wir nicht ihre teuren Quetschtuben kaufen.
Eine warme Schüssel mit einfachem Weizengrießbrei, angerührt mit etwas Obst und einer ganzen Menge Liebe, ernährt seit Generationen Babys auf der ganzen Welt. Er ist günstig, er ist einfach zu machen und er liegt nicht vierhundert Jahre lang auf irgendeiner Mülldeponie.
Schnappt euch einen Topf. Atmet tief durch. Ihr macht einen großartigen Job.
Häufig gestellte Fragen (die Echten)
Kann ich ihn mit Muttermilch oder Pre-Nahrung machen?
Ja, absolut! Ich koche das Suji meistens zuerst in einfachem Wasser, weil es sich wie ein Verbrechen gegen die Natur anfühlt, Muttermilch zu kochen, wenn man bedenkt, wie hart ich dafür gearbeitet habe, sie abzupumpen. Sobald der Brei gekocht und ein bisschen abgekühlt ist, schütte ich einfach einen Schuss Milch dazu und rühre ihn um, bis er eine schöne, cremige Konsistenz hat.
Verursacht das Zeug Verstopfung?
Okay, alles Neue kann erst mal etwas stopfen. Das ist nun mal die Realität bei Babybäuchen, die sich erst an feste Nahrung gewöhnen müssen. Aber weil Grieß so fein gemahlen ist, ist er viel sanfter als schwerer Reisbrei. Wenn ich merke, dass es in der Windelabteilung etwas langsam vorangeht, mische ich einfach ein paar pürierte Trockenpflaumen oder ein bisschen Birnenpüree unter. Das räumt normalerweise die Autobahn frei, wenn ihr versteht, was ich meine.
Wie lange hält eine Tüte ganz ehrlich?
Ewig. Ernsthaft. Eine normale Tüte aus dem Supermarkt hat ungefähr ein Kilo. Da man für ein Baby jedes Mal nur ein oder zwei Esslöffel braucht, reicht sie locker für Monate. Achtet nur darauf, es nach dem Öffnen in einen luftdichten Behälter umzufüllen – besonders wenn ihr dort lebt, wo es feucht ist –, denn Lebensmittelmotten sind real und sie sind eklig.
Kann ich eine riesige Portion kochen und sie einfrieren?
Könnt ihr, aber ehrlich gesagt würde ich mir die Mühe sparen. Er wird irgendwie komisch und geleeartig, wenn man ihn auftaut. Und da es wörtlich nur drei Minuten dauert, ihn frisch auf dem Herd zu kochen, fühlen sich das Einfrieren und Auftauen eigentlich nach mehr Arbeit an. Macht ihn einfach frisch, während ihr euch morgens euren Kaffee kocht.





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