Es war Dienstag, 3:14 Uhr morgens, und unser Küchenboden war aggressiv kalt. Maya war sechs Monate alt und kreischte wie eine kleine, wütende Furie, weil ihr unterer linker Zahn mit der Brutalität eines Diamantbohrers durch ihr Zahnfleisch brechen wollte. Ich trug meine alte Uni-Jogginghose aus 2009 mit einem fragwürdigen Joghurtfleck auf dem Knie und hielt meine dritte Tasse aufgewärmten Mikrowellen-Kaffee in der Hand – ja, um 3 Uhr morgens, verurteilt mich nicht –, während mein Mann Dave panisch auf seinem Handy herumtippte. „Ich hab da was in einem Forum gelesen“, murmelte er, und plötzlich wummerte die absolut lauteste, aufdringlichste Bassline durch unseren Smart-Speaker.
Ich starrte ihn an, als hätte er völlig den Verstand verloren. Aber dann setzte der Beat ein und plötzlich hüpften wir beide in der dunklen Küche auf und ab, schaukelten ein schreiendes Baby und grölten aus voller Kehle die Lyrics zu Vanilla Ices 'Ice Ice Baby'. Die pure Absurdität zweier erschöpfter Mittdreißiger, die versuchen, ein Baby mit Hip-Hop in den Schlaf zu wiegen, war ehrlich gesagt der absolute Höhepunkt des Elternseins.
Und das Verrückteste daran? Maya hörte tatsächlich auf zu weinen. Sie starrte uns nur an und fragte sich wahrscheinlich, wer diese völlig durchgeknallten Leute waren, aber ihr kleiner Körper entspannte sich komplett. Wie auch immer, der Punkt ist: Um diese nächtlichen Zahnungsphasen zu überleben, muss man verdammt noch mal alles tun, was funktioniert – auch wenn man sich dabei völlig lächerlich vorkommt.
Die Nacht, in der 90er Hip-Hop meinen Verstand rettete
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwo gelesen habe – oder vielleicht war es auch ein TikTok, oh Gott, mein Gehirn besteht an diesem Punkt eh nur noch aus Matsch und Cold Brew –, dass Babys von Natur aus auf Musik mit 110 bis 120 Beats per Minute reagieren, weil das wohl den beschleunigten Herzschlag imitiert, den sie im Mutterleib gehört haben. Also so, wie wenn man schwanger und gestresst ist, weil man ein Gitterbett zusammenbauen muss, das Herz rast und sie sich einfach an dieses hektische Tempo gewöhnen. Deshalb treffen Tracks wie „Ice Ice Baby“ oder eigentlich jeder aggressive 90er-Nostalgie-Pop-Rap genau diesen magischen rhythmischen Sweet Spot bei ihnen.
Unsere Kinderärztin, Dr. Miller, die mich immer ansieht, als wäre ich leicht verrückt, es aber gut meint, murmelte mal etwas davon, dass rhythmische Bässe beruhigend auf das Nervensystem wirken können. Aber sie hat mich auch vor der Lautstärke gewarnt, was völlig berechtigt ist. Ich glaube, die pädiatrischen Richtlinien besagen, dass alles über 50 oder 60 Dezibel tatsächlich ihre winzigen Trommelfelle schädigen kann. Ein Baby komplett in Sound einzuhüllen, ist also nicht die beste Idee. Unser Kompromiss war, den Lautsprecher ganz ans andere Ende des Raumes auf die Küchenzeile zu stellen, anstatt ihn direkt neben ihrem Kopf aufzudrehen – was meiner Meinung nach ein ziemlich solider Mittelweg für das moderne Überleben als Eltern ist.
Bitte steckt ihnen kein echtes Eis in den Mund
Die ganze „Ice Baby“-Ironie dieser Nacht ist mir nicht entgangen. Denn erst am Nachmittag hatte meine Mutter angerufen und mir erzählt, dass man früher Babys einfach einen buchstäblichen Eiswürfel übers Zahnfleisch gerieben hat, um den Schmerz zu betäuben. Erziehungstipps von Boomern sind echt wild, ganz ehrlich.

Ich hätte es fast getan. Ich war so verzweifelt, Mayas Weinen zu stoppen, dass ich schon die Gefrierschranktür offen hatte. Aber dann fiel mir ein, wie Dr. Miller beiläufig erwähnte, dass extreme Kälte tatsächlich Erfrierungen an empfindlichem Zahnfleisch und den Lippen verursachen kann. Das klingt wie ein absoluter Albtraum, für den ich nicht verantwortlich sein möchte. Und natürlich ist ein schmelzender Eiswürfel eine massive Erstickungsgefahr für ein Baby, das gerade erst lernt, in dieser Welt zu existieren. Anstatt also eine Erstickungsgefahr einzufrieren und sie eurem weinenden Baby in die Hand zu drücken oder seinen winzigen Kiefer buchstäblich zu erfrieren, nehmt ihr einfach einen sauberen, feuchten Waschlappen, wringt ihn aus und legt ihn für etwa zehn Minuten in den Kühlschrank, während ihr all eure Lebensentscheidungen infrage stellt.
Worauf wir stattdessen herumgekaut haben (ohne Erfrierungen)
Da wir nun geklärt haben, dass ich panische Angst davor habe, Dinge einzufrieren, wurde ich regelrecht besessen davon, genau das Richtige für Maya zum Kauen zu finden, was weder ihren Mund noch meinen Verstand ruinieren würde. Und lasst mich euch sagen: Beißring ist nicht gleich Beißring.
Maya behandelte das Panda Silikon-Beißring und Bambus-Kauspielzeug für Babys, als wäre es ihre Religion. Ich übertreibe nicht einmal. Es ist dieses Ding aus 100 % lebensmittelechtem Silikon, das wir einfach in den Kühlschrank warfen (NICHT in den Gefrierschrank, ich habe meine Lektion gelernt), und der kühlende Effekt hielt genau so lange an, um ihr panisches Kauen zu beruhigen. Es ist flach und hat lauter kleine, strukturierte Noppen, gegen die sie ihr hinteres Zahnfleisch perfekt reiben konnte. Außerdem ist es komplett BPA-frei, sodass ich keine Panikattacke bekommen musste, dass giftiges Plastik in ihren kleinen Körper gelangt, während sie es unkontrolliert vollsabberte. Ganz ehrlich, es hat uns mehr als einmal das Leben gerettet, und es wanderte direkt in die Spülmaschine – denn ich weigere mich strikt, irgendetwas von Hand zu spülen, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Andererseits kaufte Dave das Bär-Beißring-Greifling aus Holz (Sensorik-Spielzeug), weil er dieser traurigen, beigen Naturholz-Ästhetik für das Kinderzimmer zutiefst verfallen ist. Es ist zweifellos wunderschön, und Leo hat Holzringe als Baby wirklich geliebt, aber Maya hat dieses Ding einfach als Waffe benutzt. Für uns war es nur mittelmäßig – sie kaute eine Minute darauf herum und warf es dann brutal nach dem Hund, weil das harte Buchenholz ihr um 3 Uhr nachts nicht die weiche Linderung brachte, die sie wollte. Jedes Baby ist eben anders.
Die andere Sache, vor der einen beim Zahnen niemand warnt, ist die schiere, unbändige Menge an Sabber. Wir brauchten sechs Outfits am Tag, weil ihre Brust ständig durchnässt war, was ihr diesen furchtbaren, bösen roten Ausschlag unter dem Kinn bescherte. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich tauschte all ihre billigen Fast-Fashion-Bodys gegen den Ärmellosen Baby-Body aus Bio-Baumwolle ein. Das klingt jetzt super banal, aber die Bio-Baumwolle hat die Feuchtigkeit wirklich aufgesaugt, ohne sie auf der Haut einzuschließen. Zudem hat der Stoff genug Elasthan-Stretch, sodass ich ihn einfach über ihre Schultern nach unten ziehen konnte, wenn die Windel mal wieder explodiert ist – was beim Zahnen übrigens SEHR viel häufiger passiert. Ich kenne die wissenschaftlichen Hintergründe von Zahnen und Durchfall nicht, aber es ist definitiv ein Ding. Wie auch immer, wenn ihr gerade in einem Meer aus Babysabber ertrinkt, solltet ihr euch vielleicht eine Minute Zeit nehmen, um durch Kianaos Bio-Babykleidungs-Kollektion zu stöbern und euch davor zu bewahren, viermal am Tag Wäsche waschen zu müssen.
Warum sind wir so?
Manchmal verstricke ich mich so sehr in diese ganze E-Baby-Kultur – ihr wisst schon, elektronische Monitore, die jeden Atemzug tracken, und Apps, in denen man auf den Millimeter genau einträgt, wie viel Brei sie gegessen haben –, dass ich vergesse, dass es beim Elternsein früher einfach nur darum ging, die Nacht zu überleben.

Wir machen uns so viel Stress, um die perfekten umweltfreundlichen, ästhetisch ansprechenden Dinge zu besorgen. Wir googeln um Mitternacht „ist Bio-Bambus besser als Silikon“, während das Baby schreit. Aber ganz ehrlich? Manchmal muss man die Tracking-Apps einfach weglegen, sein chaotisches, sabberndes, unglückliches kleines Wesen in den Arm nehmen und ein One-Hit-Wonder aus dem Jahr 1990 voll aufdrehen, bis sich alle beruhigt haben. Es gibt nicht den einen perfekten Weg, das hier zu meistern. Man versucht einfach nur, den Durchbruch des Zahns aus dem Kiefer zu überstehen, ohne dass dabei alle anfangen zu heulen.
Fassen wir diesen Fiebertraum mal zusammen
Wenn ihr sonst nichts aus meinem Geschwafel mitnehmt, dann merkt euch dies: Friert die Beißringe nicht ein, stellt den Lautsprecher nicht ins Gitterbett und gebt euch absolut jeder noch so lächerlichen musikalischen Nostalgie hin, die euer Baby davon abhält zu schreien. Ich schenke mir jetzt eine vierte Tasse Kaffee ein und starre ein bisschen die Wand an.
Wenn ihr heute Nacht auch einer zahnungsbedingten Schlafregression ins Auge blickt, kühlt jetzt sofort eure Silikonteile, schnappt euch alles an Koffein, was ihr finden könnt, und schaut euch vielleicht Kianaos Zahnungs-Kollektion an, bevor um 3 Uhr morgens der Weckruf ertönt.
Fragen, die ihr wahrscheinlich genau jetzt googelt
Funktioniert das mit dieser Herzschlag-Musik wirklich?
Also gut, ich bin keine Wissenschaftlerin, aber nach meiner zutiefst unwissenschaftlichen Erfahrung mit Weinen in meiner Küche: Ja. Der Bereich von 110 bis 120 BPM scheint sie wirklich abzulenken. Es ahmt deinen hektischen, schwangeren Herzschlag nach, was sie irgendwie beruhigt. Lasst die Lautstärke nur leise und stellt die Box ans andere Ende des Raums, denn Hörschäden sind ein echtes Problem, um das wir uns jetzt auch noch sorgen müssen.
Kann ich Beißringe einfach in den Gefrierschrank legen?
Oh Gott, nein, bitte tut das nicht. Dr. Miller hat mir damit eine Heidenangst eingejagt. Steinhart gefrorene Gegenstände können an ihrem kleinen Zahnfleisch Erfrierungen verursachen, was den Schmerz zehnmal schlimmer macht. Legt die Silikon-Beißringe oder einen nassen Waschlappen einfach in das normale Kühlschrankfach. Dort wird es kalt genug, um den Schmerz zu betäuben, ohne sich in eine Eiswaffe zu verwandeln.
Sind Beißringe aus Silikon wirklich besser als die aus Holz?
Ganz ehrlich, das hängt total vom Vibe eures Kindes ab. Mein Ältester, Leo, liebte harte Holzringe zum Draufherumkauen, aber Maya war ein reines Silikon-Baby. Silikon ist weicher und leichter zu reinigen (hallo Spülmaschine), aber Holz ist super, wenn der Zahn wirklich kurz davor ist, durchzubrechen. Besorgt von jedem eins und schaut, welches sie euch nicht sofort an den Kopf werfen.
Wann zur Hölle hört das Zahnen auf?
Es tut mir so leid, euch das sagen zu müssen, aber es geht quasi zwei Jahre lang so. Sie haben zwischendurch mal Pause, ihr fangt wieder an zu schlafen, und dann kommen plötzlich die Backenzähne und ihr hüpft wieder um 3 Uhr nachts in der Küche herum. Kauft den guten Kaffee. Ihr werdet ihn brauchen.





Teilen:
Die Suche nach dem "Wham Lil Baby"-Trend trieb mich als Kinderarzt in den Wahnsinn
Die ungeschönte Wahrheit über Hüfttragen von einem erschöpften Zwillingspapa