Die größte Lüge, die uns die Erziehungsindustrie je aufgetischt hat, ist das Konzept der magischen 20-Uhr-Grenze. Ihr wisst, wovon ich rede – diese mythische Stunde, in der das Haus plötzlich still wird, das gedimmte Licht allen schmeichelt und man sich nahtlos von einer milchbefleckten Hausangestellten in einen geistreichen, eleganten romantischen Partner verwandelt. Die Realität in unserer Londoner Wohnung sieht eher so aus: Um 20 Uhr kratze ich meistens panisch etwas undefinierbares mit einem Buttermesser vom Teppich, während Sarah die Fernsehfernbedienung anstarrt, als wäre sie ein leicht bedrohliches Alien-Artefakt. Wenn wir uns dann endlich hinsetzen, erfordert allein die Vorstellung, eine echte Unterhaltung zu führen, mehr Hirnleistung, als wir beide noch aufbringen können. Und genau so kam es, dass wir uns auf eine zwei Stunden und vierzehn Minuten lange tamilische Liebeskomödie eingelassen haben.

Wir hatten nicht wirklich geplant, die Belastbarkeit unserer Ehe mit Untertiteln auf die Probe zu stellen. Wir haben einfach nur verzweifelt nach etwas gesucht, in dem keine animierten sprechenden Hunde vorkommen. Beim endlosen, Daumen-betäubenden Durchscrollen der Streaming-Optionen stolperten wir schließlich über den Film Oho Enthan Baby. Das heißt übersetzt wohl so viel wie „Oh, mein Baby“ – was ironischerweise genau das ist, was ich um drei Uhr morgens in die Leere flüstere, wenn einer der Zwillinge beschließt, dass Schlaf ein rein bürgerliches Konstrukt ist. Der Film hatte diesen lockeren Gen-Z-Vibe, er war farbenfroh, und das Wichtigste: Es war keine Doku über den Klimawandel, die mir nur noch mehr Schuldgefühle wegen der Unmengen an Plastik einjagen würde, die ich seit meiner Vaterschaft gekauft habe.

Wer hat eigentlich noch die Ausdauer für einen ganzen Spielfilm?

Wenn man versucht, einen Date-Abend zu Hause zu verbringen, ist die Laufzeit des Films der absolute Endgegner. Sich auf einen Film einzulassen, der die Zwei-Stunden-Marke knackt, grenzt an maßlose Selbstüberschätzung. So etwas machen nur Leute, die keine zwei zweijährigen Mädchen haben, die gerade im Nebenzimmer lautstark durch die Nase atmen. Die Handlung des Films dreht sich um einen aufstrebenden Filmemacher namens Ashwin, der einem berühmten Schauspieler von seinen vergangenen romantischen Desastern erzählt und dabei all seinen emotionalen Ballast und seine Kindheitstraumata mit ins Spiel bringt. Alles sehr dramatisch und tiefgründig.

Mein aktueller emotionaler Ballast besteht derweil einzig und allein aus den Schuldgefühlen, weil ich unseren Notvorrat an Schokodrops gegessen habe, der eigentlich als Bestechungsmaterial fürs Töpfchentraining gedacht war. Als ich mir die unfassbar gutaussehenden Hauptdarsteller von Oho Enthan Baby ansah, konnte ich nur darüber staunen, wie sie es schaffen, komplexe zwischenmenschliche Beziehungen und romantische Krisen zu meistern, ohne auch nur einmal am Po eines Kleinkindes schnüffeln zu müssen, um zu prüfen, ob die Windel voll ist. Vishnu Vishal und Mithila Palkar spielen natürlich großartig, aber sie haben eben auch den klaren Vorteil, dass sie nicht chronisch dehydriert sind, weil sie den ganzen Tag Zwillinge um den Couchtisch herumjagen müssen.

Was mein Arzt über Beziehungsgesundheit gemurmelt hat

Vor ein paar Wochen war ich mit den Zwillingen zum Impfen beim Kinderarzt. Dr. Evans – ein Mann, der aussieht, als hätte er seit den späten Neunzigern nicht mehr geschlafen – machte dabei eine beiläufige Bemerkung über das elterliche Wohlbefinden. Er deutete vage an, dass die psychische Stabilität eines Paares eine Art Schutzpuffer für die Kinder sei, auch wenn die wissenschaftliche Grundlage dafür bestenfalls schwammig erscheint. Ich glaube, er meinte damit: Wenn Sarah und ich es schaffen, eine Stunde miteinander zu verbringen, ohne uns darüber zu streiten, wer mit dem Leeren des Windeleimers dran ist, saugen die Mädchen diese minimale positive Energie vielleicht irgendwie auf und sehen davon ab, die Katze zu beißen.

Der Film greift dieses Thema übrigens stark auf und zeigt einen Protagonisten, dessen dysfunktionaler familiärer Hintergrund seine aktuellen Beziehungen überschattet. Als ich so im Dunkeln saß und zusah, wie dieser Typ seine Kindheitstraumata auspackte, hatte ich eine plötzliche, schreckliche Erkenntnis: Die zukünftigen Therapiesitzungen meiner Töchter könnten genau daraus bestehen, sich darüber zu beschweren, dass ihr Vater einmal versucht hat, ihnen einzureden, Brokkoli seien „kleine Bäume für Dinosaurier“. Theoretisch ist also die Priorisierung unseres Date-Abends und das Anschauen eines kompletten Films, ohne aufs Handy zu schauen, eine überaus wichtige medizinische Maßnahme für die zukünftige mentale Gesundheit unserer Kinder. So lege ich das jetzt zumindest für mich aus.

Die strukturelle Integrität des Bio-Bodys

Natürlich ist all dieses cineastische Beziehungs-Bonding völlig unmöglich, wenn die Kinder sich weigern, im Bett zu bleiben. Ein erfolgreicher Date-Abend zu Hause hängt ganz von dieser unberechenbaren Variablen ab: dem Komfort des Babys. Vor ein paar Monaten wollten wir einen Thriller schauen, nur um den Abend nach fünfzehn Minuten durch eine dermaßen katastrophale Windel-Explosion zunichte gemacht zu bekommen, dass eine komplette taktische Reinigung mit der Duschbrause in der Badewanne fällig war. Das hat die Stimmung, gelinde gesagt, etwas getrübt.

The structural integrity of the organic onesie — Why The Oho Enthan Baby Movie Is Our Date Night Survival Test

Und genau deshalb bin ich dem ärmellosen Baby-Body aus Bio-Baumwolle mittlerweile bedingungslos treu ergeben. Normalerweise werde ich bei Textilien nicht emotional, aber wenn man etwas findet, das das Chaos wirklich im Zaum hält, klammert man sich daran. Er besteht zu 95 % aus Bio-Baumwolle, was nach typischem Marketing-Geschwafel klingt, bis man merkt, dass der Stoff dadurch extrem atmungsaktiv ist. Das bedeutet: Die Mädels wachen nicht mehr schweißgebadet und wütend auf. Noch wichtiger ist, dass er 5 % Elasthan enthält. So hat er genau den richtigen Stretch, um ihn einem wild strampelnden Kleinkind anzuziehen – ein bisschen so, als würde man versuchen, einem wütenden Aal einen Neoprenanzug überzustreifen. Es gibt keine kratzigen Etiketten, die einen mitternächtlichen Wutanfall auslösen könnten, und die Druckknöpfe bleiben tatsächlich zu, wenn die beiden unweigerlich beschließen, in ihren Gitterbetten noch eine Runde zu turnen. Es ist ein ganz simples Kleidungsstück, aber es ist der stille Wächter unserer freitäglichen Netflix-Zeit.

Wenn ihr auch verzweifelt nach Möglichkeiten sucht, eure eigenen kleinen Tyrannen so gemütlich einzupacken, dass sie schlafen – während ihr versucht, euch daran zu erinnern, wie das Gesicht eures Partners ohne schmerzverzerrte Grimasse aussieht –, dann solltet ihr euch unbedingt mal durch die Bio-Schlafkleidung von Kianao stöbern.

Die ästhetische Stolperfalle in unserem Wohnzimmer

Wir haben durchaus versucht, sie schon tagsüber proaktiv auszupowern, um sicherzugehen, dass sie während des Films schlafen. Dafür haben wir das Baby-Spielbogen aus Holz | Regenbogen-Set direkt mitten im Wohnzimmer aufgebaut. Ernsthaft, es ist ein wunderschönes Teil. Er ist aus verantwortungsvoll beschafftem Holz gefertigt, die kleinen hängenden Tierfiguren sind optisch super ansprechend – so richtig schön dezent mit gedeckten Farben, die einem nicht gleich die Sinne rauben. Und er braucht keine Batterien und dudelt nicht in Dauerschleife irgendein furchteinflößendes, blechernes Lied.

Aber die Zwillinge sind eben zwei. Sie liegen nicht mehr brav auf dem Rücken und patschen sanft gegen einen hölzernen Elefanten, um ihr räumliches Vorstellungsvermögen zu trainieren. Stattdessen nutzen sie den stabilen A-Rahmen aus Holz als Barrikade in ihren ständigen Revierkämpfen – oder gelegentlich als Stolperfalle, um ein Attentat auf meine Schienbeine zu verüben, wenn ich mit dem Wäschekorb durchs Zimmer balanciere. Es ist fantastisch verarbeitet, aber für uns ist es inzwischen im Grunde nur noch ein sehr attraktives Stück moderner Kunst, über das ich ständig stolpere. Es hat sie nicht auf magische Weise müde gemacht, sondern ihnen einfach ein neues architektonisches Konstrukt geliefert, das es zu erobern galt.

Die chaotische Realität moderner Romantik

Als wir beim zweiten Akt des Films ankamen, erlebten wir das klassische Eltern-Dilemma. Die Handlung wurde komplizierter, die emotionale Spannung stieg, und meine Augenlider fühlten sich an, als wären sie mit Schmirgelpapier ausgekleidet. Es gibt ein ganz bestimmtes System, wie man überhaupt noch etwas schauen kann, wenn man derart müde ist.

The messy reality of modern romance — Why The Oho Enthan Baby Movie Is Our Date Night Survival Test
  • Man stellt die Lautstärke so ein, dass sie gerade mal einem Flüstern gleicht und verlässt sich voll und ganz auf die Untertitel, denn das Geräusch einer knallenden Film-Tür könnte sofort ein Kind aufwecken.
  • Man sitzt wie erstarrt auf dem Sofa aus reiner Angst, dass das Verlagern des eigenen Gewichts die Dielen zum Knarzen bringen könnte.
  • Man vergisst schon ab der vierten Szene völlig die Namen der Nebendarsteller, was unweigerlich zu geflüsterten Diskussionen darüber führt, ob dieser Typ jetzt der Bruder oder der beste Freund war.

Anstatt ein Candle-Light-Dinner penibel genau zu planen, die Handys wegzuschließen und tiefe emotionale Gespräche über eure Hoffnungen und Träume zu erzwingen, solltet ihr wahrscheinlich einfach auf die nächste weiche Oberfläche fallen, eine Decke über die diversen Joghurtflecken auf den Kissen werfen und akzeptieren, dass es schon ein absoluter Triumph ist, überhaupt den Vorspann zu erreichen.

Eine Duftkerze anzuzünden, beschwört ohnehin nur eine Brandgefahr herauf, da man letztlich sowieso aufrecht sitzend einschlafen wird.

Die mitternächtliche Unterbrechung und der Retter aus Silikon

Ganz klar: Exakt auf dem emotionalen Höhepunkt des Films knisterte das Babyfon auf. Es war nicht dieses markerschütternde Schreien nach einem Albtraum, sondern das rhythmische, unerbittliche Quengeln eines Kindes, dessen Zähne gerade aktiv versuchen, sich aus dem Zahnfleisch zu bohren. Zahnungsschmerzen nehmen keine Rücksicht auf Date-Abende. Zahnungsschmerzen scheren sich nicht darum, dass das Oho Enthan Baby Projekt endlich mal ruckelfrei über euer grottiges WLAN streamt.

Ich stolperte also blind ins Kinderzimmer, trat dabei auf mindestens drei verirrte Bauklötze und zückte unsere Geheimwaffe: den Panda-Beißring. Ich dachte immer, ein Beißring ist halt ein Beißring, aber dieser kleine, flache Panda aus Silikon hat mir schon öfter den Verstand gerettet, als ich zählen kann. Weil er so flach ist, kann sie ihn wirklich gut festhalten, ohne dass er alle zehn Sekunden durch die Gitterstäbe fällt (was das sekundäre Schreien verhindert, das unweigerlich einsetzt, wenn ein Spielzeug auf den Boden fällt). Das geprägte Bambusmuster sorgt für genau die richtige Struktur, um ordentlich auf dem geschwollenen Zahnfleisch herumzukauen. Und weil ich das Ding vorher in den Kühlschrank gepackt hatte, schien die Kälte sie regelrecht in eine faszinierte, selige Stille zu versetzen. Ich stand drei Minuten im Dunkeln und sah zu, wie sie wütend auf einem Silikon-Bären herumkaute, bevor ich mich rückwärts aus dem Zimmer schlich wie jemand vom Bombenentschärfungskommando.

Das Fazit unserer erschöpften Watch-Party

Haben wir den Film zu Ende geschaut? Absolut nicht. Wir haben genau eine Stunde und zweiundvierzig Minuten geschafft, bevor Sarah mit einem kalten Toast in der Hand, auf halbem Weg zum Mund, eingeschlafen ist. Wir drückten auf Pause, mit dem festen Vorsatz, die restlichen dreißig Minuten am nächsten Abend zu Ende zu schauen – wohlwissend, dass er die nächsten drei Monate in unserer „Weiterschauen“-Liste vergammeln würde.

Aber in diesen 102 Minuten saßen wir einfach mal wieder nebeneinander, diskutierten nicht über die Hypothek, machten uns keine Sorgen über den Ausschlag am Arm von irgendwem und wischten keine verschüttete Milch auf. Wir waren einfach zwei unglaublich müde Menschen, die anderen, weniger müden Menschen im Fernsehen dabei zusahen, wie sie die Liebe ergründeten. Und ganz ehrlich: In dieser Lebensphase ist das ungefähr das Höchste der Gefühle, was Romantik angeht.

Bevor ihr nun euren eigenen filmischen Belastungstest auf dem Sofa wagt, deckt euch am besten mit den Dingen ein, die die Kleinen wirklich bequem schlafen lassen – schaut euch einfach das komplette Sortiment an nachhaltigen Baby-Essentials bei Kianao an.

Die unvermeidlichen Fragen, die man so zu Eltern-Dates hat

Woher nehmt ihr die Energie, euch einen zweistündigen Film anzusehen?

Wenn wir ehrlich sind: Haben wir gar nicht. Das Geheimnis liegt darin, den Film über eine ganze Woche in überschaubare, zwanzigminütige Häppchen aufzuteilen. Man verliert so zwar völlig das Gefühl für den Spannungsbogen und hat bis Donnerstag vermutlich die Motive der Hauptfigur vergessen, aber rein technisch gesehen zählt es als gemeinsame Zeit zu zweit.

Muss man wirklich extra Schlafsachen für die Kinder kaufen?

Wenn euer Kind auch bestens in einen alten Kartoffelsack eingewickelt schläft, dann herzlichen Glückwunsch, ihr habt im genetischen Lotto gewonnen. Für den Rest von uns ist es so: Störfaktoren wie kratzige Nähte, Überhitzung oder zu enge Halsausschnitte auszuschließen, ist schlichtweg die einzige Möglichkeit, um das nächtliche Aufwachen um 2 Uhr morgens zu verhindern. Die Bio-Baumwolle ist einfach viel atmungsaktiver, was wiederum weniger verschwitzte, zornige Kleinkinder bedeutet.

Warum empfehlt ihr, Beißringe in den Kühlschrank und nicht ins Gefrierfach zu legen?

Weil das Einfrieren von Silikon dieses sprichwörtlich in eine Waffe verwandelt. Ich habe diesen Fehler einmal mit einem anderen Beißring gemacht. Meine Tochter biss einmal in das steinhart gefrorene, eiskalte Spielzeug, sah mich mit einem Blick an, der puren Verrat widerspiegelte, und warf es mir direkt an den Kopf. Der Kühlschrank macht das Ding kalt genug, um das Zahnfleisch leicht zu betäuben, ohne es in eine stumpfe Schlagwaffe zu verwandeln.

Lohnt es sich wirklich, sich auf genau diesen Film einzulassen?

Falls ihr gerade die Schauspieler der Besetzung von Oho Enthan Baby googelt, um herauszufinden, ob das euer Ding ist, sage ich nur so viel: Es ist charmant, es ist chaotisch und es ist herrlich farbenfroh. Es ist genau die Art von unkompliziertem, aber hoch-emotionalem Eskapismus, die man braucht, wenn die eigene Realität vor allem daraus besteht, mit winzigen Diktatoren darüber zu verhandeln, dass sie jetzt endlich ihre Schuhe anziehen sollen.

Was, wenn wir einfach jedes Mal auf dem Sofa einschlafen?

Dann habt ihr einen perfekten Eltern-Date-Abend absolviert! Neben dem Partner zu schlafen, während auf dem Fernseher in Endlosschleife irgendein Menübildschirm dudelt, ist doch quasi die Millennial-Version eines romantischen Wochenendtrips. Entschuldigt euch bloß nicht für das Nickerchen – genießt das Nickerchen!