Es war Dienstagnacht, 3:14 Uhr, und ich stand mit einer metallenen Küchenzange über einem Topf mit sprudelnd kochendem Wasser. Ich versuchte verzweifelt, den Aufsatz meiner Milchpumpe herauszufischen, bevor er am Boden meines Lieblingstopfes festschmolz. Mein ältester Sohn schrie aus seinem Stubenwagen im anderen Zimmer, überall war Wasser, und ich hatte in dieser Woche bereits zwei Schnuller ruiniert, weil ich sie zu lange im kochenden Wasser gelassen hatte. Ich weiß noch, wie ich auf den Dampf starrte, der mein Küchenfenster beschlagen ließ, und dachte, dass es doch einen Weg geben muss, die Fütterungsutensilien dieses Kindes sauber zu halten, ohne mich wie eine übermüdete Pioniersfrau fühlen zu müssen.
Meine Mutter, Gott hab sie selig, saß gleich am nächsten Nachmittag an meiner Kücheninsel, trank Eistee und erklärte mir, dass ich völlig übertreibe. Sie erinnerte mich liebend gern daran, dass sie 1991 nicht ein einziges Teil sterilisiert hatte und aus mir trotzdem etwas geworden ist – schließlich trank ich Wasser direkt aus dem Gartenschlauch, sobald ich laufen konnte. Aber ich bin mal ganz ehrlich zu euch: Wenn man zum ersten Mal Mama ist, sich mit zwei Stunden Schlaf durchkämpft und nur noch aus purer Angst besteht, ist „die überleben das schon“ nicht gerade der tröstende medizinische Rat, den man sucht.
Was meine Ärztin mir wirklich über Keime erzählte
Bei der U-Untersuchung im zweiten Monat brach ich schließlich zusammen und fragte unsere Kinderärztin, ob ich mein Baby aus Versehen vergiften würde, wenn ich nicht jedes einzelne Plastikteil abkoche, das seinen Mund berührt. Sie sah mich unglaublich mitfühlend an und riet mir, die Küchenzange einfach mal beiseitezulegen. Was ich durch den Nebel meines Schlafmangels verstanden habe, ist, dass es einen ziemlich großen Unterschied gibt zwischen dem bloßen Auswaschen von verkrusteter Milch aus einer Babyflasche und dem tatsächlichen Desinfizieren, um die unheimlichen Keime abzutöten.
Sie erklärte mir, dass man bei einem gesunden, reifgeborenen Baby wirklich nur in den ersten paar Monaten so militant alles sterilisieren muss, weil das Immunsystem dann praktisch noch nicht vorhanden ist. Ich glaube, sie sagte etwas in die Richtung, dass nach zwei oder drei Monaten heißes Seifenwasser für die tägliche Reinigung völlig ausreicht – es sei denn, die Kleinen hatten einen Magen-Darm-Infekt oder man hat bedenkliches Brunnenwasser. Aber brandneue Sachen direkt aus der Verpackung muss man unbedingt sterilisieren. Das macht auch total Sinn, wenn man bedenkt, auf wie vielen schmutzigen Lagerregalen diese Kisten lagen, bevor sie vor der eigenen Haustür landeten.
Der absolute Albtraum der Trocknungsphase
An dieser Stelle muss ich mich mal kurz aufregen, denn niemand warnt einen vor der Feuchtigkeit. Ihr könnt eure Flaschen abkochen oder durch ein schickes Spülmaschinenprogramm jagen, so viel ihr wollt – aber wenn ihr in einer Gegend lebt, in der die Luftfeuchtigkeit ständig gefühlt bei 90 Prozent liegt, werden diese Flaschen auf der Küchenarbeitsplatte niemals, wirklich niemals, an der Luft trocknen.

Bei meinem Ersten hatte ich einen dieser süßen kleinen grasähnlichen Abtropfständer, der die halbe Arbeitsfläche einnahm. Ich wusch die Flaschen, steckte sie auf das Gestell, und drei Tage später hing immer noch Kondenswasser an der Innenseite der Sauger. Das hat mich verrückt gemacht, denn nasses Plastik ist im Grunde ein Luxusresort für Bakterien. Ich habe dann versucht, sie mit Küchenrolle abzutrocknen. Das hinterließ nur kleine weiße Fussel im Inneren der Flasche, was den eigentlichen Zweck der Reinigung komplett zunichte machte.
Genau deshalb habe ich, als Baby Nummer zwei kam, endlich nachgegeben und mir ein richtiges Gerät für die Küche gekauft. Wenn ihr schon Geld dafür ausgebt, müsst ihr euch unbedingt eine Kombination aus Babyflaschen-Sterilisator und Trockner zulegen. Kauft kein Gerät, das die Sachen nur dampfgart und sie danach klatschnass zurücklässt. Die Trockenfunktion ist das Einzige, was wirklich zählt, denn sie pustet in etwa fünfundvierzig Minuten auch die allerletzte Feuchtigkeit aus den kleinsten Ritzen. Die meisten neueren Modelle haben sogar eine Art HEPA-Filter im Ventilator eingebaut, was wohl bedeutet, dass nicht einfach nur staubige Hunde-Luft auf die sauberen Sauger geblasen wird.
Mikrowellen-Dampfbeutel sind im Grunde nur Verbrennungen dritten Grades, die in eurer Küche darauf warten, zu passieren – darüber werde ich also gar nicht erst viele Worte verlieren.
Ein kurzes Wort zum Schmelzen eurer Plastiksachen
Als ich anfing, ein spezielles Gerät zu benutzen, stieß ich auf einige Artikel über Mikroplastik, die mich völlig in Panik versetzten. Ich las irgendwo – und ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, ob es eine echte wissenschaftliche Studie oder nur ein wirklich aggressives Öko-Eltern-Forum war –, dass das tägliche Bedampfen von Plastik-Babyflaschen mit kochend heißem Dampf dazu führen kann, dass das Plastik schneller porös wird und bedenkliche Chemikalien in die Milch übergehen.

Ich habe keinen Doktortitel in Naturwissenschaften, aber zu sehen, wie trübe und zerkratzt meine Plastikflaschen nach ein paar Monaten in der Maschine aussahen, hat mir als Beweis gereicht. Ich bin dann fast vollständig auf Glas und lebensmittelechtes Silikon umgestiegen. Das kostet anfangs vielleicht ein bisschen mehr, aber die Materialien gehen in der Hitze nicht kaputt, nehmen den Geruch von saurer Milch nicht an, und man muss sich keine Sorgen machen, was für ein unsichtbarer Müll in der Säuglingsnahrung des Babys landet.
Meine Lieblingsteile für die Maschine
Das Schöne an dem perfekten Babyflaschen-Sterilisator ist, dass er nicht nur für Flaschen da ist – sondern auch für all die anderen Dinge, die das Kind ständig auf den Boden wirft. Ich werfe da mittlerweile alles rein. Schnuller, Teile der Milchpumpe, Medizinspritzen, einfach alles.
Mein absoluter Favorit ist im Moment das Lama-Beißring-Set aus beruhigendem Silikon. Meine Jüngste bekommt gerade drei Zähne auf einmal, und dieses Lama ist das Einzige, was uns alle noch bei Verstand hält. Ich liebe es besonders, weil sie es letzte Woche aus dem Kinderwagen direkt in eine Pfütze auf dem Supermarktparkplatz gepfeffert hat. Anstatt es wegzuwerfen oder zu versuchen, das Parkplatz-Schmierfett mit einer Zahnbürste aus den kleinen Rillen zu schrubben, habe ich es einfach mit nach Hause genommen, den sichtbaren Schmutz abgewaschen und es in den Sterilisator geworfen. Es besteht zu 100 % aus lebensmittelechtem Silikon und hat den Dampfzyklus daher einwandfrei überstanden, ohne zu schmelzen oder eklig klebrig zu werden.
Ich habe auch den Regenbogen-Silikon-Beißring gekauft, der auch ganz okay ist, schätze ich. Die Farben sind hübsch und die weiche Wolkenbasis ist süß, aber mein mittleres Kind hat ihn meistens nur als Waffe benutzt, um ihren älteren Bruder zu hauen. Also verbringt er sowieso viel Zeit im Korb des Sterilisators, nur um ihn außer Reichweite zu halten.
Wenn ihr gerade anfangt, euch mit hitzebeständiger Babyausstattung einzudecken, empfehle ich euch sehr, mal in den biologischen und nachhaltigen Kollektionen von Kianao nach Dingen zu stöbern, die nicht gleich beim Waschen auseinanderfallen.
Sobald die Sechs-Monats-Marke erreicht ist und ihr mit Brei anfangt, kommt der Sterilisator gleich wieder extrem praktisch zum Einsatz. Wir benutzen das Baby-Löffel- und Gabel-Set aus Silikon ständig. Sie sind weich genug, sodass sich mein Baby nicht verschluckt, wenn sie sich den Löffel schwungvoll in den Mund schiebt, und die dicken Griffe sind perfekt für ihre kleinen Hände. Aber das Beste ist ehrlich gesagt: Nach einer riesigen Süßkartoffel-Sauerei kann ich die orangen Reste einfach abspülen und das Besteck zusammen mit den abendlichen Fläschchen direkt in den Sterilisatorkorb werfen.
Anstatt euch um Mitternacht mit Schrubben, Abkochen und Weinen über nasses Plastik verrückt zu machen, spült einfach die verkrustete Milch aus euren Flaschen und lasst eine Maschine den Dampf und das Trocknen erledigen, während ihr euch für zehn Minuten auf die Couch setzt.
Bevor wir zu den Fragen kommen, die mir meine Mama-Freundinnen zu diesem Thema normalerweise stellen, schaut euch unbedingt die Silikon-Fütterungsutensilien von Kianao an. So stellt ihr sicher, dass ihr euch mit Artikeln eindeckt, die die große Hitze eines Dampfzyklus auch wirklich überstehen, ohne schädliche Chemikalien abzugeben.
Antworten auf die Fragen, die ihr euch wahrscheinlich stellt
Muss ich die Flaschen mit Spülmittel waschen, bevor ich sie in die Maschine stelle?
Ja, das müsst ihr unbedingt. Ich habe das auf die harte Tour gelernt. Ein Sterilisator backt einfach alles fest, was noch in der Flasche ist. Wenn ihr Milchreste drin lasst und den Dampfzyklus startet, kocht ihr die Milchproteine förmlich auf das Plastik und es riecht danach wie eine Mülltonne.
Kann ich einfach normales Leitungswasser für den Heizbehälter verwenden?
Ganz ehrlich: Wenn ihr Leitungswasser benutzt, wird die Heizplatte eurer Maschine nach etwa drei Tagen wie ein verkrustetes wissenschaftliches Experiment aussehen. Leitungswasser enthält Mineralien, die beim Verkochen zu hartem braunen Kalk werden. Ich kaufe immer einen günstigen Kanister destilliertes Wasser im Supermarkt, das hält die Maschine absolut sauber.
Was passiert, wenn ich vergesse, die Maschine zu entkalken?
Wenn ihr wie ich seid und vergesst, sie sauber zu machen, wird diese braune Mineralablagerung irgendwann bei jedem Zyklus anfangen, wie verbrannter Toast zu riechen – und es kann das Heizelement ernsthaft ruinieren. Gießt einfach einmal pro Woche ein wenig hellen Essig und Wasser hinein, lasst es eine halbe Stunde einwirken und wischt es dann aus. Das ist super einfach.
Wie lange bleiben die Flaschen nach dem Piepen der Maschine wirklich steril?
Meine Ärztin hat mir erklärt, dass in dem Moment, in dem man den Deckel öffnet und mit ungewaschenen Händen hineingreift, um eine Flasche herauszuholen, das Innere technisch gesehen nicht mehr steril ist. Aber solange man den Deckel geschlossen lässt, halten die meisten Maschinen die Sachen etwa 24 Stunden lang keimfrei. Ich lasse sie meistens einfach in der Maschine und hole sie erst dann heraus, wenn ich sie über den Tag verteilt brauche.





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