Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, bekam ich an einem einzigen Nachmittag drei völlig verschiedene Ratschläge, wie man den Babyschlaf überwachen sollte. Meine Mutter, Gott hab sie selig, meinte, ich solle einfach die Schlafzimmertür einen Spalt offen lassen und auf Weinen lauschen – so haben sie es in den Achtzigern gemacht und wir haben alle wundersamerweise überlebt. Meine beste Freundin riet mir, das absolut billigste Babyphon mit reiner Audioüberwachung im Supermarkt zu kaufen, weil Videobildschirme einen nur verrückt machen. Und dann tauchte noch so eine Instagram-Influencerin in meinem Feed auf, die mir aggressiv suggerierte, ich sei quasi eine Rabenmutter, wenn ich den Sauerstoffgehalt meines Neugeborenen nicht mit einem tausend Euro teuren Gerät überwache.
Ich bin jetzt einfach mal ganz ehrlich zu euch: Ich habe sie alle ignoriert und mir die Nanit gekauft.
Bei meinem Ältesten – der jetzt fünf ist und mein lebendes, sprechendes Mahnmal für Anfängerfehler als Mama ist – war ich ein absolutes Nervenwrack. Ich bin nachts bestimmt vierzigmal in sein Zimmer geschlichen, um meine Hand auf seine Brust zu legen und zu prüfen, ob er atmet. Was ihn natürlich aufgeweckt hat, womit überhaupt niemand mehr geschlafen hat. Ich war so auf Schlafentzug, dass mein Hirn nur noch Matsch war. Als mein drittes Kind zur Welt kam, betrieb ich meinen Etsy-Shop aus der Garage heraus, bändigte zwei Kleinkinder und lebte im ländlichen Texas, wo das Internet ausfällt, wenn ein Eichhörnchen auf der Stromleitung niest. Ich brauchte einfach etwas, das tatsächlich funktionierte, ohne mich noch verrückter zu machen.
Lasst uns über den Preis sprechen, denn meine Güte...
Schaut mal, ich achte wirklich aufs Geld, und fast dreihundert Dollar für eine Kamera hinzublättern, hat mich schon etwas schlucken lassen. Das ist verdammt viel Geld, wenn man gleichzeitig Windeln lastwagenweise kauft. Aber hier ist der Finanz-Hack, den einem niemand verrät, bis man sein Geld schon ausgegeben hat: Die Nanit-Kamera und die Atem-Kleidung sind in den USA tatsächlich HSA/FSA-fähig. Wenn ihr also so ein Gesundheitskonto habt, könnt ihr das System mit unversteuertem Geld kaufen, was den tatsächlichen Preis massiv senkt.
Aber wir müssen über die Abo-Falle reden, denn da möchte ich einfach nur noch in ein Kissen schreien.
Wenn man die Kamera kauft, bekommt man ein kostenloses sechsmonatiges Probeabo für "Nanit Insights". Das klingt furchtbar schick und bietet einem den ganzen Videoverlauf sowie Schlaf-Coaching-Analysen. Man wird regelrecht süchtig danach, morgens aufzuwachen und in der App nachzusehen, wie oft das Baby wach war, wie lange es geschlafen hat und wie hoch der Wert für die Schlafeffizienz war. Es fühlt sich an, als würde man ein Spiel gewinnen, von dem man gar nicht wusste, dass man es spielt.
Und dann, genau in dem Moment, wenn man am verletzlichsten und abhängigsten von diesen Daten ist – meistens um die Schlafregression im sechsten Monat herum, wenn man langsam den Verstand verliert –, läuft das Probeabo ab. Plötzlich sperrt die App einen von den historischen Daten aus, und wenn man sie zurückhaben will, muss man die Kreditkarte für ein Jahresabo zücken. Es ist ein unfassbar cleveres Marketing, und ich falle jedes verdammte Mal darauf herein, weil ich schwach bin und diese kleine Zeitleiste vom Schlaf meines Babys einfach liebe.
Sie zeigt übrigens auch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zimmer an, aber ehrlich gesagt schaue ich dafür einfach auf das Thermostat auf dem Flur. Das ist mir also ziemlich egal.
Die Sache mit dem Atem-Band
Der Hauptgrund, warum ich mich für genau dieses System entschieden habe und nicht für eines, bei dem man dem Kind eine elektronische Socke an den Fuß schnallt, war, dass ich nicht wollte, dass Batterien die Haut meines Babys berühren. Die Nanit nutzt die sogenannte "Breathing Wear", was im Grunde nur ein Stoffband oder ein Pucksack mit einem bestimmten schwarz-weißen geometrischen Muster ist.
So wie ich das verstehe – und ich bin Etsy-Bastlerin, keine Informatikerin –, liest die Kamera von oben die Pixel oder die mikroskopischen Auf- und Ab-Bewegungen dieses Musters, um herauszufinden, ob das Kind atmet. Es gibt keine Kabel, keine Sensoren und keine Fehlalarme, weil das Baby nachts um 3 Uhr eine Socke in die Ecke des Bettchens gestrampelt hat.
Die Sommer in Texas sind aggressiv heiß, weshalb der Zwiebellook immer ein Albtraum ist. Ich habe das gemusterte Atem-Band immer direkt über unseren Baby-Body aus Bio-Baumwolle gezogen, weil der ärmellos ist und so luftdurchlässig wie nichts anderes, was wir ausprobiert haben. Ich bin ehrlich, die Druckknöpfe an diesem Body sind bei den ersten Wäschen etwas schwergängig, aber die Bio-Baumwolle ist so unfassbar weich, dass es das Einzige war, wovon mein mittleres Kind keinen Hitzepickel unter dem Monitor-Band bekam.
Wenn das Internet mal komplett ausfällt
Hier auf dem Land zu leben bedeutet, dass unser WLAN nur durch Klebeband und Gebete zusammengehalten wird. Meine größte Angst bei einer smarten Kamera war, dass unser Internetanbieter beschließt, um Mitternacht "routinemäßige Wartungsarbeiten" durchzuführen, das WLAN ausfällt und ich auf einen leeren Bildschirm starre, während mein Kind im anderen Zimmer weint.

Wie sich herausstellte, hat die Kamera eine lokale Verbindungsfunktion. Wenn die Haupt-Internetverbindung eures Hauses zur Außenwelt abbricht, euer heimischer WLAN-Router aber noch eingesteckt ist und sein kleines internes Signal sendet, können die Kamera und euer Handy immer noch miteinander kommunizieren. Sie wird dann im Grunde wieder zu einem ganz normalen, altmodischen Video-Babyphon. Ihr bekommt zwar offline keine schicken Schlafdaten, aber dafür Bild und Ton – und das ist das Einzige, was wirklich zählt, wenn bei einem Gewitter der Strom flackert.
So haltet ihr Grusel-Hacker aus dem Kinderzimmer fern
Beim Wäschefalten schaue ich viel zu viele True-Crime-Dokus, weshalb mir die Vorstellung einer WLAN-Kamera im Zimmer meines Babys ziemliche Bauchschmerzen bereitet hat. Wir kennen doch alle diese Nachrichtenberichte über Hacker, die durch die Babyphone zu den Kindern sprechen.
Wenn ihr euch diese Kamera holt, müsst ihr sofort die Zwei-Faktor-Authentifizierung in der App aktivieren und ein Passwort verwenden, das nicht nur der Name eures Hundes und euer Geburtsjahr ist. Sie hat auch eine physische Schiebeblende. Wenn ich also gerade stille oder eine explosive Windel wechsle und nicht möchte, dass die App aufzeichnet, schiebe ich den kleinen Plastikschieber einfach nach oben und verdecke damit die Kameralinse.
Im Lieferumfang sind außerdem Kabelkanäle aus Hartplastik enthalten, die an die Wand geklebt werden und das Stromkabel komplett abdecken. Kabel machen mir wahnsinnige Angst. Mein Ältester hat früher wie ein kleiner Gefangener durch die Gitterstäbe gegriffen und versucht, alles zu schnappen, was in Reichweite war. Wir haben das gesamte Kinderzimmer wirklich extrem reduziert, um alles sicher und einfach zu halten. Mir war es viel wichtiger, dass ihr Spielbereich kein hässlicher Plastik-Albtraum voller Kabel wird, weshalb wir uns auch für den Baby-Spielbogen aus Holz entschieden haben statt für irgendetwas Lautes mit Batteriebetrieb. Ehrlich gesagt ist der Holz-Spielbogen wunderschön, aber mein mittleres Kind wollte immer nur auf dem Elefanten herumkauen und hat die geometrischen Formen komplett ignoriert.
Verhindert es wirklich den Plötzlichen Kindstod (SIDS)?
Meine Kinderärztin, Dr. Miller, die das Einfühlungsvermögen eines Feldwebels hat, sah mir beim Check-up nach zwei Wochen direkt in die Augen und sagte mir, dass kein einziges Konsumentengerät auf dem Markt den Plötzlichen Kindstod verhindert. Aus medizinischer Sicht gelten diese Dinge nicht als Medizinprodukte.

Sie erklärte mir, dass Eltern sie zur eigenen psychologischen Beruhigung kaufen, nicht weil sie lebensrettende Krankenhausausrüstung sind. Und wisst ihr was? Sie hatte recht. Dieses kleine Symbol auf meinem Handy, das mir die Atembewegung anzeigte, hat es mir endlich ermöglicht, die Augen zu schließen und zwei Stunden am Stück zu schlafen, ohne wie ein Geist über dem Gitterbett zu schweben. Anstatt die ganze Nacht auf den Bildschirm zu starren, sich in die Zahlen hineinzusteigern und selbst das Atmen zu vergessen: Legt das Baby einfach auf den Rücken in ein leeres Bettchen und vertraut auf euer Bauchgefühl.
Was ich gerne gewusst hätte, bevor ich Löcher in die Wand gebohrt habe
Wenn ihr die Standard-Wandhalterung kauft, müsst ihr echte Löcher direkt über der Mitte des Babybetts in die Wand bohren. Wenn ihr zur Miete wohnt oder wenn ihr wie ich eure Möbel jedes Mal umstellt, wenn euch langweilig ist, ist das eine furchtbare Idee.
Holt euch stattdessen den Bodenständer. Das ist eine schwere, freistehende Stange, die man einfach unter das Bettchen schiebt. Wir mussten unser Bett komplett umstellen, als meine Tochter anfing, sich daran hochzuziehen und nach der Wand zu greifen. Als sie dann fleißig Zähne bekam, stand sie auf und versuchte, die Kamerastange zu schütteln, als ob diese ihr Geld schulden würde. Irgendwann habe ich ihr dann einfach unseren Panda-Beißring aus Silikon mit ins Bett geworfen, damit sie etwas Sicheres zum Kauen hatte, anstatt zu versuchen, meine teure Elektronik zu essen. Dieser kleine Panda-Beißring war ein echter Lebensretter, vor allem, weil er flach genug ist, dass sie ihn richtig gut festhalten konnte – auch wenn ich bestimmt fünfzigmal am Tag Hundehaare davon abwaschen musste.
Möchtet ihr die Ausstattung im Kinderzimmer einfacher gestalten? Entdeckt unsere Kollektion aus biologischen, nachhaltigen Baby-Essentials, die auch noch richtig gut in eurem Zuhause aussehen.
Das Zubehör, das ihr wirklich braucht (und worauf ihr verzichten könnt)
Ihr müsst keine zwanzig verschiedenen Atem-Bänder kaufen. Zwei reichen völlig. Eines zum Benutzen und eines für die Schublade, falls das erste nachts um zwei unweigerlich vollgespuckt wird. Es gibt zwar auch spezielle Nanit-Schlafsäcke und Pucksäcke mit direkt aufgedrucktem Muster, aber ich fand sie viel zu teuer dafür, wie schnell Babys aus ihnen herauswachsen. Kauft einfach das Band, das um die Brust gewickelt wird, und zieht es über den Schlafanzug, den euer Baby sowieso schon trägt.
Irgendwann wachsen sie ohnehin aus der Atemüberwachung heraus. Als mein Jüngster herausfand, wie man aufsteht, den eigenen Schlafanzug aufzippt und aggressiv seine Weichen Baby-Bausteine gegen die Kameralinse wirft, haben wir das Atem-Band offiziell in den Ruhestand verabschiedet. (Übrigens sind diese weichen Gummibausteine genial, denn wenn man im Dunkeln barfuß darauf tritt, fängt man nicht sofort an zu weinen wie bei harten Plastiksteinen – auch wenn ich wünschte, es gäbe sie in einem größeren Set).
Aber auch ohne die Atemüberwachung nutzen wir die Kamera für meinen Dreijährigen immer noch. Sie hat eine "Ok to Wake"-Funktion, bei der das eingebaute Nachtlicht eine bestimmte Farbe annimmt, wenn es endlich eine akzeptable Zeit zum Aufstehen ist. Das ist unglaublich hilfreich bei Kleinkindern, die der festen Überzeugung sind, dass 4:30 Uhr morgens ist.
Wenn ihr immer noch unschlüssig bezüglich der Kinderzimmerausstattung seid oder was ihr wirklich braucht, um das erste Jahr zu überleben, schaut euch unten die Antworten auf einige der häufigsten Fragen an, die mir zu diesem Babyphon-System gestellt werden.
FAQs aus den Schützengräben des Elternseins
Funktioniert die Nanit auch, wenn ich das Baby zuerst im Beistellbett in meinem Schlafzimmer habe?
Theoretisch ja, aber es ist unglaublich umständlich, es sei denn, man kauft den Bodenständer oder die Reisehalterung. Wenn ihr die Wandhalterung im Kinderzimmer anbohrt, könnt ihr sie logischerweise nicht in eurem Schlafzimmer nutzen. Wir haben uns den Flex-Ständer (im Grunde eine kleine Reisebasis) gekauft, um ihn auf unseren Nachttisch zu stellen, als das Baby im Beistellbett neben uns lag. Aber mal ehrlich: Wenn sie so nah bei euch sind, hört ihr sie ohnehin atmen.
Ist das Atem-Band sicher für Neugeborene?
Meine Kinderärztin meinte, es sei völlig unbedenklich, da es nur ein Stück Stoff ist, das mit Klettverschluss um den Oberkörper gelegt wird, und keine schwere Gewichtsdecke. Es schnürt weder die Brust ab noch schränkt es die Bewegung ein. Es fühlt sich einfach an wie eine feste Umarmung. Achtet nur darauf, die richtige Größe zu wählen. Wenn es nämlich zu locker sitzt, kommt die Kamera durcheinander und schickt euch Warnungen, dass das Baby sich nicht bewegt – was euch nachts um 3 Uhr einen völlig unnötigen Herzinfarkt beschert.
Brauche ich wirklich ein smartes Babyphon oder ist das nur ein Status-Symbol?
Wenn ihr eher ängstlich veranlagt seid und wach an die Decke starrt und euch fragt, ob es eurem Baby gut geht – gebt das Geld aus. Es erkauft euch Schlaf, und Schlaf ist unbezahlbar. Wenn ihr aber super entspannt seid, die Tür hinter euch zumachen und sofort einschlafen könnt, spart euch die dreihundert Euro und kauft ein billiges Audio-Babyphon. Es gibt kein Richtig oder Falsch, es hängt einfach nur davon ab, wie viel Grundanspannung ihr mitbringt.
Können mein Mann und ich die App beide auf dem Handy haben?
Ja, und ihr könnt sogar Großeltern oder Babysitter hinzufügen. Ihr richtet euch als Admin ein und könnt dann andere Leute einladen. Das Beste daran ist, dass man den Zugriff so einschränken kann, dass sie das Video nur sehen, wenn sie physisch mit dem WLAN in eurem Haus verbunden sind. Auf diese Weise kann meine Schwiegermutter nicht einfach mal so von sich zu Hause in die Kinderzimmerkamera schauen, während ich dort in Unterwäsche die Wäsche falte.





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