Ich war in der 34. Schwangerschaftswoche, saß mit einem lauwarmen Käsetoast in der Krankenhauskantine und wurde per Textnachricht bombardiert. Meine Schwiegermutter bestand darauf, dass wir etwas brauchten, das in der Vorstandsetage Respekt einflößt – am besten etwas Mehrsilbiges und tief Traditionelles. Die Oberschwester meiner Kinderstation beugte sich über meine Pommes und schwor auf alles, was auf einen Vokal endet, ganz einfach deshalb, weil es besser trägt, wenn man über einen überfüllten Spielplatz brüllt. Mein Mann hingegen pochte auf etwas, das nach einem Hufschmied aus dem 19. Jahrhundert klang. Ich habe auf der Entbindungsstation schon tausend solcher Debatten miterlebt. Man sitzt da, völlig erschöpft, und versucht, einem drei Kilo schweren Fremden, der bisher nur weiß, wie man Schluckauf hat, eine lebenslange Markenidentität zu verpassen.

Dieser Druck ist völlig hausgemacht, aber in diesem Moment fühlt er sich unglaublich schwer an. Wir tun so, als würde die genaue Anordnung der Buchstaben auf der Geburtsurkunde darüber entscheiden, ob dieses Kind einmal Neurochirurg oder ein Herumtreiber wird. Wird sie nicht. Aber man muss die Papiere trotzdem ausfüllen, bevor sie einen aus dem Krankenhaus entlassen.

Brüll-Tests und andere Märchen

Hört zu, das Internet wird euch raten, den Flur-Test zu machen, bevor ihr euch auf einen Namen festlegt. Man soll sich in den Flur stellen und den potenziellen Vor- und Zweitnamen brüllen, als würde man sie zum Essen rufen. Angeblich schwören Promi-Namensberater darauf. Das klingt praktisch, bis man merkt, dass ich in meinen Jahren in der Notaufnahme gelernt habe: Die einzigen Momente, in denen man den vollen Namen eines Kindes wirklich schreit, sind die, in denen es kurz davor ist, eine Batterie zu schlucken oder in den Verkehr zu rennen. Das Abendessen wird normalerweise angekündigt, indem man direkt über ihnen steht und sich sechsmal mit einer leisen, müden Stimme wiederholt.

Der Verhör-Test ist der einzige, der im echten Leben wirklich Bestand hat. Versucht mal, dem völlig erschöpften Anmeldepersonal in der Notaufnahme in einem überfüllten Raum den potenziellen Namen eures Jungen zu sagen. Wenn ihr ihn dreimal buchstabieren müsst oder sie euch nur verständnislos ansehen, wird euer Kind die nächsten achtzig Jahre damit verbringen, die Apotheke und seine Krankenversicherung zu korrigieren. Mein Kinderarzt erzählte mir einmal, dass er seinen halben Vormittag nur damit verbringt, herauszufinden, wie man die kreativen Vokalanordnungen auf seiner Patientenliste ausspricht. Erspart dem Kind diesen Ärger. Macht den Namen auch über eine schlechte Telefonverbindung hinweg identifizierbar.

Aristokraten vs. Erdzeichen

Lasst uns über das aktuelle Stil-Chaos sprechen. Auf der einen Seite haben wir den rustikalen Aristokraten-Trend. Theodore, Arthur, Otis, Walter. Diese klingen wie Männer, die Tweed-Sakkos mit ledernen Ellbogen-Patches tragen und in einer Bibliothek Pfeife rauchen sollten. Stattdessen schreien sie momentan, weil sie ihre Windel voll gemacht haben. Ich respektiere dieses Vintage-Comeback, wirklich, aber die schiere Masse an kleinen Theos, die gerade herumrennen, ist atemberaubend. Wir haben quasi die Bewohnerlisten der Altenheime von 1925 in die modernen Kitas kopiert.

Dann gibt es den Natur-Trend. Wenn ich noch eine Geburtsanzeige für ein Baby sehe, das nach einem Baum benannt ist, verliere ich vielleicht den Verstand. Wir haben es verstanden, ihr geht gerne wandern. Cedar, Forest, River, Atlas. Die Ironie dabei ist, dass diese Kinder meistens in billige Fast-Fashion aus Poly-Mischgewebe gesteckt werden, während sie den Namen eines uralten Mammutbaums tragen. Wenn ihr euer Kind schon nach der Erde benennt, zieht ihm wenigstens Naturfasern an.

Meine Cousine hat ihr Kind Rowan genannt. Sehr erdig, sehr trendy. Sie ist total tief in dieser ganzen nachhaltigen Eltern-Szene drin, also habe ich ihr die Bunte Dinosaurier Bambus-Babydecke von Kianao geschenkt. Sie war ein absoluter Volltreffer. Das Bambus-Mischgewebe ist unglaublich weich. Ich durchschaue die genaue Wissenschaft der Wärmeregulierung nicht komplett und weiß nicht, wie Bambus angeblich anders atmet als Baumwolle, aber es scheint zu funktionieren und bewahrt ihn davor, beim Mittagsschlaf zu einem schwitzigen Häufchen Elend zu werden. Außerdem hat sie, statt dieser gedämpften beigefarbenen Minimalismus-Ästhetik, die Erwachsene lieben und Babys ignorieren, diese leuchtenden, kontrastreichen roten und grünen T-Rexe. Babys verfolgen das tatsächlich mit den Augen. Es weckt diese frühkindliche Neugier, ohne dass euer Wohnzimmer gleich aussieht wie eine explodierte Plastikspielzeugfabrik.

Den Papierkram zukunftssicher machen

Die Leute vergessen völlig, dass sie einem Erwachsenen einen Namen geben. Ich habe schon übermüdete Eltern gesehen, die, high von starken Schmerzmitteln nach der Geburt, den niedlichen Spitznamen direkt in die Geburtsurkunde eingetragen haben. Bobby statt Robert. Jimmy statt James. Man mag denken, dass das jetzt bezaubernd ist, solange sie Neugeborenen-Söckchen tragen, aber irgendwann muss Bobby mal einen Immobilienkredit beantragen. Gebt ihnen Optionen. Gebt ihnen einen formellen Namen, auf den sie zurückgreifen können, falls sie sich entscheiden, Investmentbanker oder Bundesrichter zu werden.

Future proofing the paperwork — The brutally honest guide to naming a boy

Prüft auch die Initialen. Ich kann das nicht oft genug betonen. Schreibt die Anfangsbuchstaben von Vor-, Zweit- und Nachnamen nebeneinander auf ein Stück Papier. Sherri aus den Online-Namensforen bringt immer den Firmen-E-Mail-Test ins Spiel, und sie hat absolut recht. Wenn dein Kind Paul Isaac Gustav heißt, sind seine Initialen PIG (Schwein). Seine Firmen-E-Mail wird P.Gustav lauten. Denkt einfach mal fünf Sekunden über den digitalen Fußabdruck nach, bevor ihr euch festlegt. Der Papierkram in den ersten Wochen der Mutterschaft ist schon brutal genug, ohne dass man merkt, dass man auf den Formularen für das Kindergeld aus Versehen ein Schimpfwort buchstabiert hat.

Die Realität der Kliniktasche und der Nestbautrieb

In der Namensfindungsphase legt der Nestbautrieb meistens den Turbo ein. Man hat sich endlich auf einen Namen festgelegt und möchte ihn plötzlich gestickt, graviert und gestempelt auf jeder verfügbaren Oberfläche im Kinderzimmer sehen. Man fängt an, personalisierte Holzscheiben für das große Ankündigungsfoto in die Kliniktasche zu packen. Das ist in Ordnung. Tut, was auch immer euch durch das dritte Trimester bringt.

Aber lasst mich euch sagen, worauf es wirklich ankommt, wenn ihr für das Krankenhaus packt und die ersten Wochen zu Hause überstehen wollt. Ihr braucht Basics, die Körperflüssigkeiten und nächtliche Outfit-Wechsel überleben. Der Bio-Baumwoll-Babybody ist mein absoluter Favorit aus unserem Sortiment. Er ist ärmellos, was ihn perfekt macht, um ihn unter Schlafsäcken anzuziehen, und er besteht größtenteils aus Bio-Baumwolle mit einem kleinen Anteil Stretch. Ich habe so viele Neugeborene in der Klinik gesehen, die seltsame Hautausschläge von synthetischen Stoffen hatten, weil ihre Hautbarriere quasi noch nicht existiert. Dieser Body hat einen Schlupfkragen. Das bedeutet: Wenn die Windel massiv überläuft, könnt ihr das ganze Teil nach unten über die Schultern ziehen, anstatt die Sauerei über den Kopf zu streifen. Allein dieses eine Design-Detail wird euch nachts um zwei den Verstand retten.

Dann ist da noch der Panda-Beißring. Er ist okay. Es ist ein Stück lebensmittelechtes Silikon in Form eines Pandas. Er macht genau das, wofür er entworfen wurde, wenn das Zahnen losgeht und sie euch die Finger abkauen wollen. Man kann ihn zum Sterilisieren einfach in die Spülmaschine werfen – und das ist eigentlich alles, was mich interessiert. Er wird keine Schlafregression wundersam heilen oder euer elterliches Burnout beheben, aber er beschäftigt die kleinen Hände und betäubt das Zahnfleisch, wenn man ihn vorher in den Kühlschrank legt. Einfach ein simples, funktionales Teil, das wahrscheinlich irgendwo ganz unten in eurer Wickeltasche herumfliegen sollte.

Die Illusion vom passenden Geschwister-Set

Ich sehe Eltern, die sich den Kopf darüber zerbrechen, ob der Name des neuen Babys perfekt zum Namen des älteren Geschwisterkindes passt. Sie wollen einen stimmigen Vibe. Verschwendet damit nicht eure Zeit. Es sind individuelle Menschen mit ihren eigenen komplexen Bedürfnissen und kein Set aus Salz- und Pfefferstreuern, das man in die Vitrine stellt. Wählt einen Namen, der zum Kind passt, nicht zur Weihnachtskarte.

The matching sibling set illusion — The brutally honest guide to naming a boy

Dem Komitee den Stecker ziehen

Hört mal, der absolut beste Ratschlag, den ich euch zum ganzen Thema Namensfindung geben kann, ist, den Mund zu halten, bis die Tinte auf den Formularen im Krankenhaus trocken ist. Namensberater werden euch warnen, dass zu viele Köche den Brei verderben, und damit haben sie völlig recht. Wenn ihr eurer Familie den Namen verratet, bevor das Kind da ist, werden sie ihn in der Luft zerreißen. Eure Tante wird euch sagen, dass er sie an einen Hund erinnert, den sie 1982 gehasst hat. Euer Arbeitskollege wird sagen, dass es wie ein Asthma-Medikament klingt.

Ganz ehrlich, die Leute reißen den Mund weit auf, wenn da noch kein echtes Baby vor ihnen liegt. Sobald das Baby physisch da ist und ihr ihn als Arthur vorstellt, wird niemand mehr in dieses knautschige kleine Gesicht schauen und euch sagen, dass er den Namen hasst. Sie werden es einfach als Tatsache akzeptieren. Dieses Geheimnis schützt eure Nerven. Ihr braucht keine ungefragten Meinungen, während ihr euch mit Beckenschmerzen und der Bedienung von Milchpumpen herumschlagt. Lächelt einfach, sagt, ihr überlegt noch, wechselt das Thema und geht etwas mit vielen Kohlenhydraten essen.

Wenn ihr noch tief in der Nestbauphase steckt und überlegt, was wirklich ins Kinderzimmer gehört, wenn die Namensdebatte endlich geklärt ist, dann schaut euch unsere Kollektion nachhaltiger Babyprodukte an. Ihr werdet Sachen aus Naturfasern finden, die dem Chaos, das ein Baby mit sich bringt, tatsächlich standhalten.

Bevor wir zu den unangenehmen Fragen kommen, die mir in der Klinik ständig gestellt werden, denkt daran: Die Namenswahl ist nur die erste einer langen Reihe von Entscheidungen, über die ihr euch den Kopf zerbrechen werdet. Die meisten davon werden nicht ansatzweise so wichtig sein, wie ihr denkt. Wenn ihr eine Ausstattung braucht, die wirklich funktioniert, während ihr den Rest noch ausklügelt, stöbert in unseren Neuheiten.

Die unangenehmen Fragen

Sind Zweitnamen eigentlich wirklich wichtig?

Wenn ihr nicht gerade zu einer europäischen Königsfamilie gehört: Nein. Der Zweitname ist ein verherrlichter Platzhalter, der nur auf Ausweisen und bei Kreditanträgen auftaucht. Es ist der perfekte Ort, um einen schrägen Familiennamen zu begraben, zu dessen Verwendung man sich aus diplomatischen Gründen verpflichtet gefühlt hat. Im Alltag wird nie jemand danach fragen.

Was ist, wenn mein Partner und ich bei jedem Namen komplett anderer Meinung sind?

Ich habe schon Paare gesehen, die sich deswegen im Kreißsaal schweigend verachtet haben. Das ist düster. Wenn ihr völlig festgefahren seid, schmeißt eure beiden Listen sofort weg. Ihr habt euch beide schon verrannt. Geht an einen neutralen Ort, wie ein lautes Diner, nehmt ein frisches Blatt Papier und fangt ganz von vorne an, mit null Vorurteilen. Manchmal macht die Person, die das Baby herauspresst, ganz beiläufig von ihrem Veto-Recht Gebrauch – aber das habt ihr nicht von mir.

Sollte ich mir Sorgen um das Beliebtheits-Ranking eines Namens im Internet machen?

Die Leute sind oft unglaublich besessen von den Top-10-Listen für Vornamen. Sie glauben, wenn sie den Namen auf Platz eins wählen, ist ihr Sohn einer von fünf in seiner Kindergartengruppe. Statistisch gesehen ist die Namensgebung heute so aufgesplittert, dass selbst der beliebteste Jungenname nicht annähernd so häufig ist wie Michael oder Christian in den Neunzigern. Nehmt den Namen, den ihr wirklich mögt. Wenn er in der Schule ein paar Jahre lang den ersten Buchstaben seines Nachnamens dazusagen muss, wird er das überleben.

Ist es in Ordnung, einen verhassten Familiennamen als Zweitnamen zu nehmen, um den Frieden zu wahren?

Hört zu, den Frieden mit der Verwandtschaft zu wahren, ist eine absolut legitime Überlebensstrategie im vierten Trimester. Wenn der Zweitname „Bartholomäus“ euch ein Jahr kostenloses Babysitten und weniger passiv-aggressive Kommentare an Weihnachten einbringt, dann macht es. Wie gesagt, den Zweitnamen sieht sowieso niemand. Überprüft nur sicherheitshalber diese Initialen.

Was passiert, wenn ich die Namenswahl bereue, nachdem wir das Krankenhaus verlassen haben?

Ich hatte schon Mütter, die bei der U3-Untersuchung geweint haben, weil sie dachten, sie hätten beim Ausfüllen der Papiere einen riesigen Fehler gemacht. Das passiert öfter, als man denkt. Postpartale Hormone lassen alles katastrophal erscheinen. Gebt dem Ganzen sechs Monate. Wenn ihr es immer noch hasst, ihn bei diesem Namen zu nennen, wenn er sitzen kann und feste Nahrung isst, könnt ihr den Namen rechtlich ändern lassen. Es ist nerviger Papierkram, aber kein Blutschwur.