Ich erinnere mich noch genau, wie ich im Dunkeln in diesem Schaukelstuhl saß, der bei jedem Zurücklehnen quietschte, und meinem ältesten Sohn energisch auf den Rücken klopfte, als wollte ich einen festsitzenden Snack aus einem Automaten befreien. Es war wahrscheinlich ein Dienstag, 3:14 Uhr morgens. Jackson schlief tief und fest und lehnte völlig schlaff an meiner Schulter, aber ich hatte panische Angst, ihn in sein Bettchen zu legen. Ich wusste einfach: Wenn er jetzt kein Bäuerchen macht, wacht er in zehn Minuten mit furchtbaren Blähungen schreiend wieder auf.
Meine Oma schwor immer darauf, die Kleinen bäuchlings über das Knie zu legen und sie wie eine reife Wassermelone abzuklopfen, bis sie aufstießen. Sie meinte es wirklich nur gut, aber jedes Mal, wenn ich ihre altmodische Methode ausprobierte, spuckte mein Kind im hohen Bogen die gesamte Milch wieder aus, die es in den letzten dreißig Minuten getrunken hatte. Also saß ich Nacht für Nacht da, hielt mein schlafendes Baby eine Stunde lang aufrecht, war völlig erschöpft und fragte mich, wie lange ich diese lächerliche Routine noch durchziehen müsste.
Ich bin mal ganz ehrlich zu dir: Diese ganze Tortur mit dem Bäuerchen ist eines dieser Dinge, vor denen dich niemand warnt, bevor du das Krankenhaus verlässt. Man macht sich so viele Gedanken über die Geburt, dass man gar nicht realisiert, dass man die nächsten vier Monate seines Lebens als menschliches Überdruckventil verbringen wird. Aber irgendwann hat dieser Wahnsinn ein Ende. Lass mich dir erzählen, wie es bei uns wirklich war, denn es gab nicht diesen einen magischen Stichtag im Kalender.
Die Besessenheit vom hartnäckigen Bäuerchen
Bei meinem ersten Kind war ich absolut besessen davon, alles zu protokollieren. Ich hatte diese App auf meinem Handy, in der ich jede Mahlzeit, jede nasse Windel und ja, wirklich jedes einzelne Bäuerchen notiert habe. Wenn nach dem Fläschchen kein ordentliches, hörbares Bäuerchen kam, schoss meine Panik sofort auf Stufe zehn. Ich dachte ernsthaft, er würde platzen oder sich in seinem winzigen Körper zumindest innerlich etwas verletzen, wenn diese eingeschlossene Luft nicht herauskäme.
Ich versuchte es mit der Über-die-Schulter-Methode. Dann setzte ich ihn auf meinen Schoß und wandte diesen seltsamen Kinnstützgriff an, bei dem ich immer das ungute Gefühl hatte, ihn fast zu würgen. Dann stand ich auf, lief im Flur auf und ab, wippte ihn und sang leise Lieder von George Strait, um meinen Mann nicht aufzuwecken. Ich verschwendete fünfundvierzig Minuten damit, ein Bäuerchen herauszulocken, das ganz offensichtlich nicht die geringste Absicht hatte, sich zu zeigen.
Wenn ich heute zurückdenke, habe ich mir eigentlich nur selbst das Leben schwer gemacht und uns beide völlig grundlos wach gehalten. Wenn die Kleinen friedlich schlafen und sich nicht hin und her winden wie ein Wurm auf heißem Asphalt, legt sie einfach ins Bettchen und geht selbst wieder schlafen.
Was mein Arzt wirklich über das Verdauungssystem sagte
Bei Jacksons Vorsorgeuntersuchung mit zwei Monaten war ich fast den Tränen nahe, als ich Dr. Miller erzählte, wie viel Schlaf uns das ständige Warten aufs Bäuerchen raubt. Mein Arzt, der gute Mann, schmunzelte nur und riet mir, die Tracking-App einfach mal wegzulegen. Soweit ich seine Erklärung verstanden habe, haben Neugeborene einen kleinen, noch recht schlaffen Schließmuskel – wie eine kleine Falltür –, der einfach noch nicht ganz herausgefunden hat, wie er zuverlässig geschlossen bleibt.
Weil dieser Muskel noch so schwach ist, schlucken Babys jedes Mal, wenn sie Milch trinken – besonders aus einem Fläschchen, wo sie schneller fließt –, auch eine Menge Luft mit hinunter. Und da ihr kleines inneres System quasi noch brandneu und im Aufbau ist, können sie die Luft nicht aus eigener Kraft wieder nach oben befördern. Sie staut sich einfach im Bäuchlein und macht sie quengelig. Aber Dr. Miller erklärte mir, dass dies kein dauerhafter Konstruktionsfehler ist. Es ist einfach ein Geduldsspiel, bis ihre Muskeln kräftiger werden.
Aber jetzt kommt der eigentliche Hammer, der mich völlig umgehauen hat: Er erwähnte eine medizinische Studie von vor ein paar Jahren. Darin wurde tatsächlich bewiesen, dass wir Eltern mit unserem eifrigen und kräftigen Klopfen auf den Rücken dafür sorgen, dass unsere Babys mehr spucken und nicht weniger. Offenbar reduziert dieses erzwungene Bäuerchen nicht einmal Koliken, es rüttelt nur ihre vollen, kleinen Mägen durch. Das zu hören, war für mich die absolute Erlaubnis, ab sofort einfach mal zu entspannen.
Die Outfits, die unsere Spuck-Phase überlebt haben
Bevor wir den Dreh mit dem Bäuerchen raushatten, habe ich gut und gerne fünf Outfits am Tag verbraucht. Ich kaufte ständig all diese schicken Sachen und dachte, wir würden immer perfekt gestylt aussehen. Ich habe ernsthaft den Bio-Baumwoll-Babybody mit Flatterärmeln gekauft, weil ich mir ein wunderschönes, ästhetisches Meilenstein-Fotoshooting vorgestellt hatte.

Ganz ehrlich? Er ist wunderschön für besondere Anlässe und die Flatterärmel sind einfach entzückend, aber an einem normalen Dienstagmorgen ist er doch etwas zu viel des Guten – vor allem, wenn man ohnehin gleich die nächste Milchfontäne abbekommt. Davon abgesehen ist die Bio-Baumwolle unfassbar weich und hat nach diversen Bäuerchen-Katastrophen bestimmt achtzig heiße Waschgänge ohne Einlaufen überstanden. Deshalb gehörte er definitiv fest zu unserer Garderobe, als wir die gröbste Spuck-Phase hinter uns hatten.
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Die magischen Übergangsmonate
Wann hat das Ganze also ein Ende? Bei meinem ersten Kind war es ungefähr um den fünften Monat herum so weit. Anfangs habe ich es gar nicht richtig gemerkt. Es ist ja nicht so, dass sie eines Morgens aufwachen und feierlich verkünden, dass sie ab sofort keine Bäuerchen mehr machen. Man stellt einfach plötzlich fest, dass das letzte vollgespuckte Spucktuch schon eine ganze Woche her ist.
Sobald sie diese großen motorischen Meilensteine erreichen – sich drehen, die Bauchzeit ohne Protest meistern und mit etwas Unterstützung sitzen –, übernimmt ihr kleiner Körper die Arbeit ganz von selbst. All das viele Drehen und Zappeln wirkt wie ein natürliches Ventil für die Luft im Bauch. Zudem reift das Verdauungssystem genau zu dem Zeitpunkt heran, an dem man mit der Beikost beginnt. Als mein zweites und drittes Kind mit etwa sechs Monaten anfingen, nach Süßkartoffelbrei zu greifen, hatte sich das ständige Rückenklopfen nach der Milchmahlzeit endgültig erledigt.
Wenn du gerade am Verzweifeln bist, weil dein Neugeborenes mit Blähungen zu kämpfen hat und die Luft einfach nicht oben herauskommen will: Leg dein Baby einfach auf den Rücken und fahre mit den kleinen Beinchen in Richtung Bauch Fahrrad, als wäre es bei einer winzigen Tour de France dabei. Wenn du dazu noch sanft das Bäuchlein massierst, findet die überschüssige Luft meistens früher oder später ganz von allein durchs „Hintertürchen“ ihren Weg nach draußen.
Ein Problem löst das andere ab
Mutter Natur hat wirklich einen ziemlich schwarzen Humor, denn genau dann, wenn man endlich nicht mehr ewig auf das Bäuerchen warten muss, fangen die Kleinen an zu zahnen. Es ist wie ein endloser Staffellauf der Wehwehchen. Jacksons Bäuchlein hatte sich gerade endlich beruhigt – pünktlich zu dem Moment, als sein Zahnfleisch wie kleine, wütende Wasserbomben anschwoll.

Als der Sabber in Strömen floss und die Quengel-Skala neue Höchstwerte erreichte, hätte ich mein Geld praktisch für alles hergegeben, was auch nur einen Funken Linderung versprach. Unser absoluter Lebensretter war das Panda-Beißtier aus Silikon und Bambus. Ich übertreibe wirklich nicht, wenn ich sage, dass mir dieses kleine Wunderwerk bei einem massiven Wutanfall an der Supermarktkasse den Verstand gerettet hat. Weil es schön flach und so perfekt geformt ist, konnten seine kleinen Speckhändchen es super selbst greifen. Ich musste also nicht daneben stehen und es ihm in den Mund halten.
Außerdem hatte ich den Eichhörnchen-Beißring aus Silikon als Geheimwaffe fest in meiner Wickeltasche deponiert. Die Ringform war einfach genial, als er gerade übte, im Kinderwagen aufrecht zu sitzen. Er besteht aus lebensmittelechtem Silikon, was ich besonders liebe – wenn das gute Stück unweigerlich mal wieder auf einen öffentlichen Fußboden fällt, kann man es danach einfach in die Spülmaschine werfen. Kein ewiges Abkochen und kein mühsames Schrubben von seltsamen Ritzen, in denen sich nur allzu gerne Schimmel versteckt.
Sei nicht so streng mit dir selbst
Bei meinem zweiten und dritten Baby habe ich dieses zwanghafte Bäuerchen-Machen viel früher aufgegeben. Wenn ich meine jüngste Tochter in den Schlaf gestillt habe, ließ ich sie einfach schlafen. Ich habe aufgehört, ein schlafendes Baby aufzuwecken, nur um ihm auf den Rücken zu klopfen. Wenn sie später mit Blähungen aufwachten, haben wir uns eben dann darum gekümmert, aber in neun von zehn Fällen war absolut alles bestens.
Das Elternsein in den ersten paar Monaten ist einfach der reinste Überlebensmodus. Du funktionierst mit furchtbar wenig Schlaf, machst dir bei jedem noch so kleinen Geräusch Gedanken und liest im Internet viel zu viele widersprüchliche Meinungen. Hör auf dein Bauchgefühl. Du kennst dein Baby am besten. Wenn sie langsam kräftiger werden und wie eine glückliche kleine Raupe auf dem Boden herumzappeln, wirst du ganz von allein immer seltener zum Spucktuch greifen.
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Die ungeschönte Wahrheit übers Bäuerchen (FAQ)
Was, wenn mein Baby an der Flasche oder Brust einschläft, bevor es ein Bäuerchen gemacht hat?
Lass es schlafen! Wenn dein Baby friedlich schlummert und das Gesicht ganz entspannt ist, hat es keine Schmerzen. Es aufzuwecken, um ihm den Rücken zu klopfen, macht es meistens nur wütend. Beim Weinen schluckt es dann noch mehr Luft – und du verpasst deine eigene Chance auf ein Nickerchen. Leg dein Kleines einfach behutsam ab.
Brauchen gestillte Babys seltener ein Bäuerchen?
Meiner Erfahrung nach: ja. Gestillte Babys umschließen die Brustwarze meist dichter und können den Milchfluss besser kontrollieren. Sie schlucken also nicht so viel Luft wie Babys, die die Flasche bekommen. Nach den ersten drei Monaten musste ich bei meinen Stillbabys kaum noch ein Bäuerchen herauskitzeln, während bei Fläschchenmahlzeiten immer ein bisschen sanfte Nachhilfe nötig war.
Wie lange sollte ich wirklich versuchen, ein Bäuerchen herauszulocken?
Höchstens zwei Minuten. Wenn du ein paar Minuten lang geklopft und gerieben hast und nichts passiert, ist da wahrscheinlich keine Luft – oder sie ist im Bauch schon weitergewandert. Quäl dich nicht unnötig, wechsle einfach die Position deines Babys oder lass es spielen.
Bekommt mein Baby Koliken, wenn ich früher aufhöre, aufs Bäuerchen zu warten?
Laut meinem Arzt und einer Studie, die er erwähnt hat: sehr wahrscheinlich nicht. Koliken sind ein mysteriöses Phänomen, das oft völlig unabhängig davon auftritt, wie fleißig du den Rücken deines Babys klopfst. Manchmal weinen Babys einfach, weil ihr Nervensystem überreizt ist, und nicht zwingend, weil eine riesige Luftblase im Bauch feststeckt.
Hilft die Bauchlage bei Blähungen?
Definitiv. Sobald die Kleinen alt genug sind, um entspannt auf dem Bauch zu liegen, erledigt der sanfte Druck des Bodens gegen das Bäuchlein die Arbeit für dich. Du wirst hören, wie sie fröhlich vor sich hin pupsen, während sie nach ihren Spielsachen greifen. Das ist ehrlich gesagt ziemlich lustig und funktioniert unglaublich gut.





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