Es war 3:14 Uhr morgens und ich starrte auf dieses 1.500-Dollar-Raumschiff von einem Smart-Sleeper, in dem mein erstes Baby mit Koliken gerade wie am Spieß schrie. Das war genau der Moment, in dem mir klar wurde, dass der größte Mythos moderner Elternschaft darin besteht, dass man den Babyschlaf einfach mit Geld bewerfen und sich so acht Stunden Schlaf am Stück kaufen kann. Das kann man absolut nicht. Die Vorstellung, dass man ein robotisches, WLAN-fähiges Bett braucht, um ein Neugeborenes am Leben und ausgeruht zu halten, ist eine absolute Masche, die nur darauf abzielt, völlig erschöpfte, hormon-gesteuerte Mütter nachts um zwei Uhr auszunutzen.
Ich habe meine Lektion auf die harte Tour gelernt. Als dann Baby Nummer zwei unterwegs war, habe ich das Raumschiff auf dem Facebook Marketplace verkauft und stattdessen ein ganz normales Beistellbettchen von Baby Delight gekauft. Ich bin da ganz ehrlich zu euch – es ist im Grunde nur eine Stoffbox auf Beinen, aber es war genau das, was wir brauchten. Meine Mutter hat mir immer erzählt, dass sie in den Achtzigern für mich einfach eine Kommodenschublade mit ein paar gefalteten Decken gepolstert hat. Ich habe darüber immer nur die Augen gerollt, aber ehrlich gesagt ist es gar nicht so weit weg von ihrer Schubladen-Theorie, wenn man 150 Euro für ein simples Beistellbett ausgibt. Es stellt sich heraus: Einfach funktioniert tatsächlich.
Mein Kinderarzt sah mir bei der ersten Kontrolluntersuchung direkt in die Augen und sagte mir, ich solle aufhören, das Schlafthema zu verkomplizieren. Er erklärte mir, dass wir alles richtig machen, solange das Baby auf einer festen, flachen Unterlage liegt und nah genug bei mir ist, damit ich höre, wenn es sich an etwas Spucke verschluckt – aber auf einer eigenen Matratze, damit ich nicht aus Versehen auf das Baby rolle.
Die Gurte sind keine Empfehlung, sondern Pflicht
Sprechen wir also über das große Verkaufsargument von diesem Ding: die absenkbare Seite. Die Idee dahinter ist, dass man eine Wand des Bettchens herunterklappt, es direkt an die Elternmatratze schiebt und zack – hat man ein Beistellbett, bei dem man nachts um zwei zum Stillen einfach rübergreifen und das Baby an die Brust ziehen kann, ohne überhaupt aufstehen zu müssen. Das klingt himmlisch, wenn man noch den Schwangerschaftsbauch hat und schon bei dem bloßen Gedanken an die Beanspruchung der Bauchmuskeln weinen möchte.
Aber hier kommt die unschöne Wahrheit, die gerne beschönigt wird. Wenn man diese Seite herunterklappt, müsst ihr unbedingt diese riesigen, nervigen Nylongurte verwenden, die mitgeliefert werden, um das Bettchen unter der schweren Elternmatratze zu verankern. Schiebt es nicht einfach nur gegen euer Bett und denkt, das reicht. Bei meinem ältesten Sohn hatte ich ein geerbtes Beistellbett und dachte, diese Gurte wären nur so eine Art gut gemeinter Rat für überängstliche Leute. Dann wachte ich auf und stellte fest, dass das Bettchen fast acht Zentimeter vom Bett weggedriftet war, was eine riesige Lücke entstehen ließ, in die mein Kind fast hineingerutscht wäre. Gott sei Dank war alles in Ordnung, aber ich bin vor lauter Panik gefühlt um gute zehn Jahre gealtert. Verankert das verdammte Ding. Macht es einfach.
Es hat sechs verschiedene Höheneinstellungen, damit die Matratzen bündig abschließen, was auch ganz nett ist, aber egal.
Die Sache mit der MDF-Platte
Jetzt müssen wir darüber sprechen, was eigentlich in der Matratze der Standardmodelle steckt, denn hier kämpft mein sparsames Gehirn mit meinen Öko-Mama-Tendenzen. Die super beliebten Baby-D-Modelle, wie das Beside Me Dreamer, sind aus einem bestimmten Grund so günstig. Unter diesem dünnen, kleinen wasserdichten Polster befindet sich nämlich ein Stück MDF – eine mitteldichte Faserplatte.

Schaut, ich bin keine Wissenschaftlerin und wie genau flüchtige organische Verbindungen funktionieren, übersteigt ehrlich gesagt meinen Horizont. Aber soweit ich weiß, wird MDF mit Zeug zusammengeklebt, das mit der Zeit Formaldehyd an die Luft abgeben kann. Ich weiß nicht, wie viel Ausgasung da tatsächlich stattfindet, aber bei dem Gedanken, dass mein winziges Neugeborenes sein Gesicht zwölf Stunden am Tag in eine Matratze drückt, die von chemischem Kleber zusammengehalten wird, wird mir richtig flau im Magen.
Wenn ihr euch ein Baby Delight Beistellbett anschaffen wollt, lasst das günstige Standardmodell links liegen und haltet Ausschau nach den Linien Heirloom Willow oder Aspen. Die kosten ein bisschen mehr, aber dafür ersetzen sie das MDF und Polyester durch Massivholz und Bio-Baumwolle. Dieses Upgrade ist allein schon für den Seelenfrieden zu tausend Prozent sein Geld wert. Und da ihr sowieso die halbe Nacht neben diesem hölzernen Schmuckstück sitzen und stillen werdet, könnt ihr es euch auch gleich gemütlich machen. Ich habe während dieser nächtlichen Fütterungen quasi unter meiner Bambus-Babydecke im Bunte-Blätter-Design gelebt. Sie ist wahnsinnig weich, der Aquarell-Blätterdruck ist wunderschön und Bambus hält einen irgendwie auf magische Weise warm, ohne dass man diese schrecklichen postpartalen Nachtschweißausbrüche bekommt.
Die Wahrheit über die eingebaute Soundmaschine
Falls ihr euch am Ende für die Doze Deluxe-Version entscheidet: Diese kommt mit so einem kleinen elektronischen Modul an der Seite, das Geräusche abspielt und vibriert. Tut mir einen Gefallen und seid sehr, sehr vorsichtig mit dem Lautstärkeregler.

Ich habe einige Verbrauchertests gelesen, die zeigten, dass die maximale Lautstärke bei diesen Aufsätzen bis zu 56 Dezibel erreichen kann. Mein Kinderarzt hat mir das mal erklärt, und mein schlafmangelgeplagtes Gehirn hat es gerade noch so begriffen: Im Grunde sind die Gehörgänge von Babys so winzig, dass sie wie kleine Echokammern wirken und die Schallfrequenzen viel stärker verstärken als das, was unsere erwachsenen Ohren wahrnehmen. Das absolute Maximum, dem sie ausgesetzt sein sollten, sind 50 Dezibel. Wenn ihr das weiße Rauschen direkt neben ihrem Kopf auf volle Lautstärke dreht, riskiert ihr ihr Gehör. Lasst es immer auf der niedrigstmöglichen Stufe.
Ganz ehrlich, in der Hälfte der Fälle haben elektronische Geräusche mein drittes Baby nur noch mehr aufgeregt. Wenn sie unruhig im Bettchen aufwachte, habe ich, anstatt auf den Sound-Knopf zu drücken, ihr einfach eine Bär-Beißring-Rassel in die Hand gedrückt. Das ist im Ernst mein absolutes Lieblingsteil, das ich von Kianao besitze. Es ist einfach ein schlichter gehäkelter Bär an einem unbehandelten Buchenholzring. Keine Batterien, keine blinkenden Lichter, keine nervigen, roboterhaften Schlaflieder. Sie griff einfach nach dem Holz, kaute ein paar Minuten auf dem Ohr des Bären herum und beruhigte sich auf ganz natürliche Weise. Es ist genial.
Wenn ihr versucht, den ganzen batteriebetriebenen Plastikschrott aus eurem Haus zu verbannen, ist es absolut der richtige Weg, sich frühzeitig einen Vorrat an natürlichen Bio-Spielzeugen zuzulegen.
Das absolute Maximalgewicht
Irgendwann muss der Beistellbett-Traum enden. Man kann sie nicht ewig in einem Baby Delight Bettchen lassen, ganz egal, wie sehr man sich vor dem Umzug in das große Gitterbett im eigenen Zimmer fürchtet. Die Regel lautet strikt: Neun Kilo, fünf Monate alt oder die Sekunde, in der sie anfangen, sich auf Hände und Knie hochzudrücken – je nachdem, was zuerst eintritt.
Bei meinem mittleren Kind war dieser Meilenstein schon mit vier Monaten erreicht, weil sie plötzlich beschloss, eine kleine Turnerin zu werden. Ich wachte auf und sie lag quer im Bettchen, an die Netzwände gedrückt. Zum Glück ist dieses Netzgewebe komplett atmungsaktiv und maschinenwaschbar, aber es war definitiv an der Zeit für ihren Auszug.
Um ihr den Übergang in ihr eigenes Zimmer zu erleichtern, habe ich tagsüber einen Holz-Spielbogen mit Tieren auf den Boden direkt neben das Beistellbett gestellt, damit sie sich daran gewöhnen konnte, in diesem Bereich zu sein, während ich Wäsche faltete. Er ist völlig in Ordnung – sehr minimalistisch mit einem kleinen geschnitzten Elefanten und einem Holzvogel. Er fesselt ihre Aufmerksamkeit zwar nicht stundenlang, aber er ist eine schöne visuelle Abwechslung zu neonfarbenem Plastikspielzeug und hat ihr geholfen, sich wohlzufühlen, auch wenn sie etwas weiter weg von mir war.
Meistens fängt genau zu der Zeit, in der sie aus dem Beistellbett herauswachsen, das ernsthafte Zahnen an und ihr Schlaf ist ohnehin komplett im Eimer. Man zieht sie genau rechtzeitig in das Gitterbett um, damit sie schreiend mit geschwollenem Zahnfleisch aufwachen. Wenn das passiert, wird euch der Panda-Beißring das Leben retten. Er besteht aus lebensmittelechtem Silikon, man kann ihn in den Kühlschrank werfen, damit er schön kalt wird, und die kleine flache Form ist für die Hände eines fünf Monate alten Babys unglaublich einfach festzuklammern, während sie wütend den Schmerz wegkauen.
Also, vergesst die tausend Dollar teuren Roboterbetten, schnappt euch ein Beistellbett aus Holz, zurrt es sicher an eurer Matratze fest und haltet die Soundmaschine auf niedriger Lautstärke. Es ist chaotisch, es ist extrem anstrengend, aber alles schön einfach zu halten, ist der einzige Weg, das vierte Trimester zu überleben.
Wenn ihr bereit seid, auf giftiges Plastik zu verzichten und ein Kinderzimmer einzurichten, das buchstäblich atmet, dann schaut euch die Bio-Baumwollkollektion von Kianao an, bevor euer Baby auf die Welt kommt.
Die Fragen, die ihr mir dazu immer wieder stellt
Muss ich diese Verankerungsgurte wirklich benutzen?
Ja, das müsst ihr absolut. Ich weiß, es ist extrem nervig, sie unter einer riesigen Matratze durchzufädeln, vor allem, wenn man ein schweres Schaumstoffbett hat. Aber wenn ihr die Seitenwand fürs Co-Sleeping heruntergeklappt habt, reicht ein einziger unglücklicher Stoß mit der Hüfte aus, um das Beistellbett wegzuschieben. Die Gurte sind das Einzige, was verhindert, dass euer Baby in die Lücke zwischen den Betten fällt. Riskiert es nicht.
Soll die Matratze wirklich so hart sein?
Diese Frage bekomme ich ständig von Müttern, die finden, das Polster fühle sich an, als würde man auf einem Stück Pappe schlafen. Genau so soll es sich auch anfühlen. Mein Arzt hat mir erklärt, dass eine weiche Matratze eine große Erstickungsgefahr für Neugeborene darstellt, da ihnen die Nackenmuskulatur fehlt, um sich zu bewegen, falls ihre Nase in plüschigen Stoff sinkt. Für uns fühlt sich das unbequem an, aber für ein Baby ist eine flache und feste Unterlage genau das, was die Atemwege freihält.
Kann ich die Stoffteile waschen, falls mal die Windel explodiert?
Jap, der gesamte Stoffbezug lässt sich mit einem Reißverschluss abnehmen und vom Metallrahmen abziehen. Ich wasche meinen im Kaltwaschgang oder Schonwaschgang und lasse ihn an der Luft trocknen, damit er nicht einläuft. Stellt nur sicher, dass ihr ein paar der markenspezifischen wasserdichten Laken kauft, um sie über die Matratzenauflage zu legen – denn es gibt nichts Schlimmeres, als nachts um drei den ganzen Rahmen abziehen zu müssen.
Was ist der eigentliche Unterschied zwischen den Dreamer- und den Heirloom-Modellen?
Das Dreamer ist das günstige Modell, das man überall sieht, aber es verwendet eine MDF-Spanplatte unter der Matratze und synthetische Polyesterstoffe. Die Heirloom-Modelle (wie das Willow) kosten etwas mehr, bestehen aber aus Massivholz und Bio-Baumwolle. Wenn ihr versucht, unnötige Chemikalien und Formaldehydausgasungen im Kinderzimmer zu vermeiden, solltet ihr nur das Heirloom kaufen.
Wann muss ich aufhören, es zu benutzen?
In dem Moment, in dem euer Baby 9 Kilo wiegt, 5 Monate alt wird oder anfängt, sich auf Hände und Knie hochzudrücken. Meine Babys haben diesen Mobilitätsmeilenstein immer weit vor der Gewichtsgrenze erreicht. Sobald sie sich hochziehen oder wild herumrollen können, werden die flachen Wände des Beistellbetts zu einer Kippgefahr und es ist an der Zeit, sie in ein normales Gitterbett umzusiedeln.





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