Ich war in der achtunddreißigsten Woche mit meinem ersten Kind schwanger, saß auf dem Boden seines perfekt salbeigrün gestrichenen Kinderzimmers und weinte hemmungslos über eine winzige Tweed-Weste. Ich hatte die letzten sechs Monate damit verbracht, etwas anzuhäufen, das man nur als Miniatur-Business-Garderobe für einen Menschen beschreiben kann, der noch nicht einmal Kniescheiben hatte. Es gab Oxford-Hemden. Es gab steife kleine Jeans. Es gab sogar einen Fedora-Hut – wie herrlich naiv ich doch war.
Mein ältester Sohn ist heute mein wandelndes Mahnmal für fast jede meiner Erziehungsentscheidungen, denn bei ihm habe ich einfach alles so unglaublich falsch gemacht. Als er endlich da war und wie ein mürrisches kleines Alien aussah, versuchte ich, seinen wackeligen, zerbrechlichen Körper in ein Poloshirt mit echten Knöpfen zu zwängen. Er schrie. Ich schwitzte. Am Ende weinten wir beide, und er verbrachte die nächsten drei Wochen ausschließlich in einem fleckigen, viel zu großen Body, weil ich zu viel Angst hatte, ihn noch einmal anzuziehen. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich zu dir: Das Shoppen von Neugeborenenkleidung ist eine Falle, die vom Teufel persönlich erfunden wurde, um erschöpften Schwangeren das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Wenn du gerade auf deine Wunschliste starrst und versuchst herauszufinden, wie viele Paar winzige Söckchen du brauchst, atme erst einmal tief durch. Du brauchst keine beige, ästhetisch ansprechende, sechzigteilige Capsule-Wardrobe für ein Baby, dessen Haupthobby explosiver Durchfall sein wird.
Warum Mini-Jeans ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind
Lass mich kurz über Babyhosen schimpfen, denn die Bekleidungsindustrie hat doch kollektiv den Verstand verloren. Ein Neugeborenes verbringt den ersten Lebensmonat im Grunde in einem weichen, zusammengerollten Zustand der Verwirrung. Seine kleinen Beinchen sind wie bei einem Frosch immer an die Brust gezogen. Warum um alles in der Welt versuchen wir, sie in Cordhosen zu stecken? Ich habe einen peinlich hohen Betrag unseres Monatsbudgets für winzige Khakihosen ausgegeben, die so steif waren, dass sie wortwörtlich von alleine standen. Mein Sohn sah jedes Mal wie ein winziger, wütender Abteilungsleiter aus, wenn ich ihn da hineinkämpfte.
Und fang mir gar nicht erst mit Neugeborenenschuhen an – wirf sie einfach direkt in die nächste Mülltonne.
Was sie wirklich brauchen, ist Weichheit. Und damit meine ich die Art von Weichheit, bei der man den Stoff am liebsten am eigenen Gesicht reiben möchte. Meine Mutter sagte mir immer, Babys müssten wie kleine Prinzen gekleidet werden, aber ihre Vorstellung von königlicher Kleidung beinhaltete viel kratzige Polyester-Spitze, bei deren bloßem Anblick schon mein eigener Hals anfing zu jucken. Als ich mein mittleres Kind bekam, habe ich dem Trend der Mini-Erwachsenenkleidung komplett den Rücken gekehrt und voll auf Bio-Baumwolle gesetzt. Das war das Einzige, was ihr nicht diese fiesen, feuerroten Ausschläge bescherte, die die Sommerhitze bei empfindlicher Haut offenbar auslöst.
Der Überlebens-Trick für Windel-Katastrophen, der dir nie aufgefallen ist
Kennst du diese kleinen überlappenden Stoffklappen an den Schultern von Baby-Bodys? Ich dachte ewig lang, das sei nur ein seltsames optisches Detail – vielleicht etwas, um ihre Schultern breiter aussehen zu lassen oder so. Ihren wahren Zweck erkannte ich während eines katastrophalen Einkaufsbummels mit meinem zweiten Baby. Dort stellte ich viel zu spät fest, dass ihre Windel derart episch übergelaufen war, dass die Bescherung ihren Rücken hochgewandert war und bedrohlich nah an den Halsausschnitt heranreichte.
Wie sich herausstellte, gibt es diese speziellen Halsausschnitte (oft Schlupfkragen genannt), damit man den Body nach unten über den Körper ziehen kann, anstatt ihn über den Kopf zu stülpen und so einen wortwörtlichen Albtraum durch die Haare des Babys zu schleifen. Diese Erkenntnis war, als würde sich der Himmel öffnen und Engel zu singen beginnen.
Genau aus diesem Grund preise ich den Langarm-Babybody aus Bio-Baumwolle von Kianao wirklich fast gebetsmühlenartig an. Er hat diesen cleveren Ausschnitt, der dehnbar genug ist, um ihn einem poop-verschmierten Baby auf der Rückbank des Familienautos nach unten hin auszuziehen, ohne dass er danach komplett seine Form verliert. Es ist ehrlich gesagt mein absolutes Lieblings-Basic. Die Baumwolle ist unglaublich weich, und auch wenn meine Mutter meint, Geld für Bio auszugeben sei nur ein extravaganter Millennial-Trend: Der Body hat locker hundert Wäschen überstanden, ohne Pilling zu bekommen oder diese eklig raue Textur, die billige Baumwolle oft annimmt.
Wie man einen kleinen Menschen am Leben und warm hält
Wenn man ein Baby mit nach Hause bringt, ist die Paranoia bezüglich seiner Körpertemperatur allgegenwärtig. Soweit ich das verstanden habe, sind Neugeborene absolut unfähig, ihre eigene Körperwärme zu regulieren. Irgendetwas an ihrem Kreislaufsystem ist wohl noch nicht ganz ausgereift. Unser Kinderarzt erwähnte bei der ersten Untersuchung ganz beiläufig, dass Babys genau eine Kleidungsschicht mehr brauchen als das, was ich gerade trage, um sich wohlzufühlen. Das hat mich völlig in Panik versetzt, denn ich schwitze ständig und mein Mann friert immer.

Wahrscheinlich wirst du viel Zeit damit verbringen, an ihrem kleinen Nacken oder ihrer Brust zu fühlen, um herauszufinden, ob ihnen zu heiß oder zu kalt ist. Der Arzt erklärte mir, dass Hände und Füße ein furchtbarer Indikator für die Temperatur sind, da sich ihre kleinen Extremitäten sowieso immer wie Eiswürfel anfühlen.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Schlafen. Wegen der ständigen Angst vor dem plötzlichen Kindstod, die wir alle wie einen schweren Rucksack mit uns herumtragen, kann man ihnen nicht einfach eine kuschelige Decke überwerfen, wie meine Oma es früher bei uns gemacht hat. Oma schwört darauf, dass wir alle überlebt haben, obwohl wir mitten im Juli unter schweren Wolldecken schliefen. Ich lächle dann einfach, nicke brav und benutze trotzdem ausschließlich Schlafsäcke. Diese tragbaren Decken waren der einzige Weg, wie ich jemals ein Auge zutun konnte – weil ich sicher wusste, dass das Baby sich keine Decke übers Gesicht strampeln kann.
Wenn du gerade deine Grundausstattung für das Kinderzimmer planst, wirf am besten einen Blick auf eine durchdachte Kollektion für Bio-Babykleidung. Der Fokus sollte auf atmungsaktiven Schichten liegen, statt auf schweren, steifen Outfits, die am Ende nur dich und das Baby unglücklich machen.
Reißverschlüsse und Druckknöpfe im Dunkeln
Wenn du aus meinem ganzen Text nur eine einzige Sache mitnimmst, dann bitte diese: Kaufe keine Schlafanzüge, bei denen du nachts um drei im Dunkeln winzige Druckknöpfe zusammenfummeln musst. Wenn du mit gerade einmal 45 Minuten zerstückeltem Schlaf funktionierst und dein Baby brüllt, weil du ihm die warme Windel ausgezogen hast, wirst du die Knöpfe garantiert falsch zumachen. Wenn du oben ankommst und feststellst, dass du am Ende einen Knopf und ein Knopfloch zu viel übrig hast, wirst du einfach in Tränen ausbrechen.
Zwei-Wege-Reißverschlüsse sind ein absolutes Geschenk an uns moderne Eltern. Dennoch habe ich eine Schwäche für richtig gut gemachte Einteiler mit Knopfleiste vorn, sofern sie clever designt sind. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich zu euch, was den Bio-Baumwoll-Strampler mit Füßchen von Kianao angeht. Der Stoff ist wunderschön, und es ist ein Segen, dass man keine separaten Söckchen anziehen muss – die fallen bei Neugeborenen sowieso ständig ab und verschwinden für immer im Nirvana. Aber das Teil hat diese zwei kleinen Taschen auf der Vorderseite, über die ich mich jedes Mal totlachen könnte. Was bitteschön soll ein drei Wochen altes Baby da reinstecken? Sein winziges Portemonnaie? Seine Autoschlüssel? Es ist super goldig und sieht auf Fotos bezaubernd aus, aber diese Taschen sind definitiv reine Deko.
Ein weiterer furchteinflößender Aspekt beim Anziehen in den ersten paar Wochen ist der Rest der Nabelschnur. Das ist so ein krustiges, gruseliges kleines Ding, das man sich kaum anzuhauchen traut – geschweige denn, ein Shirt drüberzuziehen. Ich fand, dass lockere, atmungsaktive Stoffe die einzige Lösung waren, bis das Ding endlich abfiel. Das ist auch noch so ein Grund, weshalb ich im ersten Lebensmonat grundsätzlich alles mit engen Hosenbündchen meide.
Die ungeschminkte Wahrheit über Babygrößen
Hier ist ein Fun Fact, den ich auf die harte Tour gelernt habe: Neugeborenenkleidung (also Größe 50) ist in der Regel für Babys gemacht, die zwischen 2,5 und 3,5 Kilo wiegen. Mein Ältester wog bei seiner Geburt aber fast vier Kilo und sah aus wie ein kleiner Football-Spieler. Die Hälfte der Neugeborenenkleidung, die ich besorgt hatte, passte ihm nicht mal mehr im Krankenhaus.

Ich rate meinen schwangeren Freundinnen immer, vielleicht drei oder vier Teile in echter Neugeborenen-Größe zu kaufen – nur für den Fall, dass es ein kleineres Baby wird. Den Großteil des Budgets sollte man aber lieber in die Kleidergröße für 0-3 Monate investieren. Sie wachsen so unverschämt schnell, dass sie gefühlt einmal blinzeln und dem winzigen Zeug ohnehin schon entwachsen sind.
Und ganz ehrlich: Du wirst ohnehin permanent waschen, denn Babys sind im Grunde einfach nur kleine Flüssigkeits-Produktionsmaschinen. Ausgespuckte Milch ist für den Großteil des ersten Jahres ein ständiger Begleiter. Früher habe ich meinem armen Kind viermal am Tag das komplette Outfit gewechselt, bis meine Schwägerin mir gnädigerweise den Tipp gab, ihm während der Wachphasen einfach ein Silikon-Babylätzchen anzuziehen. Das fängt die endlosen Bäche aus Sabber und Milch super auf. Eigentlich sind die für die Zeit gedacht, in der sie feste Nahrung essen, aber dieses leicht abwaschbare Ding einfach über einen sauberen Body zu legen, hat mir in der Woche locker drei Extra-Waschladungen erspart.
Sich auf das Wesentliche konzentrieren, bevor das Baby da ist
Eigentlich brauchst du nur einen kleinen, praktischen Stapel an Kleidung. Sie muss eine Heißwäsche überstehen, sich über ein wackeliges Babyköpfchen ziehen lassen, ohne einen Nervenzusammenbruch auszulösen, und das Baby kuschelig warmhalten, ohne dass es überhitzt. Du brauchst keine gigantische Garderobe und ganz sicher keine Jeans für ein Neugeborenes. Schnapp dir einfach eine Handvoll unfassbar weicher Basics, wasche sie mit einem unparfümierten Waschmittel vor, pack sie in die Kommode und konzentriere dich stattdessen darauf, dich mental auf den wilden Ritt vorzubereiten, der dir bevorsteht.
Wenn du nun also bereit bist, dich mit den wenigen Dingen einzudecken, die du wirklich brauchst, dann hol dir ein paar dieser unfassbar weichen Essentials und erspar dir das Kopfzerbrechen, das ich damals hatte.
Fragen, die mir schwangere Freundinnen am häufigsten stellen
Wie viele Outfits brauche ich wirklich für das Krankenhaus?
Bei meinem ersten Kind habe ich gepackt, als würde ich auf eine zweiwöchige Europareise gehen – es war absolut lächerlich. Man braucht für das Baby wirklich nur zwei bequeme Bodys oder Schlafanzüge und vielleicht ein süßes Outfit, falls man ein besonderes Foto für den Nachhauseweg machen möchte. Das ist auch schon alles. Die Klinik wickelt sie in den ersten Tagen ohnehin 90 % der Zeit in ihre eigenen, gestreiften Krankenhaus-Deckchen ein.
Lohnt es sich, Kratzfäustlinge zu kaufen?
Nein, die fallen ohnehin sofort ab und du findest sie dann drei Monate später ganz unten in der Waschmaschine wieder. Hol dir lieber Schlafanzüge, bei denen sich die Ärmelenden direkt zu kleinen Fäustlingen umklappen lassen. Neugeborene haben rasiermesserscharfe kleine Dämonen-Nägel und kratzen sich ständig das Gesicht auf, aber diese integrierten Umschlagbündchen verrutschen wirklich keinen Millimeter.
Muss ich wirklich alles waschen, bevor das Baby es trägt?
Ja, absolut. Selbst wenn es Bio-Qualität ist und sicher verpackt wurde: Lagerhallen sind staubig und wer weiß, womit die Kleidung beim Versand in Berührung kam. Mein Arzt sagte immer, dass ihre Haut in den ersten Wochen extrem durchlässig ist. Deshalb wasche ich alles im Schonwaschgang mit einem Sensitiv-Waschmittel ohne Duftstoffe, bevor ich es in die Wickelkommode einräume.
Sollte ich eher Kurzarm oder Langarm kaufen?
Das hängt wirklich stark davon ab, in welcher Jahreszeit das Baby auf die Welt kommt. Aber ehrlich gesagt bist du im ersten Monat mit langen Ärmeln meist auf der sicheren Seite, selbst wenn es draußen warm ist – oft seid ihr ja in klimatisierten Räumen unterwegs. Ich habe mein Sommerbaby drinnen fast nur in leichten, atmungsaktiven Langarmsachen gelassen, vor allem, weil ich paranoid war, dass die Klimaanlage oder ein Luftzug sie direkt anpusten könnte.
Wie eng sollte die Kleidung sein?
Sie sollte nicht so locker sitzen, dass sie im Schlaf über das Gesicht rutschen kann, aber du willst das Baby auch nicht wie eine Presswurst aussehen lassen. Wenn der Stoff rote Abdrücke an den kleinen Oberschenkeln oder am Bauch hinterlässt, ist es definitiv an der Zeit, das Outfit auf dem Dachboden zu verstauen und zur nächsten Größe überzugehen.





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